Wenn man sich entscheidet…

Nächstes Jahr im Mai werde ich 40 Jahre alt. Und ich merke, das ist schon ein besonderes Alter, auch für mich. 30 war kein Ding. 40 schon. Es geht nicht nur um die Angst älter zu werden. Sondern um Abschied und loslassen. Dass das auch mit einem vollen Minijob bei mir nichts wird und ich auch keine feste Partnerschaft mehr anstrebe. Letzteres erleichtert mich, das Thema endlich zu lassen. Auch wenn ich mit Sicherheit noch einige „Runden“ da drehe, aber ich steige immer schneller aus dem Karrussel aus. Ich bin einfach zu sehr verhaftet in Coabhängigkeit und mir schädliche Männer anzulachen. Dazu hatte ich noch nie wirklich ein Bedürfnis nach viel Nähe und Sex. Ich habe früher schonmal ein wenig über Asexualität gelesen, aber es gibt auch die Aromantik. Als ich die über 40 Punkte „wie Du Aromantik erkennst“ las (hier: https://wearethemisfits.jimdo.com/2015/12/01/du-bist-aromantisch-wenn/) hab ich viel gelacht und genickt. (ich find den ganzen Blog sehr erfrischend. Ich hab mich da größtenteils wiedergefunden. Gut, jetzt mit dem Typ vom See, kam da schon ein wenig schmachten und Sehnsüchte auf, aber das ist bei mir immer nur von kurzer Dauer. Das was wir unter romantischer Liebe verstehen, ist in den meisten Fällen kindliche Bedürftigkeit. Nicht schlimm, aber man sollte den Unterschied kennen.

Ich weiß noch als ich damals mit einer Schulfreundin ins Kino ging, es lief: Ttanic. Am Ende knuffte sie mich in die Seite: „Du bist blöd, du hast nicht mal geweint.“ Stimmt, ich fands lächerlich.

Als ich mit einer Freundin drüber sprach, meinte sie: „uh 40 war schlimm bei mir, löste eine 2-jährige Krise aus, weil mir bewußt wurde: das mit den Kindern wird nix mehr.“ Das ist über 20 jahre her, heute sieht man das anders, aber eigene Kinder war für mich auch nie ein Thema. Es war mir immer klar: Niemals.

Als ich mit 17 vor meinem psychopathischen Freund aus der gemeinsamen Wohnung flüchtete, war mir auch da schnell klar: Nie wieder mit einem Mann zusammen ziehen. Es ist in dem Bereich eigentlich viel Klarheit, trotzdem is da manchesmal so ein „man müsste doch“, das wird aber immer weniger. Ich bin heilfroh nicht mehr abhängig von einem Mann zu sein, egal in welcher Hinsicht.

Natürlich spielen in meiner Geschichte, vielfältige Traumatas durch Bezugspersonen die sehr früh anfingen und sich über Jahre hinzogen, eine große Rolle. Aber da ich ja auch eher ein introvertierter Charakter bin, spielt das die andere Rolle für mein glückliches Single-dasein.

Keine Frage, ich mag Männer. Wenn die seelische Wellenlänge stimmt. Man sich kumpelhaft begegnet und eine gute gemeinsame Zeit verbringt. Das kann ich mit Männern besser, als mit Frauen.

Letztens sah ich eine Doku: Wenn Menschen Puppen lieben. Also ich hab ja in der Se*arbeit viel kurioses und wunderliches erlebt und kennengelernt, aber selbst ich dachte mir da: oha, ganz schön crazy. Nicht so sehr, dass sie Puppen lieben, sondern wie sehr sie in deren Alltag integriert sind. Die eine hatte ein ganzes Zimmer voller Babys und zog diese regelmäßig frisch um, filmte das ganze und ging sogar mit den Babys draußen spazieren und auf eine Messe. Der andere Darsteller liebt Silikonpuppen in Echtgröße und klar geht er mit denen auch ins Bett. Er sprach von sich, das wenn man zuviel Mist erlebt hat, irgendwann einfach das Vertrauen in die Menschen weg ist. Er hat sich jetzt damit arrangiert sich mit seinen 7 Puppen eine Wohnung zu teilen. Er badet und schminkt sie, gibt ihnen natülich Namen, küsst sie, kleidet sie ein. Das er früher Frauen nur im Rotlichtmilieu traf und er beanstandet das seine Silikonfrauen ja nix im Haushalt tun, nunja. Aber mir imponierte wie er sich so öffentlich zeigte, mit sich im reinen war und sagte: Ja das ist so.

