Eine Therapiestunde

Ich bin nicht mehr in regelmäßiger Psychotherapie. Aber bei Bedarf kann ich mich jederzeit melden, denn die Therapeutin kann das bis zu 3 Std. pro Quartal so abrechnen. Das ist super. Das nehme ich hin und wieder in Anspruch.

So auch heute. Wegen dieser Anspannung und Gereiztheit und dem Ausraster in der Arbeit. Ich wollte einfach mal drüber reden. Den letzten Termin Anfang Dezember sagte ich ihr damals ab, weil es mir ja SO BLENDEND ging. Dank Lyrica. Jetzt gehts mir so beschissen. Dank Lyrica.

Meine Therapeutin kennt mich gut und lange. Und oft bringt sie Sachen zur Sprache die ich übersehe. Oder nicht in Worte fassen kann. So auch heute: „Dass muss eine unfassbare Enttäuschung für Sie sein, dass das Medikament nicht mehr so wirkt. Sie klangen so sehr begeistert (bei der Terminabsage) dass ich schon etwas skeptisch war. Dass es Sie aber so schnell und so heftig jetzt umhaut, dachte ich nicht.“

ENTTÄUSCHUNG! Ich fühlte dieses Gefühl nicht! Dass es doch nicht die Pille ist, die mir den Rest meiner Probleme wegnimmt. Dass ich jetzt doch wieder diese scheiß Angst und Anspannung habe. Dass es doch keine Hilfe und Unterstützung (in dieser Form) für mich gibt, nach all den Jahren harter Therapie an mir selbst. All die Vorfreude auf ein normales Leben wieder futsch ist und dafür all die Angst, Anspannung, Kopfkino wieder da ist.

All das habe ich verdrängt. Deswegen auch die Gereiztheit. Das nicht schlafen können. Das Herzrasen. Das Gefühl meldet sich und ich wollte es nicht haben.

Tränen flossen. Ich fühle mich das erste Mal seit wann? entspannt. Jetzt kann ich mir anschauen und fühlen was ich alles verdrängt habe. Trauer. Trauer und Trauer. Und diese Enttäuschung.

Leere und Einfachheit

Allein diese zwei Wörter Leere und Einfachheit beruhigen mich schon ungemein.

Noch beruhigender finde ich es, wenn wirklich Leere und Einfachheit um mich herum herrschen würde! Freie Flächen finde ich beruhigend. Sehr beruhigend! Mein zerrüttetes Nervensystem mag Klarheit. Ich merke das jedesmal wenn ich meinen Tisch komplett abräume, zum abwischen. Dann schaue ich drauf und denke, nein fühle viel mehr einfach nur: Ahhhh! Und Erleichterung!

Deswegen las ich Murakami so gern. In seinen Geschichten sind nicht nur die Wohnungen spartanisch eingerichtet, sondern auch die Lebensweise und Essenszusammenstellungen der Protagonisten ist einfach und übersichtlich.

Ich hätte das auch gerne. Einzig mein hungriger Geist und meine Neugierde lassen immer viel zuviel Gerümpel entstehen. Nein es ist kein Gerümpel, aber Zeugs. Allein die Ecke neben dem Sofa, da liegt eine Zeitung, mein Tagebuch, das Programm eines großen Kulturhauses, eine Zeitschrift, ein Rätselheft und 2 Bücher die ich derzeit lese. Auf dem Sofa das Strickzeug. Mein Schreibtisch ist übersät von Zettel, auf dem einen stehen Dinge die ich im Netz nachschauen will oder kaufen oder sonstige Ideen, auf dem anderen was ich im Blog schreiben will, dazu noch Flyer von der Krankenkasse oder sonstiger Bürokram. Die Küche ist selten wirklich komplett aufgeräumt. Ich koche fast immer richtig, weil ich Fertignahrungsmittel nicht vertrage. Warum also die Pfanne spülen und aufräumen, wenn ich sie in wenigen Stunden eh wieder brauche?

