Ich hab geträumt…

Schon lange nicht mehr hatte ich so einen üblen, heftigen, realen Traum, wo ich dachte: moment der ist wichtig, der will mir was sagen, der einem so richtig nachhängt, der einen Eindruck macht und zum nachdenken bringt. Anders wie bei Alpträumen die einfach nur schlimm aber auch irgendwie weit weg sind…

Der Vortraum war (den habe ich nur noch ganz schwach in Erinnerung) dass wir irgendwie fliehen müssen, ich weiß nicht mehr wer „wir“ war. Aber ich war eher das Kind und dann auch wieder der Fluchthelfer abwechselnd. Wir waren in einem Haus untergebracht, das schäbig war und wir mussten in ein anderes Haus, aber nachts und so dass uns keiner sah.

Der folgende intensive Traum: ich war mit meiner Mutter weggefahren (nach Unganr wie sich herausstellte), ich solte ihr bei irgenwas helfen, ich sehe andere Kinder wo ich glaube dass sie verängstigt drein schauen…

Ich dachte es wären nur so 2-3 Tage, als ich nachfrage erfahre ich, dass es ca. 10 Tage sein werden, genaueres kann sie mir leider nicht sagen. Sie lässt mir aber Geld da (ach wie nett…)Ich bin schockiert, wie kann sie mich einfach hier lassen, in diesem schäbigen alten, großen Haus, wo ich Angst habe, mich nicht wohl fühle, das Land nicht kenne und überhaupt. Ich spüre nur diese fiese Verlassenheit ganz tief und es ist ein grauenvolles Gefühl gepaart mit Heimatlosigkeit, Entwurzelung und Verrat. Ich bin so außer mir dass ich sie heftig schlage, so richtig verprügel und sie, als sie bewußtlos ist. in einen (Abfall?) Korbe werfe. Jetzt muss sie hier bleiben…Doch sie wird irgendwann wach und geht, das bekomme ich gar nicht so recht mit.

Ich gehe in einen kleinen Supermarkt und kaufe mir Dinge die mir gut tun, Schokokekse und Putzmittel und noch so einiges, ich streife lange duch den Laden weil ich zum einen nicht recht weiß was ich will und brauche, zum anderen kann ich die Sachen die da drauf stehen ja nicht lesen. Es fällt mir auch auf, dass hier kaum Leute Masken tragen (Corona!).

Ich steige in einen Bus und denke mir auf der Fahrt, dass ich eh schonmal alleine ins fremdsprachige Ausland wollte und die Zeit vielleicht ein wenig nutzen kann. Als ich einen See sehe drücke ich den STOP-Knopf und steige aus. Es ist ein kleiner See, wunderschön gelegen, voller grüner Bäume und Gräser, die Sonne scheint ein toller Tag und mit einem schönen Weg drumherum. Ich beschließe ihn zu gehen. Merke, dass ich meine Einkaufstüte nicht mehr dabei habe, finde das nicht so schlimm, denke die finde ich schon wieder.

Auf dem Rundweg komme ich auch an einem Restaurant vorbei und denke mir, da ja hier alles so billig ist, kann ich ja öfters essen gehen.

Als ich die Hälfte geschafft habe sehe ich eine tolle Allee mit Blick auf den See, ich will es fotografieren aber anscheinend is es zu dunkel, ich stelle den Blitz ein und ein älterer Mann lächelt mich freundlich an und sagt was auf ungarisch, ich sage ihm dass ich das nicht verstehe auf englisch, spüre aber dass er wohl was meinte, dass er dasselbe Problem mit dem fehlenden Licht hatte. Als ich weitergehe dreht er sich zu Bekannten um und sagt was auf deutsch, ich drehe mich wieder zu ihm um, lache und meine „das würde ich verstehen, ich spreche auch deutsch!“.

Ich gehe weiter und sehe eine kleine Wasseranlage (über Treppen und Bahnen), darin wirft sich eine Frau immer der Länge nach hin, so wie es in Indien manche Gläubige machen. Mir fällt ein, dass ja Ostern ist und sie vielleicht so eine Art Nachstellung der Kreuzigung, des Leidenswegen machte. Mir fällt ein Touristenbus auf und denke, dass die deutschen wohl schon wieeder fleißig Urlaub machen und dass wenn die hier so wenige Masken tragen, sie das Virus wohl mitnehmen und verbreiten…

Auf dem Weg denke ich immer wieder mit Schrecken, dass ich da in diesem Haus nun bleiben muss, ich es erstmal putzen werde. Und ich auch den Umrechnungskurs von Forint zu DM oder Euro? Mir mal anschauen muss. Und ärgerte auch über mich selber, dass ich das nicht vorher genauer geklärt und nachgefragt habe, was und wie lange ich meiner Mutter helfen soll, ich bin von was anderem einfach ausgegangen ohne nachzufragen! Und ob ich das Haus wiede finde, ich stieg ja in den erstbesten Bus, aber das machte mir keine Angst, denn eigentlich fuhr der Bus immer geradeaus, zur Not laufe ich wieder zurück. Und ich bin immer wider sauer auf meine Mutter, dass sie mich einfach alleine zurück lässt. Wobei ich kein kleines Kind mehr war. Aber das verschweigen und hintergehen und mich ausnutzen war so deutlich, so schlimm….auch für eine Erwachsene.

Mir fällt auch ein, dass ich ja 3 Kinder in dem einen Zimmer sah, alle unterschiedlich alt, lagen in Betten, sahen verängstigt aus, sprachen nichts und ich überlege ob es sich um Kindesmißhandlung, Menschenhandel handelte und bin schockiert weil meine Mutter da mitmacht und diese Kindern nun irgendwo hinbringt.

Ich wache völlig schief im Bett mit nur noch halber Decke auf und setze mich noch im Halbschlaf an den PC um alles aufzuschreiben…

Es ist klar, dass ich die letzte Zeit verarbeite…das wo bleiben müssen wo ich nicht will, das putzen um mich wohlzufühlen, Schokokekse mag ich total!

Die Fremdheit: in dem Viertel wo das Hotel ist, gibt es einen sehr hohen Ausländeranteil, so dass ich oft meinte ich sei wirklich im Ausland. Man hörte kaum deutsch und es gab viele farbige Menschen. Nach Ungarn fuhren wir mit dem Stiefvater zusammen öfters, als ich Jugendliche war. Unsere ersten Urlaube überhaupt und ich fühlte mich da selten wohl. Weil ich zuvor meine Heimat verlor (Scheidung, Umzug) und mich im neuen Haus nicht wohlfühlte und dann auch noch sehr weit weg fahren, das war zuviel Entwurzelung/Heimatlosigkeit.

Der See und die grüne Natur erfreuten mich im Traum sehr: was schönes! Ich mag Natur, sie tröstet mich, sie beruhigt mich, da fühle ich Verbundenheit, Wurzeln, geerdet sein! Das keine angst haben mit dem Bus zu fahren, da musste ich als Kind schon selbstständig sein und viel Bus fahren, Fahrpläne lesen auch recht frühr Fahrten alleine mit dem Zug nach München und dann Umzug mit 16 nach München, ließen mich da schnell selbstständig werden. Egal in welcher Stadt, ich komm mit den ÖPNV zurecht!

Dass mir in letzter Zeit Licht fehlte war klar…also das seelische Licht, eine hoffnungsvolle Aussicht sozusagen.

Was die Frau auf dem Leidensweg Jesus mir sagen wollte…dass ich mich selbst geißelte? Ja oft bin ich noch zu hart mit mir…

Und dass das Thema Verlassenheit wieder aufkommt, wundert mich nicht, da ich ja mit Schrecken feststellen musste, dass meine Tante genauso wie meine Mutter ist, und mich emotional total im Regen stehen lässt, mir dafür aber ihre Probleme breit und ausführlich erzählt und mich überhaupt nicht wahrnimmt.

Es zeigt jedenfalls deutlich, dass die letzte Zeit mit der Badsanierung und wohnen im Hotel, doch seine Spuren hinterlassen hat…

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Gib dem Affen Zucker!

Gut ein Affe bin ich nun nicht (ok klar manchmal schon, bin ja auch keine Heilige), aber auf Zucker steh ich!

Mein Körper leider weniger. Wiedermal kam ich ganz deutlich (und unangenehm) auf das Thema: Blutzuckerschwankungen sind Gift für mich!