Eine sehr klare Haltung! Respekt!

Für mich tut sich eine neue Freiheit auf. Statt mich ständig zu verbiegen und anzupassen, um endlich einen Mann zu haben (nur damit das Umfeld zufrieden ist, weil Beziehung = man ist normal) kann ich tun, was mir gefällt. Kein zweifeln und rumtherapieren mehr was an mir nicht stimmt. Ob Klamotten, Schminke oder die Deko im Schlafzimmer ist ganz allein meine Sache. Kein lächeln mehr, wo ich eigentlich was doof finde, kein bauchpinseln mehr von widerlichen Typen, kein flirten wenn ich nicht in Flirtlaune bin.

Und ganz ehrlich: Inzwischen hasse ich Komplimente über mein Äußeres! Ich kann es nicht mehr hören (außer es kommt von einer heterosexuellen Frau).

Klingt arrogant, ist aber so.

180-Grad-Wende

Welch ein Unterschied! Nicht umsonst heißt es ja: achte auf deine Gedanken! Aus der „Kindheits-Trance“ auszusteigen und wieder in den erwachsenen Teil kommen, bewirkte, das ich heute, relativ entspannt das Haus verlassen, mit der S-Bahn zum Doc fahren und danach ins SCHWIMMBAD gehen konnte. Was bin ich glücklich! Die Anspannung lag bei den üblichen, bei mir normalen 20-30% und nicht wie die letzten Tage bei gut 90%! Jeah!

Stumme Schreie

Gerade sah ich mir den Film Stumme Schreie an. Ein Spielfilm über eine junge Rechtsmedizinerin (in der Assistenzzeit) die mit den Folgen von körperlicher Kindesmißhandlung konfrontiert wird. Leider nicht nur einmal. Der Verstand sagte mir: tu das nicht, das triggert nur und schon gar nicht abends vor dem schlafengehen, ein anderer Teil wollte den aber unbedingt jetzt sehen.

Und es hat was positives in mir bewirkt. Zum einen fand ich die Ärzte und die Landeskriminalpolizistin sehr sympathische Charaktere. Auch wie der Oberarzt immer alles erklärte, sachlich aber auch menschlich. Und dann die junge Ärztin wie liebevoll sie mit den Kindern umging, wo sie selber noch ganz zart und kindlich wirkte.

Klar gab es auch krasse Stellen, aber darauf will ich jetzt nicht eingehen.

Und irgendwie wurde mir so währenddessen klar, dass derzeit viele alte Wunden wieder nicht direkt aufbrechen, aber daoch viel Zeit und Raum einnehmen. Ich ging heute morgen um 7h im Nebel eine ganze Stunden spazieren und wühlte in den alten Wunden. Was mir alles angetan wurde usw. Und ich wundere mich, das mein Selbstwert wieder gen null geht und ich bei jedem Menschen der mir begegnet extrem angespannt bin. Auch das kann Selbstverletzung sein, sich ständig mit dem alten Scheiß auseinanderzusetzen, das nix bringt. Ich habe das oft genug getan, jetzt ist Schluß! Weder kann ich es rückgängig machen, noch darauf hoffen, das meine Eltern Wiedergutmachung leisten. Ich wüßte auch gar nicht wie die aussehen sollte. Es ist vorbei. Ich bin erwachsen. In alten Wunden wühlen bringt gar nix, im Gegenteil es schadet mir. Denn dadurch fehlt mir die Kraft, das Vertrauen in mich und das Gefühl das ich wertvoll bin und Gutes und Schönes verdiene. Ohne all dem lebe ich mein Leben nicht voll. Und das finde ich sehr schade. Denn so gebe ich den Tätern weiterhin Macht über mich. Das muss aufhören.

