Wochenrückblick 13. Juni 2021

– Montag: ach was bin ich diesen Monat froh um meine Monatskarte für die Bahn. Montagfrüh war mir nach: Raus hier! Ich musste in der Innenstadt eh noch zwei Dinge erledigen und danach gings an die Isar. Durch grüne Gänge, so dicht war das Blätterdach am Weg, herrlich, dazu kaum Menschen und noch der nasse Regengeruch der letzten Tage in der Luft. Ich ging bis zum Rosengarten. Da explodierte förmlich der Duft: voller Blüten hing da alles! Das angenehme in dem Garten: überall stehen frei Stühle herum. Man kann sich also einen nehmen und in irgend eine geschützte Ecke verziehen. Und lesen. Oder nur schauen und genießen. Was trinken und essen. So angenehm für mich Sozialphobiker. Ich hasse es immer auf diesen Bänken direkt am Wegesrand zu sitzen, wo alle naslang jemand vorbei schluft. Leider war es etwas kühl und ich ohne Jacke und es sah so aus, als ob es bald wieder regnen würde. Also zog ich von dannen, mit der Gewissheit: ich komm bald wieder!

– Dienstag: dachte ich, ich müsste schwimmen, weil ich das doch jetzt nutzen muss, und das Wetter schön war und überhaupt. Naja keine gute Idee. Nach 3 Bahnen setzte ich mich mißmutig in die Wiese. Kaputt, müde, schlecht gelaunt. Da saß ich dann noch eine dreiviertelstunde. Versuchte zu entspannen, redete mir ein wenigstens ein wenig Sonne (Vit.D!) zu genießen und somit wenigsten auch die Zeit rumzubringen. Half aber nix. Sondern nur: heiße Dusche und dann heim! Am Bahnhof prompt um 1 Minute die S-bahn verpasst. Auch schon lange nicht mehr passiert. Scheißtag.

– Mittwoch: musste zur Tafel, hatte zwar eigentlich genug im Kühlschrank/Tiefkühler (außerdem hab ich derzeit 0,0 Hunger, was ich in den letzten Wochen futtern konnte, ist jetzt vorbei, zum Glück, denn ich brauch kein Übergewicht) aber irgendwie musste ich unter Leute und zwar in genau dem Setting: lockeres plaudern. War dann auch ne nette Gruppe von insgesamt 4 Frauen, die sich in der Konstellation glaub noch nie unterhielten. Erstaunlich lustig und erfrischend!

– Donnerstag: zur Arbeit geschleppt. Weil: irgendwas muss ich tun, nur daheim sitzen macht das Ganze nicht besser, außerdem ist es finanziell diesen Monat eine Katastrophe! Schon lange nicht mehr so schlimm gewesen, kann vermutlich 2 Rechnungen nicht bezahlen. Nunja.
In der Arbeit verging die Zeit einfach nicht, obwohl ich genau das wie immer machte, wollte und wollte der Uhrzeiger nicht weitergehen…menno…

– Freitag: bissl spazieren, ko rumgelegen

– Samstag: rächte sich das „über die Grenze gehen“ der Woche. Lag nur völlig ko rum und schlief sehr viel. Laune: Monströs schlecht!

– Sonntag: Dasselbe wie Samstag, wollte aber zmindest mal kurz raus an die Luft, also aufs Radl. Viel zu weit gefahren, dachte ich schaffs nicht mehr heim, total kraftlos, schlapp, kaputt, daheim nur noch ins Bett gefallen und 2 Stunden tief geschlafen.

-Entspannung: is das einzige was mir derzeit gut tut. Immer wieder checken: Muskeln entspannt? Atmen! Raus in die Natur wo niemand ist. Löcher in die Luft schauen. Oft ist ein Film schon zu stressig. Pflanzliches zur Beruhigung einnehmen. Selber keinen Druck für irgendwas machen. In dem Tempo Dinge erledigen wie es gut tut (gestern staubsaugen, heute nass durchwischen, langsam gehen usw.). Das Gute wahrnehmen und genießen! Ruhige Musik. Dösen. Kein Koffein! Das fällt mir grad schwer…weil durch die hohen Streßhormone, schlafe ich nicht tief, ergo bin ich tabsüber meist sehr platt, das verleitet was zum aufputschen zu nehmen, das aber wiederum verschlechtert den Schlaf. Vielleicht hol ich mir die koffeinfreie Cola, weil manchmal brauch ich einfach Limo.

-knubbeliges: hatte ich schon lange an einem Fuß zwischen den Zehen: Da wuchs was. Und da das mit meiner Selbstfürsorge manchmal son Ding ist, hab ich jetzt solange gewartet bis es weh tat. Nunja. Also geschaut wo es hier medizinische Fußpflege gibt: die eine erreichte ich nie. Die anderen hatten Termin in 5 Wochen. Hautarzt nimmt keine neuen Patienten an, ABER es gibt ne Notfallsprechstunde. Hm, ich also hin wo mir gleich gesagt wurde, wenn ein dringender Patient kommt (starke Schmerzen, Abzeß, ect.) könne man mir nicht garantieren, dass ich dran komme. Ok Versuch wars wert. Nach mir kamen noch 4 Leute für die Notfallsprechstunde. Ich sah meine Chancen schwinden. Nach 40 Minuten Wartezimmerwarterei immer wieder Anflug von Panik. Scheiße hatte nix zu lesen dabei, Zeitschriften gibts nicht mehr, Handyakku fast leer…und dann: wurde ich als erste aufgerufen. Juchu. Eine sehr nette Ärztin erwischt, Fazit: Nö kein Hühnerauge. Warze! Ihhh. Naja. Also Lösung und Anleitung für die nächsten Wochen bekommen. Erleichterung.