Oben im Schlafzimmer steht noch meine Infrarotsauna. Mal hier mal dort mein Trampolin und andere Sport/Beschäftigungssachen. Im Bad genauso, ich bin gar nicht so die Kosmetiktante, aber je älter man wird desto mehr braucht man hier was für die trockene Kopfhaut, da was zusätzliches fürs Zahnfleisch…

Und ich lebe nur auf 38qm. Dazu eine sehr reiche Innenwelt, wo ich immer mit irgendwas beschäftigt bin. Ich glaube das ist der Grund warum mir so selten langweilig wird. Ich bin so vielseitig interessiert! Dazu kommt noch das riesengroße WWW wo man ja immer was lesen, schauen und hören kann, weswegen ich immer noch einen richtig großen PC habe und kein Laptop oder so, was eben zusätzlich Platz braucht.

Ich bin so vielseitig interessiert. Ich habe gelernt, dass es die High-Sensation-Seeker gibt. Oder eben auch:Scanner! Das Buch von Barbara Sher: *Du musst dich nicht entscheiden, wenn du 1000 Träume hast* hat mir sehr gut gefallen und ich habe es schon mehrmals durchgelesen. Trotzdem bin ich von diesen 1000 Möglichkeiten oft auch einfach nur erschlagen und erstarre. Ich bin verwirrt, was soll ich tun, welchen Weg einschlagen, wie leben….?

Wenn ich in den Urlaub fahre, suche ich mir immer sehr minimalistische Ferienwohnungen aus und es war mir noch nie langweilig. Ich reise auch immer mit kleinem Gepäck. Und trotzdem ist da zuhause die Angst. Vor Mangel. Und witzigerweise auch eine Angst vor Leere. Was wenn ich es brauche und nicht habe? Ist eigentlich der Kernsatz der ganzen Sache! Was wenn ich es brauche und nicht habe…interessant…

Ich beneide Leute die so streng minimalistisch wohnen. Oft schaue ich mir die im Netz an, weil es mich eben -oh wunder- beruhigt. Und doch kann ich es nicht. Und will es wohl auch nicht. Weil es mich, witzigerweise, auch beruhigt wenn ich mich mit all meinem Kram beschäftige. Weil ich es gern tue! Weil das meine Hobbys sind. Mein Lebensinhalt. Meine Arbeit! Ich liebe es aufzuräumen, auch auszusortieren, wieder neu einräumen. Denn manchmal überkommt es mich doch und ich räume alles weg, was ich nicht unmittelbar brauche. Und mein Keller? Der ist normal gefüllt. Wenig Altlasten/Müll, paar Kartons, mein Fahrrad, Lebensmittelvorräte, ein wenig Deko und Farbe. Kindheitskiste und Saisonkleidung finden sich da auch.

Jetzt aber geh ich erstmal meine Küche aufräumen…

Weg des Künstlers (4)

Hier mal als Beispiel 2 Aufgaben:

1.“Was hätten Sie sein können, wenn Sie vollkommene Fürsorge und Unterstützung erfahren hätten? Schreiben Sie eine Seite über diese Fantasiekindheit. Was hätten Sie bekommen? Können Sie sich in solcher Art und Weise jetzt selbst behandeln?“

PUH möchte man denken, wenn die eigene Kindheit von Vernachlässigung, Parentifizierung und psychischer Gewalt geprägt war. Ich ließ diese Aufgabe 2 Tage in mir gären, setzte mich dann hin und schrieb erstaunlich leicht. Fast erleichtert. Es fängt an mit: Ein andere Mutter,…..Kurzzusammenfassung: Die einfach für mich DA gewesen wäre, mit mir gespielt und gelacht, mich ermuntert, gefördert, getröstet, mal über den Rücken gestreichelt hätte und mal mit einem Bussi *ich hab dich lieb* gemurmelt. Es gibt derzeit in München eine Plakatwerbung in der Eltern stolz auf ihre Kinder sind weil die irgendein Studium/Ausbildung machen. Ich muss dann immer innerlich  höhnisch lachen oder seufzend feststellen: das hätte ich auch gern gehabt, dass jemand auf mich STOLZ ist! Stattdessen Neid und Erniedrigung von den eigenen Eltern (dass dieses Verhalten dann anderen Schulkameraden, Ärzte, Freunde und Partner sowie die eigene Schwester fortführten liegt nahe. Es ist leichter in eine schon vorhandene Kerbe zu schlagen!).