Ich glaube ich werde demnächst mal öfter die Tresorübung (Imaginationsübung Luise Reddemann) machen und da ganz viel Scheiß reinpacken. Ich möchte nämlich aktiv leben, voller Buntheit und Schönheit!

Das Problem ist, in diese Schleife „Familiengeschichte-alte Wunden“ komme ich immer wieder wenn ich mich mit Tante/Cousine treffe. Und ich kann nicht sagen: ich will davon nichts hören, denn irgendwie ist da immer noch Interesse oder Hoffnung, dass irgendwann mal was Gutes kommt, von meinen Eltern. Ich will trotzdem einen kleinen Anteil daran haben, wie es ihnen geht.

Ich bewundere Menschen die das abschalten können und sagen: ich will davon nichts mehr hören. Ich wünschte ich könnte das auch.

Wochenrückblick

– genossen: gegen halb 9 Uhr abends ins Bett gegangen, als ich die Rolläden schließe, sehe ich draußen, dass es naß und kalt und dunkel ist. Wie oft war ich da früher noch unterwegs, weil ich dachte ich müsse das. Da draußen sein, mich mit jemand treffen (der mich schlimmstenfalls auch noch nervt, langweilt, anekelt usw) oder irgendwo mitmachen, irgendwelche Gruppen, Veranstaltungen. Wie oft sehnte ich mich da nach hause! Aber das durfte ich nicht, weil das wäre ja falsch. JETZT erlaube ich mir soviel. Auch das viele zuhause sein. Nicht mehr bei irgendwelchen Jobs die mich nerven, bei irgendwelchen Menschen die ich gar nicht mag. Ich erlaube mir zu tun was ich will. Ich habe solange neben mir gelebt oder/und im Krieg mit mir selbst, das es auch höchste Zeit wird

– gekauft: 5 pinke Rosen. Nur für mich!

– gewundert: seit ein paar Tagen ziehe ich meine rosa Ballonmütze auf, wenn ich außer Haus gehe und habe jetzt schon ein paar intensive Blicke von Frauen bekommen. Ich konnte die nicht recht lesen…Bewunderung? Nein eher neutrale Blicke, aber dafür lange, nicht unangenehm. Aber geht mir ja auch so, wenn ich eine Frau mit auffallender/außergewöhnlicher Kleidung/Make-up oder so sehe, schau ich auch gerne hin 😉

– ängstlich: warum ich derzeit auch viel (fast nur) zuhause bin ist die Angst. Sie ist wieder massiv. Jedes rausgehen gefühlt ein Spießrutenlauf. Die Anspannung immens, egal ob beim Einkauf oder nur ein Spaziergang wo ich gesehen werden könnte, aber selbst im leeren Wald/Feld bin ich nicht entspannt, es KÖNNTE mir ja glaich jemand begegnen.

Da ist klar warum das daheim werkeln derzeit soviel Spaß macht.

Eigentlich wollte ich mich mit A. treffen, ausm Chat, is ja ein lieber Kerl. Trotzdem war da ein „will nicht“, ein generelles, weil ich da eben raus müßte, mit S-Bahn fahren usw. aber ich hatte mich auch drauf gefreut, mal wieder rauskommen, plaudern, was leckeres essen. Also habe ich trotz Widerstand zugesagt. Um dann später doch wieder abzusagen. Und jetzt hock ich da mit Traurigkeit und Betrübtheit. Scheiß Angst!

-Erkenntnis. Obwohl ich schon viel über Coabhängigkeit gelesen habe, kam ich an dem Buch: Alles für ein bisschen Liebe? Liebessucht erkennen und aufhören mit schmachten und warten, nicht vorbei und las es in fast einem Schwung durch. Weil es so locker und ansprechend geschrieben ist! Mir wurden auch nochmal zwei Dinge sehr klar dabei: Ich suchte mir immer unnahbare, nähephobische Männer aus, weil ich das a)schon kenne von meinen Eltern und b) weil ich selber keine wirkliche echte Nähe ertrage! Dafür wiederum gibt es zwei Gründe (die sich auch beim Partner wunderbar abwechseln können, so dass das Spiel Nähe/Distanz perfekt beherrscht wird), einmal aus Angst vor Vereinnahmung und Autonomieverlust und das andere: Die Angst vorm verlassen werden. Und so geht der Tanz weiter bis das der Tod uns scheidet. Ne hoffentlich nicht. Denn das Leben bietet soviel mehr, als einen unerreichbaren Prinzen!