– entdeckt: eine tolle glutenfreie Bäckerei in München! Das Mischbrot von denen schmeckt wie ein „normales“ so ein Landbrot mit Sauerteig. mega! Noch megaerer wär wenn sie es aufschneiden würden, weil es doch sehr weich ist, aber das sag ich denen, vielleicht nehmen sie ja den Kundenwunsch mit auf. Auch das Körnerbrot ist lecker aber für morgens zu schwer für mich und ich esse nur früh Brot. Dafür sind die süßen Teilchen auch super. Von der Innenstadt nur 3 Tramhaltestellen entfernt, also kann ich da mal wenn ich eh in München unterwegs bin, leicht mal was mitnehmen

Wochenrückblick 4.Juni 2021

entdeckt: es gibt sogar ein Diabetesmuseum!

– geärgert: dass ich mir eine Tageskarte extra kaufte obwohl ich mir dann eine Monatskarte kaufte, hätte ich da mal früher dran gedacht. Naja…

– innere-Anteile-Arbeit: tut gut wieder mehr nach innen zu kommunizieren. Habe ich die letzten Monate sehr vernachlässigt, da musste ich funktionieren und habe mich (leider mal wieder) nach innen eher abgeschottet, wollte quasi sowenig wie möglich mit mir selbst zu tun haben. Kurz darauf hatte ich einen sehr schönen Traum, meine Mutter hatte mir zum Geburtstag ganz was tolles geschenkt, viele kleine Sachen, ganz liebevoll verziert und gebastelt und ich spürte im Traum wie gut das tat wenn es für mich getan wird, als wirkliches Geschenk und nicht weil somit die Mutter gut dasteht und Lob für sich bekommt. So war das immer in unserer Familie, es wurde nicht wirklich was für den anderen getan, um ihm wirklich zu helfen oder ihm wirklich eine Freude zu machen, sondern immer nur damit der andere gut dasteht und man dankbar sein muss undso…Habe den Traum und das Gefühl des „gesehen werdens“ so sehr aufgesaugt und genossen!

– genossen: Sonne! Wärme!

– gemacht: einen Ausflug: normalerweise mache ich an Sonntage oder Feiertagen keine größeren Ausflüge, weil mich die ach so (vermeintlich) glücklichen Familien/Paare traurig oder aggressiv oder beides nacheinander machen. Aber am Donnerstag (Fronleichnam in Bayern) musste ich raus und ich wußte auch wohin: In eine Kleinstadt südlich von München, da wollte ich schon lange mal (wieder) hin. Ganz früh bin ich schon los (um den Massen zu entkommen) um in der S-Bahn festzustellen: Die ist voll. Mist. Als aber wirklich ALLE an einem Bahnhof ausstiegen, andem auch ein Zug Richtung Berge hält war ich schon fast euphorisch: die ganze Bahn bis zur Endhalestelle für mich alleine 🙂
Es ging dann entlang der Loisach hoch in einen kleinen Bergwald. Sehr idyllisch, sehr ruhig. Oben am Kamm teilweise eine super Panoramasicht zu den schneebedeckten Bergen. Auf der anderen Seite wieder runter, an der Loisach wieder Richtung Altstadt. Da machte ich pause und überlegte was ich noch machen will, noch rüber zur Isar oder nach Hause oder wieder Richtung München und da irgendwo nochmal aussteigen? Ich machte erstmal Pause und entschied, ich geh mal Richtung Isar und sollte mir das zu weit, zu laut (an der Bundesstraße entlang) werden, kann ich immer noch umdrehen.


Ich ging unter einer Brücke durch wieder rauf zur Straße und stand vor einem kleinen Gebäude, das mich erstmal flashte. Diese Kleinstadt ist mir nicht unbekannt. Als Kind fuhr ich öfters (ich weiß nicht wie oft, glaube aber so 1-2x im Jahr) mit meiner Mutter zu einem Arzt. Wegen meinen Kopfschmerzen. Es war immer eine lange Fahrt und dann saßen wir lange im Wartezimmer (ich kann mich an jedes Detail erinnern),dann wurde ein EEG gemacht (sehr unheimlich für ein Kind, vor allem wenn die sehr mitfühlende Mutter einem sagt, dass die jetzt schauen, ob ich auch brav immer an sie denke), dann Gespräch. Als ich einmal las was das für ein Arzt ist: PSychiater und Neurologe weigerte ich mich da rein zu gehen. Ich! Zum Psychiater! Ich hatte keine Chance. Naja und danach gingen wir jedesmal in dieses Gebäude vor dem ich nun verdattert stand: „Frauenname“-Stüberl. So ne Boazn wo sich Berufsalkoholiker treffen und es Fertiggerichte aus der Mikrowelle gab. Einerseits mussten wir wohl auf den Bus zurück warten, der nur wenige Male täglich fuhr, andererseits, das wurde mir da so richtig klar, konnte meine Mutter ihren Alkohol nachtanken. Ob ihr niemals der Zusammenhang auffiel: ihre Sauferei und mein Besuch beim Psychodoc? Denn ich hatte nie Kopfschmerzen, ich merkte einfach, dass ich dadurch etwas Aufmerksamkeit bekam und es als Ausrede nutzen konnte vor Dingen, vor denen ich Angst hatte. Und da ich mit 5 Jahren einen schweren Fahrradunfall hatte, kaufte man mir das auch ab. So berechnend ist natürlich keine 6-jährige, dass mir das so bewußt war wie heute. Meine tolle Mutter sagte mir dann auch mal Jahre später, dass ich aufgrund des Unfalls ein Blutgerinnsel im Kopf hätte. So ein Unfug. Dazu hätte man ein bildgebendes Verfahren wie CT/MRT ect. gebraucht, das niemals gemacht wurde.
Als ich mich von dem Stüberl wieder löste (es war zum Glück eh geschlossen), ging ich die wenigen Schritte zu der ehemligen Arztpraxis. Da ist jetzt eine Anlaufstelle für Erziehungshilfen drin von einer caritativen Vereinigung. Auch passend. Hätte unserer Familie auch gut getan.