Ein kurzer Rückblick: Heute ist Samstag und seit Dienstag bin ich wieder in meiner Wohnung. Bis Donnerstag abend hatte ich keinen herd, habe demnach der schlampig und auch zuwenig gegessen. Gestern Freitag hab ich nicht nur schlampig sondern katastrophal gegessen:

Frühstück: 2 Marmeladenbrote und 1 Milchkaffe

Mittag: glutenfreie Butterbreze, Energydrink

Nachmittag: griechischer Joghurt mit Erdbeeren

Abends: Pizza (mit Gluten) , 2 kleine Gläser Weißwein.

Und da wundere ich mich, dass ich wie zerschlagen aufwache und eine monströs schlechte Laune habe? Der Körper bekam ja nichts wirklich festes zum verbrennen, sondern nur schnell verwertbaren Zucker und der ist PUFF so schnell weg wie ein Strohfeuer…

Ich stieg trotzdem aufs Radl (weil ich dachte…ach egal) und wurde dann sooo gereizt mit Mörderlaune und Schlappheit ohne Ende (klar Bewegung senkt den Blutzucker wieder), ich habe zum Glück NICHT durchgehalten, sondern bin eher wieder heimgefahren, nicht ohne vorher noch in einer Bäckerei einzukehren und mir ein großes Stück Nußzopf (natürlich auch wieder mit Gluten) zu kaufen.

Auf der Heimfahrt dämmerte mir dann langsam das Thema…trotzdem habe ich wie eine Süchtige, 2 Scheiben des Zopfes mit Butter und wieder Marmelade mir reingezogen. Kurz drauf war ich wieder bester Laune und habe sogar einige Dinge geschafft, wo ich vor 1 Stunde noch dachte: nix wie heim und ins Bett und mal wieder komatös schlafen.

Irre. Das ist SO irre! Und kein Arzt bringt dich drauf, weil Langzeitwert des Blutzuckers immer normal ist und auch der Glucosetest nicht auffällig…usw….dass man aber als Hochsensible die Schwankungen merkt und einem vielleicht generell Kohlenhydrate nicht so gut tun, da muss man selber drauf kommen. Danke Internet!

Was hilft? Heute mittag gibt es erstmal Würstel mit Gemüse, auch wenn es das letzte ist, wonach mir ist, es hilft aber! Mehr Proteine, mehr Fett, also Richtung Paleo-Steinzeitessen.

Wer mag kann es mal testen und zumindest für einige Tage mittags und abends Kohlehydrate weglasssen, wer es auch früh schfft umso schneller hat man ein Ergebnis.

Oder eben nicht…

Wochenrückblick 9.April 2021

-neue Sachen: das ist ein Thema über das ich immer wieder stolpere: Nicht nur dass ich es mir wert sein sollte, dass ich eine saubere Wohnung habe, sondern mir auch schöne neue Sachen gönne. Ein Beispiel, seit 15 Jahren benutze ich dieselben Geschirrhandtücher. Das weiß ich deswegen so genau, weil ich damals umzog und die Fetzen von meiner Mutter bekam. Da waren sie schon lange in Gebrauch. Also sind sie inzwischen, dünn, labbrig, etwas verfärbt, verwaschen und einfach: uääh. Aber trocknen noch, also sind sie noch gut. Hier im Hotel hatte ich ein nigelnagelneues, festes, hellweißes, großes Geschirrhandtuch und stelle fest: das macht was mit mir wenn ich das benutze. Ich fühle mich wertvoller. Genauso wie mit kleinen Schälchen. Die standen mal wo zum verschenken rum und weil ich eh welche brauchte, nahm ich die mit. Keine schönen Farben, etwas angesprungen und jede sieht anders aus, aber gehen ja noch. Zum Henker, die paar Euros für schöne neue Schälchen in den Farben die ich mag und ohne Macken kann ich doch echt in mich investieren! Auch hat sich der Blick auf meine Wohnung gewandelt. Einfach weil ich da sonst sooft drin bin gewöhnt man sich an vieles, man sieht manchen Dreck oder kaputtes nicht mehr. Von daher gibts Frühjahrsputz XXL!