Oft fühlte ich ja auch: Wenn ich (oder er mich) ihn verlasse, bin ich alleine und einsam und vermisse ihn, dann hab ich wieder so ein riesen Loch in mir, voller Bedürftigkeit und Sehnsucht und Schmerzen. Fakt ist aber, meisten fühlte ich mich IN einer Beziehung so. Eben aus oben genannten Gründen. Da war kein Mann der mich sah, der mir gutes wollte, der wirklich DA war und Anteil nahm. War ich alleine und lebte mein Leben in vollen Zügen, liebte ich! Mich, das Leben, die Natur, Freunde! Klar war da auch mal Einsamkeit und viel Leere, aber da hatte ich es größtenteils selbst in der Hand mir Gutes zu tun!

– Erkenntnis Teil 2: Mein Vater hat nie wirklich etwas für mich getan, wo er sich selbst mal hinten anstellen musste, oder sich wirklich bemühen musste oder sich mal wirklich angestrengt. Wenn er etwas für mich tat, dann weil es ihm Spaß machte. Wie Dinge basteln und reparieren. Lag ich im Krankenhaus, hieß es: „ach er geht nicht so gern in Krankenhäuser!“, musste ich ein Auto versichern, machte er das auch nicht (ich hätte es schon selbst bezahlt!) und musste bei meinem Stiefvater betteln, verlor ich meine Wohnung, konnte ich auch nicht vorübergehend in sein Haus (!) ziehen. Sich wirklich Gedanken um Geschenke hat er sich eh nie gemacht, es gab das was es im Supermarkt gab: Billigschokolade, Teelichter, auch mal Dosensuppen. Selbst zum 18. gab es nichts besonderes oder auch mal wertvolles. Nie tat er irgendwas wo man sich dachte: Wow Respekt! Vor dieser Leistung hab ich echt Achtung. Oder: ah jetzt fühle ich mich von meinem Vater mal wirklich gesehen! Er tat immer nur das was ihm gefiel und passte. Alle anderen hatten um ihn herum zu tänzeln. Und ich ackerte um seine Aufmerksamkeit, um seine Liebe. Betüdelte ihn, machte ihm besondere Geschenke, schrieb Briefe, besuchte ihn (er mich nur ganz wenige Male)…umsonst. Und ich wundere mich, das ich mir ständig genau solche Männer aussuche…

– gefreut: endlich mal wieder eine kleine Nummer bei der „Tafel“ gezogen und deswegen reich bepackt gegangen.

– geplaudert: hatte nach Ewigkeiten mal wieder Lust auf plaudern im Chat. Der erste Mann war recht sympathisch, aber ich merkte schnell, das er eher auf ein Treffen hinaus will. Ich teilte ihm mit, das ich derzeit nicht danach strebe. Er drängte weiter mit „schönen Thermentag“ oder „vor seinem Kamin einen guten Rotwein genießen“. Daraufhin schwieg ich. Wenn einer meine Ansage so ignoriert, hab ich da keine Lust drauf. Da er immer wieder fragte was los sei, schrieb ich ihm eben, das er ja weiter von Treffen redet. Er dann: Will nur texten mit dir, oder soll ich übers Wetter reden oder davon wie gut bestückt ich bin?

Ich hab schallend gelacht und ihm einen schönen Abend gewünscht. Dann drehte er auf: wie unfreundlich ich sei, das sehe man ja schon an meinem Bild (das er 5 Minuten davor noch nice fand) usw….ich klickte ihn weg.

