Es ist soweit

Nun ist sie auch bei mir eingekehrt: Langeweile.

Ich hab Lust auf Abwechslung, auf Flohmarkt, schwimmen gehen, mich massieren lassen. Oder eine Kunstaustellung besuchen und mit jemand essen gehen.

Auch wenn mir das vorher schon bewußt war, jetzt wurde es nochmal deutlicher: das ich den Fokus mehr auf SEIN statt auf HABEN legen möchte. ErLEBEN. Somit das Leben füllen.

Gestern war ich gut beschäftigt mit Radlwerkstatt, Radlrunde und 2 Plaudereien. Heute war ich sehr lange radeln und habe mir mal wieder indisches Essen bestellt (immerhn auch eine Abwechslung).

Morgen vormittag muss ich auf ein großes Paket warten und dafür nutze ich die Zeit für Haushaltsarbeiten und wenn das Wetter noch mitspielt, werde ich vielleicht mal an den See.

Und so hangel ich mich weiter…von Tag zu Tag.

Angststörung macht nen Ausflug

Wie anstrengend das mit einer Angststörung ist:

Gestern abend schon erhöhter Ruhepuls. Damit kann man super einschlafen. Nicht.

Dann doch irgendwie geschlafen und erstaunlich fit aufgewacht.

Dann frühstücken, duschen, Rucksack packen und los gehts zur: Radlwerkstatt. Der Grund meiner Nervosität. Weil es war ja kein ausgemachter Termin, sondern sozusagen offene Sprechstunde. Man fährt hin, zieht Nummer, wartet bis man dran kommt. Hab ich dort noch nie gemacht, ich wußte also nicht: sind da viele Leute, muss ich ewig warten, was passiert und wie, kann ich noch normal hinfahren oder mach ich mit nem achter im Rad mehr kaputt, soll ich lieber schieben, dazu Scham weil ich das ja selbst vermurkst habe…Kopfkino deluxe.

Um 9h machte der Laden auf. Ich um 8.40h dort angekommen, standen schon 6 Leute da. Alle brav mit Abstand, teils freundlich, teils mürrisch. Ich natürlich wieder so nen alten dicken Widerling im Rücken, der keinen Abstand einhielt und sich auch vormogeln wollte. Nachdem aber alle in der Reihe stehen blieben, wurde es ihm doch etwas unbehaglich. Ahh genau so doofe Situationen, genau um die geht es. Passiert immer, egal wo, deswegen: nur daheim is es sicher. Und auch langweilig. Egal.

Die Sonne hitzte dann noch gut auf, mein Adrenalin stieg. Wann kommt meine Nummer dran. Ich war schon kurz vorm zittern. Hatte ich schon ewig nicht mehr. Dann kam eine MechanikerIN (was mich sehr freute, ich hätte keinen stoffeligen Kerl mehr gepackt, vielleicht noch mit nem blöden Spruch oder so), wir quatschten kurz und ich gab ihr mein Radl. Jetzt also wieder Warten. Zum Glück gibts Handy. Nur ablenken. Der innere Druck war schlimm. Dieses Bedrohungsgefühl. Auch die anderen Leute die hinter mir warteten immer ein wenig im Auge behalten. Überwachsamkeit. Anstrengend. Dazu denken, was die wohl über mich denken (typisch sozialphobisch).

Irgendwie war mir nach heulen. Dann weiter denken: Hoffentlich hab ich mir die Felge nicht geschrottet, hoffentlich ist nix gebrochen, warum braucht die so lang?

Als die Mechanikerin mit Radl raus kam und Entwarnung gab, das alles wieder passt und es 10,- kostet, fiel mir der westliche Teil der Alpen vom Herzen und nach dem bezahlen, nebenan noch einkaufen und endlich Anspannung runterradeln, der östliche Teil.

Das ist mein Problem: Nichts geht leicht. Alles ist immer anstrengend und schwierig.

Danach noch kurz bei einer Freundin vorbei geschaut, hab ihr eine Mund-Nase-Maske versprochen. Das sitzen vor ihrem Haus und plaudern und Nußzopf essen, war dann tröstlich und tat einfach nur gut.

Jetzt freu ich mich, dass mein Radl wieder schön rund läuft.

Aber,

aber ginge das auch mal einfacher?