  • neee oda? Schnee! Am 6.April und davor und danach stürmte und schneite es was das Zeug hielt. Was mein Gefühl „irgendwie aus der Zeit gefallen zu sein“ enorm verstärkte. Aber irgendwie wars mir auch egal, ich hatte andere Dinge im Kopf und im Herzen….
  • apropo Her: Man ich bin soooo neugierig ob und was beim Lngszeit-EKG nun rauskam, erst musste ich 3 Wochen auf das Gerät warten und jetzt nochmal 3 Wochen aufs Ergebnis weil die im Urlaub sind und ich erst am 19. einen Termin bekam. Nunja…
  • genossen: Am Ostermontag ein Frühstück mit M. Obwohl ich total kaputt war und auch noch 12km hinradeln musste (sie hat derzeit kein Auto und wohnt so ländlich, dass da sonntags kein Bus fährt) aber ich hatte mich so drauf gefreut, dass ich halt langsam mit Pausen hinradelte. Und es hatte sich gelohnt. Total lustig, aber klar, wenns um 9h früh schon nen Sekt gibt 🙂
    Das Fahrrad habe ich dann gleich bei mir daheim gelassen. Die Woche wird kalt, nass und windig und da brauch ich kein Rad und je mehr Sachen schon wieder zurück im Wohnort sind, dsto besser fühle ich mich.
  • gelacht: bei der Show LOL auf A*…Prime. Comedys werden in einen Raum gesteckt und keiner darf 6 Stunden lachen oder auch nur schmunzeln. Wird er 2x dabei erwischt fliegt er raus. Ich find das saulustig, wenn man nicht lachen darf und was dann die Leute alles veranstalteten und Grimassen zogen und überhaupt. (mir fiel dazu die Taufe meines Neffen ein, das war auch so ein Ding, mein Schwager und dessen Bruder/Cousins blödelten so etwas versteckt während des Gottesdienstes herum und ich musste mich so zusammenreißen, als dann auch noch das Licht über uns flackerte und ausging, war es um mich geschehen, ich platzte los. Der Pfarrer war zum Glück sehr lässig, meine Schwester nahm mir nix übel, und meinem Schwager konnte ich dann lange nicht mehr ansehen ohne wieder in einen Lachflash zu geraten…
    Schon lange nicht mehr solche Tränen gelacht.
  • nochmal Tante: irgendwie merke ich eine richtige Erleichterung wenn ich denke mich weiter von meiner Tante/Cousine zurück zu ziehen. Das spricht eine deutliche Sprache. Ich hatte überlegt, ob es erst ein normales Nähe/Distanz-Ding ist, weil klar, ist man nicht immer im Kontakt, egal ob mit Freunden oder Familie. Ich merke aber dass es da einen Graben gibt, denn wenn wir mal ein paar Mal hin und her schreiben und grad an einem Thema dran sind (z.B. ihre verstorbenen Eltern oder so) dann ist da auf einmal Funkstille. Es kommt nichts mehr. Und ich häng voll in der Luft. Wenn ich mit anderen schreibe, dann ergibt sich das „Ende“ des Dialogs natürlich auch, aber es fühlt sich stimmiger an: Wir hatten was geklärt (z.B. organisatorisches) oder über was gesprochen, wo es dann ein natürliches Ende gibt und der andere das auch mitteilt mit einem: Schönen Abend noch. Da weiß man bescheid.
    Auch das meine Tante soviel „vergisst“: Sooft lese ich: ach wollte dir schon viel eher schreiben, aber dann kamen soviele Sachen dazwischen. Das ist Standart und ein Zeichen: So wichtig bist du nicht.
    Ich glaube sie macht viel aus Pflichtgefühl für mich. Sie ist meine Patentante, die Schwester meiner Mutter und fühlt sich da wohl zuständig für mich. Was ich natürlich teilweise auch sehr genieße, weil ich Wärme, Geborgenheit, Zugewandtheit nicht wirklich von meiner Familie kenne. Und meine Tante kann mir das geben, wenn auch nur sehr wenig und in Minidosen, aber wenn man hungrig ist, nimmt man jeden Krümel.
    Sie ist keine klassische Narzisstin, sie hat einfach ihre (oft sehr dicken) Mauern sehr oft oben und ist emotional unerreichbar. Total abgeschottet. Wie meine Mutter, da kam kein Glanz in ihren Augen wenn sie mich ansah, kein ehrliches mitfühlen, da war Kälte, ein durch mich schauen und nur den Alkohol und ihre ganzen Männer, oder ihre Arbeit oder ihre Katzen, ALLES war wichtiger als ich.
    Auch meine Cousine ist emotional unnahbar. Sie lässt keine Nähe zu, bei ihr ist alles oberflächlich, alles ist immer super, ihr gehts immer gut. Während ich mich sehr geöffnet habe und sie an meinem Leben teil haben ließ, kam von ihr nichts, auch nicht wie es mit ihrer Tochter so läuft. In den 3 Jahren seit die auf der Welt ist, gab es vielleicht mal 5 Anekdoten und 10 Fotos. Obwohl ich deutlich Interesse zeigte. Ok, dann nicht.
    Ich habe das alles früher schon realisiert, aber dann auch wieder „vergessen“, weil ich es nicht wahrhaben wollte, dass auch dieser Teil der Familie mir nicht gut tut. Somit habe ich de facto keine Familie mehr. Also zumindest keine mit der ich in gutem, schönen Kontakt stehe. Das bis tief ins Herz zu verstehen, tut weh und ich glaube deswegen habe ich noch paar Runden gedreht: Wieder hingegangen, wieder Kälte gespürt, mich wieder geöffnet, wieder eine Abfuhr, besndere, schöne, teure Geschenke gemacht usw. Aber es wird immer klarer: Abstand ist das wichtigste, damit ich nicht weiter destabilisiere, das ist kein Mensch der Welt wert.
    Und dann kamen so Gedanken wie: Ja Familie is nicht immer leicht und es gibt viele schwierige Menschen undso. Wieso kommen andere Menschen damit klar und ich nicht? Das mag daran liegen, dass ich schon mit verrückten Menschen aufgewachsen bin und davon zuviele Wunden davon getragen habe, dass da einfach keine Kraft mehr ist. Und leider ist dann auch die Schlußfolgerung: dass auch ich mich schütze, meine Mauern hochziehe und auch emotional unerreichbar werde (wobei mir das bewußt ist und ich daran immer arbeite, weil mich soziale Isolation schützt, aber auch nicht gut tut auf Dauer).
    Also: weiter genau schauen: wem sage ich was, wie bin ich bei wem? Meiner Tante zu ihrem Geburtstag und Weihnachten was schicken werde ich weiterhin, wenn ich Lust auf einen Tagesausflug habe, fahre ich auch mal hin, im Moment ist das eh nur 1x im Jahr. Wenn von ihnen keine Anstalten kommt auch mich mal zu besuchen, dann werde ich auch das sein lassen. Von meiner Seite wie bisher öfters Whatsappnachrichten schreiben oder auch mal nur nen Gruß mit einem netten/lustigen Bild: nein. Weil es immer nur von meiner Seite kommt.
    Ich bin aufgewühlt und es ist schmerzhaft die Illusion aufzugeben, dass ich da vielleicht eine gute FAmilienanbindung haben könnte oder gar eine Ersatzmutter, aber lieber jetzt, bevor noch mehr Schaden entsteht…
  • Hormone: dass (vermutlich) mein Progesteronspiegel höher ist, fühlt sich mega an! Tatkräftig, selbstbewußt bis kampflustig, trotzdem weiblich mit viel Humor und Lebensfreude.
    Ich habe keinerlei Angst vor meinen Nachbarn, denen ich vor 2 Monaten die Polizei schickte. Früher wäre das ein Grund gewesen nur mit Panikattacken meine Wohnung zu verlassen, weil es könnte ja zur Konfrontation mit denen kommen. Jetzt denke ich mir: Die Deppen sollen ruhig was sagen, dann können sie mich aber erleben. Wie geil ist das denn?
    Ich brauche viel weniger Schlaf (ok für meine Verhältnisse fast ZU wenig, aber nunja, es ist selten genau richtig bei mir).
    Ich habe weiterhin meine Tage nicht, aber hin und wieder körperliche PMS-Symptome, wie ziehen, spannen, drücken…. Ich frage mich schon, wie sehr die monatliche Periode Frauen schwächt. Blut ist ja Lebenskraft. Ich friere auch viel weniger…als ich das einem Bekannten erzählte (nur das mit dem frieren, weil er so schlotterte während mir die dünne Regenjacke reichte, schaute er mich groß an und meinte: „oh dann hast du kräftiges Blut!“ Witzig, dass er das so nannte und wie passend!
    Ich hatte das so vor ein paar Jahren schonmal und geau wie damals denke ich mir: Was wenn meine größten Probleme von zuviel/zuwenigen Hormonen kommt? Denn ab der Pubertät ging es mir ja rapide schlecht inkl. Selbstmordversuchen. Blöderweise war zuder Zeit auch ein großer Umbruch (Scheidung der Eltern, Umzug, neue Schule, Stiefvaer usw.) so dass man nicht genau weiß was der Auslöser war, klar wahrscheinlich beides und das eine spielt zum anderen mit rein usw….aber trotzdem.
    Jedenfalls:
    Ich hab das Gefühl diese klitzekleine Hormonumstellung hat mehr bewirkt als jahrelange Therapie….aber abwarten wie sich das so weiter ergibt.
  • Vorfreude: Wochenende zum erholen! Es kommt kein Handwerker mehr, meine Wohnung ist soweit wieder hergestellt und sauber und eingerichtet, dass ich in den nächsten Tagen nur was machen kann, was ich auch möchte, aber nicht muss. Zum Beispiel Balkon sauber machen oder noch die Sachen aus dem Keller holen usw. Ich komme runter. Es ist nämlich so, dass wenn ich mich aufrege und gestresst bin, mein Streßpegel nur sehr langsam sinkt. Und wenn er gerade mal wieder im unteren Bereichwar die letzten Wochen kam ein neuer Aufreger. Ich fand dazu mal den COMT-Mangel. COMT is die Abkürzung für ein Enzym dass Streßhormone abbaut. Hat man da zuwenig bleibt logischerweise diese Hormone hoch. Das könnte auch eine gute Erklärung für Hochsensibilität bzw. Reizüberflutung sein. Da ich das nun weiß, kann ich damit besser umgehen. Was mir dabei hilft: Viel und gutes Magnesium (nicht jeder Mensch verträgt alle Magnesiumverbindungen, da muss man ausprobieren) und was mir auch hilft: nicht von 100 auf 0 runterfahren, sondern langsames werkeln mit vielen Pausen, also keine Vollbremsung. Wenn ich weiter zu aufgedreht bin hilft auch mal Rosenwurz oder Helmkraut oder Baldrian oder wenn es was ganz zuverlässiges braucht auch mal eine Tavor

Badsanierung: FERTIG!

Es ging jetzt doch ganz flott, Gründonnerstag war ja der Reinigungstrupp da, es hieß aber weiter: Übergabe am 12. April. Naja, aber da nun Waschbecken und Toilette drin war, konnte ich auch stundenweise in der Wohnung mal bleiben übers Oster-Wochenende und habe das ebenfalls tooootal genossen: Ein wenig geputzt um meine Anspannung loszuwerden (und auch das Gedankenkarrussel und die Langeweile) dazu auch eine Wäsche gewaschen in meiner Waschmaschine, ach war das toll, gleich ein anderer Duft aus wie aus den Gammelgemeinschaftswaschmaschinen (nettes Wort..) im Hotel.
Dienstag dann die Nachricht, morgen also Mittwoch 15 Uhr Abnahme. OH UI! Ich packte das wichtigste zusammen und düste gleich nach der Nachricht in die Wohnung. Es war klar, ich halte es nicht länger im Hotel aus! In meiner Wohnung dann etwas gewerkelt, da aber die Nächte so beschissen waren, war ich einfach nur erschöpft. Und leer. Und traurig. Es war so unfassbar anstrengend. Über 8 Wochen ständige Anspannung, Adrenalinschübe, Grenzüberschreitungen zulassen müssen usw.
Die zwei besten Freunde die mir soviel in letzter Zeit geholfen haben, freuten sich dafür umso mehr. Das war so schön zu erleben und als ich mißtrauisch blieb „erstmal die Abnahme abwarten“ meinte M.:“ Das klappt! Das klappt! Ich zünd ne Kerze für dich an!“ Was für eine berührende Geste! Eine Kerze! Tolle Idee!
Dass ich mich nach so einer Streßphase so leer und deprimiert fühle wundert mich nicht. Das hatte ich früher schon, nur konnte ich das damals nicht in Verbindung bringen. Bis ich mich viel informierte und dazu lernte, überTraumata (die ganze Anspannung kostet immens viel Kraft!) und Streßdepression. Ich weiß auch wie ich da mit mir umgehen muss: Viel Ruhe und die altbekannten Tips: Gute Ernährung, sanfte Bewegung, nichts erzwingen, (weder Gefühle „ich muss mich doch jetzt freuen!“ noch Tätigkeiten „ich muss doch noch das und jenes machen“) mich so lassen wie ich gerade eben bin und mir schönes und gutes tun!
Ansonsten muss ich mich echt erst wieder an meine Wohnung gewöhnen. Sie wieder zu meiner machen, aber auch das Gefühl verarbeiten, dass das alles wieder meines IST! Der Geruch ist leider sehr chemisch, die Fliesen, die Malerfarbe, die Verfugungen und was weiß ich. Aber das vergeht, ich hoffe, dass das Wetter besser wird und ich viel lüften kann.

