man muss nur wollen…

man muss nur wollen…dann schafft man auch alles. *höhnisches Gelächter von mir* ja schön wärs. Ich habe den heutigen Vorstellungstermin als Haushaltshilfe abgesagt. Völlig utopisch. Eher größenwahnsinnig. Also fehlenden Willen kann man mir nicht unterschieben.

Als ich letztens der Therapeutin sagte, dass Klinik keine Option für mich ist, sondern eher noch mehr Streß verursachen würde, sah sie (wie meistens, deswegen gehe ich ja u.a. auch zu ihr)  auch die andere Seite: Es könne auch den Druck etwas rausnehmen. Man müsse nicht mehr die ganze Verantwortung alleine tragen. Das kann auch erleichternd sein. Und helfen.

Daher denke ich heute nochmal etwas über Klinik nach. Es wäre mal ein wenig sich umsorgen lassen. Dass mir so sehr fehlt. Irgendwie schon mein ganzes Leben, weil ich ja meine Eltern mit versorgt habe (ich weiß noch als ich mit Anfang 20, voller Liebeskummer, zu einer Freundin sagte: ach wie gern würde ich mich jetzt einfach in Hotel Mama einnisten und umsorgen und hätscheln lassen, nur paar Tage, aber das war ein Ding der Unmöglichkeit, eher tröstete ich ständig meine Mutter usw.). Ich frage mal meine Therapeutin und Psychiater ob sie einen Klinik-tip haben. Dann schau ich weiter.

Ich glaube wo ich selber hänge ist auch, dass ich das Gefühl habe wieder versagt zu haben, weil ich wieder in so einem krassen Depressionsschub hänge, obwohl ich es doch besser weiß und kann. Haben all die Therapien, die Selbsthilfegruppen, die vielen Bücher, der Sport, das an sich arbeiten denn nix gebracht? Als ich mir das erste Mal Hilfe holte war das neu und spannend und „endlich wirds besser“. Auch ein stationärer Aufenthalt hielt die Hoffnung bereit: jetzt wirste gesund! Ein kleiner Durchbruch war dann die Trauma-Tagesklinik tatsächlich, aber viel zu spät.

Ich wollte und will nie in diesem Helfer-netz hängen bleiben. Nicht abhängig von Therapeuten werden. Nicht 20x in die Klinik….hast es immer noch nicht kapiert? Das muss doch jetzt mal besser werden…vielleicht wars nicht die richtige Therapie…all das kann ich jetzt schon in den Augen der anderen lesen.

Hast du grob fahrlässig den jetzigen Depressionsschub ausgelöst? Nein.

Na siehste, dann nimm an, dass es eine Krankheit ist. Die wellenartig kommt und geht.

Heute gehts besondern zäh…liegt wohl auch am PMS. Deswegen geh ich nur heute sanft und liebevoll mit mir um. Ich könnte mich nur noch von Süßkram ernähren (kein Wunder mit all den Weihnachtsleckereien). Das blöde: Zucker verstärkt bei mir definitiv die Symptome.

 

 

7 Kommentare zu „man muss nur wollen…“

  1. Ich glaube trotz ebenfalls vieler schlechter Erfahrungen tatsächlich auch, dass man das schafft was man will. Wie gesagt ich scheitere gefühlt auch in Serie. Ich hab aber in den letzten Jahren mehr für mich herausgefunden, dass es auch zum Großteil daran liegt, was man will. Das hat sehr viel mit dem Thema „Ziele richtig definieren und setzen“ zu tun. Wenn ich mir überlege abzunehmen, dann sollte die Erwartung nie sein gleich 30% Körpergewicht zu verlieren in am besten nur 2 Monaten. Das wird in 99,5% der Fälle nicht klappen und die 0,5% der Fälle sind zudem ungesund. Oder wenn du eben jetzt wieder nebenher Arbeiten willst dann ist vielleicht auch nicht das Ziele gleich jede Woche funktionieren und es ist das ganze Projekt auch nicht gescheitert wenn es diese Woche nicht klappt? 🙂 Weil es gibt die Randbedingungen, dass du eben phasenweise nicht funktionierst und das eben auch sein darf und ok ist. Wie deine Thera sagt, es ist eine Krankheit und wenn man ne Grippe bekommt liegt man auch meist ohne schlechtem Gewissen im Bett. Aber wenn es nächste oder übernächste Woche klappt, dann hast du doch eigentlich von einem neutralen Standpunkt aus gesehen auch viel davon, was du wolltest? Etwas nebenher arbeiten und dabei trotzdem an dich selbst denken und nicht nur an andere? 🙂 Von daher kann ich zwar nachvollziehen wie du dich fühlst, aber ich finde auch, dass du es doch gut gemacht hast die letzten Wochen? (was du letzte Woche selbst auch noch so sehen konntest!)

