Wochenrückblick 16. Oktober 2020

– ausprobiert: manuelle Lymphdrainage, Also nicht via Hände am Körper sondern Manschetten, die sich nach und nach aufplustern (wie ein Blutdruckgerät) und wieder erschlaffen. Ich probier ja gern neues aus 😉 Naja der Hit wars nicht, aber da es auch nicht viel gekostet hat, wars ok. Jedenfalls konnte ich völlig selbstverständlich nach einem Testlauf sagen, dass die Manschette um den Bauch weg muss, das ging ja gar nicht. Und nach ner Zeit fragte ich ebenso selbstverständlich nach einer Decke, weils in der Hütte sowas von kalt war. Der ein oder andere mag jetzt sagen: na und? Jahaaa für mich als Sozialphobikerin und überhaupt einer die immer alles irgendwie aushielt und sich sehr schlecht um sich kümmerte ist das ein Highlight: Das kund zu tun UND nicht vor Scham-und Schuldgefühlen zu vergehen. Juhu!

– apropo kalt: 1. klar das Wetter, krasser Tmperatursturz von knapp 20 auf mickrige 6 Grad…brrrr….2. aber auch extrem schlechte Tage lassen mich frieren, daher hüpfte ich eines Abends unter die Dusche, heißes Wasser lief sehr lange, bis ich krebsrot war. Es war auch eine seelische Reinigung von all dem Mist. Tat saugut. 3. der erste Versuch mit Opopramol war suboptimal: ich fror im Bett extrem. Also: Dünne Sommerdecke mit Winter-Flauschbettwäsche, drüber dicke Daunendecke (noch nicht bezogen) und ich mit langer Hose und Ärmeln drunter, dazu ließ ich die Heizung niedrig weiterlaufen. Erst kurz vorm aufstehen schob ich die Daunendecke leicht weg. Ohje….also weitere Versuche lass ich jetzt erstmal bis das mit dem Zahn geklärt ist, brauche da grad meinen Schlaf und nehme genug Medikamente

– gelesen: bei den Asiaten kennt man ja schon hin und wieder „die Maske“. Nun las ich (irgendwo) dass das viele Frauen die auch deswegen tragen um sich vor Belästigungen zu schützen. Sie hätten so etwas mehr Raum für sich. Klingt logisch, wenn das halbe Gesicht bedeckt ist, also ja auch Mimik, Ausdruck, dann kann man den anderen schwerer lesen und einschätzen. Von daher find ich die Maske inzwischen auch nicht mehr soooooo schlimm (klar nervig immer dran zu denken usw.) aber als Sozialphobikerin möcht ich mich ja sowieso gerne in der Öffentlichkeit verstecken und nicht gesehen werden….

– Tafel: da geh ich nun seit 8 Jahren in unregelmäßigen Abständen hin und es gibt Zeiten da pack ich das nicht. Das anstehen, das Gelaber der anderen, oft auch die Unverschämtheiten der anderen, die Nähe, oft auch entwürdigend wenn man angelogen wird (das ist xy obwohl es was anderes ist, aber besser klingt) oder einem uralte Sachen aufgeschwatzt werden. Diesen Mittwoch: Etwas Zeitdruck (Zahnarzttermin), sehr hohe Nummer gezogen, sehr viel Kleidung im Vorraum (das auswählen, suchen, anschauen frisst soviel Zeit und bei 30 Leuten wird das echt viel) und allgemein gereizte Stimmung wegen Corona und Regen und wahrscheinlich weil der Mond grad schief steht. Was weiß ich. Jedenfalls nach kurzem überlegen entschlossen: Nö das tu ich mir heute nicht an. Nummer zurückgegeben und mit meinen Pfandflaschen selber zum einkaufen gegangen. Fühlte sich einfach besser an und wenn ich genau schaute, brauchte ich gar nicht soviel, zumal ich auch nicht wußte wann die Zahn-op nun dran ist und ich eh kaum was essen kann. Und die komischen Blicke? Drauf geschissen 😉

– Antibiotika: wenn man freitags beim Zahnarzt hockt wegen AUA im Kiefer und der einem Antibiotika mitgibt und meint spätestens morgen müsse das schon besser werden und es bis MONTAG nicht besser wurde…könnt ich echt mal wieder ?§$“/=)!!!! Kann der Zahndoc nix für ist mir schon klar, aber grad im medizinischen Bereich lief bei mir extrem selten einfach mal was GUT! Nach Plan, nach Buch, nach dem wie es bei den meisten Menschen läuft. Ibu hilft auch nicht. Moah! Dafür ist Magen-Darm im wahrsten Sinne des Wortes mal wieder im Arsch. Warum geht das eigentlich nicht: Das Antibiotika gleich dort spritzen wo es gebraucht wird, anstatt es durch den ganzen Körper zu jagen und hilfreiche Darmbakterien gleich mit wegzukillen?