Die Badsanierung war zwar eine immense Belastung, aber kein erneutes Trauma, habe ich fetgestellt. Denn ein Trauma hat ja viel mit Ohnmacht, Hilflosigkeit, Erstarrung zu tun. Klar fühlte ich das alles auch mal, ABER ich hatte meine Handlungsfähigkeit behalten und habe sehr viel gemacht, damit es mir gut geht und ich mich sicher fühle. Ich fühlte mich souverän und erwachsen. Das war ein großer Unterschied zu früher.


Nun nach 3 Tagen in meiner Wohnung fühle ich mich unendlich reich: So tolle Musikboxen habe ich, so eine riesige Wohnung (gefühlt, wenn man 2 Monate nur in einem Minizimmer hauste) mit Flur, Schlafzimmer, Wohnzimmer, riesiger Küche (vor 4 Jahren neu eingebaut, mit Geschirrspüler und Platz und überhaupt!) und jetzt einem nigelnagelneuen schönen, sauberen, tollem Bad! Sogar eine Minisauna (so eine Sack-Infrarot-Sauna) habe ich und ein Rudergerät und ein Trampolin und hier fühle ich mich sicher, weil hier kein Krawall und Schlägereien und was weiß ich, ist. Ich habe wieder alle meine Sachen zur Verfügung, alle Klamotten, einen schönen großen Balkon (ok der muss noch sauber und neu hergerichtet werden).


Die Handwerker waren super, immer pünktlich, sehr freundlich und mitfühlend, geduldig erklärend und perfekt im Zeitplan und es gab keinerlei Zwischenfälle (so unvorhergesehenes, so Mißgeschicke, so: müssen wir erst bestellen oder so…NIX, es lief wie am Schnürchen, echte Profis!).
Ich fühle mich irgendwie immer noch wie in einem Traum, in einem Alptraum, oder in einem sehr sehr schlechten Film…ist das echt passiert?
Und ich bin stolz auf mich: ich packte das! Ja mit Verzweiflung, mit hadern und zaudern, aber auch mit erstaunlich viel Humor, mit Handlungsfähigkeit und Souveränität, ich habe nicht einmal die (ehemalige) Therapeutin oder gar den Krisendienst angerufen und das hat nichts mit gnadenloser Härte gegen mich zu tun, sondern das ich mir anderswo Hilfe holte. Von Freunden. M. und J. haben mich ertragen und mir immer geholfen, wenn sie konnten, sie fühlten mit. Und das ich mich viel besser kenne und viel in den letzten Krisen gelernt habe.
Ich kann tatsächlich sagen, dass ich an diesem scheiß Wasserschaden samt Sanierung gewachsen bin. Ich habe es nicht nur irgendwie überstanden, sondern gemeistert. Ja doch, da bin ich stolz drauf.


Nächsten Montag holen wir den Rest meiner Sachen aus dem Hotelzimmer und am 16.April gebe ich auch dort Schlüssel ab. Dann ist das endlich abgeschlossen und 4 Monate heftiger Streß liegen hinter mir.

Mal wieder: Familie

  • Mit meiner Tante hatte ich schon öfters so meine Schwerigkeiten. Sie kann unglaublich herzerwärmend sein und ich bin ihr auch sehr dankbar, dass sie mir was vom Erbe ihrer Eltern abgab, aber sie kann auch sehr sehr abweisend sein. Da rennt man emotional volle Kanne gegen die Wand. Nach ihrem Gutdünken ist dann eben mal das eine, mal das andere dran. Zuckerbrot und Peitsche. Dieses Verhalten kenne ich von meinen Eltern und meiner Schwester. Nur bei denen war es extremer. Weswegen ich mich auch immer mehr zurückzog und dann den Kontakt komplett abbrach weil Machtspiele, Manipulationen und emotionale Erpressung an der Tagesordnung standen, von lächerlich machen und demütigen mal ganz abgesehen. Meine Tante war in dieser jetzigen schwierigen Zeit nicht für mich da. Nicht ein Hauch an Mitgefühl oder Empathie. Stattdessen flappsiges: „du schaffst das schon“ und „alles wird gut“. Dafür hatte sie mir eine ellenlange Mail über ihre Eheprobleme geschrieben. Auch das machte meine Mutter gerne, mir ihre Beziehungsprobleme schildern inkl. detaillierter Sexprobleme! Ich glaube da dass nun auch meine Tante macht, hat mich so abgeschossen, denn nur so kann ich es mir erklären, warum ich so immens viel Verständnis für ihre Absage hatte (als ich sie besuchen wollte). Sofort in das lieb Kind fallen und alles verstehen und machen, damit der andere „bleibt“. Aber wo bleiben? Wenn nie eine emotionale Verbindung da war? Sie hat angst vor Corona und wollte deswegen nicht, dass ich komme. Kann ich verstehen, aber a) arbeitet sie täglich mit Menschen, dann müßte sie ja eigentlich auch zuhause bleiben und b) ist sie geimpft (eben wegen dem Job). Okay, es ist ihre Entscheidung, sie will Abstand. Das ist natürlich ihr gutes Recht. Nur werde ich ihr nicht mehr nachlaufen. Ich falle nämlich dann auch „gerne“ in alte Muster und tue alles mögliche damit der andere mich endlich mag und mir das gibt was ich brauche: Liebe und Zuwendung und ja das ist dann auch manipulativ, dessen bin ich mir inzwischen bewußt und verhalte mich anders: Ich ziehe meine Entschlüße daraus und schütze mich, in dem ich mich emotional weiter zurückziehe und ihr nicht wie geplant zu Weihnachten (wollte ich schon letztes Jahr machen) einen aufwändigen Adventskalender basteln. Das muss man sich schlicht auch verdienen. Das ist nämlich das nächste: es stört mich, dass sie mir immer ihre gebrauchten Sachen die sie nicht mehr will, schenkt (auch etwas was in meiner Familie usus war/ist, was hab ich verbrauchtes altes dreckiges! Zeug schon geschenkt bekommen, oder original die billigste Schokolade ausm Supermarkt und zwar von Leuten die wirklich nicht arm waren!).
    Ich hab ihr das schonmal höflich mitgeteilt, genauso wie dass ich nun echt keine Handtaschen mehr brauche und auch keine blauen Klamotten mag. Ignoriert sie völlig und schickt mir weiterhin die Sachen. Letztens kam: Sie hätte Bettwäsche von ihrem Mann geschenkt bekommen, sie hätte daraufhin ihren Schrank ausgemistet und fragt mich ob ich nun die alte von ihr will. Äh nein! Gebrauchte Bettwäsche? Also echt

