Aussicht

An die 10 Jahre habe ich mich intensiv mit meiner Vergangenheit beschäftigt. Das war wichtig und gut so. Ich weiß noch wie ich mir bewußt wurde, dass wohl ein Teil von mir immer noch hofft, die Sachen von damals ändern sich doch noch…oder es geht eben doch noch gut  aus. Die Vergangenheit ist vorbei. Die Energie aus diesem Kampf zu nehmen, tat gut. Dauerte auch eine Weile…

Schon länger gucke ich nun öfters nach vorne. Es wandelt sich. Wenn mir auch viiiiel zu langsam 🙂

Die Überlegungen Richtung Klinik gehen weiter. Ich weiß noch wie ich bei früheren Aufenthalten staunte über die Menschen die sich so sicher durch das Gebäude bewegten, die am Bufett genau wußten was sie wollten, als stünden sie seit Jahren täglich davor, die so gut bei sch waren, dass sie ihren Lieblingsschal/Decke ect. dabei hatten und ihr Zimmer mit einer Lichterkette verzierten! Ich fühlte mich sehr klein und hilflos. War überfordert mit fremden Menschen, fremden Gebäuden und dann noch Kunsttherapie…all die Möglichkeiten mit welchen Utensilien ich was arbeiten will. Dabei auch noch nach innen lauschen „was das mit mir macht“ und überhaupt der Druck, dass es mir nun besser gehen soll!! Am Wochenende unternahmen die anderen gerne Ausflüge oder gingen abends mal woanders essen. Mich hätte man wortwörtlich an die Hand nehmen müssen.

Das wäre eine gute Mögllichkeit da weiter zu üben: Bei mir zu bleiben. Auch Schmuck und Schminke und was edles zum anziehen mitnehmen. Zu sehen, ich bin nicht nur krank, hilflos, schwach. Zu üben, dass es mir gut gehen darf, dass ich genießen darf. Das ich auch bei Therapien mal nicht 100% mitmachen, sondern auch mal relaxt einfach beobachten oder noch besser einfach ausm Fenster schauen und träumen oder so. Einfach ein schönes Bild malen, weil es Spaß macht ohne großen therapeutischen Hintergrund. Zu üben den hohen Perfektions/Leistungsanspruch zu beobachten/senken/sinnvoll einzusetzen. Auch mal (Haus-)Regeln verletzen.

Innerhalb kürzester Zeit, sah ich jetzt 3 Mal den Spruch: Nicht müde werden sondern dem Wunder leise wie einem Vogel die Hand hinhalten. Von Hilde Domin.

Das mach ich. Ich geb nicht auf.

2 Kommentare zu „Aussicht“

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