Der andere war eher ungewöhnlich, schrieb nicht das übliche „wie gehts“ usw. sondern ging auf meine Blogbeiträge (auf der Seite nicht diese hier) und mein Profil ein. Wir schakerten ein wenig. Am nächsten Tag hatte ich ne Mail, das er 2 Karten für ein Tanztheater hätte, ich müsse nur nach Frankfurt kommen. Auch hier lachte ich, aber er war höflich und charmant so das ich zurück fragte, ob er mir seinen Fahrer schicken will, meiner sei ihm Urlaub. Seine Antwort: oh seiner sei auf verhindert, ob ich auch ein Privatpilot ginge. Da ich aber Flugangst habe, meinte er: Flixbus fährt auch. Und ich? Hab tatsächlich geschaut wie die Verbindung wäre. Krass. Ich hatte noch nicht mal ein Foto von dem gesehen und wußte so gut wie nichts über ihn (fast leeres Profil), aber holla, da wußte einer wie man die Frauen lockt. Schnippt mit den Fingern und sie springt? Ich meinte dann nur, das ich arbeiten müsse (was ja auch stimmte).

– gearbeitet: 2x die Woche. Und ich bin ko. Obwohl es einmal 2,5 Std. waren und einmal nur 2 Std. war danach völlig alle.

– gekauft: hab nun fast alle Weihnachtsgeschenke zusammen. Nur noch 2 Kleinigkeiten.

– weiter üben: bei mir zu bleiben. Zulange habe ich gegen mich agiert. Und es ist ok auch mal den ganzen Tag nur Kleinigkeiten zu essen, statt 3 mal „richtig“. Oder 2 Filme hintereinander schauen. Oder erst in 3 Tagen was zur Post zu bringen…solch Kleinigkeiten erlaube ich mir weiterhin und es ist erstaunlich wie gut mir das tut! Und erschreckend wie sehr ich unter Drill stand: Das macht man nicht, das musst du so machen, das ist schlecht,d as ist gut….

– verhandelt: neuen Stundenlohn, bin ja nun schon seit einigen Jahren (wenn auch mit wenigen Unterbrechungen) bei meiner Lieblingsarbeitsstelle, mit immer denselben Lohn, der aber gerade hier in der Region massiv gestiegen ist. Also sprach ich das mal an. Sie eierte dann rum, das sie da nur ein festes Budget hätte usw. aber das sie es sich überlege. Und schwieg dann, ich fragte nochmal nach und siehe da, es gibt ab Dezember ein paar Euronen mehr. Na bitte.

Frieden

Hab ich schon erzählt wie wohl ich mich derzeit mit mir fühle? Meinen Rückzug, mein bei-mir-sein? Ja. Ich weiß. Ich tu es trotzdem mal, weil es so schön ist und leider auch viel zu selten. Aber vielleicht ändert sich das ja jetzt.

Es zeigt sich im sehr guten spüren, was ich will und/oder brauche. Das heißt: ich hab mich im Zug zweimal umgesetzt, ich ging nur einen kleinen Spaziergang statt einem großen, ich trank nicht automatisch in der Früh Kaffe sondern meinen geliebten persischen Granatapfeltee, ich machte den PC aus, ging in die Küche wo mir einfiel, das ich doch gern eine bestimmte Musik hüren möchte und machte den PC wieder an, ich nahm ein Buch mit ins Schlafzimmer und döste dann doch nur.

Ich verdränge aufkommende Impulse nicht mehr. Zum Beispiel fragte ich meine Tante gleich warum sie so skeptisch schaute, ich konnte meiner Cousine gleich meine Berührtheit zeigen, ich konnte gleich spüren und sagen was und wieviel ich essen und trinken wollte.

Ich spüre keinen Druck irgendwas machen zu müssen. Ich habe mir gesagt, dass ich mich erst wieder mit jemanden treffen möchte, wenn mir wirklich danach ist und nicht wenn ich meine „jetzt aber zu müssen“.

JA UND? Mag sich da der ein oder andere fragen. Nun normalerweise ist es so, dass ich mich für all die oben genannten Dinge „schimpfe“ und schäme und mich verbiege und dauernd über meine Grenzen latsche. Es sind nicht wirkliche Gedanken, eher so schwere Gefühle: Machst du wieder falsch! Bist nicht richtig! Weißt nicht was du willst! Das macht man anders! Das machst du jetzt blöd! Usw. voller Kritik und Abwertung. Das ist jetzt alles weg! Und ich fühle mich leicht und teilweise richtig fröhlich. Ist auch logisch! Ich erlaube mir auf mich zu hören, mich zu spüren, mich zu leben!