Wochenrückblick 2. April 2021

  • Homöopathie: ich besorgte mir die Phytocortal N Tropfen weil ich das Gefühl hatte der ganze Streß geht mir im wahrsten Sinne an die Nieren, genauer an die Nebennieren (die haben mit den Streßhormonen zu tun) und die Tropfen hatten schon mal gute Wirkung. Nun hatten sie jetzt auch, aber etwas anders, als damals: Mein Kopf wurde leer, Konzentration: Fehlanzeige, aber auch nicht so unangenehm, weil ich normalerweise dauernd Zirkus im Kopf habe und ständig über allen möglichen Scheiß nachdenke-meistens besorgt. Abschalten ist ein Fremdwort für mich. Auch das extrem gute bei-mir-sein genieße ich sehr. . Meine Tage blieben weiterhin aus, auch nicht so unangenehm, aber doch ungewöhnlich und das allerneueste: Die Libido stieg enorm. Und das bei dem Streß derzeit? Immens ungewöhnlich…hmmm…dann dämmerte mir und ich googelte die Tropfen mal und siehe: die können auch den Progesteronspiegel heben, was macht zuviel Progesteron…meine Symptome. Ok ich bin jetzt doof, aber geil. Wenigstens weiß ich jetzt woher der Spruch “ Dumm fickt gut“ kommt :-))))
  • Motto, letztens den Spruch gehört: lieber gefürchtet, als verachtet. Jau dachte ich mir so, das passt grad gut zu mir. Ich durchlaufe grad echt die harte Schule des Grenzen setzens, der Selbstfürsorge, des für mich einstehens. Am laufenden Band. Mit einigen rumpel ich zusammen, bei anderen gibt es handfesten Knatsch. Ich setze Grenzen, werde „ungemütlich“, nehme nicht ständig auf die anderen Rücksicht, sondern schaue nun auch auf mich, ob das die anderen nervt oder nicht ist mir grad herzlich egal!
    Aber es ist offen, ehrlich und klärend und fühlt sich stark an. Mal auf den Tisch hauen, sich nicht dauernd in die Suppe spucken lassen sondern zeigen: hej mit mir nicht! Jeah!
    Ich war immer viel zu nett, selbst wenn andere meine Grenzen verletzt haben, immer freundlich, immer beschwichtigend. Ich habe Leute kennengelernt, die sind nach EINER Enttäuschung immer mit verbittertem Gesicht und einer schnauzigen Laune rumgelaufen. Da hab ich noch ganz anderes erlebt und bin immer noch so lieb und nett. Das muss aufhören. Dringend. Ich wollte das nicht, aber besser ist es: lieber erstmal ein wenig zu mißtrauisch, ein wenig zu schnodderig, netter kann man immer noch werden.
  • düstere Stunden: es gibt ja immer noch Stunden (auch wenn sie weniger werden) wo es mir sehr schlecht geht. Hier im Hotel, in diesem Ghetto, die fremden Männer die meine Wohnung in eine Großbaustelle verwandeln usw. da kann das schon mal unerträglich werden. Und irgendwe ploppte dann in mir so der Gedanke auf, dass mich eigentlich sehr viele Menschen denen ich zufällig begegne recht schnell fragen wie es denn so auf der „Baustelle“ ist, ob es vorwärts geht und mir viel Glück ünschen und Verständnis zeigen. Da fiel mir ein, dass da Menschen an mich denken, wahrscheinlich auch wenn wir uns nicht sehen und sie in ihrer Wohnung sind und dann so darüber nachsinnieren wie das wohl für mich ist und so und dann formte sich ein Gedanke: Viele gute Gedanken sind bei mir/begleiten mich. Und das war so tröstlich, das half dann wieder über den Tag hinweg.
  • Sonntag: war ich in Ruhe (also ohne Handwerker) in der Wohnung und staunte: das weiße da an der Wand (hatte noch kein Licht an) ist das schon die neue Gipswand? Licht an: Ne es ist schon komplett gefliest! Das hat mich natürlich megagefreut! Und es sieht toll aus! Ein mattes cremeweiß, auf dem man zwar trotzdem jedes Staubkorn sieht, aber egal, der Raum wirkt dadurch auch viel größer und ist natürlich heller. Der Boden is ein schiefergrau also mit leicht unterschiedlichen Farbtönen (dunkler-heller) passt super.
  • mehr: paar Tage später, ich war im Heimatdorf beim Doc, kommt zufällig der Hausmeister an mir vorbei und meint lapidar: „Die Reiniger sind da.“ Wie was jetzt schon? Die machen meine Wohnung sauber? Saß dann hibbelige 1,5 Std. beim Doc (bin schier geplatzt, dann fiel mir ein: Ach is ja der 1.April, der hat mich bestimmt verarscht, und wehe er hat es getan, dann aber…!!!!) um dann heimzurasen und tatsächlich, da wurde gewischt und gesaugt. Bad ist komplett drin und die Küche auch, aber da funktioniert noch nicht alles. Am liebsten hätte ich den Leuten gesagt: macht Feierabend, ich mache den Rest. Ich habe es leider nicht geschafft das zu sagen und fuhr mit einem noch schrecklicheren Gefühl zurück ins Hotel, als eh schon.
    Stattdessen: Leere, Trauer, Frustation. Wie jetzt, aber die sind doch fertig? Ja fast. Und ich muss die Abnahme und vor allem den Ersatzschlüssel abwarten, dann…ja dann kann ich mich hoffentlich freuen. Wenn nicht, dann ist es auch ok, ich fühle mich so deprimiert und ausgelaugt, lasse mich auch so, ich muss da nix „machen“. Es ist so. Es wird wieder besser, ich weiß das.
  • schwitz: was ich anfangs hier im Hotelzimmer gefrore habe, schwitze ich nun. Die Heizung läuft immer gleich warm, egal was ich einstelle, das ist jetzt bei Außentemperatur um die 20 Grad wenig hilfreich, hatte daher um halb 9 in der früh schon 25 Grad!
  • Gluten: seit Wochen schludere ich schon wieder und ernähre mich viel zu wenig glutenfrei, was zur Folge hat, dass ich wieder starke Atmenot habe (was bei der Wärme echt ungemütlich ist) und jede Treppenstufe lässt mich schnaufen. Also wieder dringend weniger essen…gar kein Gluten ist bei der derzeitgen Streßsituation utopisch, das weiß ich schon und vermeide diese Abwertungsspirale daher.
  • Schock: wenn man eh schon einen übelsten Alptraum hatte (ich war in irgendeiner Sekte gelandet wo es sehr übel zuging und ich nicht fliehen konnte usw.) dann aufschreckt und aufwacht und feststellt: beide Hände sind eiskalt und taub. Ich bekam die totale Panik und dachte mne Hände wären abgestoben und alles ist zu spät und ob ich das erst beim Hausarzt sagen soll (hatte am selben Tag Termin) oder gleich Notruf anrufen, was aber schlecht geht, weil schlechten Empfang, also muss ich immer raus aus dem Zimmer zum telefonieren und während mein Hirn noch durchdreht, schüttel ich die Hände und puuuh…nur eingeschlafen. Man ej.
  • gereizt: boah hatte mal wieder einen sozialen Koller. Jeden 2. Tag immer recht lange ein treffen mit jemanden gehabt. Obwohl es Leute sind die ich mag, aber mein Akku war einfach alle alle alle. Daher freu ich mich tierisch auf 3 Tage rumsandeln wie ich grad will und keinen Kontakt (außer vielleicht ein wenig schriftlichen, der stresst mich auch weniger) und Ostermontag bin ich dann zum Frühstück eingeladen. Ich bin froh, dass ich nun weiß wie ich ticke und was ich tun oder lassen muss, damit es mir wieder besser geht. Hoffe auch, dass viele hier im Hotel vielleicht weg sind über Ostern (dieGeschäftsleute) so dass es hier auch schön ruhig ist..
  • Knoten: ich glaub ich hab da einen Knoten in mir gelöst: ich habe ja teilweise weiterhin fast zwanghaft nach neuen Putzstellen gesucht, obwohl mir das zuviel wäre. Ein Grund fiel mir schon vor Ewigkeiten auf, dass ich das auch oft aus Langeweile (oft gemischt mit Einsamkeit) mache. Aber hier im Hotel fiel mir noch was auf: ich war es mir nicht wert, dass ich es richtig schön und sauber haben darf in meiner Wohnung. Im Job putze ich extrem gründlich, während es bei mir daheim eher so mal schnell das Gröbste wegmachen war. Hier im Hotel merke ich den Unterschied wie es sich anfühlt (guuuuut!) wenn man es auch so richtig sauber hat. Außerdem waren in meiner Wohnung vorher 2 Mieter die es mit der Sauberkeit auch nicht so ernst nahmen, und wenn der Kalk mal richtig festsitzt kriegt man den einfach kaum mehr weg. Jetzt habe ich aber: neue Fliesen und neue Duschkabine und werde diese nun hegen und pflegen. Auch den Rest natürlich. Weil ich es mir wert bin!

Badsanierung 7.Woche

Es ist so grausig in bekannten Gegenden unterwegs zu sein und trotzdem nicht nach Hause zu können. Ich besuche dieselben Bahnhöfe, Ärzte und sonstiges wie fast immer, nur dass ich anders fahren muss – warum kann ich nicht nach hause? Ich fahre in die Arbeit und danach muss ich mich an den anderen Bahnsteig als sonst stellen und mein Gehirn ist einfach nur verwirrt. Was soll das jetzt?
Ich gehe in meine Wohung, schaue mich um und frage: warum kann ich nicht bleiben? Und wenn ich wieder zum Bahnhof laufe dreht sich mir der Magen um. Es ist gruselig, wenn ich Nachbarn treffen und DIE mir sagen, was grad in meiner Wohnung gemacht wird.
Das alles fühlt sich so falsch an, aber vor allem bedrohlich.

