Blühende Fantasie

heißt das neue Buch einer meiner Liebslingsautorinnen/Frauen: Luisa Francia

Und wer denkt nicht gleich an den Satz „Du mit deiner blühenden Fantasie“ der nicht lobend gemeint ist. Sondern eher abwertend.

Frau Francia stellte ihr neues Buch gestern in München im Frauenbuchladen Lillemors vor. Und der Termin war fest reserviert. Bei mir. Ich wollte unbedingt hin. Die letzten Jahre war ich mir immer noch nicht wichtig genug da hinzugehen, so dass ich entweder keine Kraft hatte oder „keine“ Zeit und stattdessen einem Job mit einem Mann nachging. Nun war ich es mir wert die Fahrkarte und den Eintritt zu bezahlen und nicht: och nö, 15,- die ich angeblich nicht habe oder so ein schwammiges „das darf ich nicht“-Gefühl.

Ich ließ es mir vormittags gut gehen, machte gemächlich Haushalt, ein wenig Sport, saß in meiner Infrarotsauna, ruhte mich aus, machte mich hübsch und zog los! Endlich mal die Frau live sehen! In einem kleinen Kreis von etwa 25 anderen Frauen.

Und wie wars? Einerseits natürlich schön, weil ich meinem Bedürfnis gefolgt bin, dann wieder die Inspiration von ihr zu erfahren, ihre Power, ihr „mach-trau dich-du darfst das!“ und natürlich ihr Humor.

Bei der Geschichte wie zwei Jugendliche sie mal belästigen wollte und sie sich den einen Jungen schnappte an den Ohren hielt und meinte:“Zwei Ohren sind gleich abgerissen!“ hab ich Tränen gelacht!

Es ging viel um Imagination (was stellst du dir vor? Und was holst du dir somit in dein Leben?), um Fantasie (erlaube dir kreativ zu sein, zu träumen, in andere Welten einzutauchen) und natürlich um die innere Stärke und Kraft zu finden. Nein sagen zu Unterdrückung und Manipulation, komme in deinen Körper, höre auf, dich von ihm und deinen Gefühlen/Bedürfnissen zu trennen, nur um verfügbarer für andere zu sein. GESTALTE dein Leben und re-agiere nicht nur, agiere aus dir selbst.

Das tat schon gut, so eine Auffrischung mal wieder. Doch, es war ein schöner Abend, aus dem ich viel Kraft und Freude und auch ein Selbstwertgefühl (ich hab mir das gegönnt, ich war es mir wert da hin zu gehen) mitnahm.

Andererseits muss ich sagen. Vorlesen ist nicht unbedingt die Stärke von Frau Francias…

Gut genug

VERGEBEN – ist ein großes Wort. Ich kann nicht sagen, dass ich meiner Mutter vergeben habe. Aber ich habe wieder ein Stück mehr meinen Frieden mit ihr gemacht/gefunden. Und das ist wirklich sehr erleichternd. Ich sehe auch das Gute das sie für uns (Familie) gemacht hat, ich sehe ihre Krankheit, ich sehe ihr Bemühen, ich sehe ihre Verletztheit….sie wollte es besser machen, als ihre Mutter, das hat sie immer gesagt.

Würde es mich nicht komplett aushebeln, würde ich sie mal besuchen. Oder an einem neutralen Ort treffen. Aber das kann ich mir nicht leisten. So eine Destabilisation.

Was ich kann, sie loslassen. Auch so ein großes Wort. Ich bin erwachsen geworden. Nicht nur äußerlich, sondern endlich auch innerlich. Ich muss nicht mehr drauf warten, dass sie mich endlich liebt, sich endlich um mich kümmert und mir endlich Geborgenheit schenkt. Das wäre natürlich schön, aber ich bin nicht mehr überlebenswichtig darauf angewiesen wie es ein Kleinkind ist.

Das schenkt und gibt mir Freiheit.

Und noch etwas macht das mit mir: Ich kann mich selbst annehmen. Mich (auch endlich) für gut genug finden. Nicht mehr (unbewußt) denken: wenn ich nur viel Geld verdiene, mehr arbeite, alles immer sauber halte, immer perfekt aussehe…DANN HAT MICH MAMA ENDLICH LIEB!

