Familie kann man sich nicht aussuchen

Heute war also die Beerdigung von meinem Opa.

Ich war nicht dort, obwohl ich meiner Tante gerne beigestanden hätte. Aber ich wäre auch meiner Mutter, meinem Vater (nur weil er sie immer fährt, sind schon lange geschieden) und wahrscheinlich meiner Schwester begegnet. Es hätte mich massiv getriggert. Ich sehe mich schlotternd. Kein innerliches zittern mehr, sondern sichtbar. Deutlich. So wie es immer war, wenn ich so massiv getriggert wurde. Oder noch werde.

Es macht mich wütend. Ich kann nicht dabei sein. Meine Eltern haben keinerlei Schuldbewußtsein. Ich bin wieder die komische. Die die nicht da ist. Die irgendwie spinnt. Ich bin die komische, die sich aufregt, weil meine Mutter mir nur 50,- vom Erbe abgab, während meine Tante mir 500,- gab.

Meine Großeltern hatten schon kein Schuldbewußtsein, dass sich ihr Sohn erhängt hatte oder alle unter den Schlägen und Demütigungen litten.

Ich habe heute so eine Wut.

Ich hätte heute auch gerne meinen Onkel gesehen und meinen Cousin und seine zwei Kinder. Ich hätte auch gerne „pfiadi“ zu meinem Opa gesagt. Ich hätte gerne eine ganz normales Familientreffen.

Ich bin aber wieder die Außenseiterin. Die komische. Die nicht da ist. War ich schon immer.

Ich weiß das nicht alle so denken. Meine Cousine und Tante meiden auch den Kontakt zu meiner Mutter. Die finden auch wie scheiße die sich oft benimmt. Die verstehen mich. Aber es ist leider nicht genug. Denn natürlich möchte ich auch das Verständnis, die Anerkennung, den Frieden mit meinen Eltern. Das mein Vater bei der Hetze gegen mich jetzt mitmacht und den widerlichen, beleidigenden Comic auf den Geldschein-Klopapier druckte schmerzt heftig. So ein Arschloch. War er ja auch schon immer. Nix neues. Trotzdem.

Es ist und bleibt eine Scheiße. Und diese Einsamkeit tut weh.

2 Kommentare zu „Familie kann man sich nicht aussuchen“

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