Wochenrückblick 14. Januar 2023


– Arbeit: Bisher habe ich bei der Marktforschungsfirma nie Aufträge angenommen, in denen ein Videomeeting stattfand. Mir is das nicht geheuer, ich wußte das ich mich da nich wohl fühle. Nun habe ich aber doch mal etwas angenommen, denn es war extrem gut bezahlt und es ging um meine Arbeitsmaterialien wie Reinigungsmittel und Reinigungsgeräte. Was jetzt wirklich keinen interssiert, außer einem Team die genau diesen Markt erforschen, um evl. Dinge zu verbessern (oder einfach um mehr Zeug verkaufen zu können). Mir egal, mir tat es gut, dass an meinem Job Interesse gezeigt wurde.
Ein Interview, eine Stunde lang.
Ich war extrem nervös vorher und während dessen. Weil ich nicht wußte, ob das mit der Technik klappte. Klappte natürlich erstmal nicht, weil ich nur einfache Geräte habe. Mir „gegenüber“ saßen dann zwei Männer (auch das noch,streßt gleich doppelt, obwohl die wirklich nett und sympathisch waren) mit hochprofessionellem Equipment. Und dann sieht man sich ja selber im kleinen Bild, wie einen die anderen jetzt sehen. OH NO! Schlimm, ganz schlimm. Ich habs über die Bühne gebracht, aber es beschäftige mich den ganzen restlichen Tag. Fuck Grübelei. Ich kann an diesem Interview nix mehr verbessern. Es ist vorbei! Aber eins kann ich: Es in Zukunft anders machen: Sollte ich nochmal so einen Auftrag annehmen: Kopfhörer mit Mikro benutzen (habe ich schon bestellt) und den Bildschirm anders positionieren.
Ich möchte auch sehen was gut lief: Ich loggte mich pünktlich ein, ich nahm daran teil (da gibts bestimmt einige die das vergessen oder dann doch nicht wollen und überhaupt nicht erscheinen), ich verstand alles, es ging keine Türklingel und auch sonst wurden wir nicht gestört, weder vom Papgei 😉 noch von Kind ect. Ich konnte das Gespräch sogar aufheitern und mich zwischendurch auch etwas entspannen (wieder gerade hinsetzen, Bauch locker lassen, atmen, mir Zeit zum überlegen geben). Außerdem habe ich festgestellt, dass die wenigsten Menschen solche Videochats mögen.

– Erwachsene: Immer wieder das Themmm erwachsen-sein. Es ist zwar ok Geld zu sparen, wenn ich was improvisiertes oder gebasteltes benutze, es hält mich aber oft klein.. Wenn ich mich wieder erwachsen verhalte: Bestimmte Kleidung anziehen, richtige Frisur machen und nicht schnell einen Knödel zusammenschustern ect. fühle ich mich soviel besser und dem Alltag gewappneter. Das ist immer sehr deutlich zu spüren. Und während ich kochte fiel mir ein: Aber dann ignorierst du die innere Jugendliche! Du drückst sie wieder weg, so wie sie schon immer weggedrückt wurde! Sie darf wieder nicht sein! Schmerz kam in mir auf, ich schnappte nach Luft und dann: NEIN!  Ich verlasse nicht die Jugendliche sondern ich entlaste sie und ich entlasse sie aus der Verantwortung die viel zu viel für sie ist. Weil wenn die Jugendliche so präsent ist, will sie ja nicht nur Kapuzenpullis tragen, sondern auch arbeiten gehen, einkaufen (was meist in Schulden endet) und eben den ganzen Alltag managen und das ist ungut. Einmal ist es ZUVIEL und dann oft impulsiv und selbstschädigend.

– ich krieg langsam aber immer öfter so einen emotionalen Würgereiz wenn ich „Suchen Reinigungsfee“ oder  „Bügelfee“ lese. Warum muss man die weibliche Mitarbeiterin immer noch so verniedlichen? Oder „Zimmermädchen“, ganz schlimm…wenn ich einen Maler bestelle schreib ich ja auch nicht: „suche Farbenzauberer“ oder bei einem Handwerker: „suche Schraubenjunge“.

– relax! Ich bin weiterhin verwundert, wie ich nun schoneit einigen Wochen „ticke“. Gelassener, teilweise fast schon stoisch. Es passieren weiterhin soviele blöde Sachen, und klar bin ich oft genervt, aber mei, es gibt schlimmeres, und die meisten Sachen lassen sich lösen, da hab ich schon ganz andere Kaliber geschafft. Ist es ein endlich gewachsenes Selbstvertrauen? Ich erlaube mir auch mehr. Ich muss nicht immer alle unangenehmen Gefühle und Zustände aushalten. Ja ich darf mich mal MAL (!) in Süchte flüchten, ich darf auch verdrängen oder mich mit Aktionismus und Arbeit ablenken. Das hab ich alles immer verteufelt weil das in unserer Family exessiv gelebt wurde/wird und mir das großen Schaden zufügte. Aber im Rahmen und solange ich wieder die Bremse finde ist das doch in Ordnung. Und es tut gut. Auch kann ich mich punktueller besser entspannen und genauso kann ich viel eher spüren: jetzt muss ich mich auspowern, jetzt brauch ich Bewegung oder nur ein wenig dehnen und strecken. Somit bin ich sehr gut in meinem Körper präsent, im Jetzt und kann wahrscheinlich deswegen so gut, erwachsen und souverän auf das Leben reagieren.
Auch mache ich mir weniger Druck: In den seltesten Fällen geht es um Leben und Tod. So hat es sich für mich aber fast immer angefühlt! Klar, wenn ich in Kindanteilen hänge, fühlt sich das Leben lebensbedrohlich an, wenn ich „verlassen werde“. Oder mich auch nur jemand schimpft oder mit mir nicht zufrieden ist. Jetzt schau ich auch mal auf meinen Vorteil und nicht immer nur darauf, dass es allen anderen passt. Ich bin auch mal arschig oder lüge. Es müssen mich nicht alle mögen oder gar lieben.

– Tafel: ich hatte die letzten Tage noch so Lust auf einen Marzipanstollen, aber wurde ja schon alles in den Geschäften weggeräumt. Außer bei der Tafel, da gabs noch welche! Sogar so kleine, die mir ja völlig reichen. Mit Marzipan!  Das Glück liegt im kleinen! 😉

– gefreut: Über die Wertschätzung für meine Arbeit. Und, dass ich bei der Stromabrechnung ein 78,- Euro zurück bekomme!