Ich fragte mich, wie es meiner Mutter wohl heute geht, sie hatte auch noch an dem Tag Geburtstag…
Den letzten Bericht von dieser Praxis habe ich mal in einer sehr verzweifelten Situation (eine Woche später Suizidversuch) vernichtet. Wahrscheinlich hoffte ich insgeheim: wenn der Bericht weg ist, sind auch die Probleme weg. Ich weiß nur noch bruchstückhaft was da drin stand.
Was mir bei dem Ausflug wieder gravierend auffiel: Dass es keinerlei emotionale Verbindung zu meiner Mutter gab: Da hatte ich sie mal einen halben Tag für mich alleine (keine Arbeit, keine anderen Männer, keine Schwester ect.) und trotzdem war sie so weit weg. Absolut unerreichbar! Wie unsichtbar. Wie eine fremde Frau die jetzt mit mir zum Arzt geht. So traurig.
Aber ich kenne die Stadt auch noch von zwei anderen Ausflügen als ich etwas älter war und ich ließ mich in dem Ort zweimal tätowieren. Und ich hatte sogar mal einen Exfreund der dort wohnte.
Nun, jetzt ging ich dann doch noch zur Isar hinunter und fand einen schönen Wald voller Trampelpfade, noch stiller als im Bergwald und kaum Menschen. Da dort nichts ausgeschildert war, musste ich mich auf meine Orientierung verlassen, was wunderbar funktionierte.
Dann fuhr ich zufrieden, etwas traurig und sehr erschöpft wieder nach hause

Kleine Schritte…

Ein dickes Seil besteht aus vielen dünnen Fäden.
Ich bin auf der Suche nach diesen Fäden, um mich dann mit dem Seil wieder aus dem Loch zu ziehen.
Schwimmen ist ein Lebenselexier für mich. Dieses Schwerelosigkeit, aber doch kraftvoll gegen das Wasser anschwimmen, das sich treiben lassen, schwebend. Einfach dieser andere Aggregatszustand…faszinierend.
Tja dank Corona, fiel das nun im wahrsten Sinne des Wortes sehr lange ins Wasser. Nichts ging mehr.
Vor 3 Tagen reservierte ich mir ein Ticket (muss man online machen). Heute war der Termin. In der früh dachte ich mit grauen daran, dass ich an dem doch recht kühlen Morgen, bestimmt nicht halbnackt vor fremden Leuten rumlatschen will. Und ich war müde…so müde…ich überlegte während des Frühstücks, ob es wirklich ein zuviel (also eine Grenze/Überforderung) wäre oder nur der innere Schweinehund und wie es mir gehen würde, wenn ich zuhause bliebe. Da war klar: ich fahr!
An der Kasse: wenige Leute. Am Checkpoint (QR-Code herzeigen) superfreundliches Personal. Oben: Sonnenschein. Maske weg, rein ins Wasser, das gar nicht so kalt war wie ich es in Erinnerung hatte. Und dann: Glitzerndes Wasser, freie Bahn, die ersten Schwimmzüge und ein fettes Grinsen im Gesicht! JUCHU!
Halbe Stunde durchgeschwommen (für einen total untrainierten Zustand recht gut, find ich). Leider war dann der Wind dermaßen heftig und kalt, dass ich recht traurig zu den Duschen latschte. Gerne wäre ich noch auf der Wiese in der Sonne liegen geblieben. Sonne, endlich wieder! Nach einer heißen Dusche und in den Klamotten stand ich unschlüssig herum. Ich wollte noch nicht heim.
Also im Kiosk einen Kaffe geholt und mich ganz weit hinten in die Wiese, da wo kein Mensch war, doch nochmal hingesetzt und ein wenig gelesen und entspannt und einfach in der Sonne gesessen.
Es tat so gut.
Ich mach mich weiter nach den dünnen Fädchen…
einen Schritt nach dem anderen

