Stille Gewalt

Wenn ich sage, dass ich in meinem Leben sehr viel Gewalt erlebt habe, hat man die schlimmsten Dinge im Kopf: Grün und blau geschlagen, eingesperrt usw.
Es gibt aber die leise Gewalt, die umso zerstörender wirkt, weil nicht sichtbar und man somit eher an sich zweifelt (ich bin halt nur empfindlich, eigentlich hat er ja nichts gemacht).


Wenn ich sage, dass meine Mutter Alkoholikerin ist, hat man auch hier die schlimmsten Bilder im Kopf: Vermüllte Wohnung, dreckige Kleidung, Hunger, usw. auch das war nicht so, sie war halt „nur“ nicht emotional DA. Aber das ist ein anderes Thema.


Zurück zur Gewalt. Zur leisen. Sie ist psychisch: Verhöhnen, demütigen, auslachen (natürlich immer ohne Zeugen), in der Not nicht helfen, trösten, das Kind somit gnadenlos überfordern, ihm die Verantwortung überlassen…
Später in der „Partnerschaft“ ging es weiter mit sozial isolieren, extremer Kontrolle (sogar der Toilettenbesuch wurde kommentiert oder beobachtet, jaaa durchs Schlüsselloch), abwerten, Geld abnehmen (natürlich gut gemeint, weil er dass dann aufs Urlaubskonto einzahlt-haha) usw.

Das war jetzt nur eine kleine Auswahl, ich mag jetzt nicht alles breit treten wie noch Mobbing in der Schule usw.


Und dann beim nächsten Partner eine Steigerung: die sexuelle Gewalt. Aber auch hier, nicht das was man denkt: das grobe vergewaltigen oder so…nein. ER bediente sich halt nur in jeder gemeinsamen Nacht im Schlaf an mir (Jahre später erfuhr ich, dass das auch Vergewaltigung ist!). Das war unsere Beziehung. Keine Gemeinsamkeiten, keine Unternehmungen, keine wirklichen Gespräche, keine Nähe (im übrigen war der Kerl erst 5 Jahre bei der Bundeswehr und ging danach zur Polizei würg). Eiskaltes benutzen: Du bist für die Befriedigung meiner Bedürfnisse da. Zu nichts anderem. Das ist deine Lebensberechtigung. Das hatte ich ja schon im Elternhaus gelernt, das ich kein ICH zu haben habe.


Es ging weiter in die Prostitution (irgendwie eine logische Folge von der ganzen Vorarbeit die da geleistet wurde, ich hatte weder meine Grenzen/Wünsche im Blick, noch ein Selbstvertrauen oder gar ein Selbstwertgefühl.)
Aber auch hier: Leise Gewalt. Kein Zuhälter, keine Zwangsprostitution, kein Straßenstrich, keine 15 Stunden-Schicht im anonymen Bordell. Ich wurde so „gut drauf vorbereitet“ dass ich von ganz alleine nun die Gewalt an mir selbst ausübte. Ich hatte 30 Jahre lang vorher die Bedürfnisse der anderen befriedigt, warum sollte ich das jetzt nicht einfach weiter machen und wenigstens Geld dafür bekommen? (im übrigen bezahlte mich mein Vater auch, es war nur als „Hilfe“ deklariert, weil er mich erst so klein machte das ich mir nichts mehr zutraute, dadurch ständig arbeitslos war und dann kam er als Retter ins Bild und gab mir ganz gönnerhaft eine EC-Karte-doppelwürg).
Ich verdrängte, dass ich die Vergewaltigungen weiter zuließ.


Ich wußte wie man Gemütlichkeit herstellt, wie man jemandem das Gefühl gibt, das er toll ist, ich las die Wünsche an deren Augen ab, bevor sie selbst überhaupt merkten was sie wollen (gelernt ist halt gelernt). Ich war verständnisvoll, stilvoll gekleidet, hatte Interesse an den Freiern (Interesse an mir wäre mal angebrachter gewesen, aber immer verboten: Der andere ist IMMER wichtiger als ich), dezent geschminkt, die nette Frau von nebenan, die nicht zickig war, die dem Kerl umgarnte und lobte, die nachfragte wie der Urlaub war. Die, die sich selbst einredete das freiwillig zu machen. Die sich benutzen ließ. So wie sie seit ihrer Kindheit benutzt wurde. Es war Normalität.


Dadurch dass das alles so „sanft und leise“ ablief, war es weniger spürbar. Es tat weniger weh. Ungute Bauchgefühle kann man eher ignorieren und verstecken als ein blaues Auge. Nur irgendwann ist das Fass der Ignoranz voll und es kommen so seltsame Symptome daher wie: totale Erschöpfung, Panikattacken (wie ich dann heraus fand meistens bei Menschen mit Täterstrukturen und da ist es höchst gefährlich diese Warnhinweise mit Tavor zu unterdrücken!!! Das ist lebensgefährlich!!!), Antriebslosigkeit, Suizidgedanken usw.


Manchmal, wenn ich solch toxischen Menschen begegne kann ich rechtzeitig Reißaus nehmen. Nicht antworten, löschen, blocken. Manchmal ist die Sehnsucht nach dem Bekannten und „wenn ich mich jetzt endlich mal richtig verhalte ist derjenige doch noch lieb und nett und fürsorglich zu mir, dann kann ich auch all den alten Schmerz heilen!“ so groß, dass mich solche Menschen anziehen wie ein Magnet (oder besser: wie Scheiße die Fliegen). Ich begebe mich wie hypnotisiert wieder in den Strudel der Verwirrung (Gaslighting), des abscannens (mal sehen bei welchen Sprüchen sie zusammen zuckt, da setze ich dann den Hebel an), des abwertens (ganz nebenbei mit freundlicher Stimmung einen gehässigen Kommentar fallen lassen), des beleidigt seins, wenn es nicht so läuft wie derjenige will…usw. Die ganze Palette des narzisstischen Mißbrauchs.