– erziehe deine Zahnärztin: die neue ist wirklich nett und sehr bemüht mir die Prozedur eines Zahnarztbesuches so angenehm wie möglich zu machen. Aber ich glaube so ganz hat sie nicht kapiert, was eine Zahnarztangst ist, nämlich: weniger die Angst vor Schmerzen, die gibt es dank Betäubung ja kaum mehr, sondern eher das ausgeliefert sein ist ja das schwierige. Keine Kntrolle zu haben und nicht reden zu können. Und es ist NICHT hilfreich, über 2 Minuten ganz langsam die Betäubung zu spritzen „damit es nicht so unangenehm ist“. Ich erklärte ihr dann, dass mich das viel mehr streßt, weil ich ja in dem Moment nicht weg kann und der Gedanke, dass da grad eine Nadel in meinem Zahnfleisch steckt und ich STILL halten muss, meine Anspannung enorm erhöht. Deswegen hasse ich auch Blutabnehmen so. Sie guckte mich groß an, nickte und schrieb das in meine Patientenakte, damit sie es das nächte mal weiß. Wow. Immerhin. Auch gibt es inzwischen eine Oberflächenbetäubung, damit man den Einstich der Spritze nicht so merkt. Auch super!
Aber da merke ich nochmal was der Knackpunkt ist: ich muss mich ABSOLUT drauf verlassen können, daswenn ich das Stopzeichen gebe, sie sofort aufhört. und nicht noch ein: „habs ja gleich“ kommt. Weil WENN ich mich schon melde (was extremen Streß bedeutet, weil dann weiß ja mein Gegenüber dass das für mich eine Schwachstelle ist und könnte es zu seinem Vorteil nutzen…alles schon erlebt) bin ich ja meist schon über meiner Grenze. Auch finde ich Handzeichen als Stopsignal nicht so hilfreich, weil die das oft nicht sehen. Die Ärztin und die Arzthelferin haben ja meist ihre Konzentration oben im Mund.
Aber mir wird gerade klar, warum ich sooft lieber ausgehalten habe, als mich zu melden. (generell nicht nur beim Zahnarzt, auch bei anderen Ärzten, Jobs, Männern usw.) Aushalten/mitspielen war irgendwie einfacher, als Stop zu sagen und dann latscht der andere wieder über meine Grenze/meine Bedürfnisse. Oder fängt das diskutieren an (das hatte ich mal bei einer extrem schmerzhaften Thaimassage). Grenzen klar nach außen zeigen UND halten kostet extrem viel Kraft.

– stolz: ich habe das Weihnachtsgeld gut angelegt. In sinnvolle, schöne Sachen, die ich wirklich brauche. Und nicht wie früher für Plunder und Schrott. Aber die Hürde spüre ich immer wieder: ne sowas schönes tolles neues darfst du nicht haben! Kauf lieber billig, gebraucht und was nur so halb passt.
Ich bin es mir wert ! Mir schöne Sachen zu gönnen ist immer wieder ein Stolperstein für mich. Radfahren ist ja für mich sehr wichtig, bis ich jetz mal die Inspektion machen ließ, hab ich 3x den Termin verschoben und selbst dann bin ich mit einem großen Widerwillen da hingefahren. Im nachhinein bin ich natürlich froh das gemacht zu haben. Aber auch mir gute Fahrradkleidung zu kaufen, vergönne ich mir oft nicht. Seit ca 4 oder 5 Jahren habe ich eine lange Radhose für kältere Tage. Eine aus dem Supermarkt, glaub die kostete keine 20 Euro, hielt warm und war winddicht, aber eine Naht scheuerte immer unter der Pobacke, was natürlich irgendwann nervt und weh tut. Und außerdem sieht sie langsam fertig aus.  Jetz sah ich eine neue Hose für fast 70,- Euro. Um Gotteswillen, sooviel Geld! Aber wenn die billige schon solange hielt, wird eine gute noch länger halten, was sind da 70,- für viele warme Radlrunden, in einer Hose in der ich mich nicht schämen muss. Und die gut passt!
Das Kleidungsthema ist für mich viel mit Scham behaftet. Solange immer nur das Zeug der anderen aufzutragen oder unpassende Sachen tragen zu müssen, oder die in welchen ich mich schämte, hinterließ tiefe Spuren.
Ich möchte in Zukunft beim Thema Kleidung weniger mit dem Verstand rangehen: für zuhause passts schon, zum Sport reichts ja, unterm Pulli sieht mans ja nicht usw. NEIN! Wenn es mir nicht gefällt, nicht passt oder sonstiges: dann weg! Ich will mich endlich im Großteil meiner Kleidung wertvoll und gut fühlen!
Und ich möchte wieder öfter elegantere Sachen anziehen. Darin fühl ich mich erwachsener, somit souveräner und weniger ängstlich.
Statt also das Geld für einen Urlaub zu sparen, der mir dann eh nicht gut tut, lieber in eine schöne Kleidung/Einrichtung investieren. Hui an DEN Gedanken muss ich mich erst gewöhnen.

Überhaupt, diese Kopfstimme…in der Arbeit benutzt einer der Bewohner ein tolles Waschmittel. Das riecht sehr gut. Ich würde es mir gerne kaufen. Es kostet nicht viel!!! Aber mein Kopf sagt: Du hast soviel Waschmittel im Keller (das gibt es regelmäßig bei der Tafel, aber halt nur das einfachste das kaum riecht, aber sauber macht).!! Ja und, ich schreibe es jetzt auf meinen Einkaufszettel: Waschmittel! Heißt ja nicht, dass ich es in Zukunft immer kaufen muss.
Oder das Bügelbrett, das is so winziges und windiges Ding, bei dem der neue Bezug nicht richtig passt. So ein neues Brett kostet doch auch nicht die Welt!

Und ja auch wenn der gute Erich Fromm viel Erfolg mit seinem Buch „Haben oder Sein“ hatte und da auch einiges wahres drin steht. Es macht was mit meinem Selbstwertgefühl, mit meiner Würde, wenn ich mich mit schönen Dingen umgebe die funktionieren und mir wirklich gefallen!