Gelassener?

Das wäre schön…

so schön.

Wochenrückblick

– gefreut: über 50% Rabatt der Ostersüßigkeiten, so Nougateier kann ich schließlich das ganze Jahr futtern *njam

– genossen: viel Kaffe, Kekse, Schokolade und ja hin und wieder Alkohol. Wenigstens hab ich noch Appetit und wenn ich einen Hänger habe, genehmige ich mir eines von den Leckereien

– Tja Pech: ich hatte es zwar geschafft den Hinterreifen zu wechseln, mir dabei aber einen Achter hinein gewurstelt. Als ich das einem Freund beichtete, lachte er und meinte: „ich hab dabei mal die Schaltung geschrottet.“ Auch nicht schlecht.

– gemacht: kleine Wanderung mit J. Bei strahlendem Sonnenschein, 20 Grad und einer kleinen Brise den Höhenweg vom Pilsensee zum Ammersee. Idylle pur, entlang an einem kleinen plätschernden Bach durch den Wald. In der Nähe ist zwar eine Hauptstraße, aber da derzeit kaum einer da fährt: Super Stille! Ich ging früher schon öfter den Weg, für J. War der neu und er war schwer begeistert. Trotzdem, mein Wohlgefühl hielt sich in Grenzen. Die Stimmung ist weiterhin gedeckelt/gedämpft. Am nächsten Tag total ko, schlapp und schlecht gelaunt.

– ansonsten: schwierig, wechselhaft. Manchmal genieße ich was total, um im nächsten Augenblick doch wieder dran zu denken warum ich eigentlich da bin, was die nächsten Jahre denn noch bringen sollen und das ich immer denselben Scheiß nicht ewig aushalten will. Auch irgendwie keine Lust mit jemand darüber zu reden, ich sag allen dass es mir bestens gehe und ich die Ruhe wegen Corona total genieße.

– Wien-urlaub storniert: Normalerweise hat die ausgesuchte Unterkunft sehr strenge Stornierungsbedingungen, heißt: ich hätte nur noch 50% des Geldes wieder bekommen. Wegen Corona ist es aber eine außerordentliche Lage und mir wurde das Geld als Gutschein ausgeschrieben. Nunja. Immerhin. Könnte mir mit der derzeitigen seelischen Lage eh nicht vorstellen, dass ich eine Reise genießen könnte. Weil es schnell alles zu viel ist und keinen Spaß macht und ich einfach allleine zuhause mich verkriechen will.

Was mit meiner Bahn-Fahrkarte ist, muss ich noch abwarten, wie sich das lösen wird.

Selbstvertrauen; sich selbst vertrauen

Es ist wirklich schlimm, wenn man sich so gar nichts mehr zutraut.

Bei mir stand ja wechseln von Mantel ud Schlauch am Hinterreifen meines Radls an. Ich hab das jetzt tagelang geschoben. Ich hatte ja schon 2x einen Platten, es hielt zwar nach dem aufpumpen auch immer, aber ich hatte trotzdem immer ein komisches Gefühl und wollte keine weiteren Strecken fahren.

Nun hatte ich eine Sicherheit im Hintergrund: Diese Woche kommt ein Freund vorbei und sollte ich es nicht selber schaffen, könnte er mir ja helfen und so wanderte ich heute in meinen Keller.

Es funktionierte. Der neue Reifen und Schlauch ist drauf. Jetzt kommen die ABERS: Maaaan du hast ja ewig gebraucht, das ist normalerweise eine Minutensache! Und hoffentlich hält der auch (mache heute nachmittag eine Proberunde), hast bestimmt den Schlauch irgendwo eingezwickt, der neue Reifen ist viel dünner als der alte und der Vorderreifen, wie sieht das denn aus?

Ich konnte mich so gar nicht freuen, dass es geklappt hat. Vielleicht kommt das noch.

So nun die Gegenargumente:

Is doch scheiß egal wie lange es gedauert hat, du hast doch Zeit und immerhin du hast es geschafft! Alleine! Und auf Anhieb richtig (bei meinem alten Radl hab ich schonmal was verkehrt aufgezogen und durfte die ganze Schoße nochmal machen)! Iwo da ist nix eingezwickt! Ich hab mal in paar MTB-Foren gestöbert, da gibt es durchaus viele Meinungen dass wenn der Reifen vorne breiter als hinten ist, das eben auch Vorteile hat: Wenn es mal ins ruppige Gelände geht hat man vorne mehr Gripp und Halt und wenn es hinten dünner ist hat man weniger Rollwiderstand und kann schneller beschleunigen.