Meine Mutter war aber leider total verstrickt in diversen Süchten: Alkohol, Sex-und Beziehungssucht (also eine notorische Fremdgängerin was mein Vater natürlich weniger toll fand, was zusätzlichen Streß gab) und Arbeitsucht. Konkret sah das so aus: Vollzeitarbeit im Schichtdienst, zuhause den kompletten Haushalt alleine in Perfektion schmeissen (es war extrem sauber und immer nett dekoriert), immer das Glasl Sekt, Weißbier oder Weinschorle in der Nähe und wenn sie mal mit uns zum Kinderfasching oder Volksfest ging, hing sie recht schnell bierselig knutschend mit irgendeinem Typen zusammen. Ich verhungerte emotional.

Es tat komischerweise richtig gut mal aufzuschreiben was ich gebraucht hätte!

Die zweite Aufgabe war noch einfacher:

Zählen Sie fünf Dinge auf, die Sie nicht tun dürfen: Zum Beispiel ihren Chef umbringen, in der Kirche laut schreien, auf der Straße nackt herumlaufen, eine Szene machen, ihren Job kündigen. Schreiben Sie es auf, machen Sie eine Collage draus….Drehen Sie jetzt eine Musk auf, und tanzen Sie es.

Hatte ich witzigerweise gemacht, bevor ich diese Aufgabe las. Aber kann man ja durchaus öfter machen, so wie Martine Schwarzmann meine Lieblingskabarettistin:

 

um sich danach zu sagen: es muaß oam a amoi wos wurscht sei kinna:

 

SCHÖNES WOCHENENDE!!! 🙂

Wochenrückblick

Schon wieder ne Woche rum. hmmmm…

Warum auch immer, heute in kursiv:

morgens: es ist eiskalt und es liegt viel Schnee, die Vögel trällern trotzdem ihre Morgenlieder als wäre es schon mitten im Frühling. Dabei so gedacht: Den Vögeln ist es scheißegal ob Schnee liegt. Und anderen ist es scheißegal, wen sie vögeln.

Noch gedacht: 1.Der Weg ist der Weg und das Ziel ist das Ziel. So schauts aus!

2.Wenn dich das Leben zuscheißt, achte darauf genug Klopapier zur Hand zu haben.

gelacht: Von Karl Valentin: Gut, dass Hitler nicht Kräuter hieß, sonst hätte man immer „Heil Kräuter!“ rufen müssen.

Mitgefühl: Mit mir selbst. Wenn ich mit vibirierendem Nervensystem im Bett liege und nicht einschlafen kann. Vor meinem Zusammenbruch hatte ich dieses Gefühl über viele Monate und habe mich selbst dabei geschimpft, wurde sauer und ärgerlich. Heute versuche ich zu entspannen, Druck rauszunehmen, zur Not einen Termin verschieben und später den Schlaf nachzuholen. Es ist schwierig derzeit zwischen Absetzsymptomen und Nebenwirkungen vom Lyrica zu unterscheiden. Beides ist ätzend und gute Selbstfürsorge mehr als gefordert!

– wieder angefangen B12 und Helmkraut zu nehmen. Auch das kann meinen angeschlagenen Nerven helfen.