Das ständig anpeitschen und mit mir unzufrieden sein, weicht einer Gelassenheit. Einem bayrischen: baßt scho. Ich lasse mich zufrieden und in Frieden.

Frieden. Auch ein großes Wort. Und ein schönes noch dazu.

Bore out

Vor einigen Jahren kam ich auf den Begriff: Bore out. Das Gegenteil von Burn out. UNTERforderung. Mir gingen gleich sämtliche Lichter an.

In meiner Kindheit gabs das nicht. Wir hatten rundum Natur und viele Freunde, es gab immer was zu entdecken, zuspielen und die paar Langeweile-Zeiten waren überschaubar und normal. Ich war ausgelastet. Anders in meiner Jugendzeit: keine Freunde, keine Natur und totale Langeweile in der Schule. Hauptschule. Ich musste unterdrücken, dass ich vieles schon lange kapiert hatte, obwohl es der Lehrer zum 3.Mal erklärte. Ich konnte die Nachschrift in Deutsch nach 2 Tagen auswendig und als sie uns am 5.Tag diktiert wurde, musste ich aufpassen sie nicht zu weit vorzuschreiben, damit es nicht auffiel (ich hab dafür nebenbei die Niederschrift meiner Freundin korrigiert). Mein Wunsch auf die Realschule zu gehen wurde von meiner Mutter abgeschmettert: lieber ein guter Quali, als eine schlechte Mittlere Reife!

Später als Kinderpflegerin ebenfalls geistig total unterfordert. Wenn ich heut Kinderlieder höre, wird mir ganz anders. Ätzend.

Die kurze Zeit an der Tankstelle war gut. Teilweise extrem stressig, man musste sehr flott kassieren, teils gleichzeitig mit 2 Kassen (eine bar, eine Karte), dann wieder Leerlauf und quatschen mit den Kollegen. Aber spätestens bei der Abrechnung wieder fit sein. Meine Chefin erkannte das und gab mir Zusatzaufgaben wie ihrem Sohn bei Hausaufgaben helfen oder neue Mitarbeiter anlernen. Das machte großen Spaß!

Nun auch manchmal im Chat mit 3 Leuten gleichzeitig reden, völlig unterschiedliche Themen, schlagfertig sein, spornt mich an, lässt mich aufblühen. Da bin ich gefordert. Klar auf so nem hohen Level geht das dann höchstens 1- 1,5 Std. aber das reicht ja auch.

Das fiese ist: ich brems mich heutzutage selber oft aus, weil ich mir nichts zutraue, Angst vorm Scheitern habe, Angst vor neuem Mobbing oder auch ganz schnöder Antriebsmangel. Oder auch einfach weil ich nicht dran glaube, dass ich mehr im Hirn habe, als gedacht.

Trotzdem…ich muss mich wieder auf die Suche machen, um mein Hirn zu fordern. Unbedingt.

Wochenrückblick

– gekauft: gebraucht eine silberne orientalische Deckenlampe. Sehr stylisch. Anfang Februar wird die montiert, und evtl. eine andere neue Lampe im Bad.

– gegessen. Ein Minischälchen Erdbeeren. Gabs bei der Tafel. Ich würd mir das ja jetzt nicht kaufen. Vertrage eh nicht viele.

– überlegt: hab mir mal die Anforderungen fürs Sportabzeichen angesehen. Ja schon knackig. Aber es wäre mal ein Ziel. (in der Freiwilligenstelle werden Rikschafahrerinnen gesucht, die ältere Damen durchn Park kutschieren, damit die mal rauskommen, das hätte auch für mich eine sportliche Aktivität mit Sinn, nach der ich suche).

So sportel ich halt für mich so hin. Wenn auch im Moment viel zu wenig. Früher war das ja ein Unding überhaupt an sowas zu denken, weil ich fast jeden Tag nur von Bett zu Couch geschlurft bin, aber da wußte ich noch nix von der Histaminintoleranz.