– Vorfreude: auf ein freies Wochenende. Es freut mich zwar, dass ich belastbarer geworden bin und wieder mehr machen kann, nur muss ich auch aufpassen, es nicht zu übertreiben. Daher werd ich mal wieder introvertieren, in meinem Kopf spazieren gehen und die letzten Tage verarbeiten oder einfach dösen und Akkus aufladen!

Aller Anfang ist schwer…

Erstmal wünsche ich allen Lesern ein frohes und vor allem gesundes neues Jahr! Ich hoffe Eures fängt besser an als meines.
Ich hänge wieder in allen möglichen Süchten fest. Zuviel kaufen, zuviel unverträgliches essen und auch wenn ich nicht viel (von der Menge her) Alkohol trinke, dann doch zu oft (für mein Empfinden). Achso zuviel coabhängiges Verhalten natürlich auch. Ganz schön viele Verdrängungsmechanismen. Kein Wunder, dass ich mich fühle wie ich mich fühle: Dumpfe Kopfschmerzen, Aufgeblähtheit, Völlegefühl, Unwohlsein, schlechte Laune, Müdigkeit aber gleichzeitig auch so eine fiese Unruhe, lustlos und unkonzentriert.
Allein das aufzuschreiben und zu veröffentlichen brachte schon Erleichterung. Ich muss es nicht alleine herum tragen.
Und anstatt mich jetzt auch noch überfordert zu fühlen von so vielen Zuständen und Zerstreuungen, bin ich liebevoll zu mir und fange mit kleinen Schritten an: Erstmal die Küche aufräumen. Und dann schau ich weiter.
Einen Schritt nach dem anderen

Oh du schreckliche Weihnachten

Das war mit eines der blödesten Weihnachten die ich je hatte. Aber war ja irgendwie auch klar. Im Moment funktioniert nix, das Bett nicht, die Waschmaschine kaputt, bei der erneuten Lieferung sollte die alte „neue“ natürlich mitgenommen werden, stand aber so nicht im Auftrag, jetzt stehen hier 2 Maschinen, der Techniker (!) der nicht mal die Hausklngel findet usw….

Ich dachte ja ich fahre mal wieder weg. Und ich dachte mir. Wien soll ganz schön sein. Von München gibts ja eine recht flotte Direkverbindung mit dem Zug und ich hab mir eine schöne Ferienwohnung angesehen. Zumindest sah das auf den Fotos schön aus. In Wahrheit war die Hälfte kaputt, die Küche und das Wohnzimmer waren nicht wirklich sauber, das Bad zum Glück schon, überall hing der süßliche Duft eines billigen Raumsprays in der Luft (was mich an die Stundenhotel erinnerte und latente Übelkeit aufkommen ließ) die Matratze war stockhart und das ganze Viertel drumherum ziemlich abgeranzt. Allein das Treppenhaus sah aus, als ob da seit 20 Jahren nicht mehr gemalert wurde. Das Restaurant das ich mir aussuchte um Essen zu holen, weil ich null Bock auf Kocherei hatte, bot ein dermaßen schlechtes Essen an, wie ich es selten erlebte. Alles in allem: die pure Verwahrlosung.
Da saß ich nun, allein in der schäbigen Bude (wenigstens war sie groß) in einer fremden Stadt, an Weihnachten. Gibt es was deprimierenderes???
Dazu war ich von den letzten Wochen immer noch in einer leichten Reizüberflutung die ja durch eine neue Stadt, fremde Verkehrsmittel und einer unbekannten Wohnung nicht besser wurde.
Ich wollt nur noch heim. 4 Nächte hatte ich gebucht, nach 2 bin ich wieder heimgefahren. Urlaub abgebrochen. Auch noch nie gemacht und es fühlte sich richtig an! Die Vermieterin fragte noch nichtmal warum. Ich fand noch ein günstiges Zugticket, das alte konnte ich stornieren, mit einer kleinen Bearbeitungsgebühr, meine Sitzplatzreservierung konnte ich einfach verschieben. Beide Fahrten waren ruhig, komplikationslos und nie saß jemand neben mir, das Abteil war nie halb gefüllt. Ich genoß die Ausicht vom oberen Deck, las oder döste. 4 Stunden Zeit.

Nein, inzwischen find ich Urlaub alleine scheiße. Früher war das aufregend, mit einer Angststörung wegzufahren kostet schon Nerven. Aber schon die letzten beiden Urlaube fühlte ich mich so verloren und verlassen, das sind sehr bekannte alte Gefühle, die ich eigentlich nicht mehr fühlen wollte und so drückte ich die weg. Jetzt ging das halt nicht mehr und sie platzen pompös herein.
Von daher überlege ich mir seit gestern, wie denn mein zukünftiges Urlaubkonzept aussehen soll. Hotel geht ja höchstens 2 Nächte, weil das sozialphobisch zu anstrengend für mich ist. Es gibt einige in unserer Familie die nie in Urlaub fahren. Es steht ja auch nirgends geschrieben, dass man das tun muss 🙂
Auf jeden Fall werde ich mir da so meine Gedanken machen und vor allem: Hinfühlen, was ich wirklich will und was mir gut tut, was ich zum entspannen wirklich brauche und ob man wirklich soviel von der Welt real sehen muss oder ob es nicht reicht darüber zu lesen oder sich einen Film anzuschauen oder einfach im Kopf zu reisen.