Ich radel ja nicht im Hochleistungsport, von daher wird das schon passen. Ich probiers einfach mal aus.

Und was ich mir bei zwei Hindernissen sofort dachte: Scheiße, ich mach das nie mehr selber, ich brings in Zukunft einfach in die Werkstatt, lieber zahl ich da paar Euros und hab meine Ruhe. Ja meine Ruhe schon, aber eben auch kein Erfolgserlebnis!

Fazit: einen gebrochenen Reifenheber, schmerzende Fingerkuppen, schmutzige Hose und Hände, aber nen neuen Hinterreifen!

Aus der Falle rollen

Und immer wieder zurück: Raus aus der Opferhaltung/Opferrolle. Gestern mal wieder in dem Buch gelesen: Endlich frei von Giger-Bütler. Mir halfen seine Bücher sehr die Muster zu verstehen, die eine Depression fördern. Das fängt schon in der Kindheit an, das oft die sensibelsten Kinder in einer dysfunktionalen Familie sehr leiden, in der es viel Brüchigkeit und Überforderung gibt. Wenig Halt, wenig Geborgenheit, wenig gesehen werden, wenig Nähe und Wärme usw.

STOP! Zurück ins JETZT! Weil mich das in der Vergangenheit rumwühlen nur noch weiter runter- und reinzieht, wieder in die alten Gefühle: Trauer, Ohnmacht, Schmerz…

Es gilt wieder in die Handlungsfähigkeit zu kommen und in die sachte Bewegung, raus aus dem Stillstand, nicht mehr wie hypnotisiert auf die Traumata starren, raus aus der Kindheitstrance.

Das hieß ganz konkret wieder fragen: was will ich jetzt tun? Was brauche ich jetzt?

Und so habe ich mir etwas zum kreativen Gestalten bestellt, Pläne für nächste Woche ausgemacht und mich woanders zum lesen hingesetzt (das hat schon sehr viel ausgemacht, unglaublich, oft reichen minimale Veränderungen!).

Außerdem mich beim Staerketraining.ch angemeldet (das läuft nur online), ich bin sehr gespannt.

Denn das ist das was mit am effektivsten hilft: Sich auf seine Stärken konzentrieren und diese ausbauen, anstatt ständig an seinen Schwächen rumzuschrauben, was wenig Erfolg oft hat.

Erkenntnis an einem sehr warmen Samstag

Das langweiligste am Älterwerden ist ja,

dass man sowenig neue Gedanken denkt.

(ich wollte das jetzt weiter ausführen, aber a) ist ja alles gesagt, den Rest kann man sich ja denken (haha) und b) bin ich unsäglich matschig und faul heute.)

In diesem Sinne: Denkt mal was Neues. Wenn ihr was gefunden habt, laßt mich bitte dran teilhaben.

Danke.

Wochenrückblick

– kaputt: Im Grunde war der Beitrag gestern nur ein erstauntes: es darf mir gutgehen?

Ich merke einfach wie kaputt ich bin. Seelisch. So müde. So ausgelaugt. Lebensmüde (aber nicht wirklich suizidal). Ich kann nicht mehr und ich will auch nicht mehr: mich irgendwie anstrengen, irgendwas erreichen. Ich will einfach in meiner Gnadenbrotecke bleiben. Genug durch. Für mindestens zwei Leben.

Ich bin raus aus der Adrenalinspirale. Dadurch merke ich erst was ich mit Adrenalin dann oft verdecke: was alles nicht geht, was ich alles aber auch eigentlich nicht will und wie oft und wie schnell mir was zuviel wird, wieviel Angst ich vor so vielem habe. Jetzt spüre ich mich. Und stelle fest: Finanziell bräuchte ich die kleine Arbeitsstelle gar nicht. Ich kompensiere mit dem verdienten Geld (und dem folgenden kaufen) eigentlich nur den Streß (haupsächlich durch Angst) und die Verausgabung durch die Arbeit. Interessant. Andererseits hilft mir die Arbeit durchaus „auf dem Boden zu bleiben“. Manchmal machts auch Spaß was geleistet zu haben, ich fühle mich wertvoller und die freie Zeit danach genieß ich oft umso intensiver.