Depression ist…

Man sagt, Depression sei eine Krankheit der …losigkeit.
Gut, ich zähl mal meine auf:
– Beziehungslosigkeit (damit meine ich nicht die romantische Beziehung zu einem Mann, sondern generell fehlende intensive, gute, nährende Kontakte , also man könnte es auch Kontaktlosigkeit bezeichnen, da ich mich in der Depression generell irgendwie abgekoppelt fühle, suche ich eine Beziehung zur Welt, zur Natur, zu Tieren und ja auch zu mir selbst. Unter der Glasglocke beschreibt das Gefühl sehr gut und man muss dafür nicht das ganze Buch gelesen haben (ich habs nicht geschafft).
– Sattlosigkeit, ich könnt ewig essen, obwohl ich genug esse gibt es immer ein nagendes Gefühl im Bauch. Ich interpretiere es als Hunger nach Nähe.
– derzeit besonders stark: Sonnenlosigkeit, das beeinträchtigt schon arg.
– Projektlosigkeit, wenn man so gar kein Thema, Hobby, Ziel, eine Aufgabe hat, dann wird alles zäääääh
– blöderweise korreliert das mit: Interessenlosigkeit. Es ist auch alles fad und einfach gääääähn
– Aktionslosigkeit: is der Bruder der Projektlosigkeit, aber damit meine ich nun: keinerlei Selbstgestaltung des Lebens. Früher kannte und konnte ich das nicht, dass ich aktiv was machen kann, wie z.B. Zoo, Sport (vor allem schwimmen), Kunst anschauen oder noch besser: selber machen…und das ganze mit viel Bewußtheit. Jetzt habe ich das mühsam gelernt und verinnerlicht, dann kam…tätäää Corona!
– Freudlosigkeit, Humorlosigkeit
– Gottlosigkeit: damit meine ich generell wenig bis keine gelebte Spiritualität
– Ziellosigkeit, auch ähnlich der Aktions/Projektlosigkeit…und heißt eigentlich Sinnlosigkeit, leider klingt das erst recht deprimierend.
– Selbstwertlosigkeit: irgendwann fühlt man sich nur noch klein, unwichtig und furchtbar schäbig, man ist nichts-man kann nichts
– Wohlgefühllosigkeit: keine innere Zufriedenheit, keine Entspannung, keine Wärme
– Leblosigkeit, der Körper lebt zwar noch, vegetiert aber eher so vor sich hin, innerlich fühlt es sich kalt und tot an
– Kraftlosigkeit, ich schafe zwar sehr viel, wenn es mir schlecht geht (wofür ich dankbar bin, weil ich mich ein wenig auch in den Schlaf flüchten kann), aber die Qualität des Schlafes ist sehr mies. So dass ich trotzdem kaputt bin.

Dazu kommt das nix passt:

Scheint die Sonne will ich Regen, regnet, will ich Sonne.
Lieg ich im Bett, will ich raus, gehe ich raus, will ich wieder heim.
Bin ich alleine, will ich Gesellschaft, bin ich in Gesellschaft will ich alleine sein.
Hab ich so ein komisches Gefühl im Bauch, halte ich es für Hunger, essen will ich aber auch nicht, der Appetit fehlt total.
Ich hasse solch extreme Phasen…und wie immer weiß ich keinen Weg daraus…

Wochenrückschau 28.Mai 2021


– fragil: eigentlich wollte ich schreiben, dass es mir wieder besser gehe. Dem ist nicht so. Nachdem ich zwei Tage recht gut gelaunt und auch fit war (inkl. langer Radlrunde) bin ich nun wieder deprimiert, verzweifelt, kraftlos. Auch habe ich festgestellt, dass ich derzeit nach Energydrinks regelrecht aggressiv werde, aber von normalen Kaffe mit Koffein nicht. Seltsam. Auf dieses schwankende (Stimmung, und Kraft) eingehen und beachten, das fällt mir nach wie vor sehr schwer. Da will der Kopf oft was anderes als der Körper.

– merken: ab sofort einen Bus später nehmen. Bin jetzt mehrmals der Wohnungsbesitzerin in der Arbeit übern Weg gelaufen. Sie ist nett und alles, aber mich stresst das dermaßen und ich bin dann total konfus, weil ich meinen normalen Ablauf nicht machen kann, wenn sie noch in Bad/Küche werkelt, muss ich woandes anfangen usw.

– gemacht: Wieder Winterbettwäsche draufgezogen. Weil die neue Sommerdecke zwar ideal vom Gewicht und von der Haptik/Form ist, aber eben kaum wärmt. Eher so ne Decke, dass man sich halt geschützter fühlt. Fürn Sommer echt top, aber bei diesem ständig grau kalten Nieselwetter echt ätzend.

– Männerrettung: Ich spring nicht nur auf Männer an, die leicht verwahrlost erscheinen, sondern auch auf die, die keine Freunde haben. Interessant!

– alte Freundschaften: Entschieden, dass alte Freundschaften aufwärmen meistens nicht funktioniert. Das sah ich mit H. wir hatten „nur“ eine Brieffreundschaft, die war aber tatsächlich langjährig. Leider eher sachlich. Wir berichteten uns relativ steril was wir so machten und taten, aber wie es uns wirklich geht, das kam nie zur Sprache. Ich versuchte es mal auf diese Ebene zu heben, indem ich sie auf ihren sehr sichtbaren Gendefekt ansprach und wie sie trotzdem soviel Selbstbewußtsein und Selbstvertrauen entwickeln konnte. Es kam nur ein lahmer Satz, dass sie das einfach schon immer hatte. Punkt. Außerdem hatten wir gar nichts gemeinsam, außer dass wir mal ein Jahr in dieselbe Klasse gingen. Naja.

– gestaunt: mal wieder eine meiner Vorahnungen gehabt. Schaue einen Film. Einer fragt den anderen wo er ausstieg, mir schießt die Hermann-Lingg-Straße durch den Kopf. Der Schauspieler antwortet: Hermannstraße. Mein Unterkiefer klappt herunter.