Aufhören mir selbst Gewalt anzutun (trotz Krankheit zum arbeiten zwingen) und aufhören Gewalt zuzulassen. Manchmal gelingt mir das eine, manchmal das andere besser. Ich übe und übe und bin wachsam und manchmal auch gnädig mit mir, wenn ich wieder in die Scheiße trete.

Das ist Wahnsinn!

Ich so: solange ich noch stehen kann, kann ich auch arbeiten.

Höhö sagt mein Körper, das wollen wir mal sehn. (ich gehe außer Haus, auf dem Weg zu Arbeit ist mir sehr schlecht und schwindlig und ich bin ends schlapp. Seit gestern nehme ich das 2.Antibiotika es wirkt nach 1 Woche durchgehenden Schmerzen endlich und ich bin schmerzfrei, dafür total Matsch).

Okok, sage ich und steige bei der nächsten Haltestelle wieder aus dem Bus aus.

Rufe in der Arbeit an, sage ab. Die sagt: Hör doch auf dich! Schone dich! Werd erstmal wieder fit! Mach dir um uns keinen Kopf!

Ich: bin den Tränen nahe, schlurfe in den nächsten Supermarkt, hole mir noch das was ich die nächsten Tage brauche, selbst da habe ich das Gefühl jeden Moment umzufallen. Ohjeohje. Daheim muss ich auch noch alles so herrichten und umräumen, dass es für die nächsten Tage passt, weil morgen ist OP und da mach ich nix außer atmen und hoffentlich gut schlafen undso.

Was meine ich eigentlich wem beweisen zu müssen, wenn ich mich immer so sehr quäle und zwinge…?!?!

Das ist Wahnsinn!

Träume am Samstag

Ich hoffe das im Laufe des Tages endlich das Antibiotika zu wirken anfängt, denn zwar schwache, dafür ständige Kieferschmerzen zermürben mich grad noch mehr.

Die vielen Worte des Zahnarztes schweben mir immer wieder im Kopf rum…dass mit dem Immunsystem zum Beispiel: dass es sozusagen mal fitter, mal schwächer ist und wenn letzteres ist, dann expoliert die Entzündung im Kiefer vermehrt. Deswegen gab es da immer Schmerzschübe. Wie gesagt ich dachte das kommt NUR von der Verspannung. Wenn jetzt aber so eine entzündete Stelle im Zahnbereich die Nerven reizt, kann sich das wie Verspannung anfühlen. Und es zieht ja vom Nacken bis zum Kopf.

Dass der wehe Zahn schon wurzelgefüllt ist, wußte ich gar nicht mehr. Mir fiel ein, dass das gemacht wurde, als ich noch in Germering gewohnt habe. Das ist 20 Jahre her! 20 Jahre toter Zahn im Kiefer! Das kann nicht gesund sein. Über tote Zähne und dessen Auswirkungen im ganzen Körper habe ich mich schon vor 6 Jahren informiert, als links der tote Zahn rausgemacht wurde. Ich hoffe jetzt nur, dass jetzt dann alles rechts im Kiefer gut und heile geblieben ist.

Von daher „freue“ ich mich fast schon auf den Termin. Weil es sich gut fühlt was so krankes und totes loszuwerden! Da ich es eh mit Sedierung machen lasse und mich in der chirurgischen Praxis wohlfühle, hoffe ich, dass der Angstpegel niedrig bleibt. Klar bin ich nervös und so.

Wenn ich nach der Antibiotikagabe dann mit dem Opipramol starte (zeitgleich vertragen die sich nicht so, aber auf die paar Tage kommts auch nicht mehr an!) wäre es natürlich ein Traum, wenn die tägliche schwelende Angst und Anspannung weniger werden würde.

Ich wäre fit (weil toter Zahn ist weg) und weniger ängstlich und könnte etwas mehr das Leben leben, das ich mir vorstelle. Mein Herz hüpft, ich lächle, ich träume…ein besseres Leben könnte möglich sein.

Wochenrückblick 9. Oktober 2020

– hi-knülle: war ich in letzter Zeit wieder ziemlich oft. Also mit Symptomen der Histaminintoleranz belastet: Minimales Fiebergefühl, Schwäche, aber gleichzeitig innere Unruhe, manchmal leichter Kopfdruck und Schwindel (vor allem draußen beim gehen, wo ich eh angespannter bin als in der Wohnung). In dem Zustand will ich nichts machen, aber das wiederum langweilt mich dann auch, also: Gereiztheit. Dann fiel mir ein ich hatte vor Wochen das Vitamin C wieder weggelassen, weil ich spürte, dass es erstmal nicht mehr bringt und es eh leer war. Jetzt gleich wieder bestellt, aber die natürliche Form: Acerolakirsche (als Extrakt in Kapseln).

-gedacht: Ich depressiere oder depressiviere (letzteres gefällt mir besser) so vor mich hin.

-zwanghaft: manchmal ist das echt ätzend, dass ich zwanghaft Dinge mache, die mir nicht gut tun. Vom falschen Essen, auch zuviel essen, bis hin von zuviel Filme schauen und wie blöd ständig coabhängig alles für die anderen machen und mich vergessen…

-festgestellt: oft meint man ja mit niedrigem Selbstwertgefühl, dass man nicht GUT genug ist. Ich habe aber festgestellt, dass das nicht das richtige Wort für mich ist. Bei mir ist es eher: Nicht RICHTIG genug.