Wie auch immer, ich bin so froh wieder zuhause zu sein und werde erstmal Schlaf nachholen

Nicht mit mir

Heute war eine Grenze erreicht. Ich hatte einen Arbeitsauftrag und bei dem Herrn war ich schonmal. Leere Wohnung, Endreinigung nach Renovierung. Soweit so gut. Und schon beim ersten Mal hab ich gespürt dass der Auftraggeber ein Arsch ist. Arrogant. Nicht gesagt das in der Wohnung paar Sachen nicht funktionieren, die ich brauchte und er ließ mich VOR der Renovierung schonmal putzen. Findet der das geil? Das macht ja null Sinn. Warum ich dann den zweiten Auftrag wieder annahm …verbuche ich mal unter: nunja….
Heute morgen schrieb er schon, das er nicht komme, aber der Schlüßel hinterlegt ist usw….es ging wie beim ersten Mal einfach arschig weiter, ich spar mir die weiteren Ausführungen. In der Wohnung angekommen: Saukalt. 3 Monate steht die nun leer und klar wurde nicht geheizt. Das ist soweit nicht tragisch weil beim arbeiten wird mir schon war. Aber nicht die Füße. Die waren nach 5 Minuten Eisklötze weil ich immer nur dünne Schlappen zum arbeiten anhabe. Reicht ja normal auch. Dann war kaum Putzzeug da, nix womit ich ordentlich arbeiten kann und dann noch die Bitte: Fnster zu putzen. Bei 0 Grad. Klappt wunderbar. Nicht. Irgendwie schrie alles in mir NEIN. Ich fing aber an. Meine Füße wurden logischerweise noch kälter. Nein, so geht das nicht. Ich schrieb ihm eine Nachricht samt kleiner Notlüge. Ich muss heim. Auftrag abgebrochen. Das hab ich bisher sehr selten gemacht. Weil ich ja immer funktioniere und so schwer nein sagen konnte usw. Heute nicht. Das ist es echt nicht wert. Noch schnell einkaufen und nun ab ins Bett. Ich hab 2 Nächte sehr schlecht geschlafen. Zum Glück musste ich nicht weit fahren und das schlechte Gewissen hält sich auch in Grenzen (juchu!). Schönen Tag!

Wochenrückblick 17.Dezember 2022

gefreut: über die 300,- Energiepauschale für Rentner. Ich habs ja erst geglaubt, als es aufm Konto war 😉

– komatös: oh no! Nach dem Frühstück völlig ko wieder ins Bett fallen. Hatte ich früher jahrelang, dann lange nicht mehr und jetzt wieder? Bitte nicht….bis mir einfiel: Gluten zum Frühstück! DAS wars. Das gibts auch nur einige Male zur Weihnachtszeit, wenn ich ein Mischbrot mit Butter bestreiche und dann Gewürzspekulatius kurz in Kaffe tausche und dann gleich aufs Butterbrot lege. Das ist so lecker! Gut muss jetzt auch wieder reichen. Überhaupt freue ich mich wieder, auf verträgliches Essen. Aber die Weihnachtsleckereien sind derzeit halt auch zu lecker. Und meine Disziplin zu schlecht.

– HSP: Wenn ich Berichte oder Videos über Hochsensibilität höre oder sehe, wird oft gefragt: Wenn Du diese Hochempfindlichkeit wegzaubern könntest, würdest Du? Und fast alle verneinen.. Nein es sei ja auch ein Geschenk und wunderbar…usw. Versteh ich nicht. Mir reichts. Ich würde das gerne loswerden, mich belastbarer fühlen, nicht vor Schreck halb sterben wenn der Schaffner pfeift, nicht im Supermarkt den Tunnelblick und Schweißausbrüche bekommen, nicht all die Demütigungen in der Kindheit weil mir sooft alles zuviel war und ich weinte.

– kreativ: ein Glühwein war mir zuviel Alkohol, aber einen Kinderpunsch wollte ich auch nicht, also einfach einen Kinderpunsch mit Schuß bestellt. Die Verkäuferin lachte 😉

– Affirmation der Woche: „Augenblicklich ist es gut für mich, dass ich Schritt für Schritt auf meine eigene Art erfolgreich bin.“ YES!

– gelassen: Ich weiß gar nicht so recht woher das kommt (naja so paar Vermutungen hab ich schon)aber die neue Gelassenheit gefällt mir. Klar bin ich oft noch angespannt, gerade wenn es um Liefertermine geht oder wenn was wichtiges auf der Kippe steht. So zum Beispiel mein neuer Internetanschluß: erst kam der Router nicht, als der da war, ging trotzdem kein Internet, also musste ein Techniker kommen.Dann bei den Einstellungen hab ich mich so doof angestellt, dabei habe ich das ja schon öfter gemacht. Naja aber nun funzt es und ich freu mich.
Und ja die Nacht vor einem Arbeitstag ist oft auch sehr unruhig, aber das hol ich dann wieder auf.
Das getrieben sein ist weniger, ich gehe langsamer, ich lasse mir Zeit, ich kann kurze Pausen (wie Bahnfahren) zum entspannen nutzen und loslassen und nicht gedanklich im übermorgen sein, was das wieder für ein anstrengender Tag wird. Im Jetzt bleiben. Kleine Dinge genießen. Ein „alles ist gut“- Gefühl. Frieden in mir. Ich habe mehr Selbstwertgefühl, ich bin weiterhin gut bei meinen Gefühlen und Bedürfnissen. Ich erlaube mir andere doof zu finden und mich OK und nicht andersrum, wie früher. Lockerer sein, dann mach ich eben mal was nur zu 80% und nicht 150%, ich verurteile mich nicht mehr wenn ich gut für mich sorge! Ich summe und singe mehr, letztens hab ich nachdem der Radiowecker losging, noch ein paar Minuten den Moderatoren zugehört und bin liegen geblieben und das war dann so lustig und ich hab laut losgelacht, noch im Bett eingemummelt, wie geil ist das denn! Ich fühle mich weniger klein und überfordert wenn ich unterwegs bin. Ich denke viel öfter an Dinge die ich mag und die Spaß machen und tue die auch. Ich bleibe viel seltener im düsteren Gedankenszenario oder Gefühlschaos hängen. Es ist wunderbar. So macht Leben Spaß! Ich genieße das sehr!