– gekauft: Lebenskarten. Die gibt es nun auch für Kinder. Mussten natürlich her. Find die aber weniger gut, als die „normalen“. Zuviele fast gleiche Karten. Nach 2 Tagen Überlegung zurückgeschickt. 22,-Euro sind mir da doch zuviel. Bastel/male mir lieber selber welche, oder benutze mal wieder die für Erwachsene.

– getraut: an der Supermarktkasse zu fragen, ob ich das Brot günstiger haben kann, weil es ja schon abgelaufen war. Antwort: nein, dann dürfen wir es gar nicht mehr veraufen. Schade. Aber immerhin getraut zu fragen 😉

– aktiv: statt über andere zu jammern und in Erstarrung zu versinken, mal wieder das Telefon in die Hand genommen und zwei Termine ausgemacht: Für Friseur und für Kosmetik. Freue mich schon sehr auf die Abwechslung mal wieder.

– gelesen: Das Buch: Als ich aufhörte, mich zu bekämpfen. Und mich selbst an die Hand nahm.
Einleitungstext:
Es ist eine Achterbahn der Gefühle. es ist ein Leben voller Gegensätze – von intensivsten Gefühlen zu absoluter Leere. Eine tiefe Sehnsucht nach Nähe, aber auch große Angst, sie zuzulassen.
Angst zu vertrauen, weil man verletzt werden könnte, aber auch Angst allein zu sein.
Manchmal bedeutet Borderline für mich, einen täglichen Kampf zu führen, um diese Welt auszuhalten. Ein stetiges suchen nach Halt, wil ich ihn in mir selbst nicht finde.
Ich war auf der Suche nach einem Buch in dem es um krankheit akzeptieren geht. Gibts aber kaum. Die meisten propagieren wie man Agst/Depression/ect. los wird. Mit zig Programmen, Schritten und so weiter. Das Buch fand ich zu anfangs furchtbar. Viel zu pseudofröhlich, wie man halt so drauf ist, wenn man endlich meint den Schlüssel für sein Leid gefunden zu haben. Ging mir schon x-mal genauso. Voller Euphorie, voller Zukunftsvisionen. Dass die Autorin erst 22 ist, naja merkt man. Eher kindliche Sprache. Viele Kalendersprüche, Allerweltsweisheiten. Ab der Mitte gehts etwas ruhiger zu. Aber für mich auch nicht wirklich neues oder hilfreiches. Schade

Freunde

Mich treibt das Thema „Freunde“ weiter um.
Wann ist es legitim sich zu trennen? Wo hat der andere die Verantwortung für sein Verhalten zu tragen und wo muss ich mehr Verantwortung für mich übernehmen? Und warum kann ich den anderen nicht mehr sosein lassen wie er ist, wenn es in Bereichen ist, die mich nichts angehen?
Und versuche ich es mit dem ein oder anderen Menschen nochmal, wo schon länger eigentlich kein Kontakt mehr besteht ?

Weiterlesen „Freunde“

Wenn Frauen zu sehr leiden

Nein, ich habe mich nicht verschrieben, aber es hat schon was mit dem Buch „wenn Frauen zu sehr lieben“ zu tun.
Wenn eine Beziehung, eine Freundschaft, ein Miteinander mit einem bestimmten Menschen nicht klappt, haben natürlich meistens beide ihren Teil dazu zu tragen. A. hat also, wie letztens schon geschrieben eine ziemliche passiv-aggressive Art drauf und ich eine kontrollierende. Das merke ich erst jetzt so. Ich habe nicht akzeptiert, dass er anders ist, anders denkt, anders fühlt, anders handelt als ich, sondern wollte ihn ändern, damit er so ist, wie ich bin. Wie ich ihn haben will.  Das ist natürlich extrem übergriffig und genau das Verhalten habe ich an meinem Vater gehasst. Wenn ich etwas tate und Spaß dabei hatte und er das nicht machte, machte er es mir madig oder lächerlich oder ignorierte mich und meinen Spaß vollends.

Weiterlesen „Wenn Frauen zu sehr leiden“

Wozu leben?

Ich komme (mal wieder) aus dem grübeln nicht raus, was der Sinn meines Lebens sein soll.
Freud sagt, allein die Frage nach dem Sinn zeigt, dass der Mensch krank ist. Wasn Bullshit. Freud wird auch völlig überbewertet. Alter weißer Mann halt…
Ich lese das Buch: wer ein Warum zu leben hat, von Viktor E. Frankl (weiter geht das Zitat: erträgt fast jedes Wie, soll angeblich von Nietzsche sein, meine innere Feministin jault auf, welche männlichen angeblichen Superhelden ich denn noch aufzählen will.)


Leider geht es mir bei dem Buch wie bei der anderen Lektüre vom gleichen Autor: Trotzdem JA zum Leben sagen: Frankls verschachtelte Sätze und überkandidelte Wortwahl verwirrt mich und nach 5 gelesenen Sätzen denke ich nur ein lautes HÄ? Ich kapiere nix, was der da meint. Velleicht redete man so vor fast 100 Jahren in akademischen Kreisen.