-zuviel gesehen: Schnee

– auch gesehen: Den Film DIE WINZLINGE sehr süß, vor allem schön ruhig: ohne Text nur mit Gesten, Mimik und Geräuschen und grandiose Naturaufnahmen. Mehr als empfehlenswert!

gewonnen: ein Kurzabo einer Lektüre, ich kann zwischen 3 Frauenmagazinen (Mode, Lifestyle, Trends) wählen, ich hasse diesen Schund. Oder DIE ZEIT die ich grad eh im Kurzabo habe. Menno. Entscheide mich für das kleinere Übel das kürzeste Abo einer dieser Zeitschriften, vielleicht mag sie ja meine Nachbarin. Bekomme ne Mail: Wir gratulieren Ihnen, Sie wurden auserwählt die Zeitschrift nicht nur 2,5 Monate sondern ganze 6 Monate zu erhalten! Seufz.

aufgehört: über andere Menschen zu urteilen, die verbissen schauen, oder einfach fertig aussehen oder sich nicht die Mühe um saubere Kleidung zu machen. Wer weiß was die alles erlebt haben. Wer weiß wo ich in 10 Jahren bin. Wenn ich überhaupt noch bin.

festgestellt: es gibt nicht nur Stimmungsschwankungen (P. Spricht das Wort immer in wechselnden Tonlagen innerhalb des Wortes aus, ich könnt mich immer wegschmeißen!) sondern auch Meinungsschwankungen. Anstrengend. Könnte man auch mangelnde Affektkontrolle oder Impulsdurchbrüche nennen.

eingegeben als Suchwort: Badeanzug Damen. Als ob es den auch für Herren gäbe…obwohl…

Volltreffer: Nochmal zum Zahnarzt. Weil es immer noch drückt. Diesmal geröngt. Fazit: ja da ist was an der Wurzel. FUCK. Ich weiß nicht wie ich das mit meinen derzeit übelst desolaten Nerven überstehen soll. Echt… muss der Scheiß jetzt sein….vor allem die Keramikkrone auf dem Zahn ist keine 5 Jahre alt.

Gehört: voller Frust, tanzend auf dem Trampolin und in voller Lautstärke: https://www.youtube.com/watch?v=VI4ssGtfdxw immer wieder geil!

Weg des Künstlers (3)

Interessant bei dieser Schreiberei (ich schreibe mal morgends mal abends, in Ausnahmefällen auch nur 2 statt 3 Seiten) ist, dass man auf seine (Lebens-)Lügen kommt. Oder, im kleineres Stil, auf seine Glaubenssätze.

Gestern „klingelte“ es da mal wieder bei mir. Ich war auf den Weg nach E. zum arbeiten (dahin wo ich letztens abgebrochen habe), das ist gute 20 Kilometer von meiner Wohnung entfernt. Als ich dem Herrn damals zusagte, dachte ich mir, och schön, dann biste schonmal in E. dann kannste da auch mal bummeln gehn, oder Kaffe trinken, oder in Park hocken. Einfach mal ne andere Umgebung. Da kannste die Fahrkarte gleich doppelt nutzen. Dasselbe dachte ich bei der Arbeitsstelle in M., auch gute 20 Kilometer entfernt. Die Wahrheit ist aber: Ich mache extrem selten „noch was“, ich bin ko und will heim. Es ist eigentlich totaler Blödsinn da durch die Gegen zu gurken. Sich selber was eingestehen fällt mir oft schwer, aber wenn ich es schaffe ist es sehr erleichternd.

Nun gut. Ich werde mir das genauer anschauen. Besser täte es mir, wenn ich weder Fahrtkosten noch einen weiten Fahrtweg hätte und stattdessen dann bewußt Ausflüge in diese Städte mache, um eben zu bummeln, Kaffe trinken, spazieren….Ich hätte sogar noch ein Angebot hier im Ort! Aber das wäre ja einfach. Es mir extra schwer machen, mache ich gerne.