*** und kaum läuft es mal so gut…***

– emotional verkatert: ich fühle mich tieftraurig. Seit gestern. Obwohl mir was sehr schönes passierte. Seltsamerweise agierte ich kurz danach ähnlich, als ob ich was schlimmes erlebte. Erst erstarrte ich. Sprichwörtlich und dann ergriff ich die Flucht: ich zog mich an und ging über eine Stunde stramm spazieren, während dessen mir immer wieder Tränen übers Gesicht liefen. Ich war so verwirrt, auch geschockt, ein wenig Freude war auch dabei und ganz viel staunen. Gefühlschaos. Auf jeden Fall ein „sich wie im Film fühlen“, ich dachte, bald wach ich auf, alles nur geträumt. Später überwog die Freude und ich hörte kraftvolle spirituelle Musik, sang und tanzte. Die Nacht war unruhig, der Ruhepuls viel zu hoch. Heute morgen: In mir alle grau. Ich ging trotzdem zum schwimmen, das tat auch gut, es war zum Glück wenig los, aber die Streßhormone kreisen immer noch in mir. Was war passiert? Hier ist schon viel Weihnachtspost angekommen und ich hatte Lust ein Päckchen aufzumachen. Ich habe da viel mehr Spaß dran, wenn ich die Tage vor Weihnacten hier und  da schonmal was auspacke oder eine Karte lese. Ich entschied mich für eine kleine Schachtel. Und erwischte den Jackpot. Ein sehr wertvolles Geschenk. Ich glaub ich kann damit einfach nicht umgehen. So etwas bekam ich noch nie. Noch nichtmal zum 18. oder zur Firmung oder warum auch immer. Meine Mutter schaffte es mal original mir Slipeinlagen aus ihrem Badschrank zu schenken, weil sie die ja nicht mehr brauche, nach ihrer OP.
SO gings bei uns zu. Wenn ich von meinem Vater was wertvolles bekam (selten, aber kam vor) war das immer ein „mich kaufen“, mich an ihn binden. Unausgesprochen aber klar fühlbar. Ätzend. Gruselig. Vielleicht wird dieses Gefühl gerade wieder getriggert: Welche Bedingungen sind dran geknüpft? Was erwartet man nun von mir? Außerdem verwirrt  mich, das Verhalten der Schenkenden, weil sie sehr widersprüchlich agiert (auch etwas was mich evtl. angetriggert hat): Mal vergisst sie meinen Geburtstag, dann schreibt sie unglaublich zugewandt und warmherzig, dann schenkt sie mir ihre gebrachten Sachen die sie nicht mehr braucht und dann wieder was total teures oder kunstvoll eingepackt, mal kommt gar keine Antwort auf meine Nachricht und dann kommt wieder eine lange Mail wo ich soviel Nähe und Freude und eine Bindung spüre. Mal heiß, mal kalt. Unvorhergesehenes Verhalten. Ich weiß nie wie sie mich als nächstes behandelt. Unberechenbar. Wie früher zuhause: wieviel hat Mama getrunken, wie schlecht ist ihre Laune, ist sie müde und kann mir nicht bei den Hausaufgaben helfen? Bei Papa das gleiche: ist seine Angst wieder so schlimm das wir den Ausflug abbrechen müssen? Oder geht es ihm so gut das er mich von der Schule abholen kann? Alles immer brüchig, keine Konstante auf die ich mich vertrauen und verlassen konnte, immer Habacht-Stellung, immer nur auf die zwei schauen, damit ich wußte wie ich mich verhalten muss, um größere Schäden zu vermeiden.
Da dieses Geschenk ohne Vorwarnung kam, hat es mich glaub ich wirklich geschockt. Selbst wenn es was gutes ist. Anscheinend geht das. Ich bin/war wirklich überfordert.
Dann dachte ich, vielleicht hat es gar nichts damit  zu tun (Verleugnung), sondern dass ich bald wegfahre oder weil ich mich derzeit ziemlich einsam fühle. Vielleicht spielt das AUCH mit rein, aber der Hauptgrund ist eher das Geschenk, weil es mir ja seitdem so komisch geht. Krass. Ich muss das wirklich innerlich erstmal verarbeiten

Wochenrückblick 9. Dezember 2022

Mit sich selbst in Kontakt sein, ist für mich mit das wichtigste überhaupt.
Mir geht es schlecht, ich bin müde überreizt, fühle mich niedergeschlagen und einsam, ohne Freude und Hoffnung. Früher blieb ich ewig in diesem Gefühlssumpf stecken. Heute schaue ich: Was brauche ich? Was fehlt mir? Will das Gefühl einfach gefühlt werden? Brauche ich Kontakte zu anderen? Oder Bewegung an der frischen Luft? Oder fasten? Oder Schlaf?

– kleine Freuden des Alltags: wenn auf einmal die Tastatur streikt. Man flucht, kurzerhand eine neue bestellt und dann einem der Geistesblitz durchfährt: schau mal auf die Rückseite: Tatsächlich der Schalter stand auf OFF. Bei ON hat sie wie eh und je super funktioniert.
Wenn man unentschlossen in der Bäckerei steht und fragt: ist das ein Laugencroissant? JA! Hmm..mhhh…ach ne ich nehm 2 normale Brezen und dann der Verkäufer kurzerhand das Laugencroissant in der Mitte durchschneidet, eine Hälfte mit in die Tüte packt, mich anstrahlt und meint: „zum probieren!“.
Oder als ich total fertig nach der Arbeit zum Bahnhof ging und wußte, ich musste noch 15 Minuten warten und ich dann sehe, wie eine S-Bahn kommt, meine Linie! Juhu!
Wenn ich recht schnell die passenden Schuhe finde, zu einem akzeptablen Preis. Als ich meine Winterschuhe auspackte war ich mir nicht mhr so sicher, ob die noch schneefest sind. Warm schon, aber halt nur im trockenen und ob die Naht den Winter hält? hmm auch eher unsicher. Also lieber nochmal nach neuen geschaut, jetzt gibts ja noch mehr Auswahl. Und schöne gefunden: Dunkel-beige oder schlammfarben, über die Knöchel, Stil wie Bergschuhe, also mit so Ösen, aber trotzdem noch chic. Ich wollte nicht die total plumpen Stiefel.

-der Blickwinkel machts: ich hab früher auf Probleme regelrecht gestarrt. Bin dabei selber erstarrt (tat also nix), fühlte mich überfordert, mies, deprimiert, manchmal hoffnungslos und noch so einiges, kurz: furchtbar! Heute schaue ich schneller auf Lösungen: Was kann ich tun. Schlichtes Beispiel: Seit einer Woche liegt ein Paket mit dem neuen Internetrouter irgendwo in einem Verteilerzentrum fest. Das ist schlecht, weil ich das Teil bald brauche, um weiterhin Internet zu haben. Früher hätte ich mich total geärgert, hätte schlechte Laune gehabt, kurz: mich furchtbar gefühlt. Heute rufe ich bei DHL an, dort erfahre ich dass ich dem Absender bescheid geben soll, der muss einen Suchauftrag erstellen. Ok, ich ruf also bei meinem neuen Internetanbieter an, erwische einen gut gelaunten (jungen?) Mann, er schaut nach, meint das sich das Logistikteam drum kümmern werde, er aber vorsichtshalber schonmal ein neues Gerät losschickt. Et voila. Ich habe mich drum gekümmert, kann das Problem also für den Rest des Tages loslassen und mich schönerenSachen widmen. Zum Beispiel: Musik und dazu tanzen, oder einem angenehmen Mann im Chat, den ich vielleicht auch bald mal real treffen werde. Nach 2 Tagen war der Router da. (Aber natürlich funktionierte er nicht, sodass am Montag ein Techniker kommen muss. Zur Zeit werde ich echt wieder ordentlich gefordert..)