-schwierig: Mit C. Mal wieder telefoniert. Wir kennen uns seit Jahren von der Tafel, haben uns schon oft gegenseitig geholfen und auch schonmal besoffen auf seinem Balkon die Nacht durchgequatscht. Er ist ein lieber Kerl mit nem großen Herzen. Leider hängt er seit er vor sehr vielen Jahren von seiner Frau verlassen wurde in seiner Opferrolle fest. Und das macht das Ganze anstrengend. Nichts passt ihm. Das Jobcenter nervt, in Rente will er aber auch nicht (obwohl ihn mehrere Ärzte das rieten weil er gesundheitlich sehr desolat dasteht), arbeiten geht aber auch nicht. Um die Rente durchzukriegen soll er halt nochmal 1-2x in eine psychosomatische Klinik. Genau will er auch nicht. In ambulante Therapie will er auch nicht, er sieht nicht ein, warum er da ewig weit fahren soll, für läppische 50 Minuten. Ich sagte ihm dann, dass ich jahrelang für diese „läppischen“ Minuten die 2 Stunden Bahnfahrt in Kauf nahm und ja gerade die Heimfahrt war oft echt fies. Und er zieht das Pech an wie nochmal was: Auto kaputt, Tochter weggezogen, ständig neue Krankheiten, Corona nicht zu vergessen, natürlich das Geld usw….und immer nur: jammern, nörgeln, schimpfen. Und dann kam sein Vorschlag: wir könnten doch mal zusammen ein Wochenende wegfahren. Ähhh NEIN! Womöglich noch zusammen in einem Zimmer…puh. Ich weiß ich war auch mal so drauf. Jedem der mir übern Weg lief klagte ich mein Leid. Aber nur relativ kurz. Weil es mich dann selbst genervt hat und ich natürlich auch merkte, das verscheucht die Leute erst recht. Und auch: ICH muss was ändern. Ich kann nicht von den anderen erwarten, dass sie mir helfen, wenn ich nicht auch meinen Teil dazu beitrage.
Dabei hat C. durchaus Potential, immerhin ist er nach der Scheidung übelst abgestürzt mit Alkohol, Obdachlosigkeit usw. der Klassiker, da kam er auch wieder raus. Aber wahrscheinlich fehlt ihm inzwischen die Kraft weiterzukämpfen. Kann ich verstehen. Und ich weiß nicht ob ich die Kraft habe mich ihm gegenüber abzugrenzen….

-OH! Endlich mal wegen der Zahnproblematik den CMD-Profi-Zahnarzt angerufen. Dachte mir schon: oh der hat seine Praxis aber in einer sehr SEHR noblen Gegend Münchens. Tja ich erfuhr auch gleich warum: Der Dr.Dr.Dr. hat nur eine Privatpraxis und verlangt für das Erstgespräch samt Diagnostik (sitzt ihr alle?) 320 Euro,-. Den Stundenlohn möchte ich auch mal haben. Aber die sehr nette Sprechstundenhilfe riet mir die Schmerzambulanz der Uni zu besuchen. Na immerhin.

-gelesen: 1. eine Biografie über Marilyn Monroe. Schon der zweite Satz offenbart ihre ganze Tragödie, da heißt es, dass sie 2 Wochen nach der Geburt in eine Pflegefamilie kam. Ihre ganze Heimatlosigkeit und Sehnsucht nach wirklichem gesehen, verstanden und gehört werden durchzog ihr ganzes Leben. Da half auch nicht ein Auftrtt vor 17.000 Soldaten. Es hätte einen EINEN Menschen gebraucht. Schade.
2.: Der Tod des Erotomanen. Ziemlich derbe Erzählungen, über Freßsucht, psychische Störungen, Sex, allerlei Phantasien, Macken und Marotten unserer „lieben“ Mitmenschen. Teilweise so skurril und übel, dass es schon wieder lustig ist. 150 Seiten reichen aber auch.

-tat gut: auch wenns schwer war und ich vor Scham-und Schuldgefühlen fast gestorben wäre, es tat so gut, die Arbeit abzusagen. Nicht wieder mir selbst gegenüber gewalttätig sein und mich total überfordern. Der Druck auf dem Brustkorb wich, ich fühlte seit langem mal wieder den Hauch einer guten Laune, ich spazierte ins Nachbardorf (5 km) um Geld abzuheben und fuhr mit der Bahn wieder heim. Ich genoß auf meinem Balkon in der Sonne bei bester Musik eines meiner Lieblingmahlzeiten: Butterbreze mit Energydrink. Das gibt es nur zu besonderen Anläßen, wie bei einem Ausflug oder eben wenn ich was schwieriges geschafft habe oder wenn ich Entspannung brauche. Seltsamerweise beruhigt mich nämlich da dies Gemisch aus Koffein, Zucker & Co. Ich FÜHLTE mich überhaupt mal wieder.
Überlege ob ich es der Auftraggeberin sagen soll, dass es nicht an ihr persönlich liegt, sondern generell, wenn jemand da is, dass mich das extrem stresst. Ich mag sie nicht jedesmal anlügen. Andererseits steigt dann die Scham ins unermeßliche. Sie macht einen sehr toughen Eindruck (ich weiß der kann täuschen), sie is noch keine 30 und vor Corona sind die kreuz und quer durch die Welt gefahren, hatten sehr viel Besuch und überhaupt ist sie ein sehr offener und lustiger Mensch, die grad Karriere in einer großen sehr bekannten Firma macht, mit ihrem Freund zusammenzog und nun eine sehr stylische Wohnung haben, wo allein ein kleiner Bürostuhl schon fast 300,- kostet. Ob die Angst kennt? Also so ständig frei flottierende? Nicht die MAL vor einer Präsentation, sondern fast immer?