Auch wurde mir klar, dass mir das mehr an Geld durch die Se*arbeit weder wirklich hilft, noch glücklich macht. Ich mache weiterhin „gerne“ Schulden, wenn auch zum Glück inzwischen im kleineren Bereich. Aber trotzdem.

Beim Morgen/Abendseiten schreiben merkte ich außerdem, dass es oft ein Zwiegespräch zwischem mir und noch jemand ist, ganz oft schreibe ich: du schaffst das, sei lieb zu dir, dann stelle ich Fragen und es kommen Antworten, als ob jemand anderes zu mir sprechen würde. Es fühlt sich gut an. Und meine Schrift neigt sich nach rechts, während sie im normalen Leben eher nach links neigt. Nach rechts bedeutet eher warmherzig (so fühle ich mich auch) und ungezwungen, ja genau darauf soll man ja beim Schreiben achten (kein innerer Zensor ect.)

Eine weitere Hürde warum ich mir so wenig Kunst (bzw. generell was mir Spaß macht) versage, war ein kleiner Zwerg in meinem Kopf der meinte: „du kannst da jetzt nicht einfach was schreiben oder malen, was dann nicht wirklich sinnvoll ist, oder ein tolles Ergebnis bringt. Du verschwendest Material!“ Ich musste und muss mir klar machen, dass der Schreibblock 99 Cent gekostet hat und die Kugelschreiber 3,-. Die Pastellkreiden knapp 7,- (und wie lange halten die!), der Malblock ist aus anno dazumal. Das ist jetzt echt kein teures Hobby!

Trotzdem hab ich ein Ziel!

Ich mag in manchen Dingen sehr sensibel sein, aber ich bin auch zäh. Ich will nicht daheim auf meiner Couch mit einer Erwerbsunfähigkeitsrente versauern. Nicht falsch verstehen, ich bin froh nicht im Jobcenter-Druck zu stecken, oder noch schlimmer: in einem Vollzeitjob den ich nicht mag und kurz vorm zusammenklappen bin (jahrelang gehabt). Ich bin froh, dass es diese Möglichkeit der EU-Rente in unserem Land gibt und mir diese Pause derzeit zugestanden wird.

Auch bin ich selten zufrieden. Das Zufriedenheitsgefühl vor kurzem, hielt auch nur kurz an. Kenn ich schon. Von mir. Ich muss viel machen, um mich nicht unterfordert zu fühlen (wobei ich mich blöderweise oft geistig unter- aber nervlich überfordert fühle, da eine gesunde Mitte zu finden ist schwierig). Deswegen glaube ich treffe ich mich auch mit fremden Männern: Der Thrill, das unnormale, das was keiner von mir erwarten würde. Das Adrenalin lässt meine Augen strahlen, zaubert mir einen gesunden Teint ins Gesicht, ich rede, lache, bin hin und weg, unterhalte mein Gegenüber, lüge wie gedruckt was ich beruflich mache und habe (scheinbar) Spaß. Keiner würde mir eine Sozialphobie diagnostizieren oder eine Depression oder eine komplexe PTBS.

Ich kann schauspielern, ich kann Gefühle verstecken, ich kann das zeigen und machen was der Andere will. Das habe ich gelernt, von klein auf. Musste ich lernen, um die Stimmungen zu erahnen oder die Stimmung zu heben, wenn das Familienchaos drohte überzuschwappen.

Der Kick im Alltag. Den hole ich mir dadurch.

Aber eigentlich wollte ich was anderes erzählen. Genau, dass ich nicht auf der Couch vergammeln will. Ich mache also weiter. Es gibt Ziele in meinem Leben. Auch das ist neu. Sowas macht man in meiner Familie nicht. Da leidet man und geht arbeiten und schiebt schlechte Laune für die grundsätzlich die anderen verantwortlich sind!