– trotzdem gearbeitet: aber nur kurz. Bei der alten Frau, die sich so 2-3x im Jahr bei mir meldet, damit ich ihr bei Sachen helfe, die sie nicht mehr schafft. Und ich hatte heute morgen schon sowas von keine Lust da hinzugehen. Also nicht nur bissl wenig Lust, sondern eigentlich den totalen Widerstand. Wollte sie aber auch nicht hängen lassen. Der Großputz wird zum Staatsakt erklärt. Was macht die ein Gewese drum und dazu ihr ständiges Getratsche. Total extrovertiert und viel zu oft alleine, schwuppt alles aus ihr raus. Nerv. Im Grunde ist sie schon ne Liebe, schätzt meine Unterstützung, gibt viel Trinkgeld, aber ich merke einfach: Im Moment geht nix. Körperlich war es nicht sonderlich anstrengend, aber psychisch. Ich bin danach einfach nur noch ins Bett gefallen. Ich habe keinerlei Kraft mehr für andere. Ich kann nicht mehr „geben“, mir fehlt die Tankstelle, wo ich mal auflade, Zuwendung, Unterstützung bekomme. Ich bin leer. Deswegen tut mir die derzeitige Zeit AUCH gut (auch wenn es Triggermomente gibt). Wenn ich Sachen für mich mache, habe ich viel Energie. Ja das egoistische, egozentrische… Moment, bei Freunden ist das was anderes: J. wird heute 50 und ich hab ihm gerne bissl was gekauft, schön eingepackt, heute morgen angerufen und so. oder auch wenn die Nachbarin vorbei kommt, macht es mir Freude den Tisch schön zu decken, was gutes einzukaufen ect. Das gibt mir auch was. Aber was gibt mir Lohnarbeit? Außer Geld….

genervt: von dieser ganzen Heuchelei: ach wie vermissen wir Freunde und Familie..laberlaber..ja ich bin verletzt und neidisch, das mich keiner vermisst und ich kaum Freunde sowie Familie habe. Ich will nicht wissen, wieviele Menschen froh waren, an Ostern die Schwiegereltern (z.B.) nicht besuchen zu müssen +g

abgehärtet: ein wenig mit meiner Tante hin-und hergeschrieben. Ihr mitgeteilt, dass mich das Verhalten meiner Mutter nicht wundert, sie hat ja schon damals sich an unseren Kinderkonto gerne mal vergriffen. Nur durch den Einsatz meines Vaters bekam ich das Geld wieder, meine Schwester nicht. Diese Geschichte brachte meine Tante zum weinen. Ich war darüber etwas verstört, weil das war noch mit das harmloseste was meine Mutter mir antat.

gekauft: kleine Plastiklöffel und nun kam jeweils einer in Handtasche und Rucksack. Warum? Weil es mich immer nervt, das ich beim Coffe-to-go immer den Milchschaum nicht rauskriege. Der Löffel wird natürlich wieder verwendet und nicht jedesmal weggeworfen. Zumal das recht dicke sind, der zerbricht nicht so leicht.

– getan: wieder mehr. Das tut mir sehr gut. Rumgewerkelt, geputzt, Marmelade und Kuchen gemacht.

– gefreut: bei der Tafel gab es schon wieder einen Gutschein fürn Supermarkt! Ganz großes FREU. Diesmal für 20,- Fühle mich sehr reich 😉

– gemacht: kleinen Ausflug. Normalerweise fahr ich die Runde immer mal wieder mitm Radl. Aber dachte ich so, warum nicht auch mal spazieren. Gut die ganze Strecke wär mir zuviel gewesen und so bin ich paar Stationen mit dem Bus gefahren, dann quer durchn Wald gelatscht (keinem begegnet es war sooo toll und soooo still!) Und dann mitm Bus wieder heim. Immunsystembooster deluxe!

– entdeckt: mal wieder After eight! Lecker.