Andererseits streßt es mich extrem, sobald es wieder unter dem „Leistungsaspekt“ läuft. Weil ich mich eh zu gerne überfordere. Aber das alles wäre eine gute Übung. Viel schlimmer wäre die Abnahme des Sportzeichen. Ich hab mal gesehen welches Menschengewusel da am Sportplatz herrscht UND dann noch unter Beobachtung UND Bewertung etwas körperliches tun, wo ich dann eh nur hyperventiliere…hat das wenig Sinn….ABER für mich im stillen kann ich mal schauen, wie nah ich an die geforderten Zeiten so ran komme. So mal ganz locker. Das klingt gut.

– genervt: vom Dauerfrost. Das hasse ich ja sowas….Habe mich dann abgelenkt und mir Luxus-SPAS in München online angesehen…hätt ich ja schonmal Bock drauf 😉

– auch genervt: Gibt es in der Friseurausbildung eigentlich auch das Thema „zuhören“ und „schätze wie lang 1cm ist“ oder sowas? Sagen wir so, ich bin echt froh, dass jetzt Mützenzeit ist…man ej.

– tut gut: wieder regelmäßig was fürn Kreislauf nehmen. Das ist echt ein Unterschied. Muss mir das angewöhnen das kurweise zu nehmen!

– gefreut: eine gebrauchte Uhr gekauft. Batterie war leer (wußte ich vorher). Den Deckel bekam ich selber nicht auf (bei manchen geht das recht leicht) also zu so nem Serviceladen gegangen der fast alles richtet. Batterie getauscht. Uhr ging nicht. Er wolle da nochmal nachschauen. Ich „nö das lohnt nicht, so teuer war die Uhr auch nicht!“ Er:“nene musst du nicht zahlen!“ OH. Am nächsten Tag abgeholt: ging wieder. DAS nenn ich Service. Klar gabs was für die Kaffekasse.

– gemerkt: das mit der inneren Selbstberuhigung, aber auch Selbstmotivation klappt immer besser! Das ist toll! Bei mir ist es so, dass ich innerlich mich wenig schimpfe oder abwerte oder fies mit mir rede…nein, ich verhänge mir selbst sehr oft ein inneres Sprechverbot. Augen zu, Zähne zusammen und durch. Das hab ich gelernt. Das kann ich. Aushalten. Bis dann der GAU kommt. Das wurde mir die Tage auch erst so richtig klar. Ich ignoriere mich selbst komplett. Und funktioniere. Wie eine Maschine. Krass. Das gewöhne ich mir nun immer mehr ab. Und beruhige/ermuntere mich: schau nur noch ne halbe Stunden arbeiten, morgen hast frei, gleich sind wir/du daheim dann gibts erstmal nen Kaffe und Lieblingsmusik, nur noch zur Post und dann hast du heute alles geschafft, es ist ok lieber morgen einzukaufen, wenn du jetzt zu ko bist, das Essen hast du heut echt lecker hinbekommen…wenn ich früher nen schlechten Tag hatte oder so, war das IMMENS schlimm. Ich wollte sowas NIE WIEDER erleben (also am besten zuhause bleiben und nichts machen). Es war ein typisches ALLES oder NICHTS. Kam ich mit etwas nicht klar, hatte ich nur Flucht als Lösungsmöglichkeit. Heute hab ich da viel mehr Handhabe und Möglichkeiten. Es gab nur angespannte Tage oder die mit völliger Erschöpfung. Ein Wechsel von An-und Entspannung innerhalb eines Tages, das gelang mir nicht. Jetzt schon, weil ich mehr im JETZT bin. Das fühlt sich souverän an!