Ich brauche Ablenkung und treffe mich mit J. zum Geburtstag nachfeiern. Sitzen im Park, trinken Bier, essen Pommes, finden Gänseküken süß (ich) und erzählen (hauptsächlich er).
Wieder zuhause krieg ich von ihm eine Nachricht, dass es wie immer mit mir total schön fand und sich bedankt, weil ich es wieder mal geschafft hätte, dass er jetzt wieder den Kopf frei hat.
Ach, vielleicht gibt es nicht den einen großen Sinn, sondern viele kleine Sinne (auch das keine neue Erkenntnis für mich). Vielleicht ist ein Sinn, J. zu helfen.
Ach nee mal wieder nem Alkoholiker helfen, das hatten wir doch schonmal…
Diesmal jault meine innere Coabhängige auf…

Passiv-aggressiv

Ich kam jetzt drauf, warum ich mit A. sooft aneinander gerate und das von Anfang an: er hat ein passiv-aggressives Verhalten drauf: was ich gut finde, mag er nicht, wo ich mich gut auskenne, das stellt er in Frage, auf meine Fragen (treffen wir uns am Samstag?) kamen oft gar keine Antworten oder erst am Samstagfrüh, dass es nicht klappt, als ich dann zurück schrieb: „macht nix bin auf Radltour“, war ER beleidigt und meinte, wir hätten doch was ausgemacht. Eben nicht. Ich bat ihm mehrmals mir mindestens einen Tag vorher bescheid zu geben. Ich hatte damals die Verantwortung für mich übernommen und Plan B aufgestellt und umgesetzt weil ich das schöne Wetter genießen wollte. Als ich ihm jetzt wieder sagte, dass ja wieder keine Antwort auf meine Frage „klappt Samstag?“ kam, meinte er tatsächlich: „ich wußte nicht, dass es dir so wichtig ist.“ ÄH?? Ständige Provokation, wenn ich das anspreche wird alles noch verdrehter und verwurstelter, als ob er mit Absicht nicht versteht oder fängt einfach ein anderes Thema an. Ganz am Anfang schwieg er einfach. Kommunikationsverweigerung.

Man fühlt sich ohnmächtig, hilflos und eben: wütend!
Wer das macht, kann nicht klar kommunizieren. Aus Angst vor den Folgen. Manchmal sind sich diese Leute ihrer Bedürfnisse selber nicht im klaren, so könnte es bei A. zum Beispiel sein, dass er sich zwar gerne mit mit trifft, aber nicht bei sich zuhause, sondern draußen, oder bei mir oder woanders (wenn grad nicht Lockdown ist).
Und auch ich muss mir meiner Gefühle und Bedürfnisse wieder klarer werden UND das sagen bzw. danach handeln. Das Universum schickt mir ja genügend Übungsmöglichkeiten. Anstatt zu sagen: könntest du bitte etwas langsamer gehen? Erwarte ich dass der andere das von alleine merkt, als er das nicht tut, werde ich sauer auf ihn, zeige das aber nicht und werde noch wütender und meide den Kontakt.
Oder anderes Beispiel: ich habe einige Sachen bei den Kleinanzeigen eingestellt und dazugeschrieben, dass ich nicht versende, sondern es nur bar bezahlt und abgeholt werden kann. Kommt ne Anfrage, ob ich nicht doch versenden könne. Ich bleibe nicht bei mir, knicke ein und sage: okay ausnahmsweise, das Porto kostet XY. Antwort: „ok dann überlege ich es mir nochmal.“ Und ich explodiere wieder, wil die dumme Kuh..usw..
Kein Wunder, dass ich vor Wut brodel innerlich und nach Außen freundlich tue. Das ist genauso falsch, unauthentisch und unfair.
Klar werden, klar bleiben. Man kann es auch nüchtern nennen. Raus aus der Sucht, hin zu den wahren Bedürfnissen und Wünschen.

Passend dazu fällt mir noch was ein. Letztes sah ich eine Folge von einem Hundetrainer. Und da war eine Frau so Mitte 40 deren Hund ständig außer Rand und Band war. Kaum zu bändigen. Er riß an der Leine, sprang an ihr hoch, folgte keinem Kommando. Auch nach mehreren Besuchen des Hundetrainers änderte sich nichts. Dann kam ihnen eine Freundin entgegen die auch einen Hund hatte, sie sollten mal die Hunde tauschen. Dann passierte erstaunliches: Der Hund der Freundin benahm sich bei der anderen Frau genauso flegelhaft und respektlos! Es war klar, es lag an der Frau. Der standen schon die Tränen in den Augen und sie sagte bestätigend: „Mit mir können sie es ja machen!“. Da nickte der Hundetrainer nur, er war derselben Meinung. Sie zeigte keine klare Haltung, weder körperlich noch psychisch. Bei der Freundin testete der andere Hund auch gleich die Grenzen, doch diese Frau blickte ihn scharf an, sagte NEIN, nahm die Leine kürzer und schon saß der Hund still da.
Ruhig und bestimmt bleiben…und fragen: Was will ich