– entdeckt: Kopfeh, teilweise starker Schwindel, Übelkeit und übelste Stimmungslage plagten mich, immer so schubweise schon seit einiger Zeit. Was ist das?Ich habs rausgefunden: Folsäure. Ist im Vitamin B-Komplex, womit ich meinen Nerven was gutes tun wollte. Dem war nicht so. Sehr froh die Ursache gefunden zu haben.

– gebacken: Kokosmakronen, hatte total Lust auf was mit Kokos und diese Plätzchen sind ja echt einfach zu machen

– HSP: Mal wieder das schöne Buch „zart besaitet“ gelesen. Erst dacht ich: och nö, kennste doch, aber mal so  drüber fliegen und wieder ein Bewußtsein dafür zu schaffen, dass mein Gehirn weniger Reizfilter hat, ich Eindrücke stärker und länger verarbeite und mein Nervensystem einfach schneller anspringt ud länger braucht um sich wieder zu entspannen. Ich übe wieder mehr im JETZT zu bleiben: JETZT muss ich nur die Straße runter gehen, um zur Arbeit zu kommen. Ich muss wenn ich eh schon aufgedreht bin, nicht noch zusätzliche Infos aufnehmen, wie lesen, chatten oder einen Film schauen. Nicht zulassen, dass mich unerledigtes zu sehr stresst. Am meisten reagiere ich auf visuelle Eindrücke. Von daher werde ich noch mehr drauf achten, dass nicht zuviel rumsteht. Weniger ist tatsächlich mehr.

– still halten: wenn man wie ich ziemlich oft unter Strom steht, ein hibbeliger, unruhiger Mensch ist und dann still halten muss: Beim Friseur, beim Zahnarzt oder wenn die Masseurin einen Punkt drückt und dabei einfach still verweilt, dann wirds schwierig für mich. Inzwischen spanne ich dann einen anderen Körperteil fest an, damit ich ruhig bleibe, Füße gegeneinander pressen, Hand gegen Oberschenkel drücken, irgendsowas halt, klar beid er Massage ist das eher kontraprodiktiv

Meine Nerven!

Ich bin im roten Bereich. Ich brauche dringend eine Pause. Kein verhandeln/schreiben/treffen bei Kleinanzeigen. Nix neues recherchieren im Netz. Keine Termine (der nächste ist tatsächlich erst in einer Woche! JUHU). Erholen, schlafen, dösen, keine Türklingel, nicht raus „müssen“, nach Gusto was tun oder eben nicht. Für morgen krank gemeldet. Vor dem heutigen Arbeitstag fast die halbe Nacht höchste Anspannung, kaum Schlaf, und wenn ich mal weggedöst bin, dann kurz drauf schweißgebadet wieder aufgewacht. Keinen Hunger, keinen Appetit. Dafür Traurigkeit und Niedergeschlagenheit. Viel ruhige Musik, vor mich hinmalen, lesen, kein Chat, mich vergraben, alleine sein, erholen.
Hochsensibel, introvertiert und traumatisiert zu sein ist sehr oft sehr herausfordernd…

Wochenrückblick 27.November 2022

– Reizüberflutung: Dienstag war schön und heftig: nasskaltes dunkles Novemberwetter, die S-bahn kam nicht,  ich dafür zu spät in die Arbeit  (zum Glück sah das der Kunde gelassen),dann spontan noch ene 2. fremde Wohnung gereinigt, kurz heim, schnell weiter, mit einem Freund ins Kino gegangen, da es die erste Vorführung des Tages war, war es noch arschkalt im Saal, danch afghanisch essen, auch sehr lecker aber leider sehr laut in dem winzigen Raum und weil das noch nicht reichte, ab aufn Weihnachtsmarkt und dort einen „heißen Nikolaus“ vernascht..hehe:Kirschpunsch mit Amaretto und Sahnehaube. Das gehört verboten! Soo lecker. Auf der Heimfahrt hatte die Sbahn natürlich wieder massiv Verspätung. Ich war fast 12 Stunden außer Haus. Und übervoll mit Reizen.Das ist ok, solche Tage sind die Ausnahme, HEUTE kann ich damit umgehen. Heute kann ich dafür sorgen, das es mir wieder besser geht. Mit Ruhe, Stille und Langsamkeit. Und natürlich mit den schönen Erinnerungen des letzten Tages.

– bei mir sein: das ich endlich bei mir angekommen bin, es ist so schön. Das klingt so esoterisch, so nach billigen Gruppentherapien, so nach Brigitte-Yoga…es ist FÜR MICH das beste Heilmittel. Ich fühle mich „ganzer“, nicht mehr NUR mit dem Fokus im außen, sondern AUCH nach innen. Mein Wohlbefinden im Blick. Auch das klingt so nach *immer alles kuschelig*. Es sind die kleinen Dinge: Wo will ich am Bahnsteig warten. Bin ich in einem Untergrundbahnhof und muss länger warten, fahre ich an einen anderen Bahnhof der an der frischen Luft ist und warte da (wenn möglich), ich gönne mir öfters die berühmten kleinen Pausen am Tag, ich weiß was mir gut tut und mache das immer wieder. Ich war oft so festgefahren im Schmerz und Leid früher, wie eingemauert, und auch das klingt jetzt nach billigem Kalenderspruch: Nach dem dunklen Winter, kommt wieder ein sonniger Frühlingstag! Ich hatte das früher nie im Blick. Ich hatte soviel schlimmes erlebt, dass ich NIE WIEDER was schlimmes erleben wollt. Das ist aber a)unmöglich und b) führt das in die Regression. Zu wissen: ich kann viel Leid verhindern, wenn nicht, kann ich es abmildern, wenn auch das schlecht geht, weiß ich immer noch: irgendwann ist der Schmerz vorbei. Das erleichtert und lässt meinen Blick weiten, auch die Handlungsmöglichkeiten die ich habe.
Ja viel Leid liegt HINTER mir, ich kann jetzt das Leben öfters spielerisch sehen, das macht vieles leichter und froher und ist schön.Das genieße ich sehr!