Meine Schwester war da leider gut drin mich so fertig zu machen. Und vorhin ist mir noch eine Szene eingefallen. Ich war schon 11 oder 12 Jahre, sie ist 3 Jahre älter. Wir spielten ein „Vertrauensspiel“: ich sperr dich in den großen Kleiderschrank, dreh den Schlüssel um und mach gleich wieder auf. So der Deal. Sie ging als erste in den Schrank und ich hielt mich an die Regeln. Als ich in den Schrank sollte kam ein ganz großes NEIN in mir auf und ich weigerte mich. Auch da spürte ich mich sehr gut. Ich wußte meine Schwester macht den Schrank nicht gleich wieder auf. Sie war sadistisch. Ich bin unendlich froh, damals auf mich gehört zu haben. Sie natürlich weniger und das bekam ich in der folgenden Zeit übelst zu spüren, das ich mich gegen sie entschied. Denn es ist auch so:

Viele kleine Stiche machen aus einer Seele auch Hackfleisch. Das hat meine Schwester gut hingekriegt. Zum Glück hab ich allerdings dann gelernt, wie man leckere Fleischpflanzerl macht 😉

Wochenrückblick

– einen Tag bei Familie, nur sitzen, davon fast 7 Stunden im Zug und ich habe Muskelkater in den Beinen und Schultern! So verkrampft saß ich da! Meine Unterlippe ist total wund. Wie verschwurbelt ich bei solchen Treffen danach bin zeigt auch wie schlecht ich mich selbst fühle: ich müsste aufs Klo, gehe aber ins Bett, weil ich meine müde zu sein. Oder ich friere und trinke kaffe, oder ich bin total unruhig und esse….

Meine Mutter meinte: „P. (mein Vater) hätte im Internet geschaut, wie die rechtliche Erbfolge wäre und da steht nix von Enkeln!“ Mein Eltern gönnen ihren eigenen Kindern nicht mal die paar Kröten. Wir reden hier von einem Erbe im Wert von wenigen tausend Euro. Nicht wirklich von einem Vermögen ala Immobilien, Aktien oder so. Aber das zeigt wieder was er (Vater) für einen Charakter hat. Er hängt sich immer an die schwächsten Menschen. Nicht umsonst hat er sich meine Mutter ausgesucht, sie war schon immer sehr manipulierbar. Genau wie ich als Kind, deswegen war ich dann sein bevorzugstes Objekt. Dann wechselte (als ich mich mehr abgrenzte und mein Ding machte) er zu seinem jüngsten Enkel, auch ein schüchternes Kerlchen ohne Selbstvertrauen, jetzt wieder meine Mutter da blöd gesoffen, da kann man mit ihr machen was man eben gerade braucht.

Ich sag ja, wer solche Eltern hat, braucht keine Feinde mehr.

Gerade war ich im Nieselregen stramm über 1 Stunde spazieren. Sortieren, Kopf frei bekommen, Bauch lockern, denn mein Bauchnabel klebt vor lauter Anspannung immer noch an der Wirbelsäule…. Langsam fühle ich mich wieder besser, gelassener und kann schon fast heiter sagen: was ne Scheiße! Aber war ja noch nie anders…ich kann es mehr abhaken. Jahrelange Therapie haben sich halt doch gelohnt. Oder es ist einfach nur Resignation. Egal, ich reibe mich da nicht mehr auf und verschwende meine kostbare Energie!

In diesem Sinne: Wenn Sie mich suchen, ich halte mich in der Nähe des Wahnsinns auf, genauer gesagt auf der schmalen Linie zwischen Wahnsinn und Panik, gleich um die Ecke von Todesangst, nicht weit weg von Irrwitz und Idiotie.

– gemalt: Im Flow arbeiten geht auch gut um so belastendes Zeug wieder loszuwerden:

November2019

– Kontakte: nach wirklich sehr langer Zeit des Rückzugs, komm ich langsam wieder an die Oberfläche. Und prompt melden sich auch allerlei Leute, als ob sie es gespürt hätten. Faszinierend und hat mich sehr gefreut!