Auch wenn jetzt das Ziel erstmal nicht direkt angepeilt werden kann, so ist es doch nur aufgeschoben. Dann gibt es eben kleinere oder andere Schritte. Und auch das ist neu! Früher ließ ich das Ziel einfach fallen, sobald nur der Hauch einer Schwierigkeit auftauchte. Oder ich „vergaß“ das Ziel einfach, weil uninteressant oder warum auch immer.

So kam es, dass ich heute von meiner Couch aufstand und zu einem Vorstellungsgespräch ging. Job bekommen. Zwar wieder ein Putzjob, aber das macht nichts. Ich sehe ja mein Ziel, auch wenn es derzeit ein wenig verschleiert ist. Dieses Ziel lass ich nicht los. Daran hindern mich auch all die Diagnosen nicht.

Ich kämpfe. Ich will leben!

Schwarze Zeiten

Ich habe die Depressionsschübe seit meinem 13. Lebensjahr nicht gezählt. Es waren sehr viele. Es waren sehr lange dabei, sehr tiefe und etwas leichtere. Dass der jetztige Schub durch ein Medikament ausgelöst wurde, erleichtert das Ganze nicht unbedingt.

Mein nächster Schritt war eigentlich einen „richtigen“ Minijob anzufangen. Gesellschaftlich anerkannte Arbeit und keine Putzfrau mehr. Zudem mehr raus aus meiner Wohnung. Geistig mehr gefordert und natürlich die Sache mit den Menschen üben.

Stattdessen Mega-Rückschritt. Wieder Anruf bei der Therapeutin. Winzige Schritte gehen. Schauen dass der Alltag funktioniert (also grundlegende Dinge wie richtige Ernährung, hinaus gehen, Wohnung aufräumen). Nicht weiter überfordern. Mit dem Arzt besprechen wie ich jetzt am besten von dem Medikament loskomme (natürlich las ich Horrorgeschichten im Netz…

Und einfach hoffen, dass es bis zum Frühling besser ist.

Wochenrückblick

-sehr gelacht bei dem Video. https://www.youtube.com/watch?time_continue=124&v=tPgsh6NxQzY

Anziehen kann aber auch schwer sein.

gesehen: Den wunderbaren Film: Phoebe im Wunderland. Über ein etwas anderes Kind. Konnte dem gut nachfühlen. Außerdem: Der Zorn junger Männer. Puh keine leichte Bettlektüre. Sehr aufwühlend (für mich). http://www.ardmediathek.de/tv/Film-und-Serie/Der-Zorn-junger-M%C3%A4nner/BR-Fernsehen/Video?bcastId=24787788&documentId=49848732

Und noch den Film RIDE. Paradebeispiel für eine totale coabhängige Mutter. Gruselig. Anstrengend. War kurz davor umzuschalten.

– ich bin so eine Frischlufttante und habe gerne Fenster offen. Bei dieser Kältewelle nicht möglich. Ich werd langsam echt unausstehlich.

gefunden: Die Menge an Bullshit, die hinzunehmen du deinen Mitmenschen schuldest, beläuft sich auf genau Null. In Worten: NULL. Vergiss das nie.

Absolut.

– auch gefunden. Serie über Sozialphobie: https://www.jetzt.de/gutes-leben/sozialphobie-bitte-nur-kein-blickkontakt so schlimm ist es bei mir nicht, kenne aber Zeiten in denen es mir schon auch so geht.

gemacht: Endlich ins Museum der 5 Kontinente in München. Sonderausstellung: Gemälde der Aborigines. Beim Eintritt und kurzen Überblick der Bilder stiegen Tränen hoch. Weiß gar nicht warum. Ergriffenheit, Freude, berührt sein…sowas…

beschloßen: aufzuhören mich selbst zu zerstören. Das bedeutet auch: Raus aus der Se*arbeit. Schwierig.

gekommen: endlich die passende Matratze. Waren zwar jetzt auch unruhige Nächte, aber ist wohl Gewöhnung.