-ausprobiert. Als ich vor einiger Zeit das Buch „Adrenalindominanz“ las, sah ich ja all meine Symptome da beschrieben. Diese ständige Überwachsamkeit, das innere aufgedreht sein bei totaler Erschöpfung (klar, das laugt auch aus), der viele Heißhunger auf süß und fett ( bringt Energie). In dem Buch wird auch ein Hilfsmittel beschrieben: Progesteron. Ja das ist ein Hormon. Und wahrscheinlich schreien jetzt alle: Da muss ein Fachmann ran! Da ich aber weder Lust auf Ärzte sonderlich habe, noch denen das ganze erklären will, um mit minimaler Chance das Rezept zu bekommen, bestellte ich mir selber eine Creme mit körperidentischen Progesteron, das also der Körper gleich nutzen kann, ohne das er viel umbauen muss. Anders ist das beim künstlichen Progesteron, davor wird meist gewarnt, weil der Körper oft anderes damit anstellt, als gedacht. Las die genaue Anweisung, hielt mich dran und schmierte mir einen Hauch der Creme in der 2.Zyklushälfte auf den Arm. Das machte ich jetzt 2 Monate. Und habe das Gefühl, der Mangel ist weg. Ich bin VIEL VIEL VIEL ruhiger. Schlaf demnach auch besser, bin tagsüber fitter und mache mehr. Da ich nicht ständig im Alarmmodus bin, bin ich besser bei mir, kann mich besser abgrenzen, auch eher was sagen wenn mir was nicht passt. Bin zentrierter, geerdeter, kann schneller abschalten z.B. nach der Arbeit. Es herrscht weniger stressiges Kopfkino. GOLD WERT! Einfach mal in der Bahn oder so seinen Gedanken nachhängen, fast die Haltestelle verpassen, einfach außer Haus gehen und nicht 5x checken ob ich auch wirklich nichts vergessen habe, nicht immer die ganze Umgebung scannen müssen, die ganze Aufgeregtheit ist viel weniger geworden!!!

PMS hatte ich früher teilweise sehr schlimm. Später gings, aber die krassen Stimmungsschwankungen generell, vor allem das sehr weinerliche vor den „Tagen“ nervte schon sehr. Auch das: weg! Jetzt hab ich das Gefühl, es reicht erstmal und habe diesen Monat Pause gemacht. Ich hatte keinerlei negativen Nebenwirkungen und der Zyklus verschob sich auch nicht oder sonstiges.

Also folgere ich, dass ich eine sehr hohe Östrogendominanz hatte (die Symptome sprachen fast alle dafür!). Ich bin zufrieden. Ich war da sehr vorsichtig. Habe mich viel informiert. Und ehrlich, was so mancher Arzt an Psychopharmaka verschreibt, von denen man teilweise noch nichtmal weiß wie sie im Körper funktionieren und was sie alles anrichten und deren Nebenwirkungen ich massenweise selbst erlebte (davon war keine schön oder gar hilfreich!) nehm ich lieber das Progesteron, sollte ich es nochmal brauchen.

Ich fühle mich jetzt normaler. Ich mache viel mehr, bin mehr unterwegs und genieße das auch. Freue mich auch weiterhin auf mein Zuhause oder mal einen Relaxtag, ganz klar, aber das „nur zuhause ist es sicher“ ist weniger. Was natürlich mehr Optionen bietet und Gelassenheit und Energie. Das ist wieder ein sehr großer Schritt hin zu dem Leben das ich mir vorstelle! Auch dafür bin ich sehr sehr dankbar!

Dankbarkeit

Mir immer wieder klar zu machen, dass es sehr viel gibt wofür ich dankbar bin/sein kann, kultiviere ich nun schon seit einigen Jahren. und es hilft mir. Es tut mir sehr sehr gut. Manchmal bin ich „nur“ im Kopf dankbar, meist schreibe ich abends ein paar Punkte in ein spezielles Notizbuch.

Heute möchte ich das mal öffentlich machen.

Ich bin dankbar für: meine WARME Wohnung, dass meine Waschmaschine funktioniert, dass ich heute fit genug zum arbeiten war, das ich leckere Sachen von der Tafel bekam, das ich ein paar liebe Menschen in meiner Nähe habe, dass ich bald ins Bett fallen kann, eine Nachricht und Verabredung von der Nachbarin–evtl. die Aussicht, dass wir endlich die laute unsoziale Frau als Nachbarin los werden! Den leckeren Obstsalat mit Sahne.

Und jetzt nach 3 vollen Termin-Tagen freu ich mich riesig auf einen Schlunztag morgen zuhause. Mittags kommt mal der Ableser vorbei. Und wißt ihr was daran gut ist? Dass mich das nicht mehr so stresst, dass da jemand in meine Wohnung kommt, den ich vielleicht nicht mal kenne (die letzten Jahre war es aber immer derselbe Mann). Ich kann lesen oder Kaffe trinken während ich auf ihn warte und muss nicht gestriegelt (bloß nicht in Jogginghose!) mucksmäuschenstill, stocksteif und gespannt wie ein Bogen  dasitzend warten…

GUTE NACHT!