Wieder einmal wird mein sicherer Raum einfach so in Anspruch genommen. Wieder einmal werden meine Grenzen überlatscht. Und nein wenn man schon mit früheren Traumatisierungen zu kämpfen hat, helfen keine logischen Gründe wie: ja aber die nassen Wände und der Schimmel muss doch weg.
Ich weiß das. Und doch muss ich jeden Tag all das grauen und die schlimmen Gefühle verdrängen. Wegschieben.
Ich verkapsel mich noch mehr. Ich will keinen sehen, mit keinem reden, keiner kann mir was recht machen. Meine Schutzschicht wurde wieder weggerissen, ich fühle mich wund und nackt.
Ich bin froh, dass jetzt tagelang keine Termine sind, wegen Ostern. Heute war ich auch nicht arbeiten.

Diese Sanierungsarbeiten sind mit das schlimmste was ich erlebt habe. Denn anders als früher bin ich jetzt DA. IN meinem Körper. Präsent. Nicht mehr wegdissoziiert. Ich bin mir all dessen bewußt was da abläuft. Ich bekomme all die Trigger mit. Die Alpträume. Das nur ganz flach atmen. Die Schmerzen im Kiefer vom Zähne zusammenpressen. Das gereizte gegenüber Menschen. Das keine Kraft mehr haben. Das eigentlich am liebsten ausflippen wollen und doch wieder durchhalten, aushalten, koordinieren müssen. Und auch das nicht mehr da sein wollen. Wie oft noch sowas erleben? Wieviel noch ertragen? Welchen Scheiß noch aushalten müssen?

Wochenrückblick 28. März 2021

  • geplant: war ein Überraschungsbesuch für meine Cousine, zu ihrem Geburtstag. Als Hilfe brauchte ich natürlich meine Tante. Die meinte aber: du, Inzidenzwert ist bei uns knapp bei 200 und ihr ist das zu gefährlich und sie is eher für daheim bleiben. Hab ich akzeptiert, kein Problem. Dann hatte meine Cousine das rausgefunden und hatte sich soooo sehr über meine Idee gefreut, dass sie sogar ihren Mann auf Arbeit anrief (was sie normal nur im Notfall macht) und dann mir bescheid gab, also wenn ich immer noch kommen wolle, ich sei willkommen, also fuhr ich. Die Zugfahrt tat unwahrscheinlich gut, weite Natur, schneebedeckte Berge, hügelige Wiesen, kleine Wälder, schnuckelige Bauerndörfer….Allgäu halt, bei strahlendem Sonnenschein und warmen 16 Grad! Seit Wochen starre ich hier auf Häuser, Wände, U-bahnmauern und sonstigen hässlichen Kram. Ich schaue ja imer völlig entsetzt wenn jemand sagt: XY is so eine schöne Stadt! Für mich gibt es keine schönen Städte, es mag schöne Orte geben (aber eine ganze Stadt ist nie schön), für mich ist eine Stadt das Krebsgeschwür der Erde.
    Bei der Cousine war es wie immer anstrengend (aus diversen Gründen) und auf Heimfahrt packte mich die altbekannte Traurigkeit: warum hab ich so ein verkorkstes Leben, was den Namen Leben manchmal gar nicht verdient. Wie diese kleine Familie miteinander umgeht, wieviel die miteinander sprechen, das rede ich wenn es hochkommt in einer ganzen Woche, diese Selbstverständlichkeiten: Auto fahren, seit der Schulzeit derselbe Freundeskreis, Haus kaufen, Kind bekommen, heiraten, Vollzeit arbeiten, das alles mit einer unglaublichen Heiterkeit, Lässigkeit und Fröhlichkeit. Während ich ständig damit beschäftigt bin die Basics einigermaßen in Schuß zu halten: keine weiteren Schulden anhäufen, ohne Panik bei jemanden Kaffe trinken, meine 3 Std. Arbeit die Woche, ansonsten Sozialhife und Erwerbsunfähigkeitsrente, Schlafmedikament, keine Beziehung, keine Karriere, kaum Selbstwertgefühl, zur Tafel gehen, Prostitutionsvergangenheit, keine Familie usw. es kommt mir so vor als hätte meine Cousine ihre eigene Bäckerei aufgemacht, während ich immer noch lerne aus was Mehl gemacht wird.
  • Ostern: streßt mich normalerweise, weil viele freie Tage hintereinander und ich glaube, dass ALLE anderen in tollen Orten Ferien machen, ein rauschendes Fest mit ihrer riesigen Familie feiern oder zumindest ganz außergewöhnliche Ausflüge machen, nur ich hocke einsam zuhause rum. Was ja nicht stimmt, ich mache auch tolle Ausflüge oder habe schöne Zusammenkünfte mit meinem Freunden und manchmal urlaube ich sogar an schönen Orten, aber mein Hirn meint halt mir das einreden zu müssen. Jetzt wo also Lockdown gilt, entspanne ich mich sofort. Der Erwartungsdruck Ostern besonders feiern zu müssen (wo ich noch nichtmal sonderlich religiös im katholischen Sinne bin, obwohl ich 4 Jahre Reli bei einer waschechten Nonne hatte, samt allerlei Beichten beim Pfarrer und Zwangsgottesdiensten) fällt nun weg. Aufatmen. Entspannen und Ostern neu planen: Sport und Bewegung werden an erster Stelle stehen. Meine Kondition weiter ausbauen tut mir nämlich so richtig gut!
  • Frage: warum macht Milka eigentlich keine lila Schokolade? Dürfte ja nicht allzu schwer sein: weiße Schokolade mit Lebensmittelfarbe pimpen? Wär doch DER Verkaufsgag, vielleicht sollte ich die Idee denen mal verkaufen…?
  • stark: ich fand das sehr stark, dass sich Frau Merkel hingestellt hat (und zwar persönlich und nicht durch einen Pressesprecher und auch nicht schriftlich) und gesagt hat: sorry war mein Fehler! Meinen Respekt hat sie! Die meisten hätten das knallhart durchgezogen, weil man ja sonst sein Gesicht verliert oder anderes Egogetue.
  • erkannt: ich bin einer Einstellung/einem Glaubenssatz auf die Spur gekommen: Ich bin meinen direkten Nachbarn unterlegen. Beide direkten Nachbarn, also links und rechts wohnen seit Fertigstellung des Hauses dort UND sind Eigentümer ihrer Wohnungen, während ich 3 Jahre später einzog, als Mieterin und auch noch als kranke, erwerbsunfähige, Rentnerin und Sozialhilfeempfängerin. Bin ich deswegen weniger wert? Oder weniger richtig? Der rechte Nachbar, ein alleinstehender Mann hat auch arge Probleme (wir hatten mal näheren Kontakt) hat sich nie um seine Tochter gekümmert, ist total paranoid und oft ist tagelang sein Rolladen unten und manchmal sieht er wie der Tod persönlich aus, aber er geht halt Vollzeit arbeiten und fährt BMW…und die links, naja denen hab ich ja die Polizei geschickt, soviel dazu. Auf jeden Fall glaube ich hilft mir die Erkenntnis nun, dass ich mich gleichwertiger in dem Haus fühle und diese Wohnung genießen und bewohnen darf und mich frei bewegen darf. Die anderen sind nicht über mir oder besser oder so…
  • Schreck: ich schreibe meinem Vermieter dass die Handwerker in der Wohnung nun richtig loslegen und es dort wie nach einem Bombenanschlag aussieht, ob er was wegen neuen Fliesen weiß? Kommt glatt zurück: „ja ich weiß, hab ich gesehen, war Montag drin“…und noch 2 Fotos von den neuen Fliesen, die auf meinem Balkon gemacht wurden. WHAT? Der war da einfach drin, ohne das ich es weiß, mir wurde so richtig schlecht, meine Arme schliefen ein, denken war nicht mehr, nur noch Schockstarre…was für ein Vertrauensbruch! Ich kann das Gefühl nur mit einem grauen Grauen beschreiben…ganz ganz ätzend. Nach 20 Minuten schrieb ich kühl zurück: „Achso? Du warst da? Hättest ja was sagen können“, daraufhin rief er mich sofor an, was er nie macht, wir schreiben immer nur, oder ich ruf ihn an, wenn mir das Geschreibsel zu lang/kompliziert ect. ist. Wir konnten das auch gut klären, er sagte mir warum es dazu kam undso. Und ich erfuhr noch weitere Infos und ich konnte wieder etwas entspannen. Trotzdem, das hat das ganze echt nochmal verschärft…ächz.
    Ich habe ihm nochmal geschrieben dass das ganze grad viel mit Vertrauen zu tun hat und ich einfach bescheid wissen möchte, wann er in der Wohnung ist. Hat er verstanden. Macht er. Kurz und knapp geklärt…jeah früher hätte das Tage in mir geschmort, ich wär „komisch“ zu ihm geworden, er wüßte nicht was nun los ist. So haben wir beide Klarheit und das Ding ist aus der Welt. Super Gefühl!