– Grenzen: es gab in meiner Kindheit sehr wenige Grenzen. Und ja auch das ist Vernachlässigung. Weil Kinder einen Halt und Orientierung brauchen und den geben nunmal Grenzen. Wenn ich was nicht wollte, musste ich es nicht tun. Wollte ich etwas und meiner Mutter nicht, gab sie sehr schnell nach. Und hielt das für Liebe. Mein Vater setzte bis zu meinem 11. Lebenjahr (danach zogen wir von ihm weg und er hatte gar nichts mehr zu melden) nur Grenzen die für ihn hilfreich waren: Seids ruhig. Viel mehr gabs eigentlich nicht, außer: kommts heim. Ich spürte auch keine Konsequenzen bei Fehlverhalten. Schule schwänzen, Geld klauen usw. wurde nie thematisiert.

Einmal raste mein Stiefvater wutentbrannt in mein Zimmer und wollte den von mir nicht getrennten Mülleimer auf den Boden ausleeren. Meine Mutter stoppte ihn. Ich war perplex. Er war zu recht sauer (er tat sehr viel für uns und ich verachtete ihn als Jugendliche, diesen Ausraster hatte er auch nur einmal). Aber irgendwie tat es gut, endlich ließ er mal seine Gefühle raus und ich wußte woran ich bei ihm war. Und ich fühlte mich wahrgenommen….

Is klar, dass ich mit Autoritäten die mir vorschreiben was ich zu tun habe, so meine Probleme habe.

Jedenfalls kam mir das so die Woche, das ich diesem Innenteil auch mal ruhig sagen könnte: „Jetzt ist Schluß. Das will ich machen und fertig! Nein, das geht jetzt nicht…“oder was auch immer eben gerade Thema ist.

Man muss ja nicht brüllen oder drohen. Aber sehr klar und bestimmt sagen was Sache ist. Und als ich das mal so probierte, fühlte sich das gut an, nach Freiheit: ich lasse mir von meinen Ängsten nicht mehr soviel sagen. Nicht mehr mein leben vorgeben.

Es ist klar das ich bei wirklicher Panik oder total überforderten Kleinkindgefühlen da anders reagiere. Aber ich glaube ich kenne den Unterschied inzwischen ganz gut, wo ich mal aufn Tisch hauen kann und wann nicht.

– gehört: alte Musik. Was man so wiederfindet wenn man viel Zeit hat und mal so durch alte Ordner wischt. War schön 😉

Einfach mal: genießen

Heute ist Donnerstag und normalerweise mein Arbeitstag. Seit 6 Wochen war ich aber nicht mehr arbeiten. Und es fehlt mir nicht sonderlich. Wieder einmal habe ich erkannt, dass mir 1 Arbeitstag alle 14 Tage vollkommen reichen würde und nicht wie normalerweise jede Woche 1 Arbeitstag.

Die derzeitige Arbeitsstelle ist bis auf den wöchentlichen Turnus perfekt und ich weiß, dass die Bewohner jede Woche jemand brauchen, daher brauch ich erst gar nicht zu fragen. Mal sehen wie es überhaupt weitergeht.

Ansonsten genieße ich den Leerlauf teilweise schon. Die Tage verstreichen. Ich bin entspannt und ruhig. Allein die akustische Stille lässt mich besser entspannen. Ich habe aber auch das Gefühl leicht zu verblöden. Hummeldumm, hieß das sehr seichte aber lustige Buch das ich letztens las. Ja das ist das passende Wort. Auf der anderen Seite, warum gönnne ich meinem Hirn nicht auch mal die Ruhe? Als Introvertierte mit generalisierter Angststörung ist in meinem Oberstübchen oft Oktoberfest. Das ganze Jahr. Ich denke viel und chaotisch.

Jetzt starre ich viele Löcher in die Luft, schau ein paar Filme, lese wenig, gehe spazieren.

Gestern war mal mehr los und auch das tat gut. Ich war viel in der Küche. Marmelade einkochen und Kuchen backen, Mittag-und Abendessen frisch kochen, da es von der Tafel weder viele Sachen gab. Dazwischen putzen, Wäsche waschen und Bett frisch beziehen.

Heute ist wieder Gammeltag. Ich schau im Internet paar Sachen, dann lieg ich wieder aufm Balkon, gleich mach ich einen Salat, später vielleicht noch zur Post.