– eingefallen: (ja ist grad sehr „medizinisch“ diese Woche): Letzten Monat war ich ja wegen „links“ beim Kieferchirurgen, was aber sich dann doch als was anderes rausgestellt hat. Wenn ich die eine Top-Ärztin nicht gehabt hätte, hätten die mir das links aufgeschnitten und jetzt keine 4 Wochen später rechts. Ok ein wenig Glück scheine ich dann doch zu haben.

– Schmerzen: also 7 Tage Dauerschmerz im Kiefer reicht echt. Hut ab vor Leuten die chronische Schmerzen haben! Ich würd durchdrehen. Andererseits hab ich chronische Ängste, wo andere vielleicht sagen würden: !WAS? Das (fast) rund um die Uhr dieses abscheuliche Gefühl? Eher würd ich mich umbringen.“ So hat halt jeder sein Warenlager Päckchen.

– verhängt: meine breite Fensterfront sah aus wie dichtester Dauernebel, weil die Maler das mit Plane abgedeckt haben. Auf der einen Seite beruhigt es, weil ich die ganzen Reize von draußen nicht mehr mitbekomme, auf der anderen Seite ist es doch etas beklemmend. Habe nun bei der Tür einen großen Schlitz reingemacht, dass ich a)lüften kann b) ein wenig sehen kann was da so abläuft (vor allem wenn die da arbeiten und man nur das Gepolter hört, ist das für mich Kontroletti doch sehr unbehaglich) und c) auch einfach mich mal auf den Balkon rausstellen kann. Trotzdem: bin ich froh, wenn das mal alles wieder weg ist. Dann allerdings kommt das Treppenhaus dran, aber das juckt mich weniger, wenn ich den Männern nicht begegnen will, nehm ich einfach den Lift. Luxus!

Und sie haben nun echt Gas gegeben, sodass die Plane nur wenige Tage da hing, das Gerüst ist auch schon wieder weg und langsam kehrt wieder ein Sicherheitsgefühl zurück. Kein fremder Mann mehr, der da ständig auf meinem Balkon rumturnt und schreit.

– Gedanken: nachdem ich seit gut 4 Wochen das Lyrika nicht mehr nehme, haben sich meine „ will nicht mehr leben!“-Gedanken verflüchtigt. Ich hätte zwar weiterhin nichts dagegen bald das zeitliche zu segnen (auch irgendwie ein komischer Ausdruck) aber ich muss nicht mehr zu 80% dran denken, spätestens übernächsten Winter nicht mehr da zu sein.

– Zahn-OP: is vorbei. Puh ich habs hinter mir. Und echt komisch war, dass ich so super entspannt die Tage davor war, klar kenn ich mich inzwischen besser, was mir hilft undso, auch die innere Kommunikation ist hilfreicher, aber trotzdem. Naja dafür erwischte mich dann die volle Panik aufm Zahnarztstuhl so mit allem, heftigem weinen, zittern undso. Bis dann die Sedierung wirkte. Ich bekam zwar doch recht viel mit (das letzte mal hatte ich komplett verschlafen) aber das meiste wohl nicht, weil die dann doch recht lange da werkelten. Kaum im Aufwachraum hatte ich auch schon Schmerzen, die Betäubung war total schnell weg. Naja 2x Schmerzmittel nachgelegt und jetzt gibts ein Couchwochenende, wettertechnisch ist eh Weltuntergang. Jetzt darf die genähte Wunde noch schön heilen. Ich bin einfach froh, dass ich diese Bakterienschleuder ala Zahn plus Zyste nun los bin. ABER ich habe mich ausführlich und recht herzlich bei dem Zahn bedankt, immerhin leistete er 40 Jahre gute Dienste und Schwerstarbeit. Tut gut auch auf diese Weise mit seinem Körper mehr in Kontakt zu kommen.

2 Kommentare zu „Wochenrückblick 16. Oktober 2020“

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