    Zum Thema Klinik: Also wenn mein Vertrag hier ausläuft und ich nicht direkt ne Anschlussstelle habe, dann würde ich mich selbst händeringend in eine Klinik schicken! 🙂 Ich finde das „umsorgt sein“ und das „Setting“ in einer Klinik gut. Da kann man sich mal wirklich darauf konzentrieren und muss eben mal paar Wochen gar nicht funktionieren. Ich glaube das ist eine super Möglichkeit an sich zu arbeiten und gleichzeitig Kraft zu tanken. Ich gehe ja bisher jede Woche in Therapie (seit Jahren) inzwischen nur noch alle 2 Wochen (weil die Stunden fast aufgebraucht sind) und „nebenher“ an sich arbeiten und einen Job zu haben ist in gewisser weise fast unmöglich, denn liegt der Fokus auf dem psychischen, leidet die Arbeit teils schwer darunter und anders herum.
    Also ich finde das eine gute Möglichkeit und auch überhaupt nicht schlimm oder irgendwie negativ behaftet. Allein schon „nicht kochen, nicht putzen, nicht einkaufen etc.“ finde ich tiefenentspannt.

    LG
    Sappy

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    1. An den selbstgesetzten viel zu hohen Anforderungen zu scheitern ist quasi mein Haupthobby. Da hast Du schon recht mit den Zielen setzen…
      wie gesagt, mein Selbstbild, Eigeneinschätzung, Wünsche und Planungen, Launen und Energien ändern sich stündlich. Ich hasse das, kenne ich so krass auch nicht bei mir.
      Ich lass es jetzt aber bei der einen Haushaltsstelle, zum Glück zahlt der gut. Muss jetzt erstmal reichen.

      Wie oft warst Du schon in der Klinik?
      Ja eben den Alltagskram mal beiseite lassen das wäre mit das beste an der Sache…und Kraft tanken…daher wär was mit Therme anbei nicht das schlechteste :)))

      Schönes Wochenende Dir!

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      1. Ja das kenn ich zu gut. Ist ja eins der zentralen Probleme der BPS. Wenn man’s weiß kann man’s vielleicht häufig nicht ändern, aber man kann doch immer mal wieder „drum herum bauen“ und es integrieren 🙂

        Eben und eine Stelle ist doch erstmal super. Wenn das wie von selbst läuft kannst du immer noch eine zweite mal testen (vielleicht mit einmaligen terminen?) und dann weiter sehen.

        Ich war tatsächlich noch nie in der Klinik, deswegen würde ich mir das fast schon wünschen inzwischen. Ambulante Therapie schön und gut und leben nebeher, aber ich finde das phasenweise wenig effektiv. Man kann nicht einfach mal eine Woche „Testen“ was passiert wenn man grundlegende Muster ändert. Und unter Stress noch zu hause sitzen und sich dann mit der Vergangenheit auseinander setzen oder jeden Tag ne „Diary Card“ ausfüllen, „Blitzlicht“ von sich selbst machen, 3 positive Dinge aufschreiben, ne Achtsamkeitübung machen, mit der DBT Software arbeiten….. das geht halt nicht. Also zumindest bei mir nicht. Meine Thera hatte auch empfohlen in die Klinik zu gehen, weil sie sagt wichtig ist auch „Glaubenssätze auflösen“ und das geht ihrer Meinung nach in einer Klinik besser, weil man da paar Wochen kontrolliert und permanent dran arbeiten sollte. Ambulant kann das gehen, aber da sind die Chancen gering meint sie. Zumindest wenn die wirklich fixiert und eingeprägt sind.

        Danke ich wünsch Dir auch ein schönes und erholsames Wochenende!

        LG

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  2. Meinst Du die Schwankungen oder die hohen Anforderungen mit dem drum herum bauen?
    Ich hatte ja meist immer eine Stelle (seit ich in Rente bin), meist 14-tägig so 4 Stunden, ne Zeit auch mal 1x wöchentlich 4 Stunden die Frau forderte aber immer mehr so dass ich das aufgab, auch weil es fahrtechnisch doof war.
    Jetzt bin ich bei 2x2Std. im Monat. Lachhaft. Nicht nennenswert. Der gnadenlose Kritiker feiert ein Fest. Püüüh…