Mal wieder

Gestern lag ich mal wieder komplett flach…

Dieses Mal wußte ich aber: Zuviel Histamin. Das ist eine ganz besondere/andere Matschigkeit plus Augen brennen. Ich bin froh, dass ich wenigstens DAS nun zuordnen kann. Ich wunderte mich aber woher es kam….gut die Wurst auf der Pizza war sicher nicht sooo gut. Aber wenn es so krass ist, war da noch mehr….schon länger hatte ich den Apfelsaft im Visier. Den ich da habe, hat nicht viele Konservierungsstoffe und er flockte aus. Ich weiß, deswegen ist er noch nicht schlecht, aber für mich heißt das „er ist schon älter“ und somit nicht gut für mich. Hatte eh nur noch 3 kleine Flaschen da. Weg damit. Dafür viel Wasser. Viel Ruhe. Und viele schlechte Filme, statt großer Spaziergang.

Heute fühle ich mich wieder normal und lebendig. Zum Glück. Ich hasse dieses „nichts machen können“.

Wieder mal heißt es: noch mehr aufpassen! Aufpassen und aufpassen!

noch mehr…

mir ist noch mehr eingefallen, warum ich mir D. und P. als Freunde aussuchte. D. ist klar, der stand für alles was ich damals verlor. Er hatte das. Es war einfach zu schön, das alles wieder zu haben…

Aber P. steht für K.!! Und das find ich bemerkenswert. K. kam damals in meine Klasse, als ich schon 1 Jahr auf der neuen Schule war. Und hint und vorn keinen Anschluß fand und zudem noch von G.(sie nannten ihn Gammler aus gewissen Gründen) massiv körperlich gemobbt wurde. Also wirklich Schwitzkasten, kopfüber in Mülleimer stecken, mit Karacho ins schneebedeckte Gebüsch werfen…sowas. (im übrigen wurde „Gammler“ später als Mitarbeiter bei meiner Mutter von ihr sehr gemocht…so ein netter und fleißiger Kerl…*kotz*) Keiner half mir. Dann kam K. K. flog von der anderen Schule (das gefiel mir schonmal sehr, machte mir aber auch Angst.) Und musste sich dann neben mich setzen, weil kein anderer Platz frei war. Anfangs waren wir uns sehr mißtrauisch. Aber als K. mitbekam was Gammler jede Pause mit mir veranstaltete, ging sie zu ihm, plusterte ihre 1,50m auf und sprach: „wenn du Laluna noch einmal anfasst, bekommst du es mit mir zu tun!“ er kannte sie und wußte: „Obacht, das meint die sehr sehr ernst!“

Ab da ließ ER mich in Ruhe und SIE und ICH waren beste Freundinnen. Ihr rabiates Verhalten gefiel mir. Sie setzte klar Grenzen. Prügelte sich schon auch mal. Und zeigte jedem ganz klar: Mit mir nicht!

Sie war die einzige die mir damals in dem ganzen Dilemma half.

Und wir hatten was gemeinsam: Unsere Eltern waren Alkoholiker. (ihr Vater war daran schon gestorben, ihre Mutter versank in einer vollgestellten zugerauchten Bude, mein leiblicher Vater trank nicht, aber meine Mutter und ihr  neuer Lover meiner Mutter, mit dem wir damals zusammenzogen. Was für mich der Horror war.). Wir waren emotional verwahrloste und auch sonst vernachlässigte Kinder. Während sie eher aggressiv war, war ich eher depressiv. Bei beiden gab es kaum Grenzen, sie nahm mit 14 die Pille, wohnte schon mehr oder weniger bei ihrem Freund der sie jeden Morgen mit einem coolen Auto an der Schule absetzte. Rauchen und Alkohol trinken war erlaubt. Ich ging mit meiner Schwester in die Diskotheken, teilweise in München (damals 80km entfernt), was anscheinend niemanden groß kümmerte.

Wir waren dicke und halfen uns gegenseitig immer aus der Patsche.