Das Ganze hat auch mit meinem großen Thema MEINS zu tun. In meiner Kindheit war es verboten eine eigene Identität zu entwickeln, ich hatt meinen Eltern zur Verfügung zu stehen für ihre emotionalen (selten körperlichen) Bedürfnisse. Sie brauchten mich. Und es war und ist Schwerstarbeit für mich „meines“ zu entwickeln. Was ist mein Bedürfniss, wie will ich leben, wohnen, wen lieben usw. Noch schlimmer wurde es als ich 11 Jahre alt wurde und wir nach der Scheidung umzogen. Mein Zimmer war ein Durchgangszimmer. Hieß: mein gehasser Stiefvater latschte zu allen möglichen und unmöglichen (nachts neuen Wein holen) Zeiten da durch in sein Büro. Er klopfte zwar immer (außer nachts) aber es riss mich immer aus meiner Sicherheit raus, aus meiner Konzentration, aus meiner Innenwelt, die ich als introvertierte zum aufladen dringend brauche. Am Wochenende war ich dann immer in unserer alten Wohnung bei meinem Vater und natürlich feierten meine Mutter samt neuem Mann dann ordentlich Party, wie das halt Alkoholiker machen. Als ich dann mal feststellte, dass während meiner Abwesenheit ein fremder Mann in meinem Bett schlief und ich mich da tierisch aufregte kam nur ein lapidares: dann bezieh ich dir halt das Bett frisch… was eigentlich selbstverständlich gewesen wäre. Ich weiß nicht welche Typen das waren und was die da sonst noch in meinem Zimmer taten.
Später in der WG hasste ich es dass sich jemand auf mein Bett setzte, zum Glück hatte ich 2 Zimmer, so dass ich eines als Schlafzimmer, das andere als Wohnzimmer nutzte.
Auch jetzt noch mag ich es am liebsten wenn Freunde in meiner Wohnung stocksteif am Tisch sitzen bleiben. Ich hatte mal einen Kumpel der fühlte sich wie zuhause bei mir und so benahm er sich auch. Nahm alles in die Hand, machte einen Saustall, benutzte einfach meine Sachen usw. Auch eine andere bekannte fläzte sich völlig selbstverständlich auf mein Sofa samt Decke, während ich wie belämmert am Tisch saß (das Sofa war zu klein für 2 Personen, außer man wollte knutschen) als ob ich eine Fremde wäre.
Früher hatte ich schon Hochstreß wenn der Heizungsableser oder ein Handwerker vorbei kam, WÄHREND ich mit dabei war. Jetzt sind die ja dauernd in der Wohnung und ich bin 10km weg. Schrecklich!
Bei mir wurden zuoft Grenzen überschritten, sei es von Ärzten, sogenannten Freunden (egal ob platonisch oder erotische), Schwestern, Eltern, Mitschüler. Ich kann es nicht mehr ertragen.
Es ist für mich daher der absolute Horror, dass derzeit wildfremde Menschen (ständig wechselnde, weil immer andere Handwerkerfirma, mal Sanität, dann Innenausbau, dann die Wasserschadenfirma…) in meinem Reich alles auf den Kopf stellen, während ich nicht mal dabei bin. Früher war schon der Heizungsableser Hochstreß, aber das dauerte 3 Minuten UND ich war in der Wohnung. Beim letzten Besuch musste ich feststellen, dass sie einige meiner Sachen hoch ins Schlafzimmer getragen haben: wie… die haben das angefasst???? Die waren da oben???
Und dann marschiert auch noch der Vermieter ohne mein Wissen da rein. Ich weiß echt nicht wie lange ich das noch aushalte…wochenlange Grenzüberschreitungen….

  • gelesen: In einem Buch lautete ein Kapitel: Was ist, wenn die anderen mich für verrückt halten? Das lässt mich als Teilzeit-Sozialphobikerin natürlich aufhorchen, wo regelmäßig meine Entscheidungen danach getroffen werden, ob das die anderen jetzt komisch/blöd oder sonstwie halten würden (natürlich immer negativ, dass andere mich auch toll ect. finden, kommt natürlich überhaupt nicht in Betracht!).
    Jedenfalls las ich da: Seien Sie ganz beruhigt: Wenn man für verrückt gehalten wird, kann man endlich machen was man will. Wie haben sowieso keine Kontrolle darüber, was die anderen über uns denken. Ob sie uns als sympathisch, doof oder arrogant empfinden, ist ihre Sache und kann nicht manipuliert werden. Dann kann man doch gleich bleiben, wie man ist, oder?
    JA! JA! JA!
  • zurück: so die erste Tüte mit Zeug kam schon wieder zurück. Vom Hotel in meine Wohnung. Das mag unsinnig sein oder was auch immer, egal, ich brauch das für mein Gefühl. Außerdem is hier echt wenig Platz. Die Handwerker haben Montag um halb 8 begonnen die Wände nun wieder neu aufzubauen. Das hat mich schon erleichtert, weil „nächste Woche“ hätte auch Mittwoch oder Freitag heißen können. Langsam stellt sich Erleichterung ein, ich spüre wieder öfters gute Laune und einfach ein „Ende ist in Sicht“.
    Heute Sonntag war ich nochmal in der Wohnung, weil ich mich in Ruhe ohne Handwerker da umschauen wollte und siehe da: Es wurde schon neu gefliest, sieht super aus. Vorher ein blaugrau mit Sprenkel (was das ganze eher düster machte, aber man sah auch nicht den Staub/Haare gleich, wurde es jetzt an den Wänden ein mattes creme und am boden ein helles grau, macht das gleich viel heller und optisch größer. Im Wohnzimmer wurden die Wände neu geweißelt, weil das Wasser ja sehr unschöne Flecken hinterließ und sogar meine dunkelrote Wand strichen sie neu, megasuper, denn da gab es vorher schon einige Kratzer und Flecken aber ich hatte keinen Farbrest mehr
  • gegönnt: vor lauter nasskaltem Wetter, Wohnungsfrust, Lockdownmüdigkeit und Co habe ich mir einmal Fußpflege gegönnt. War so lala. Hat aber irgendwie rotzdem gut getan

Nachgeschichte

Es gibt aber auch den „positiven Rassismus“ da gibt es bestimmt einen besseren Begriff dafür, ich meine aber das Verhalten von Menschen die schwarzen Menschen (ich bleibe mal bei dem Beispiel) gegenüber sich als besonders tolerant, überfreundlich und interessiert geben oder ihnen irgendeine Art Hilfe überstülpen ob das gewollt ist oder nicht ist ihnen egal. Auch das empfindet mancher schwarzer Mensch als ungemütlich und grenzüberschreitend, denn er will einfach ganz normal behandelt werden, egalwoher er kommt und wie er aussieht.

Es gibt nämlich zu dieser Geschichte in der Bahn noch eine
Nachgeschichte: Als der schwarze Arbeiter von dannen zog hörte ich sofort aus der Sitzgruppe nebenan ein auffälliges „Abstand hots gsogt!“ Da dachte ich mir noch nix dabei, vielleicht ist ihre Sitznachbarin schwerhörig und wollte wissen was da gerade war. Das war sehr naiv gedacht, denn ich hatte ein besonderes Exemplar der Münchner Gschaftlhuberin erwischt: eine Frau um die 50, nicht besonders gut gekleidet (normalerweise sind die aus der höheren Schicht), kommentiert in einem bayrischen Dialekt, überlaut (damit der andere es ja auch hört) das Geschehen und behelligt alle umstehenden mit ihrer Meinung, ob die das hören wollen oder nicht.