– gut getan: Arbeiten, dann Spaziergang währenddessen was gegessen, Stück mit der Bahn gefahren, Kaffe geholt, weiter zu Fuß gegangen. Bei der Arbeit schenkte mir der Hausherr die Zeitschrift Freundin. Ich zögerte. Diese Frauenzeitungen kann ich nicht mehr sehen, schon gar nicht wenn ich sehe, dass die Redaktion zum größten Teil männlich ist. Nehme sie doch mit den Worten: „Für die S-Bahn tuts die schon“. Daheim zog ich DIE ZEIT ausm Briefkasten. Denkt wohl keiner, dass eine Putzfrau sowas auch liest und nicht nur zum Fenster putzen benutzt.

geärgert: in dieser Zeitung ist eine Beilage vom Manager-Magazin. Natürlich nur Männer auf den Titelbildern. Die Prämie für einen Aboabschluß wäre eine protzige Herrenuhr! Ach stimmt, Frauen werden ja keine Top-Manager. Ich vergaß.

gekauft: mir war nach Kreide. Geh ich in einen Künstlerbedarfs-laden und frag danach. Die Verkäuferin bietet mir Kreide für die Tafel an. Ich frage nach Pastell. Sie sehr verwundert: „achsooo so richtig künstlerisch?“ Wenn man mich demnächst in der Bäckerei fragt: „achsooo so richtig mit Mehl?“ wundert mich gar nix mehr. Immerhin paar abgebrochene Kreiden günstiger bekommen. Will es ja nur mal ausprobieren.

– sehr gefreut: was gewonnen, dazu mehr demnächst.

Rubrik: Foto der Woche fällt heute leider aus. Wegen: is nicht.

Absetzsymptome

Das es mir derzeit gelinde gesagt: nicht sooo gut geht, habe ich ein wenig recherchhiert und festgestelllt: das sind die Absetzsymptome vom Lyrica. Hatte etwas davon gelesen, aber manchmal bin ich so hochnäsig und denke: „ach bei mir wird das nicht sein“. Es ist  aber eben doch so. Gelesen habe ich jetzt: dass diese Symptome mit 1-2 Wochen Verspätung kommen. Hinterfotziges Zeug. Deswegen setzte ich so schnell ab, weil mir gings ja gut. Bis auf das nächstliche schwitzen, aber das machte mir nichts aus und dauerte auch nur 4-5 Nächte.

Ruhepuls immer erhöht, was die Reizbarkeit erklärt. Und den schlechten Schlaf. Und das zittrig sein. Dazu kommen heftigste Depressionsschübe. Mit fiesen Gedanken. Gestern also wieder 25mg genommen. Um das vielleicht ein wenig abzumildern.

Das fieseste wenn ich so Überdrehtheitsschübe habe und so schlecht schlafe gönne ich mir mal ne halbe oder ganze Tavor, damit ich aus dem Teufelskreis rauskomme. Doch dieses mal hat die so gut wie keine Wirkung. Sehr blöd.

Gestern passierte dann der GAU: ich trank in der Bahn auf dem Weg zur Arbeit einen Energydrink. Da wußte ich nicht, dass das derzeit äußerst ungünstig ist. Ich kam an und stellte fest, dass zuwenige Geld da war. Ich raste. Ich tickte aus. Ich frgte per WA was da los ist? Und fing nebenbei mit der Arbeit an und überlegte was ich jetzt machte. Es kam keine Antwort vom Chef. Ich steigerte mich so in das Ganze rein, bis ich entschloß wieder zu gehen. Weil wer weß, vielleicht bekomme ich ja die Stunden von heute auch nicht bezahlt…ich ließ also alles stehen und liegen, nahm ein wenig Zeug mit was den Wert des fehlenden Geldes in etwa entsprach (damit ich auf der sicheren Seite bin) und ging. Ich war so aufgebracht dass ich zur übernächsten Bahnstation zu Fuß ging. In mir purzelten die Gedanken durcheinander: ich lass mich nicht verarschen, der soll sich gleich merken, dass er das mit mir nicht machen kann, ich bin zu lange gedemütigt und gemobbt worden, ich lasse mir nichts mehr gefallen, soll er seinen Dreck doch selber weg machen usw…..