P. war recht ähnlich. Auch viel Verwahrlosung, keine Grenzen sich selbst gegenüber, schon gar nicht den Kids, auch ihre Eltern Alkoholiker. Nur dass es da eine Schieflage gab. ICH half ihr. Sie mir nie. K. und P. sind sich auch äußerlich recht ähnlich.

Krass wie man seine alten Geschichten wiederholt. In der Hoffnung nun zu einem guten Ende zu finden.

Auslöser

Beim telefonischen Vorgespräch mit der Klinik fragte mich die Psychologin ob es einen Auslöser gab, dass es mir wieder schlechter geht und ich in eine Klinik möchte. Da gabs kurzes hyperventilieren meinerseits…klar….ja es gab wohl mehrere Auslöser…aber die wichtigsten: dass ich D. verlor und später P. Also engere Freunde. Bezugspersonen. Das ist etwas was mich extrem triggert und an eine alte Geschichte erinnert, die mir mit 12 J. den Boden unter den Füßen wegzog. Und einen massiven Knacks in meiner Seele hinterließ. Alles was mir lieb war, war da weg. Umgebung, Wohnung, Natur, Freunde….das hab ich nie verkraftet. Zumal mir keiner Unterstützung gab und ich dann völlig von mir getrennt in Einsamkeit versank…da auch der 1.Suizidversuch damals.

Blöderweise hatte D. sehr viel von dem was ich damals verlor. Das machte das ganze so eng. So verstrickend. So phantastisch. So toll. So abhängig. Weil auch bald klar war, dass er eine Suchtpersönlichkeit ist. Nicht bei sich ist. Sich nicht spürt. Er hat nie aktiv mal was entschieden oder gefordert oder sich gewünscht. An unserem ersten Treffen roch er nach altem Alkohol. Ich habs übersehen….Es ging lange hin und her. Viel Streit. Abstand. Wieder Annäherung. Vor 1,5 J. als es wieder auseinander ging, war mir klar: jetzt muss Schluß sein. Das hat keinen Sinn. Und er wollte auch nicht mehr (oh das war eine der wenigen Regungen von ihm, was er will oder nicht). Das riss die alte Wunde von damals wieder auf. Aber das war mir natürlich nicht bewußt. Ich spürte drohend dass da viele Schmerzen kommen würden…verdrängte…und suchte mehr Kontakt zu P.

Jetzt ist mir auch endlich klar, warum ich all mein Entsetzen und meinen Ekel über ihr Verhalten, ihre Verwahrlosung, ihre dreckige Wohnung, ihr übles Verhalten ggü. ihren Kindern, ihre Sauferei, ihre psychotischen Schübe usw. nicht fühlte wollte. Hätte ich das gefühlt, wär mir klar geworden: mit so einer will ich keinen Kontakt. Aber dann wäre ich komplett alleine da gestanden. Also lieber „so eine“ als gar niemanden. Ohman. Ja es tut auch gut, dass nun so zu erkennen….

2 Verlusterfahrungen…zuviel alleine…dann die langwierige Zahnbehandlung…keine Unterstützung…tja…da ploppt die alte Depression wieder auf.

Wochenrückblick

gegruselt: in der S-bahn setzt sich ein Mann neben mich. Ich bekomme ein ungutes Gefühl. Als sich eine Frau ihm gegenüber setzt, behält er seine raumgreifende Haltung, so dass die Dame schräg sitzen muss, weil für alle Beie kein Platz ist. Da fällts mir ein: passiv-aggressiv. Das find ich am gefährlichsten, ala Hunde die bellen beißen nicht. Wenn aber einer so ganz kalt ist, bei dem man spürt: der geht über Leichen und das ohne lange zu fackeln…uah… Ich harre aus. Das erschreckt mich, das ich noch nichtmal auf die Idee komme, mich umzusetzen, obwohl ich mich total unwohl fühle. Ich erstarre. Erst als meine Haltestelle kommt, gehe ich an ihm vorbei, beanspruche aber meinen Raum und tänzle NICHT um ihn herum. Das lässt ihn aufschauen. Ich merke das er mich anstarrt. Ich vermeide ihm in die Augen zu sehen. Und versuche das ich ruhig bleibe. Nicht provozieren. Er starrt weiter bis ich aus seinem Blickfeld bin.