– bescheiden: Mal wieder eine Bestellung aufgegeben: 4 gebrauchte Bücher die ich schon lange lesen will, für 13,63 Euro. Damit habe ich jetzt viele Stunden Spaß und Beschäftigung, für so wenig Geld. HURRA!

– Handy: Mein Smartphone, fing nach nichtmal 11 Monate an Macken zu bekommen. Es fror ein und die SD-Karte wollte es auch nicht mehr. Da noch Garantie drauf ist, könnte ich es zur Reparatur einschicken in der Zwischenzeit bräucht ich aber ja ein anderes. Also mal kurz geschaut was so aufm Markt ist und eins bestellt.

Die Bestätigungsmail der Firma las sich schon etwas auf Krawall gebürstet: ala: wenn Sie nicht die richtige Adresse angeben kostet Sie das mehr. Huch dachte ich schon…Und prompt kam das Paket nicht an, der Paketbote meinte: Adresse nicht auffindbar. Ach schau an, seit fast 13 Jahren findet jeder Handwerker, Käufer, Freundin, Post/Paketbote meine Adresse, nur ausgerechnet DIE jetzt nicht. Ein Schelm wer böses denkt. Mein schlechtes Bauchgefühl wurde stärker. Es brauchte also 10 Tage bis es dann doch mal an der Abholstation war. Ich wollte das Paket/Handy einfach nur haben. Ging fiebrig, schwindlich, schlapp dahin und fand ein sehr leichtes, ziemlich zerknautschtes Paket, das an einer Seitennaht leicht geöffnet war. ÄH was tun? Die dumme Frau von dem Abholshop in einem Billig-Ramsch-Klamottenladen, zückte kurzerhand, ohne mich zu Fragen ein Teppichmesser und schnitt schon 3cm der Verpackung auf. STOP! das is mein Paket, da fragt man zumindest: soll ich öffnen als Zeuge oder so? Man es gibt Leute…. Ich hätte es einfach nicht annehmen sollen. Aber klar denken war in dem Zustand nicht möglich. Ich habs mitgenommen und TADA kein Handy drin. Ach fuck, das roch doch alles schon nach Ärger. Aber nach vielen freundlichen Mails und einer Erklärung von mir, dass da wirklich nix drin war und ich davor und danach auch Fotos machte, bekam ich mein Geld tatsächlich wieder. Hätt auch bös enden können. Drum merke: Schlechtes Gefühl im Bauch ernstnehmen!

– entdeckt: Neurografik

eine tolle Methode! Malend das Unterbewußtsein transformieren! Jeah sowas liebe ich, denn rational und mit Verstand und drüber reden ist es bei mir halt nicht getan. Und manchmal hab ich das mir alles zerdenken auch gründlich satt! Und in irgendeinem Blog wurde so ein Neurografik-Bild gezeigt und ich war sofort verliebt!

Es gibt eine Anleitung dazu, gewisse Schritte die man macht und trotzdem sieht jedes Bild anders aus. Es gibt auch in den Methoden wieder Unterschiede. Ich hab schon mehreres gemalt: Ganz bewußt ein Thema bearbeitet und weniger auf die Kunst geachtet (so ist es auch gemeint), aber auch nur auf die Kunst geachtet und die Schritte ein wenig abgewandelt. Mir dazu die Erlaubnis zu geben! Uah das allein war es schon wert! Und ganz wunderschön fand ich es die 3 Videos anzusehen. Mega entspannend, wo ich eh derzeit kaum Aufregung vertrage und so eine sanftmütige Stimme dazu, herrlich!

Wer auch schauen und kennenlernen mag:

https://www.youtube.com/watch?v=P9o8IF3FksI&list=PLqV48F67cwA-OI82YUu1gQglGOkEXlvLV&index=2

Das erinnerte mich an den FARBDIALOG, den ich mal bei einer früheren Therapeutin kennenlernte. Das machte mir auch großen Spaß und war zu der Zeit genau richtig, einfach im Flow malen. Man kann das nämlich auch alleine, dann ist es der Farbmonolog. Da ich aber innerlich gern mit mir rede und mir das auch sehr hilft, ist es dann ja doch ein Dialog.