Wochenrückblick 21.Mai 2021


– Entscheidung: ich kann die anderen nicht ändern. Aber mein Denken, Verhalten ect. kann ich ändern. Verantwortung für meine Gefühle übernehmen.
Ich werde J. mal sagen wie mich sein unterwürfiges Verhalten nervt, dass er sich immer als der Depp hinstellt, der er nicht ist. Ich mag ihn nicht blamieren oder verletzen, aber ich mag auch mal authentisch sein und zeigen, wenn mir was nicht passt. Ich packe andere gerne zuviel in Watte… Ich habe mich beklagt über die fehlende Zuwendung durch andere: gebe ich mir selbst genug Zuwendung und Aufmerksamkeit? Will ich auch mit mir nichts zu tun haben? Ich war die letzten Monate sehr im Funktionsmodus, in der Erwachsenen, im Außen. Was ist aber mit meinem Inneren? Mit kindlichen Anteilen? Da muss ich mich hinwenden. Da mal wieder hinhören und hinfühlen und mich versorgen, Gespräche nach innen.
Und das läuft bei mir nicht wie die übliche Innere-Kind-Arbeit ab, das is mir zu süßlich, zu weichgespült, dieses „hach was brauchst du denn-tüdelü“, vor allem da es bei mir eher um den inneren Jugendlichen geht und die können mit so *heile-Welt-Getue* ja mal gar nix anfangen. Also probierte ich ein paar Sätze und innere Vorstellungen aus. Hmm so recht zündete der Funken nicht, ich brachte keine Verbindung zustande oder ein stimmiges Gefühl. Dann kam die Kapitulation: ich ließ mich imaginär vom Sofa ganz langsam gen Boden gleiten, bis ich quasi auf Augenhöhe mit meinen inneren Anteilen da saß und verkündete: „ich weiß auch nicht weiter. Ich kann mich weder um mich noch um dich gerade kümmern.“ Und das war der Knoten! Ich entspannte mich total, der innere Druck wich, ich atmete tief ein und aus, mehrmals und wiederholte diese neue Erkenntnis mehrmals. Keiner geriet in Panik, es war eher so ein: „ja nü, dann is das halt nun so!“
Kinder kommen mit Ehrlichkeit ganz gut zurecht, sie spüren jedes falsche „ich hab alles unter Kontrolle, mach dir keine Sorgen!“ wenn grad alles drunter und drüber geht. Mein Vater hat immer versucht seine Angst vor mir zu verstecken, was natürlich nicht klappte und auch das Vertrauen zu ihm nicht sonderlich wuchs, denn warum machte er das und was soll das und ich seh doch dass es ihm schlecht geht…
Innere Teile-Arbeit, immer wieder spannend!

– Vitamin D: habe ich mal messen lassen. Ergebnis: 19 ng/ml man sagt mindestens 30 wären nicht schlecht, besser 40-60, manche gehen sogar auf 80 hoch. Also Vit. D nehmen, mal schauen.

– Frage der Woche: was machen eigentlich kinderlose Tiere? Karriere schonmal nicht…

– Gassi! Mit einem schwarzen Labrador Gassi gegangen. Leider passt die Verbindung zwischen uns nicht so. Er hört zwar, aber das gewisse Etwas fehlt. Und als unkastrierter Rüde mit 4 Jahren hat er mir vielzuviel Energie. Als ich dann auch noch merkte, dass er sein Spielzeug nicht mehr dabei hat ergriff mich leichte Panik. Jeder andere hätte gesagt: ja mei, entweder wir finden es wieder oder es gibt halt ein neues. Nicht so ich, wenn ich eh schon schlecht beinand bin und mir dann auch noch ein Fehler passiert! Schrecklich! Ich hatte aber ne leise Ahnung, wo es sein könnte und tatsächlich: da war es auch!

-SOS! Krass, an einem Abend als ich fast von Hoffnungslosigkeit und Einsamkeit erdrückt wurde schlich ich ins Bad und sah auf der digitalen Uhr: 5:05. Es war aber 18 Uhr nochwas…Da war anscheinend vor 5 Stunden ein kurzer Stromausfall. Ich las aber auch: SOS. Boah Hilfe brauch ich langsam echt. Leider ist der psychiatrische Krisendienst wegen Überlastung nicht erreichbar. (witzigerweise hatte mein Radiowecker im Schlafzimmer weiter die ganz normale Uhrzeit.)

– gesehen: den Film „YUNG“, passte genau grad in meine Stimmung und Lage: Es geht um 4 junge Frauen und ihr Leben in Berlin, samt Drogen, Partys, Freundschaft und Prostitution… Es ist zwar ein Spielfilm aber aufgemacht wie eine echte Reportage, daher gibt es jetzt keine wirkliche stringente Geschichte. Sondern eben viele kleine. Genossen hab ich natürlich die Technoszenen und wünschte mir nichts sehnlicher, als da jetzt mit dabei zu sein. Die laute Musik die einem alle Gedanken wegpustet und voll und ganz wieder bei einem ankommen lässt…auch mit der Überheblichkeit der Jugend (was soll uns schon passieren) konnte ich mich wieder identifizieren,  Hedonismus ausleben ohne sich groß Gedanken um morgen zu machen. Die Prostitutionsszenen waren schon krass, zum Glück waren es nicht viele, aber die reichten mir. Und Drogen, mei damit konnte ich noch nie was damit anfangen. Ich hatte immer vielzuviel Angst vor Kontrollverlust, außerdem weiß ich schon lange, dass ich auf Medikamente ect. sehr sensibel reagiere und oft nur die halbe Dosis brauche und mir fehlte auch schlicht das Vertrauen von einem dahergelaufenen Typen ne bunte Pille zu kaufen, wer weiß was der da reinmischt…ne Alkohol hat mir meist gereicht. Und Musik, music is the only drug  (Erinnerung an Loveparade…*schluchz*)