-Dann ab in die Stadt zum Psychiater weil das „alte neue“ Medikament ja paradox wirkte (von Atosil bekam ich so Herzrasen dass ich logischerweise nur noch hellwach war) und ich wollte mal nachfragen was er von Opipramol hält. Hatte das in der Angst-Selbsthilfegruppe damals oft gehört. Und es sei ein zwar eher schwaches (gut für mich da ich sehr schnell reagiere bei Medikamenten) aber oft verschriebenes (warum haben wir es dann noch nicht ausprobiert?) Medikament. Er war damit einverstanden. Also Versuch Nr…..? ich weiß es nicht. In den 15 Jahren seit ich da hingehe haben wir schon viel durch. Aber es tat gut mit ihm ein wenig länger zu reden, zu weinen und sein Mitgefühl zu spüren (er schafft was, was man wohl nicht im Medizinstudium lernt und deswegen sovielen Ärzten fehlt: Mitfühlend trotzdem die ärztliche Distanz wahren).
Danach aber völlig fertig. Was ein Tag. Am liebsten wäre ich einfach heulend zusammengeklappt. Leider lag noch 45 minütiger Heimweg mit U-und S-Bahn vor mir. In solchen Momenten wünsche ich mir ein Notfallkonto, wo ich dann einfach ins Taxi steigen könnte, da weiter heulen, daheim aussteigen und 60 Euro los wäre. Aber die wären es da wert.

-Es geht noch schlimmer: da nun rechts der Zahn übelst rumort, habe ich mich nach schweren ringen und langem überlegen überwinden können beim Zahnarzt anzurufen und zu fragen, dass ich heute noch vorbei kommen könnte (es fiel mir so schwer um Hilfe zu bitten, und um was für mich zu tun, also SCHON WIEDER gut für mich zu sorgen!!!Also das geht ja wohl echt nicht!!!). Antwort: „ja kommen Sie in 1 Stunde vorbei, aber mit Wartezeit.“ Kein Problem. Erleichterung. Ich saß genau 5 Minuten (!) im Wartezimmer. Dann kam Chef persönlich zu mir (das ist für mich eine neue Praxis und bisher war ich bei seiner Kollegin). Dann war noch (eine ebenfalls bisher unbekannte) extrem freundliche und liebe Zahnarzthelferin dabei und dann erklärte mir 30 Minuten lang der ganz liebe Doc was da nun Sache ist. Als ich auch hier in Tränen ausbrach, war er ganz bekümmert und fragte ob er mir helfen könne. Ich ganz perplex, weil ich doch hier war, wegen seiner Hilfe…? Meinte er: na wenn ich mal jemand zum reden bräuchte. Hä? Hab ich mich verhört? In der Praxis geirrt? Oder war das ne plumpe Anmache? Nein, fühlte sich irgendwie einfach mitfühlend an (auch so ein Doc, der das noch kann? Wow!) Naja jedenfalls, das Ding hat ne ordentliche Entzündung an den Wurzeln, die sind aber schon gefüllt, so dass für mich klar ist: Da laß ich nicht ewig rumschnippeln (Spitzenresektion) oder neue Wurzelfüllung (never!) sondern das Ding kommt raus. Es ist der letzte Backenzahn, da sieht man die Lücke erstmal nicht. Ich lass das nur unter Sedierung machen, somit ist der (wieder mal) Gang zum Kieferchirurgen für mich nicht so dramatisch. Weil ein Zahn ziehen zwar ätzend ist, aber für mich weniger schlimm als wenn der Kiefer aufgeschnitten wird mit nähen usw. Und danach endlich keine Schmerzen. Das könnte nämlich der Grund sein, warum es schon seit Jahren da immer mal muckt und ich dachte das kommt von der Verspannung. Und es könnte sein warum ich derzeit so übelst kaputt und knatschig bin. Also MIT ein Grund, wenn das ständig chronisch und nun heftiger entzündet ist, arbeitet der Körper UND produziert viel Histamin, was ich ja nicht vertrage.
Naja zur kurzfristigen Therapie und Erleichterung jetzt mal ein Antibiotika drauf. Jetzt reichts aber echt. Ein regnerisches Wochenende steht vor der Tür. Und hoffentlich kommt das neue Buch noch rechtzeitig.

Arbeit? Abgesagt.

Gestern habe ich erfahren, dass ich wieder nicht alleine in der Arbeit wäre und mein innerer Turbo lief heiß. Scheiß Homeoffice. Es helfen auch all die Argumente nicht, dass ich das ja schon öfter gut geschafft hätte oder dass die Frau echt ne nette ist und mir aus dem Weg geht, es hilft nix, ich schiebe Panik. Soziale Phobie i hate you! Miststück.

Wenn ich absage, fällt das auf, weil ich das schonmal tat als sie sagte, sie sei daheim. Und außerdem gerade heute ist die Reinigung der Hausfassade hier dran, das heißt es wird sehr sehr laut, was will ich also zuhause? So mein Argument.

Wird schon irgendwie gehen, nimmste ne Tavor.

Um danach wieder völlig erschöpft zusammenzuklappen? Und ich wie ne Märtyrerin dastehen kann: seht her ich habs versucht, aber ich KANN einfach nicht heulheuljammer.

Eigentlich ist die Depression ne gute Sache. Sie ist eine natürliche Bremse: „Bitte zurückbleiben, nichts geht mehr! Ihre Grenzen wurden permanent überschritten, bitte stoppen Sie!“

Ich entschied, dass ich in der Früh entscheiden würde, ob ich gehe oder nicht.