– neue Waschmaschine: man muss nicht warten, bis das Ding kaputt ist, man (ich) kann sich auch entscheiden, nach 16 Jahren mal eine neue zu kaufen. Das ist schon ein Unterschied: Die vorherige war ganz einfach zu bedienen, keinSchnickschnack, 5kg Fassungsvermögen, reicht ja für mich völlig. Es gibt fast nur noch Waschmaschinen mit 7/8/9 kg Fassungsvermögen. Und digitalem Display und 10 Standartprogramme die man noch mit 8 verschiedenen Optionen aufpimpen kann. Ich werd mir meine 2-3 Standartprogramme raussuchen, weil so extravagante Wäsche hab ich nun auch wieder nicht. Bin gespannt wie das so wird. Die erste Ladung duftete herrlich nach frischer Wäsche, das roch ich schon ewig nicht mehr.
Auf die nächsten 16 Jahre!

– neues Bettgestell: jetzt hatte ich einen längeren Text verfasst, aber wieder gelöscht. Einfach gesagt: Es ist kompliziert, anstrengend und nervig. Lieferung, Aufbau, doch nicht das richtige, nächstelang fast gar nicht geschlafen, neue Lösung finden usw.
Es gab ein Problem das ich alleine nicht lösen konnte. Ein starker Helfer musste her für ca 20 Minuten. Jemanden gesucht. Mich darum gekümmert. Erstaunlich wie selbstverständlich Männer da 50,- dafür verlangen! Jemanden gefunden, der kam gar nicht, ohne Absage oder irgendwas. Ich wünschte ihm in Gedanken, dass er sehr bald auch mal so richtig hängen gelassen wird. Ich weiß, dass das Universum da gerecht ist.

Anstrengend sind so neue Sachen und Lieferung ja mit einer Angststörung schon. Wann kommen die, wer kommt, passt das alles, usw. Anspannunhoch drei. Und dann wenn es da ist: bei der Waschmaschine: poltert die nicht arg? Rüttelte die alte auch so? Ist sie dicht? Wie funktioniert die? Klappt alles? usw. Auch da konnte ich Stop sagen, ich hab ja 4 Jahre Garantie. Es dauert lange bis das alles passt, ich dem neuen auch vertraue und entspannen kann.

– AUS: lange machte mir das Scrabble Spiel am Handy Spaß. Kopf anstrengen, Punkte und Belohnungen einsammeln. Aber schon lange ist es eher Streß: ich MUSS das Tagesziel noch erreichen, das noch spielen, hier die Aufgabe noch lösen. Ich setzte mir einen Punkt: Wenn das nächste werbefreie Abo (monatl 8,-Euro) ausläuft, melde ich mich erstmal ab. Gedacht, gemacht, Erleichterung

DU hast die Macht

Mir hat das nie jemand gezeigt/gesagt, dass ich Macht habe, das ich eigenmächtig handeln kann. Dass es mir dann um welten besser geht! Klar in der Familie wäre das gefährlich geworden, da war extreme Unterwerfung und Anpassung gefordert. Und später habe ich mir immer ähnliche Menschen gesucht, die das auch von mir verlangten.
Später in Kliniken und Therapeuten wurde einem immer suggeriert: wenn du nur brav das Progeamm befolgst,  könnte es eventuell sein, dass es dir besser geht, oder bei manchen üblen Therapeuten kam ein unterschwelliges: „nur ich kann dir helfen“, zutage, was wieder Abhängigkeit förderte.
Nur eine Klinik vermittelte Selbstverantwortung. Wir übten ganz praktische: wie sieht mein Wohlfühlplatz aus? Wieviel Abstand zu anderen brauche ich, wieviele Decken, eher dunkel oder hell usw.  Diese Klinik ließ uns selbst entscheiden: Willst du Feldenkrais? Willst du die Abgrenzungsübung mitmachen? Alles war nur ein Angebot und kein Pflichtprogramm. Wir wurden ermuntert hinzufühlen: Stimmt das für mich? Will ich das? Es war ok eine Therapiestunde zu verlassen, es war ok das Haus zu verlassen (klar sollte man bescheid sagen, damit die einen nicht suchten), diese Freiheit, dieser Mut zur Selbstständigkeit, zur Eigenheit war so heilsam, so wunderbar.

In die eigene Macht und Stärke kommen tut so gut. Nicht hilflos dahocken sondern machen. Ich spüre ein Bedürfnis. Ich kümmere mich darum, dass es befriedigt wird.Allein das aktive um mich kümmern, ist heilsam, da ist es fast zweitrangig ob dann das Bedürfnis wirklich gestillt wurde.
Handlungsfähig werden. Ich war so lange erstarrt (traumabedingt). Ich hing immer noch im Trauma fest. Das passiert auch heute noch hin und wieder. Aber wenn ich jetzt mal einen schlechte Tag habe, fällt mir ein, dass es irgendwann mal wieder einen sonnigen Tag/einen schönen Ausflug/ ein tolles Erlebnis geben wird. Das SAH ich früher nicht. Hallo Tunnelblick. Ich weiß jetzt, dass ich mich nicht immer so schlimm/ängstlich/deprimiert fühlen werde.
Ich bin nicht mehr hilflos ausgeliefert. Ich kann was tun. Und DAS ist für mich Ausstieg aus dem Trauma. Nicht Heilung vom Trauma.