Der innere Antreiber? Nicht mehr da. Der innere Zweifler, der meint dass ich jetzt vollends versumpfe, faul und zur Alkoholikerin werde, schaut nur noch ein paarmal vorbei.

Ich habe keine Zukunftsängste weil meine Rente und Co ja weiterlaufen.

Ich könnte endlich einmal also richtig entspannen und es mir richtig gut gehen lassen. Kein Trauma, keine Täter, kein Trigger, keine Überforderung, keine Selbstverletzung…wie die Göttin in Frankreich: es mir einfach gut gehen lassen…

Mit jedem Tag sinkt es

Mein Selbstwertgefühl.

Gestern wars dann doch übel, zum einen was falsches gegessen, so dass ich sehr viel geschlafen habe, das tat aber gar nicht gut, dann nicht geduscht und noch dazu ein eher ungünstiges Buch gelesen: Der Mann der schläft. Haha. Hätt ich gleich weiterschreiben können: Die Frau die schläft.

Mich erinnert (wenn auch eher unbewußt) die jetzige Zeit an frühere Zeiten: Wo ich nicht rausgehen konnte wegen Angst und Depression, aber auch wegen fehlendem Geld. Und es erinnert an noch frühere Zeiten, wo ich auch so sozial isoliert war, in meiner Jugendzeit.

Da stieg die Unterforderung in ein Gefühl: Wozu das alles? Was ist der Sinn des Lebens. Das ist dann gefährlich. Da muss ich gegensteuern.

Zum Glück kann ich mich gut selbst organisieren, es fehlt halt derzeit auch die Motivation.

Am Samstag war die Nachbarin da. Das tat so gut. Mal wieder mit jemand richtig reden und so. Vor ein paar Tagen starb ihre Mutter, genau am Geburtstag der Nachbarin. Wie krass ist das denn? Jedes Jahr fällt nun der Todestag auf ihren Geburtstag. Die war aber ziemlich gefasst. Es war absehbar, dass sie nicht mehr lange lebt. Trotzdem…

Also wieder Pläne machen: Fenster putzen und Hinterreifen am Rad wechseln steht ganz oben…

Und hoffen, dass ich bald wieder mehr machen kann….

Wochenrückblick

– geschrieben: Ich hatte A ja nochmal angeschrieben und nachgefragt. Und tatsächlich hatte er was missverstanden. Er meinte, er nerve. Ich meinte aber nur das mich ein bestimmtes Verhalten an ihm nerve. Und nicht er als ganze Person. Deswegen zog er sich zurück.

Das nachfragen tue ich aber sicher kein 3.Mal. Wenn jemand so komplett aus der Kommunikation aussteigt, ohne das vorher zu sagen oder irgendwas finde ich das extrem passiv-aggressiv. Mein Vater konnte das wunderbar. Der konnte einen genau spüren lassen, dass man sich falsch benommen hat. Meistens: ihm nicht genügend Aufmerksamkeit geschenkt. Er konnte auch nicht klar sagen: Ich finds schade, dass du dich nicht öfters meldest. Gut, das ist für einen 1948 geborenen Mann vielleicht auch zuviel verlangt, aber es kam nicht mal was von: Hast wohl keine Zeit für deinen alten Vater. Es kam: Schweigen und wenn er was sagt dann mit so einer komischen Stimme. Fragte man nach, ob was ist? NEIN! Argh!

Wenn man neue Leute kennenlernt und merkt, ok das passt nicht und sich nicht mehr meldet, ja nu, auch nicht die feine Art, aber immer noch nicht so dramatisch, wie wenn man sich schon länger kennt, sich auch schon mehr geöffnet hat, zusammen Dinge erlebt hat und sich doch näher gekommen ist und dann einfach schweigt.

– gelesen: Ich hörte auf die Stille. Derzeit ja passend. Tolles Tagebuch von einem Mann der für 7 Monate in ein Trappistenkloster ging. Vor allem kurios: im Buch kamen genau immer dieselben Themen dran, die ich auchgerade hatte: Zweifel, Unzufriedenheit mit seinen Mitmenschen, Eitelkeit usw. Sehr ansprechend geschrieben. Werde noch mehr von dem Autor lesen.