Die Nacht war sogar recht gut (auch eine Gewöhnungssache, trotz viel Angst doch soviel Schlaf zu bekommen, dass es so einigermaßen reicht am Leben zu bleiben und nicht wahnsinnig zu werden).

Ich ging auch noch munter unter die Dusche, um da dann festzustellen. No way. Ich muss ans atmen denken, mein Hirn völlig leer, die Knie so weich und im Magen ist mir ganz bammelig. Scheiße auch und dann: Scheiß drauf. Ich kann nicht. Ich schreibe eine Nachricht. Ein Hoch auf die neue Technik. Telefonieren geht nämlich gerade auch nicht.

Wenn der Lärm losgeht, geh ich spazieren. So lange dauert das ja nicht. Mein Bad steht vor Kalk das ist auch mal wieder fällig. Mein Fahrrad braucht auch dringend mal wieder Pflege und die Wintersachen müsste ich auch mal aus dem Keller holen und später fahr ich eh nach München.

Vor lauter Adrenalin und überhaupt muss ich erstmal an die Luft. Draußen ist es noch dunkel, das kommt meiner Angst gerade recht, dann sieht man mich nicht so gut. Ich laufe zum Bäcker, hole mir eine eigentlich unverträgliche Breze aber nun denn, meine Scham-und Schuldgefühle muss ich jetzt irgendwie wegessen.

Währenddessen kommt mir so in den Sinn, wie oft ich früher JEDEN TAG diese Angst vor Arbeit und Menschen hatte. Und JEDEN TAG habe ich mich dahin geprügelt! Bis ich regelmäßig zusammenklappte.

Ich hab den Eindruck, dass Leute mit Angststörung, die sich zu anfangs verkriechen und vor lauter Angst nichts mehr machen, es später leichter haben, aus dieser Angst auszusteigen, weil es ihnen irgendwann so reicht nicht mehr am Leben teilnehmen zu können, dass sie dann die Wende leichter packen. Sie haben dann mehr diese Kraft die es dazu braucht.

Ich habe das immer vermieden, mich der Angst „hinzugeben“ weil ich eben nie so werden wollte wie mein Vater: Fast 15 Jahre ans Haus gefesselt. Ich bin immer durch die Angst durch. Zähne zusammen (deswegen habe ich jetzt auch da die Schmerzen) und alle Gefühle und Körpersignale ignorieren und ab durch die Mitte. Ich stell mich nicht an. Ich bin kein Lusche. Ich bin besser als mein Vater. Ich kann das! Nicht.

Einer der schlechten Tage

Heute war bei mir um halb vier die Nacht vorbei. Stand kurz auf, legte mich wieder hin, aber um 5 Uhr war klar: Zu unruhig. Der Streßlevel ist zu hoch. Herzrasen, schwitzig, Gefühl der Überforderung und gleichzeitig hundemüde. Nun denn. Mal wieder Akzeptanz üben, seufz.

Eigentlich wollte ich heute nach München in die Schmerzambulanz wegen meiner CMD (Zähne/Kiefergelenk), die vergeben vormittags Nummern, um sie dann nach und nach abzuarbeiten. Fließbandarbeit halt, aber dafür machen die den ganzen Tag nur DAS und es wird von der Kasse übernommen. Ich hatte jetzt schon zwei Praxen, die das nur privat abrechnen und auf weitere Suche hab ich jetzt nicht den Nerv. Zudem ich vorraussichtlich eh nur die Okklusionsschiene brauche. Die normale Aufbißschiene habe ich schon, aber die hilft halt nur damit man sich den Zahnschmelz nicht abreibt und nicht als Entlastung. Schade, dass da mein früherer Zahnarzt nicht damals schon drauf hinwies. Nun denn, auch hier: Akzeptanz, ich kann die Zeit auch nicht zurückdrehen.

Also den ganzen Tag heute in einer Klinik zu hocken: geht nicht!

Ich muss Kräfte sammeln weil ich morgen schon arbeiten müßte und danach noch zum Psychodoc. Sehr anstrengender Tag.

Also viel Ruhe. Mich lassen. Gemütlich zur Post spazieren, was verschicken. Schlafen. Aufräumen. Lesen. Podcast hören….sowas halt…was man als Rentnerin eben so macht.

Adrenalinmangel & Co

Seit Jahren recherchiere ich wie ich wieder fitter werden kann. Was habe ich an Vitaminen, Mineralstoffen und sonstigem gekauft und eingeworfen. Manches war hilfreich, manches eher schädlich und manches wirkungslos.

Leider wird bei „Psyche“ noch viel zu selten auf den Körper geschaut. Ich hörte schon Geschichten da wurde nach Jahren der Antidepressivagabe mal die Schilddrüse oder Ferrritinwert gecheckt. Hätte man das gleich getan, wär viel Leid erspart geblieben.

So ganz langsam schauen die ersten Wissenschaftler, Ärzte ect. Mehr in diese Richtung. Sprich: Nebennierenerschöpfung, Adrenalinmangel, Cortisolmangel usw.

Letztens fand ich wieder etwas zu dieser Thematik (leider weiß ich nicht mehr woher):

Das heißt, der Mensch kann sich nicht unendlich an gewisseReize anpassen, irgendwann ist sein Anpassungspotential ausgereizt und es stellt sich Erschöpfung ein. Was genau der Grund für den Verlust bzw. die Begrenztheit der Adaptationsfähigkeit ist, ist nicht bekannt. Es kann sich dabei jedoch nicht nur um kalorische Energie handeln, da sonst die Adaptationsenergie bei ausreichender Nahrungszufuhr unendlich wäre. Vielmehr wird für den Verlust an Adaptationsenergie der ständige Verschleiß wie bei einer Maschine angesehen.