    Ja dann würd ich sagen: gönn Dir Klinik! Auf alle Fälle. Such Dir eine hübsche aus 😉
    ich hab halt schon ne kleine Liste beisammen:
    1. Psychosomatik: viel zu nah (UMkreis München S-bahn), zu larifari-fühlte mich kaum gesehen und wahrgenommen vom Personal, jeder Küchepsychologe hätte die Gruppensitzungen auch machen könnnen, viel zu großes Haus, und überhaupt…fuhr nach wenigen Tagen wieder heim. Nicht ohne vorher noch ein wenig was für mein inneres Drama zu tun und mich in den kaputtesten Typen der ganzen Klinik zu verlieben. War klar 😉 Zum Glück meldete er sich nicht mehr, er zog das Heroin vor….
    2. 12-Schritte-Klinik im Allgäu, äh sehr speziell, heute würd ich da nie und nimmer hinfahren und sehe im nachhinein vieles als sehr schräg (ich wurde während einer ziemlichen Dekompensation alleine in ein zimmer geschickt, mit schreckicher „Heile-Musik“ und durfte ein Mandala ausmalen, ohne scheiß) konnte trotzdem viel mitnehmen an Erfahrung, Kontakten, Erlebnissen,usw.. war da 12 Wochen
    3. nochmal andere 12-Schritte Klinik, noch schräger und abgefahrener (manche sagen dahinter steckt eine Sekte, was ich SEHR gut verstehen kann ud manchmal selber denke) finde das so spooky, hänge außerdem in einer massiven Panikattacke fest (um die sich keiner kümmerte) das ich nicht mal den Speisesaal betreten kann, fahre am selben Tag wieder heim. Hole mir Pizza, Bier und Zigaretten und bin heilfroh auf mich gehört zu haben. Genieß dann 1 Woche allein, weil ja alle dachten ich sei in der Klinik. Nahm mir auch viel Druck…
    4. Tagesklinik spezialisiert auf Trauma,(rechts der Isar München) nur 10 Plätze. Sehr hart, aber sehr gut. Mit die beste Therapie die ich erlebte. Die Bezugstherapeutin die ich da hatte, ist es auch heute noch *juhu* 🙂
    5. nochmal dieselbe Tagesklinik aber neues Gebäude und einige Änderungen. Die machens für mich eher schlimmer als besser, breche nach 2 Wochen ab.
    immer mit einigen Jahren Pause dazwischen und die letzte ist auch schon über 7 Jahre her.
    Ich glaub langsam kristallisiert sich für mich heraus, was ich für die nächste Klinik brauche und will. Das ist der Vorteil mit alle den Erfahrungen 🙂 Und auch dass ich mich inzwischen viel besser kenne und bei mir bin.

    LG 😉

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    1. Ich meine beides. Wenn es mal ausreichend reflektiert hat weiß man es dann. Da kann man sich selbst sagen „Aha, jetzt passiert das und das wieder, das kennst du und weißt es wird sich wieder ändern in paar Tagen, obwohl du es nicht glaubst“. Man kann es dann eventuell noch nicht ändern, aber was manchmal klappt, in den Phasen wenigstens nicht zu handeln. Weil oft wars bei mir so, dass ich früher in so Borderlinephasen gehandelt und getan habe und dann immer paar Wochen die Scherben beseitigen musste. Das ist ziemlich nervig.

      Ich hab schon feste Vorstellungen was ich in ner Klinik haben will. Das find ich schonmal gut. Klar im Endeffekt muss man gucken ob was frei ist etc. aber ich möchte auf jeden Fall eine Klinik wo Natur drum herum ist und es Sportprogramme gibt. En Boxsack wäre glaube auch nice 😉 Wandern, Joggen, Bogenschießen etc. wäre alles ok. Dazu Kunst und/oder Musik. Das bringt mir nämlich i.d.R. nebenher auch viel und hilft mir in der Zeit mit Sicherheit. Und da ich es nicht so mit Nähe habe wäre mir ein Einzelzimmer eigentlich recht, aber natürlich kann das in dem Fall auch grad gut sein, wenn man das nicht hat dann. Ich würde auf jeden Fall diese Kliniken auch erstmal besuchen und angucken. Viele haben ja auch Infotage. Da nutze ich den „Luxus“ nicht akkut in eine zu müssen, sondern auf Empfehlung der Psychotherapeutin freiwillig in eine zu gehen.
      Aber naja ist ja zukunfts“musik“. So lange ich Arbeite schließe ich das sowieso aus erstmal.

      LG

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  3. Das ist der Unterschied. Du kannst Dich da von einer anderen Ebene aus selber sehen und so denken. Das kann ich (noch) nicht. Ich meine wirklich dass ich jetzt mehr arbeiten könnte oder so…bin völlig identifiziert mit den unterschiedlichen Anteilen.
    Glaub mir ich hab schon sehr viel reflektiert und so 🙂 trotzdem rutsch ich da immer wieder rein…

    Natur hast meistens bei solch Kliniken, meist soviel dass da noch nichtmal n Bus fährt :)) Einzelzimmer hatte ich meistens auch, außer in 12-schritte klinik aber da wars auch ok, ne sehr liebe Frau hatte ich als Zimmerpartnerin…Kunst ist auch schon Standart…
    Aber warum solang warten?

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    1. Nein da entsteht der falsche Eindruck^^ Das klappt manchmal. Aber mit Nichten immer. Störung der Identität, des Selbstbildes und des Selbstwertes würde ich neben dem Nähe/Distanz/Vertrauen Problem immernoch als das größte Problem im Zuge der BPS bei mir bezeichnen.

      So lange Warten weil ich nicht wieder Wochenlange krank sein kann. Ich hab schon nur ne befristete Stelle und war wegen Beinbruch etc. in den letzten ~21 Monaten etwa 6-7 Monate krank geschrieben. Wie gesagt, es ist zum Glück und praktischerweise nicht wirklich akut.

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