– wieder entdeckt: SAM-e (also S-adenosylmethionin). Das produziert der Körper selber, aber oft zu wenig oder der Verbrauch ist zu hoch. Früher wurde das in Europa gegen (Achtung!) Depressionen verschrieben! Heute nicht mehr, heute darf man es selber kaufen und das ist teuer. Es muss nämlich in magensaftresistenten Kapseln sein. Aber mir reicht 1 Tablette (mit 200mg) am Tag, morgends gleich nüchtern, verträgt auch mein Magen super. Oft lass ich auch 1-2 Tage aus. Eine Packung mit 60 Kapseln für ca. 40,-. Andererseits 20,- im Monat damit es mir besser geht ist ja echt nix! Und, man soll auch immer nach einiger Zeit wieder Pause machen. Also nehm ich eine Packung, wenn die leer ist 4 Wochen Pause und wieder von vorne. Ich hab definitiv bessere Laune und bin auch wacher! Sam-e unterstützt unter anderem die Leber! Es heißt ja nicht umsonst bei schlechter Laune (und die hatte ich letztens echt sehr oft!): Welche Laus ist dir denn über die Leber gelaufen. Auch das nächtliche aufwachen gegen 3 Uhr hat was mit der Leber zu tun (siehe Organuhr).

– gesehen: eine kleine Doku über einen sehr jungen Kriegsveteranen mit PTBS. Sah die schon zum zweiten Mal, auch weil sie so wenig hetzerisches hat, sachlich ist und trotzdem berührt. Was mir auffiel: Die immer noch weit aufgerissenen Augen. Im Internview blinzelt der kein einzigstes Mal. Voller Adrenalin. Gut, das kann auch der Streß des gefilmt werdens sein, aber man weiß ja: Trauma hängt im Körper fest.

https://www.zdf.de/dokumentation/ab-18/ab-18-joe-boots-100.html

– bekommen: Endlich den neuen Tisch, nachdem ich so lange gesucht habe und dann noch lange warten musste, bis er geliefert wurde. Tolles echtes richtiges Holz (nicht so Presspan mit Beschichtung), paßt perfekt zum restlichen Holz meiner Wohnung, leicht gedrechselte Beine, richtige Maße und eine kleine Schublade. Jetzt kann ich auch wieder mehr malen.

– Probeabo einer Hundezeitschrift. Das ist sowas wo ich mir denke: Warum kam ich da nicht früher drauf? Naja jetzt hab ich sie ja. Wollte erst wieder kündigen, dann sah ich nach was die kostet: Keine 50,- im Jahr. Ej damit hab ich soviel Spaß, dafür ist der Preis ja echt niedrig. Wieviel (schädlichen) Schund kauf ich mir sonst oft?

entdeckt den Spruch: Ich bin ja keine, die das Leben liebt. Ich bin eine, die am Leben hängt, weil sie immer hofft, dass gleich noch was ganz Tolles passiert. Von hier: https://candybeach-editorial.blogspot.com/

gemacht: ich musste mal raus und traf mich in München mit J. Zum Glück bei schönstem Traumwetter. Mehr als spazieren gehen konnten wir ja nicht machen. Doch. Saufen. Also nahmen wir an der Tanke noch Bier und etwas Schnaps und Schnitzelsemmeln mit. Auf einer Parkbank gaben wir uns wie die Penner unserem Gelage hin. War klar: kaum saßen wir 5 Minuten kam das Ordnungsamt und wollte uns verscheuchen. Wir so:“Dürfen wir wenigstens noch fertig essen?“ Die so: ja klar!“ Wir blieben dann über eine Stunde sitzen. In einem riesen großen Park, weit und breit nur Gräser und Bäume…echt man kann es auch übertreiben…

Beim 2.Bier J. So: Die Natur macht sich nix aus Corona.

Ich so: Corona IST Natur.

Schweigen. Prost. Lachen. Alkoholphilosophie halt 😉

Ja war nett und tat auch gut, aber trotzdem irgendwie sehr bedrückt und bei weitem nicht so lustig wie sonst.