Im Jahre 1988 führten Sterling und Eyer den Begriff Allostase ein. Darunter spiegelt sich der Gedanke von Selye wider, dass die Aufrechterhaltung der Homöostase unter andauernden Stressbelastungen den Organismus einem permanenten Verschleiß aussetzt und der Widerstand sowie die Anpassungskapazität irgendwann erschöpft ist. Auf dieser Basis entwickelten McEwen und Stellar (1993) das Prinzip der Allostase weiter und prägten den Begriff Allostatische Last. Dies bezeichnet die Bedingungen und Verschleißerscheinungen als Folgen einer chronischen Stressbelastung.

Daneben kann sich die Reaktivität auf einen bestimmten Stressor verändern, wenn das Individuum bereits unter chronischem Stress leidet. Solche Personen werden einem zusätzlichen neuen Stressor mit einer deutlich schwächeren Stresstoleranz begegnen, als eine Person, die nicht unter chronischem Stress leidet. Umweltbezogene Stressoren wie z. B. Lärm oder Kälte können die physiologische Stresstoleranz gegenüber anderen Stressoren herabsetzen.

Da erhöhte Katecholaminwerte auch beim Betrachten von Filmen, die angenehme Gefühle auslösen sollten, festgestellt werden konnten.

Das Enzym COMT (Catechol-O-Methyltransferase) baut Stresshormone ab und hat eine entscheidende Funktion bei der Entgiftung des Körpers. Rund 15% aller Menschen unterscheiden sich in ihrem COMT- Gen von 85% der anderen. (Anm. von mir: man sagt auch dass 15% hochsensibel sind, ich vermute dass sind die mit diesem COMT-Gen!). Ist das so, können diese Menschen ihre Stresshormone sowie im Körper enstehende und durch die Umwelt aufgenommene Gifte nur mit verminderter Geschwindigkeit abbauen. Diese Stresshormone bleiben hochgeregelt in jüngeren Jahren. Später kommt es zu einem Einbruch derselben mit der Folge schwerer Erschöpfung. Weiss ein Mensch um diesen Enzympolymorphismus, kann man ihn schon sehr frühzeitig und dauerhaft vor Burnout, chronisch-entzündlichen und zahlreichen anderen, meist als „psychisch“ eingestuften Erkrankungen schützen……und der oft fatalen Einnahme von Psychopharmka.

Burn out ist also keine Erkrankung der Psyche.

Die HPA-Achse (das nat ̈urliche Stress-System) ist bei Borderline-Patientenim Vergleich zu Kontrollpersonen chronisch aktiviert. Die Messung des Serumcortisols f ̈uhrt daher bei Borderline-Patienten zu signifikant h ̈oheren Kon-zentrationen als bei gesunden Kontrollprobanden.

Eine Cortisoltherapie f ̈uhrt danach zur Entwicklung eines”endokrinen Psychosyndromes“,charakterisiert durch Stimmungs- und Motivationswechsel und pl ̈otzliches zwang-haftes Verhalten. Es konnen Halluzinationen, Verwirrtheitszust ̈ande, Illusionen undwahnhafte Verkennungen auftreten.

Dysfunktionder nat ̈urlichen Stress-Achse.

Pathologisch ver ̈anderteWerte decken mit hoher Sicherheit einen Hyper- oder Hypocortisolismus auf, geben aber keinen Hinweis, auf welcher Stufe das HPA-System gest ̈ort ist. (ANM. meine Rede! Was ich schon bei Ärzten war…alles umsonst…)

Es muss noch mehr geforscht werden: das bei psychischen Erkrankungen sehr oft die Streßanpassung(Biopsychologie!) des Körpers fehlerhaft ist. Da hilft nur drüber reden auch nur sehr bedingt.

Hier mehr zu Adrenalinmangel:

Das Buch fand ich gestern und hoffe, dass es bald da ist, damit ich es ganz lesen kann. Denn (schon recht am Anfang) wird aufgezeigt was Streßintoleranz heißt, wie es dazu kommt. Sehr interessant das Ganze. Ich bleibe dran.

Sesshaft? Nein danke!

Hätt ich derzeit Bock umzuziehen! Im Dezember werden es 14 Jahren seit ich in dieser Wohnung lebe. 14! So lange lebte ich noch nirgends. Immer zog es mich weiter. Und ich genoß es! Jeder stöhnt: Umzug? Oh nö. Ich find das toll. Das organisatorische liegt mir und Neues sowieso. Wann räume ich was ein? Was nehme ich überhaupt mit. Was kann weg? Das Gefühl wie sich langsam die Wohnung leert. Dann Abschied. Dann füllt sich die neue Wohnung, wo stelle ich was hin? Wie ist das Licht in der Wohnung zu den unterschiedlichsten Jahreszeiten? Wie richte ich mich ein? Oft gibt es ja auch neues in der Wohnung: Eine Badewanne die man vorher nicht hatte oder eine Aussicht ins grüne oder tolle Nachbarn (haha)…dann schauen: Wo sind alle Geschäfte? Erkundungen mit dem Rad in die nähere Umgebung. Ummelden. Anmelden. Was tun! Für mich. Ein Ende und ein Neuanfang.

Ich vermisse das.