– auch gesehen: den Film „SOUL“, ein Animationsfilm. Eine zeitlang konnte ich mit denen nichts anfangen, weil ich mit alten typischen Zeichentrickserien aufgewachsen bin, aber inzwischen finde ich das toll zu sehen, weil es eben ganz anders wirkt. Um was gehts? Um den Sinn des Lebens. Wirklich goldig gemacht, mit den vielen kleinen Seelen die da auf die Welt purzeln, aber auch der Hauptcharakter der leidenschaftliche Jazzmusiker zieht einen mit in den Bann. Für Kinder fast ein wenig zu komplex, aber warum nicht auch mal einen „Kinderfilm“ für Erwachsene ;). Mich treibt ja diese Frage nach dem Sinn des Lebens seit meiner Jugend um. Eine zeitlang rückte das in den Hintergrund als ich zu beschäftigt mit Vollzeitjob, Nebenjob, Beziehung und Partys (siehe oben) war. Um dann immer völlig erschöpft und depressiv zusammenzubrechen, weil ich mich selbst mal wieder verloren hatte und mich erneut auf die Suche nach mir und meinem Lebenssinn zu machen. In dem Film wird das „Funke“ genannt, die Passion fürs Leben…und da wird auch Nummer 22 gezeigt, die Seele die keine Lust aufs Leben auf der Erde hat, die in der Halle für alle (in der mal ausprobieren kann, was einem Spaß macht, von kochen über Feuer löschen und Basketball spielen) auch nicht fündig wird und zynisch sich dem Leben im Vorseits gut eingerichtet hat…welcher Funke spüht bei dir? wirklich sehenswert 😉

– gelesen: Würde und Eigensinn von Udo Baer und Gabriele Frick-Baer aus ihrer Bibliothek der Gefühle. Es ist ein ganz dünnes Büchlein, aber mit immens hoher Qualität. Der Inhalt hat es echt in sich. Ich las schon vor einiger Zeit ein anderes Band von denen: Vom sich-fremd-sein zum in-sich-wohnen. Auch so ein Lebensthema bei mir. Und jetzt WÜRDE. Uff, ich wußte, dass es nicht leicht sein würde, dass zu lesen, weil all die vielen Entwürdigungen, Demütigungen und Entwertungen sich wieder ins Erinnerungsgedächtnis schleichen würden. Und ich scheine für all diese psychischen Greueltaten echt ein Sammelbecken zu sein. Und wenn ich meinen Eigensinn zeigte (den Sinn fürs Eigene) wurde der auch wieder nieder geknüppelt. Ach lass sie, die is nur bockig. Oder ausgelacht oder….
Würde braucht nährenden Kontakt, ein gesehen, gehört und ein ernst genommen werden.
Braucht Spiegelung und Resonanz. Durch fehlendes Zugerhörigkeitsgefühl verschwindet sie schnell wieder („ich bin nicht würdig…“)
Die Autoren schreiben herzlich und ganz liebenswert ohne irgendwie schwülstig zu klingen. Es ist kein klassischer Ratgeber sondern regt zum nachdenken an, zeigt Zusammenhänge auf. Auch Ideen wie man sich seine Würde wieder zu eigen machen kann. Da schreiben echte Profis.

– festgestellt: meine Tante ähnelt immer mehr ihrer Schwester, meiner Mutter. Auch sie arbeitet nun im Altenheim und kümmert sich lieber um diese Leute, als um ihre eigene Familie. Mir sagte sie ab, als ich zu Besuch kommen wollte (wegen Corona), aber ne im Altenheim sind ja kaum Menschen (da war noch keiner geimpft!). Und auch das: über ihre Probleme lang und breit schreiben, aber wenn ich mal ihr Ohr brauche werde ich abgekanzelt mit Allerweltsfloskeln. Nunja weiß ich bescheid.

– gemacht: Massage zuhause. Einen Typen gefunden der zuhause massiert. Das habe ich schon lange gesucht, weil ich normalerweise nach eiiner Massage noch gute 30 Minuten mit der Bahn heimfahren muss und da der Effekt schnell wieder flöten geht oder es schlicht unangenehm ist. Hier direkt im Ort gibt es nicht die Massagen die ich will oder mir waren die Behandler zu unsymppathisch.
Da der Massagetyp auch auf einer speziellen Seite inseriert hatte, bot er auch Intimrasur und Intimmassagen an. Hm dachte ich, wer weiß vielleicht mach ich das auch mal. Aber erst zum kennenlernen eine normale Rückenmassage. Is ja nicht ungefährlich wir sind ja bei mir zuhause und nicht in seiner Praxis. War dann doch sehr aufgeregt, wer da jetzt wohl kommt undso. Obwohl ich vom schreiben her und seinem Foto ein gutes Gefühl hatte. Dann sah ich sein Auto mit seiner Werbung drauf (er macht also nur Hausbesuche als Physiotherapeut) und als er auspackte sah ich dass er auch eine eigene Liege dabei hatte, da vertraute ich ihm schon (klar dass könnte man sich jederzeit auch so kaufen und die Leute reinlegen, aber da hab ich ein gutes Bauchgefühl). Er war auch achtsam und an den Griffen merkte ich schnell, der hat das gelernt. Aber irgendwie war er mir doch der zu nette Onkel. Harmlos, aber irgendwie zu süßlich. Also kein zweites Mal und schon gar nicht intim *schüttel!

– Aussicht: Langes Pfingstwochenende klar, Wetter soll so mittelmäßig werden…ich muss mich weiterhin dringend um mein Innenleben kümmern, Gefühle aufspüren, wahrnehmen, zulassen…mich erholen, generell gut für mich sorgen (etwas Bewegung, verträgliche Nahrung, Ruhe…) und hoffen, dass es mir bald wieder besser geht