– passiert: ich wunderte mich noch warum da mitten im Gang (im Supermarkt) ein Inder steht. Er suchte nichts, er stand da einfach. Hm, komisch dachte ich noch und stellte mich brav mit Abstand an der Kasse an. Irgendwann klingelte es bei mir: der junge Mann stand auch an der Kasse, aber eben nicht mit 1,5m Abstand sondern mindestens 4m und ich hatte mich somit einfach vorgedrängelt. Unwissentlich wohlbemerkt. Aber da kam ich auch schon mit zahlen dran…

– also diese Suizidgedanken sind echt nervig.Am Montag fühlte ich irgendwie beides: Lust hinaus zu gehen, Vorfreude auf ein Treffen, Freude am warmen, schönen Wetter und gleichzeitig diese sich regelrecht aufdrängenden Gedanken. Also eher Pläne für die Zukunft wann und wie und so. Also nichts akutes, keine Sorge! Bis mir einfiel, das ich am Abend MCP Tropfen (früher Paspertin) nahm, ich recherchierte und las genau das Phänomen! Später fiel mir ein, ich nehme ja schon länger derzeit wieder die Alternative: das Dopmeridon, das kann zwar nicht die Blut-Hirnschranke überwinden, aber könnte vielleicht auch dazu beitragen, das ich in letzter Zeit wieder mehr solcher Gedanken hatte. Denn viele User schrieben auch von Regelunmäßigkeiten bei der äh haha Regel. Hab ich auch und dachte schon das sind die Vorboten der Wechseljahre…

– Post: meine Tante schickte mir noch ein Osterpaket mit u.a. dem Brief den sie auch meiner Mutter schickte wg. Kontaktabbruch. Darin waren auch die ganzen Kontobewegungen von Opa‘s Erbe aufgelistet, weil meine Mutter ihr nicht traute und bei der Bank selber anrief und sich informierte (die gaben aber natürlich keinerlei Auskunft). Und wißt ihr was? Ich glaube den Zahlen auch nicht. Ein 80-jähriger Mann bekommt doch aus seiner Lebensversicherung keine läppischen 900 Euro? Ich könnts verstehen, wenn meine Tante sich etwas mehr abgezweigt hätte, weil sie sich die letzten paar Jahre sehr intensiv um ihren Vater gekümmert hatte, aber irgendwas stimmt da nicht. Wie gesagt meine Cousine kaufte sich gerade ein Haus und meine Tante ein nagelneues E-Bike. In meinem Osterpäckchen war ein Rucksack, etwas Schokolade und ein zerknitterter 5,-Euro-Schein. Weder verpackt noch sonst wie irgendwie hübsch hergerichtet oder so. Diese scheiß Familiengeschichten!!! Ich dachte, wenigstens mit Tante und Cousine würde das klappen. Oder bin ich so empfindlich? Auch auf meine letzte Whatsapp-Nachricht wurde 2 Monate geschwiegen. Ich hab‘s soooo satt….

– gefreut: gab bei der Tafel ein kleines Ostergeschenk, nämlich einen 25,- Euro-Gutschein für den Supermarkt. Na immerhin. 25,- haben oder nicht haben.

– gefunden: in dem Buch: Die dunkle Seite des inneren Kindes: Leider unterstützt die Gesellschaft mit ihrer kindlichen Psychologie diesen Prozeß, indem sie jene belohnt, die wissen wie man „das Spiel spiel“ (Geld, Status…) und jene bestraft , die sich nur unter Schmerzen „verkaufen“ können. Der bekannte Industriepsychologe Frederick Herzberg pflegte zu sagen, dass deswegen Probleme beim Erwachsenen auftauchte, weil wir sie auffordern sich wie verantwortliche Erwachsene zu verhalten – sie aber wie Kinder behandeln. Wenn Sie wollen, dass sich jemand wie ein Erwachsener verhält, müssen sie ihm die Augabe eines Erwachsenen geben und ihn auch so behandeln.

Wow das hat mich sehr angesprochen und beschreibt oft das Gefühl das ich in Arbeitssituationen hatte.

Das Buch habe ich noch nicht ganz durch, werde später vielleicht darüber mehr schreiben.

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Leben mit Entwicklungstrauma / komplexer PTBS & Traumafolgestörungen

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Wenn Du ein Schiff bauen willst, dann rufe nicht die Menschen zusammen, um Holz zu sammeln, Aufgaben zu verteilen und die Arbeit einzuteilen, sondern lehre sie die Sehnsucht nach dem großen, weiten Meer. Antoine de Saint-Exupéry

Eine Art Tagebuch

Amat victoria curam