– geschafft: nahm einen Appjob an. Drogerieabteilung im Supermarkt fotografieren. Sowas heikles mache ich eigentlich nicht. Weil man soll ja nicht „entdeckt“ werden. Wurde ich aber. Eine Verkäuferin sprach mich an, was ich da mache. Herzrasen. Aber ich muss sagen, ich hab das sowas von geschickt gelöst, ohne das ich mir darüber vorher Gedanken gemacht hätte, das ich stolz auf mich bin ;))

– auch stolz: ich hab in letzter Zeit öfters bezüglich Geld verhandelt. Sogar eine Lohnvereinbarung von Angesicht zu Angesicht. Das andere bei ebay Ankauf/Verkauf. Alle waren damit einverstanden! WOW.

– gekauft: Dachte es geht ohne neue Winterschuhe. Brauchte aber doch welche. Sind ja schon viele reduziert. Und manchmal hab ich halt immer noch ein komisches Körpergefühl. Ich hab jetzt mal Schuhgröße 41 statt 40 genommen. Fühl mich viel wohler!

– berührt: Die Sportschau mit Kristine Vogel. Ja der Frau die vor fast 6 Monaten also Profirennradlerin einen schweren Unfall hatte und seitdem gelähmt im Rollstuhl sitzt. Was für eine Ausstrahlung, was für ein Lebenswille! Tolle Frau!

Und genauso eine Sendung über indonesische Frauen die sich gegen die Kinderheirat wehren. Die eine Schulausbildung und einen Beruf lernen wollen, die sich den Lebenspartner selber aussuchen wollen…soviel Mut auch hier. Am besten dann die 3 jugendlichen Mädls die mit Kopftuch übelsten Heavy Metal spielen. Sogar schon eine CD machten und einige Auftritte hatten. Hab ich voll mitgefeiert und gelacht! HAMMER!!! Weiter so ihr Mädls!

– gefreut: ich schlafe derzeit sehr gut.

– gemerkt: hatte aber auch einige dieser Träume, die man sich merkt, weil man spürt da ist was besonderes, die wollen mir was sagen, die einen beschäftigen. Hatte ich schon lange nicht mehr…

– gewundert: hatte so fiesen Schwindel und Kopfweh immer wieder. Wußte erst nicht woher…dann: ah mein Kreislauf?! Hab also mal wieder die Tabletten genommen und auf mehr Bewegung geachtet = besser.

– genervt: schon wieder dieses komische Ohr-zufallen als ich in der Stadt unterwegs war. Ätzend auch weil ich immer wieder reden musste und das ist dann so unangenehm. Schwer zu beschreiben.

Matsch

Seit Tagen bin ich total kaputt. Vor Mittags bin ich kaum zu gebrauchen und um 20h falle ich erleichtert schon wieder ins Bett.

Ich weiß nicht recht woran es liegt. Zuviel Histamin? Eigentlich nicht…. Depression? Achso…ja da war mal was…Getriggert durch Mutter-kontakt? Absolut!

Gestern das telefonische Vorgespräch mit der Klinik gehabt. Auch das natürlich aufwühlend. Und: Oh jetzt wirds konkret. Einerseits freu ich mich drauf, andererseits natürlich sehr viel Angst.

Gestern war ich schwimmen. Es war schon gut rauszukommen und auch die Bewegung tat gut, andererseits fiel mir dauernd ein Ohr so zu, dass man sich selbst verstärkt hört. So ganz fies. Eigentlich ein deutliches Signal: STOP! Du machst zu viel!!!! Trotzdem bin ich danach zu einer Familie gefahren, die für den Umzug/Endreinigung jemand suchen. Hab mir das angeschaut. Ist gut machbar. Und auch erst Mitte Februar.

Nur für heute werde ich gut für mich selbst sorgen.

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Wenn Du ein Schiff bauen willst, dann rufe nicht die Menschen zusammen, um Holz zu sammeln, Aufgaben zu verteilen und die Arbeit einzuteilen, sondern lehre sie die Sehnsucht nach dem großen, weiten Meer. Antoine de Saint-Exupéry

Eine Art Tagebuch

Amat victoria curam