Und immer hat mir mein Umfeld davon abgeraten, wenn ich in den letzten Jahren umziehen wollte. Sogar meine Therapeutin, was ich ihr echt übel nahm. Sehr selten riet sie mir klar von was ab oder zu und genau das fand ich super. Weil ich musste lernen zu spüren was für MICH richtig war. Durfte ich ja nie. Oft sagte sie: „Gut, dass Sie nicht umgezogen sind.“ Fühlte sich für mich immer komisch/schräg/ungut an.

Ok, dass ich mal 5-6 Jahre an einem Ort blieb, um mal zur Ruhe zu kommen und herausfinden was ich will und Traumatherapie machen, ok, sag ich ja nix. Ich hätte sonst wahrscheinlich nicht die Kraft gehabt zu meinen Eltern/Schwester den Kontakt abzubrechen um mich von denen nicht völlig zerfleddern zu lassen.

Und ja ich habe eine wunderschöne Wohnung, mit Galerie, mit Dachterrasse, neuer sehr großer Küche, nahe am Bahnhof und dem Einkaufszentrum, mit einem megasupertollen Vermieter und einer ultragünstigen Miete…das alles sind Vernunftsgründe, die ja auch nicht verkehrt sind.

Doch hocke ich seit 14 Jahren auf diesen 35qm. Ich habe gefühlt jeden Zentimeter der Bude schon tausende Male gesehen. Nein, neu einrichten/umstellen hat diese Langeweile auch nicht mehr vertreiben können. Luxusproblem. Vielleicht. Ich aber habe das Gefühl lebendig einzugehen. Meine Neuronen schrumpeln und ich sterbe vor Langeweile.

Vielleicht habe ich diese Veranlagung von meinem Opa (väterlicherseits den ich nie kennenlernte, mein Vater übrigends auch nicht, weil da dessen Vater da schon wieder über alle Berge war), der floh kriegsbedingt von Litauen nach Deutschland, zeugte da zwei Kinder und da ihn seine Unruhe so quälte, zog er weiter nach England wo er dann verstarb.

Ich habe es nun also versucht: Sesshaft zu werden (seht her liebe Leute, ich habe es getan und wie mir schon von Anfang an klar war: ES IST EINFACH NIX FÜR MICH!) Nicht das Richtige. Weder wurde ich hier in der Gemeinde heimisch noch fühle ich mich bei viel Nähe wohl. Klar ist es mal nett Bekannte auf der Straße zu treffen, aber sozialphobisch bedingt stresst es mich eher. Ich wurde sooft entwurzelt, dass ich es einfach nicht mehr kann: Halt finden, mich verwurzeln (ob ich deswegen soviel Streß mit meinen Zahnwurzeln habe?) und „Wurzeln schlagen“ klingt ja auch eher übel, als sonstwas. Allein in der Hauptschule kam ich JEDES Jahr in eine neue Klasse! Mitten in der Pubertät. Und mein letzter Umzug war der 9.! Zwischen meinem 11. und 26. Lebensjahr also ständig umgezogen.

Nur stellt mich ein derzeitiger Umzug vor einige Probleme:

– da ich auch Grundsicherung vom Sozialamt bekomme, ist „einfach so“ mal umziehen problematisch. Ich bräuchte einen Grund wie: Kündigung oder so. Sonst können die mir die Leistung streichen. Freie Wahl des Wohnortes ist nur auf dem Papier so! Ich bräuchte einen vollen Minijob, um vom Sozialamt weg zu sein, dann könnte ich frei entscheiden. Aber mehr als 4 Std. die Woche arbeiten schaffe ich nicht. Mehrmals getestet.

– meine letzte Wohnung verlor ich wegen Zwangsräumung/Mietschulden. Das war furchtbar. Ich landete zwar nicht auf der Straße sondern bei meiner Mutter. Mit der ich mich ja noch nie gut verstand. Ich hatte NICHTS eigenes mehr, außer meinen Klamotten (private Sachen wie Unterlagen, Briefe, Musik, Fotos usw. waren natürlich eingelagert, die holte ich auch wieder), ich hauste in ihrem Wohnzimmer. Null Privatsphäre. Wieder abhängig und viel zu nah mit ihr. 6 Monate. Bis ich endlich die jetzige Wohnung fand und bekam. Diese „Unbehaustheit“, keinen sicheren Ort zu haben….schrecklich. Ergo: Ich bekomme Panikzustände wenn ich dran denke, einen wenn auch langweiligen so doch sicheren Ort zu verlassen.

– dann natürlich erstmal was Neues UND was Passendes finden. In der Nähe von München. Denn hier in der Gegend möchte ich schon bleiben. Aber das glaube ich ist eher das geringste Problem. Ich bin mir sicher, dass es jemanden gibt, der genau so eine Mieterin wie ich bin sucht: Sehr ruhig, ordentlich, mit „gesichertem“ Einkommen (die Rente ist ja sicher, ein Jobverlust und geänderte Finanzlage betrifft mich nicht), kinderlos, ohne Tiere, Nichtraucher. Aber selbst wenn ich was finde, bleibt das Problem mit dem Sozialamt.

Ich bin ja kreativ und bin neuen Ideen nicht abgeneigt und überlegte schon immer wieder was es noch geben könnte, wie es noch gehen könnte. Und sah mir sogar einige Anzeigen durch die Wohnung gegen Mithilfe anbieten. Leider ist das meistens wohnen im selben Haus oder nur ein Zimmer oder so. Das passt dann doch nicht.

Schwierig das Ganze….und so hoffe ich einfach, dass doch mal ein Geldsegen reinschneit, ich vom Sozialamt weg komme und in eine neue schöne Wohnung ziehen kann, um dieser elenden Zwickmühle zu entkommen.