Ich hörte also alles von: dann müsste sie aber auch den dopelten Ticketpreis bezahlen, über: dann muss sie halt Auto fahren oder nicht mit der Bahn fahren wenn sie so Angst vor Corona hat, grad die jungen Leute verbreiten doch das Virus, nicht wir alten, bis hin zu: mei die armen jungen Leute schuften den ganzen Tag sind müde und dürfen sich dann nicht mal hinsetzen…da kam der Punkt bei mir wo ich genervt meine Zeitung sinken ließ und die einfach nur sekundenlang anstarrte, sie verstummte sofort und starrte wiederum ihre Freundinnen an. Als ich wegschaute meinte sie noch ein, zwei Sachen, die ich aber schlicht vergaß.
Klar innerlich tobte ich, aber ich war froh dass ich keine Panikattacke bekam, weil mich solche Konfrontationen als Sozialphobikerin total stressen.

Diese Frau war so hohl, dass sie ihre eigenen Denkfehler nicht bemerkte: Ich als junger (danke!) Mensch, halte die Abstandsregeln ein (klar gings mir nicht vorangig um Corona), wer weiß ob ich nicht auch kaputt von der Arbeit komme (gut mein Rucksack war wahrscheinlich nicht müde…) und das wichtigste: es ist stadtbekannt, dass genau dieses Logistikzentrum immer wieder massiv hohe Coronafälle aufweist (eben weil eng, schlecht belüftet und stundenlang da stehen), aber das bescheuertste: Sie fuhr mit 3 Freundinnen (die bestimmt nicht mit ihr im selben Haushalt leben) einfach mal zum shoppen (angesichts der neuen Tüten und des Zustiegbahnhofes das eine Shoppingmeile aufweist) und quatschten munter ohne Abstand in der engen S-Bahn.
Aber hauptsache sich aufregen, sich als besser als „die da“ hinstellen. Merke: Die Freundinnen schwiegen allesamt. Hoffentlich beschämt.

Mir lag schon auf der Zunge sie einfach ganz ruhig zu fragen: was denn nun eigentlich ihr Problem sei?
Es gäbe aber noch weitere Handlungsmöglichkeiten (und diese sich auch danach zu überlegen, trainiert das Gehin das nächste mal IN der Situation anders reagieren zu können als zu erstarren oder zu flüchten, also nicht mit Gram „ach hätte ich doch…“ sondern einfach ganz locker fragen: „was gäbe es noch?“ kann ich sehr! empfehlen.

Ich hätte noch: sie weiter anstarren können (gerne dabei auch lächeln und ruhig entspannt tief atmen, das bringt dein Gegenüber komplett von der Spur weil er dich ja eigentlich ärgern will).
Beim aufstehen (ich musste aussteigen) mich ganz nah an sie stellen und ganz fies: dabei meinen Rucksack so schwungvoll aufsetzen, dass sie ausweichen hätte müssen, sich dann estaunt umdrehen und sagen: oh mensch, das tut mir aber leid, ich überseh ältere Frauen immer sooft! und lachend gehen.
Oder: „ja sie san ja neban Kopf no bleed (neben dem Kpf noch blöd sein, ein Liebelingsaudruck einer Freundin.)
Oder: ganz verständnisvoll: „oh..sie sind wirklich sehr sehr arm dran….!“ und gehen.
Oder mein Topfavorit: dem jungen schwarzen Mann zurufen: „äh hallo, Sie, schauen Sie, die junge Dame da (auf das Lästermaul zeigend) möchte Ihnen gerne ihren Platz anbieten!“
So aber wünsche ich dieser Dame einfach, dass ihre „Freundinnen“ gemerkt haben, mit was für einem Charakterschwein sie da unterwegs waren und nichts mehr mit ihr zu tun haben wollen. Denn das trifft solche Leute am meisten.

PS: ich habe nichts dagegen wenn jemand mein Verhalten diskutiert, ob das jetzt richtig oder falsch war oder wie man das selber sieht. Dieser Frau ätzte einfach nur rum, um selber besser dazustehen (ich wette in anderer Situation lästert sie dann über „diese Ausländer“ wenn es ihr grad in den Kram passt).

Wenn man sich fragt,

ob man nicht doch ein Rassist ist.


Vorgeschichte: Ich war gestern kurz in der Wohnung (Handwerker sind fleißig dabei die Wände wieder einzubauen, JUHU!) und danach mit einer Bekannten spazieren.
Auf der Heimfahrt kommt eine Haltestelle wo drumherum nur eine große Landwirtschaft, ein Flüchtlingslager und ein sehr großes Logistikzentrum ist. Sie S-Bahn fuhr also in diese Haltestelle ein und der gesamte Bahnsteig war: schwarz. Dicht drängelnde schwarze Menschen. Normalerweise ist man da nur einen Zustieg von 5-10 Leuten gewöhnt (aber um diese Zeit hatte wohl die gesamte Frühschicht aus der angrenzenden Lagerhalle Feierabend) und als erstes schoß mir der Gedanke „da könnte man es ja glatt mit der Angst bekommen“ durch den Kopf.“ Ich blätterte weiter durch meine Zeitung als sich die Bahntüren öffneten und alle herein hasteten um noch einen Sitzplatz zu ergattern.

Hauptgeschichte: ich hatte meinen Rucksack auf meinem Nachbarsitz stehen und schon kam ein Mann herbei und bat um diesen Platz. Reflexartig schüttelte ich den Kopf, machte die Handgeste für STOP und meinte: Abstand! Der Mann deutete auf seine Kollegen die ja allesamt eng zusammen saßen. Ich zuckte die Schultern, meinte tja, sah wieder in meine Zeitung, ignortierte den Mann der dann auch weiter ging. Sein Kumpel nahm mir gegenüber Platz. Ich hatte nicht darüber nachgedacht, dass ich das tun werde, noch hatte ich irgendeinen abwertenden Gedanken oder so. Ich reagierte einfach aus Angst und aus Schreck. Das soll jetzt keine Entschuldigung sein, dass das natürlich unglaublich arrogant rüberkommt und wahrscheinlich auch ist. Mich hat das auf der weiteren Heimfahrt weiter sehr beschäftigt, zumal mich sein Kumpel der mir gegenüber saß immer ängstlich ansah.
Alltagsrassismus? Ich? Nie doch! Aha. Auf den letzten Metern per Fuß, kam mir die Frage: Hättest du so auch reagiert, wenn es ein weißer Mann im Anzug und mit Krawatte gewesen wäre? Nein, wahrscheinlich nicht.
Hättest du das auch gemacht, wenn es eine weiße Frau gewesen wäre? Vielleicht.
Und…hättest du den Platz für eine schwarze Frau freigegeben, die ja auch mit dabei waren in der Menschenmasse? hmmmm…ich glaube..auch nicht.
Das traf mich schon. Das ist nicht schön.

Ich habe diese „Feierabendbahn“ der Lagerhalle schon zwei oder dreimal erlebt, wenn ich nach München fuhr und bisher war das nur ein hui das sind aber viele Menschen hier (eben weil das sonst ein verlassener Bahnhof ist), aber nicht mehr und ich habe keinem den Sitzplatz verweigert oder so.
Und ja ich habe mir auch gedacht, wieviele wohl darunter sind die voller glühender Hoffnung auf ein besseres Leben nach Deutschland geflüchtet sind, um jetzt in einer riesigen, lauten, muffigen Lagerhalle ohne Tageslicht schuften müssen, für den Mindestlohn mit dem man in München sich keine eigene Wohnung leisten kann und man somit auch noch eng bedrängt in einem Arbeiterheim oder zusammengewürfelter WG leben muss.
Mir haben diese Leute ja nie etwas getan. Im Gegenteil da herrscht immer eine relativ locker-fröhliche Stimmung unter ihnen und es wird munter in allen möglichen Sprachen vor sich hingequatscht.

Ich vermute es hat auch damit zu tun, dass es mir selber derzeit nicht gut geht (was natürlich nicht als Entschuldigung gelten darf!) und mich die Wohnsituation in diesem sozialen Brennpunkt stresst. Es ist befremdlich wenn man auf der Straße fast nie ein deutsches Wort hört. Man kommt sich selber fremd vor, obwohl mir ja weder das Land, noch die Stadt, noch das Haus gehört.
Auch diese Leute haben mir nichts getan, außer dass ich es nicht schön finde dass sie ihre Umgebung vermüllen und verwahrlosen oder dass man mal angeraunzt oder nicht gegrüßt wird.
Ja ich beäuge auch andersaussehende Menschen (das kann auch ein weißer deutscher Mann sein, den man aber ansieht das er auf der Straße lebt, das hat nicht zwingend was mit Hautfarbe, Alter oder Geschlecht zu tun), nur ist die Frage, ist das noch gesundes Mißtrauen oder schon Alltagsrassismus?

Ich bleibe wachsam…