Spät nachts kam dann Antwort. Er sei gerade heim gekommen. Was los war? Und das er das jetzt nicht so tolle findet usw….aber eigentlich recht ruhig.

Nunja ok, nach einer schlechten Nacht und etwas Schlaf sehe ich schon, dass ich wohl etwas überreagiert habe. Nunmei, das passiert. Normalerweise bin ich sehr friedlich und umgänglich. Ich darf auch mal einen Ausraster haben. Ich bin auch nur ein Mensch. Der im Medikamenten-Entzug steckt.

Also heßt es jetzt viel Ruhe, spazieren, lieber lesen als Filme schauen, kein Alkohol, kein Energydrink, kein Kaffe (daheim gibts eh nur koffeinfreien) und einfach geduldiger mit mir und anderen sein.

Ich glaub das nächste mal bring ich dem Hausherrn ein paar Frühlingsblumen mit.

Ich, Stinkstiefel

Ich kenn mich so gereizt und aggressiv wie ich derzeit bin, selten. Dann ist meist PMS angesagt oder echt totale Reizüberflutung wie letzten Freitag. Dass es aber so in Wellen kommt, wie derzeit ist seltsam.

Ich vermute es hat mehrere Gründe:

1.Zum einen kann das durchaus PMS sein, mein Zyklus ist dank kurzer Pilleneinnahme über Weihnachten (Frauenzeit am Anreisetag-8 Std. unterwegs- und im Urlaub fand ich jetzt not amused) durcheinander. Zumal ich glaube, dass mir diese Pille psychisch gar nicht gut getan hat. Und das jetzt noch die Nachwirkungen sind.

2. noch die Nachwirkungen von Lyrica. Dies Medi hat sicherlich auch einiges durcheinander gewirbelt.

3. ich habe im Moment keine so wirkliche Aufladestation. Eigentlich hilft nur viel schlafen. Und so wie es derzeit ist, gönne ich es mir nicht. Stattdessen gebe ich weiterhin fleißig. Und P. hängt sich total an mich ran. Das kann ich beim Tod nicht leiden. Wir haben uns in zu kurzer Zeit zuoft gesehen und ihre Trägheit, Sauferei und die kalte, verschimmelte, saudreckige Wohnung nerven mich im Moment nur. Vor allem da ich nicht erkenne, dass sie sich irgendeine Mühe macht, was an ihrem Zustand zu verbessern.

Jetzt erstmal Mittagessen. Dann arbeiten. Und trotzdem irgendwie schauen, dass die Selbstfürsorge auch eine ist und dass sich nicht die Aggression gegen mich wendet. Mal sehen…


Nachtrag: Ich habe die Arbeit auf Freitag verschoben. Zum Glück geht das. Hin und wieder. Ich bin da seit Sommer letzten Jahres und habe erst einmal verschoben, und heute halt, sonst sehr zuverlässig, pünktlich, arbeite sauber. Trotzdem läuft das Kopfkino: Der denkt jetzt bestimmt, dass ich lieber Fasching feiern gehe. Stattdessen hol ich einfach Schlaf nach. Es fällt mir oft noch schwer zu unterscheiden: bin ich nur müde/ lustlos oder ist echt eine Grenze erreicht. Ich übe.

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Überleben als Introvertierte mit dem Wrong-Planet-Syndrom

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Wenn Du ein Schiff bauen willst, dann rufe nicht die Menschen zusammen, um Holz zu sammeln, Aufgaben zu verteilen und die Arbeit einzuteilen, sondern lehre sie die Sehnsucht nach dem großen, weiten Meer. Antoine de Saint-Exupéry

Eine Art Tagebuch

Amat victoria curam