Hier wird es etwas genauer beschrieben:

https://www.paracelsus.de/magazin/ausgabe/201302/farbdialog-als-erweiterte-kommunikationsart

Hier eine Kurzform:

http://www.astroberaterin.ch/astroberatung/wp-content/uploads/2013/11/Der-Farbdialog.pdf

Ich habe im Zug als ich zur Tante und Cousine fuhr und dann wieder heim, eine kleine Neurografik ohne Farben (weil nur Kugelschreiber dabei) zum Thema HEIMAT gemacht. Es war pur gruselig.

– gesonnt: ich möchte wieder dran denken, jetzt in der naßgrauen Nebelzeit wieder 1x die Woche ins Solarium zu gehen.

– festgestellt: mir nochmal so richtig bewußt geworden, dass ich wohl auch viel Zweideutigkeiten (double-binds) ausstrahle. Denn einerseits bin ich ja oft angespannt und ängstlich und unsicher, das zeigt auch meine Körpersprache, aber ich sage meinem Gegenüber das ich mich freue ihn zu sehen oder das es mir Spaß macht/gemacht hat mit demjenigen zusammen zu sein. Das kommt schief beim anderen an. Wir nehmen (ich glaube es waren 80%) zum größtenteils die Körpersprache des anderen wahr und nur ein geringer Anteil dessen WAS wir sagen. Das könnte ein Grund sein, warum Menschen von mir Abstand halten.

Bei mir sind 2 Teile da: der der große Angst hat und der der sich wirklich freut auf das Zusammensein. Sehr schwierig das dem anderen zu vermitteln.

Der Tag danach

Nach einer kurzen Nacht bn ich sehr müde aber leider halt auch sehr unruhig. Ich kenne diese Zustände schon. Da heißt es: Nichts wichtiges machen, in lockerer Bewegung bleiben und zwischendrin trotzdem mal ausruhen. Also werd ich wohl meinen Keller aufräumen, Nägel lackieren, vielleicht malen, Bad putzen, mich pflegen, leckeres Essen holen, mich liebevoll umsorgen…sowas eben.

So nach und nach verarbeite ich den gestrigen Tag.

Da war der Satz meiner Tante: „Wenn das Konto von Opa aufgelöst wird und ich meiner Schwester das Erbe auszahle werde ich als Betreff dazuschreiben: Melde dich nie nie nie wieder!“

Ich habe das zwar gehört, aber nicht registriert was das heißt: Auch meine Tante hat von ihrer Schwester/meiner Mutter sowas von die Schnauze voll! Ich bin nicht mehr der alleinige Buhmann! Ui. Jetzt weiß ich auch, warum ich keine Antwort von ihr bekam auf meine Bitte: sollte was mit meiner Erzeugerin sein ala Krankenhaus, das sie mir bitte Bescheid geben möge. Aber wenn die natürlich auch keinen Kontakt mehr haben, kann sie das ja gar nicht.

Es zeigt auch, das ich nicht spinne. Ich da nicht „was falsch“ verstehe oder meine Mutter nicht mag, wenn ich keinen Kontakt mehr will. Meine Großeltern und mein Vater haben immer verleugnet das sie ein Alkoholproblem hat. Und es war und ist unendlich heilsam zu sehen und zu hören, dass es Familienmitglieder gibt, die das so wie ich sehen. Meine Wahrnehmung stimmt!

Mein Onkel meinte nur, auf die Geschichte mit dem bedruckten Klopapier das sie mir schickte: Das ist einfach nur krank!

Meine Schwester hat auch nur sehr sporadischen Kontakt zur Mutter, auch sie sagt: da ist geistig nicht mehr viel da. Jo, ich sag ja 40 jahre Alkoholikerin…

Bei der Beerdigung musste sie gehalten werden weil a) natürlich stockbesoffen und b) knickte sie im Bein immer wieder ein. Klarer Nervenschaden. Das hab ich schon öfter bei Hardcoretrinkerinnen gesehen.

Sie wird elendig zugrunde gehen.