Wochenrückblick 18.November 2022


– Bett: Als junge Frau schlief ich gerne am Boden. Also auf diesem Bodenlattenrost der ja nicht nachgibt, sondern nur für die Luftzirkulation unter der Matratze sorgt. Vor wenigen Jahren dachte ich mir, jetz ist aber mal gut, ich brauch jetzt auch so ein richtiges Bettgestell  wie es normale Erwachsene eben haben. Ich kaufte mir einen der nicht so teuer war (klar Geld war ja selten viel da) und baute ihn sogar selber auf. Was ne Schwitzaktion. Aber so wirklich stabil war das ganze nicht. Es wackelte und vor allem knarzte. Und wenn man eh so schnell so extrem angespannt ist wie ich, ist das eigentlich ganz doof, so ein Gestell zu nutzen. Aber ich machte es wie sooft: Augen zu und schlafen.
Jetzt hatte ich aber die Faxen dicke. Ich wollte einen richtig schönen Vollholzrahmen MIT Aufbauservice. Das gönn ich mir jetzt mal. Leider gibt es die nur in der normalen Höhe ab 35cm und das ist mir zu hoch, weil ich auch eine sehr dicke Matratze habe.
Als ich nun mein altes Bettgestell abmontierte, legte ich nur den Lattenrost auf den Boden und die Matratze drauf. Das fühlte sich gut an, fester und sicherer und geräuschlos. Leider hat sich das nach ein paar Nächten als ungünstig erwiesen, weil der Mittelsteg fehlt, der den Lattenrost nicht so durchhängen lässt. Habe ja eine Breite von 140cm. Jetzt also wie blöd nach einem neuen Bettgestell gesucht: Es darf nicht mehr so hoch sein, wie das alte, aber auch nicht zu niedrig, gerne in Massivholz und nicht mehr das billige Pressspan, noch lieber mit Aufbauservice, weil ich zwar früher alles selber zusammen gebaut habe, mir aber inzwischen die Kraft und die Nerven dafür fehlen, und gerne mit Kopfteil, weil ich abends hin und wieder im Bett lese. Sind doch eigentlich keine hohen Ansprüche oder? Weit gefehlt. Jetzt fand ich eins, da is aber zum größten Teil ein Stahlrahmen dabei. Metall im Bett, irgendwie ungut, hab ich im Hinterkopf. Aber stimmt das wirklich? Wahrscheinlich nehm ich das…mal sehn

– meine Grenzen achten: ich verkaufe hin und wieder Sachen bei ebay kleinanzeigen. Früher nur bei ebay, weil das alles über die Post ging, aber die Plattform  hat sich so verändert, dass es für hin und wieder-Privatverkäufe unrentabel wurde. Aber das mit den Keinanzeigen kann auch nerven. Letztens wieder einer: Er würde es abholen und sich eine halbe Stunde vorher melden. Hä?wie frech ist das denn. Ich schrieb zurück, dass ich es wegen Planung spätestens in der früh des Tages wissen müsse. Seine Antwort: ok es wird so Nachmittags, er meldet sich 2 Stunden bevor er kommt. Auch da wieder war erst ein: naja das eine mal kannst das ja machen, obwohl mich so Unklarheiten total stressen, weil ich dann da sitze und auf seine Nachricht warte, wann er denn kommt. Aber ich sage sooft:naja das eine mal kannst es ja so machen (was der andere will) und viele kleine Grenzverletzungen ergeben auch Wunden und ist nicht lliebevoll mir gegenüber. Ich blieb bei meinem Nein, dass ich das so spontan nicht will. Er meldete sich nicht mehr. Ja mei, dafür hab ich mir meine Seelenruhe bewahrt.

– Internet: der neue Auftrag beim alten Anbieter hat mich nun doch gefuchst. Ich war mit dem Vertrag einfach nicht einverstanden. Zum Glück fiel mir mein Widerrufsrecht ein! Also neuen Anbieter samt passenden Vertrag rausgesucht, alten widerrufen. Nun hoffe ich, dass alles klappt. Denn damit spare ich mir in 2 Jahren satte 320 Euro!

– Gerstengras: als die letzte Dose leer war, bestellte ich erstmal nichts nach, weil ich das Gefühl hatte, das es reicht, das mein Körper genug hat. Nun fiel es mir letztens wieder ein und ich merkte wie nur beim daran denk, mein Körper danach gierte, so ein richtiges: ja das brauch ich jetzt Gefühl!!!

– Zahnarzt:machte nochmal einen Termin aus um zu schauen, was man mit dem extrem kälteempfindlichen Zahn noch tun kann, außer einer Wurzelbehandlung. Blöderweise liegt er unter einer Brücke. Aber Röntgenbild zeigt nix und auch dagegen klopfen tut nicht weh. Beim Termin habe ich mal wieder was gruseliges erlebt und ich dachte ich hätte schon alles was es da zahnärztlich so gibt schon erlebt. Nun kam sie mit einer Drahtschlinge, fädelte das unter die Brücke ein und zog feste dran, um zu schauen ob sie vielleicht locker ist. Ist sie nicht. Trotzdem gruseliges Gefühl. Ich war eh schon mit den Nerven durch weil mich die Zahnarzthelferin 15 Minuten vollquatschte, als ich warten musste. Mir fiel beim besten Willen nicht ein, wie ich ihr verklicker, dass ich meine Ruhe brauche. So ein Scheiß.
Und als es dann die Heilinjeftionen gab (die spürte ich nicht) aber das lange ruhig halten führte dazu, dass es mit meinen Nerven vorbei war. Eine ausgewachsene Panikattacke überrollte mich. So heftig hatte ich das schon lange nicht mehr. Wenigstens konnt ich die Zahnärztin stoppen, mich sammeln und dann weiter machen. Wenigstens etwas.
Danach gabs fette Nußtorte zur Belohnung.

Und sonst so? Wirklich fit bin ich erkältungstechnisch noch nicht so, es wallt immer mal auf, dann ist es besser, dann wieder schlechter.
Die Woche war eigentlich ruhig, keine Arbeit und keine Fahrt mit Öffis und trotzdem fühl ich mich nicht erholt.
Ich möchte mich wieder mehr an der frischen Luft bewegen, die lange Dunkelheit und das rumsitzen in der geheizten Bude tun mir nicht gut.
Irgendwie bin ich sehr traurig und niedergeschlagen, ich kann das auch mal da lassen, ohne analysieren, oder bekämpfen. Is halt so, kommen auch wieder heitere Tage

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Wenn Du ein Schiff bauen willst, dann rufe nicht die Menschen zusammen, um Holz zu sammeln, Aufgaben zu verteilen und die Arbeit einzuteilen, sondern lehre sie die Sehnsucht nach dem großen, weiten Meer. Antoine de Saint-Exupéry

Eine Art Tagebuch

Amat victoria curam