Wochenrückblick 2. Oktober 2020

Geräusche der Woche: Viel Handwerkerlärm. Die Maler weiterhin am Haus, der Rollomann in meiner Wohnung und jetzt auch noch die Straßenarbeiter 50m vorm Haus. Viel innerer Streß, weil ich noch mehr in den Beobachtungsmodus gehe: Was ist das? is das gefährlich? Muss ich was tun/beachten?

– gelernt: aber in den letzten Jahren habe ich vieles gelernt, unter anderem: Auch das geht vorbei. Irgendwann ist alles fertig, funktioniert und sieht schön aus.

– Essen der Woche: da der Magen noch nicht ganz fit ist: viel warmes, flüßiges, milchiges

– Lacher der Woche: ich glaub ich nehm die falschen Drogen. Wunderte mich warum da die Frau so lange steht. Bis ich erkannte: oh, es ist ein Verkehrsschild. Ohweia….

– Träume der Woche. Zum einen „besuchte“ mich mal wieder S. Mein Schulschwarm, der war ja schonlange nicht mehr da. Herrlich, hab ich sehr genossen.

Und dann gabs da einen kleinen Schwelbrand im Traum. An einem Plastikblumengesteck. Ich löschte den und alles ging gut, aber es war sehr aufwühlend irgendwie. Jemand kam dann zu mir und fragte mich: Was ich denn gebraucht hätte. (bei den Löscharbeiten) und es war klar dass seelische Unterstützung gemeint war und nichts materielles. Noch im Traum musste ich darüber etwas schmunzeln und kurz nach dem Aufwachen dachte ich: „ich hab echt (zu-)viel Therapie gemacht :)“

– Video der Woche: Im Lockdown entstanden ja viele kreative Ideen. Diese hier von einem jungen Mädl, fand ich besonder süß: Sie operiert Lebensmittel:

– Shittag der Woche: War klar, dass ich an dem einzigen Arbeitstag dieser Woche, genau da meine Tage kriege UND auch noch weiß, dass die Dame ja weiterhin im Homeoffice ist. Grenzt schon kanpp an Supergau für mich. Hatte ab dem aufwachen Atemprobleme vor lauter Streß. Fuhr zittrig hin, voll gegen meinen Widerstand. War irgendwann ziemlich konfus und abgespalten…Konzentration hallo? Um dann festzustellen, dass sie doch nicht da ist. Aber da wars mit der Laune undso auch schon vorbei *heul. Wären die Schmerzen schlimm gewesen, wäre ich zuhause geblieben, aber so…naja.

– schwierig: Es fällt mir schon schwer mich in Frieden zu lassen, wenn ich KÖRPERLICH nicht fit bin. Bei einer schweren Erkältung habe ich gefälligst am 3.Tag fit zu sein. (ich höre hönisches Gelächter). Jetzt mit der Mal-wieder-Gastritis auch, ich merke ich bin schlapper als sonst, öfters ist mir auch leicht warm, aber ohne Fieber. Ich übe mich, mich gut zu umsorgen. Schauen was ich essen mag und wieviel. Und wenn es nur drei Löffel von XY ist, dann ist das so.

Bei seelischen Verletzungen ist das noch viel schwieriger. Nun habe ich mir angewöhnt, wenn ich wieder völlig ko/ängstlich/wasauchimmer bin und mich frage: warum? Was los? Und davon genervt bin: Es ist doch nix, du kannst doch alles tun…mir dann selber freundlich mitzuteilen: ich bin sehr stark seelisch verwundet. Deswegen schone ich mich jetzt. Da werde ich gleich entspannter, das Herz geht auf, ich atme aus…und lasse mich einfach. In Ruhe. Und dann geht auch ein Quentchen mehr.

– Freitag: Jeah Woche überstanden. Und obwohl ich heute echt nicht aufstehen wollte (ist bei mir selten), tat ich es doch, weil die innere Unruhe so quälend war. Völlig ko tat ich dann ziemlich viel (leider): Ins nächste Dorf geradelt und nen Microjob erledigt. Obwohl ich mir sicher war, dass der nicht angenommen wird, weil ich dachte ich hätte falsch fotografiert, kam nach 2 Stunden das OK. Akzeptiert. Hej cool. Dann weiter zum Friseur. Was bin ich froh, endlich „meine“ Friseurin gefunden zu haben. Früher ging ja so ein Besuch nur mit Tavor. Heute hätt ich einpennen können. SO entspannt (ok und auch kaputt) war ich. Freut mich total. Leider musste ich dann heim gehen und nochmal hin, weil die derzeit kein EC-Kartengerät haben. Ich ahnte sowas irgendwie, aber ne innere Warnung weggeschoben, kein extra Bargeld mitgenommen, geärgert. Danach im Drogeriemarkt wollt ich nur was bestimmtes kaufen und dann wanderten doch mehr Sachen rein, als ich wollte und mit denen ich jetz nicht mal zufrieden bin. Wieso deckt ein Abdecktstift nicht?

– Minimalismus: Mal wieder paar Videos dazu angeschaut. Und von der „Aufräumexpertin“ Marie Kendo hatte ich das „Macht dich der Gegenstand glücklich?“ zwar schon früher mal gehört, aber erst jetzt zündete er bei mir. Und so ging ich grob einiges durch in meiner Wohnung und fragte diese Frage. Erstaunlich was das in einem bewirkt! Und auch wenn man das Teil dann weggibt sich davor bei dem Gegenstand bedanken, auch das hat eine große Wirkung find ich.

Aussicht: Brokkoli-Kartoffel-Auflauf der grad im Ofen ist. Viel Ruhe. Schlaf. Etwas bessere psychische Verfassung genießen. Lesen. Rumwerkeln.

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Wenn Du ein Schiff bauen willst, dann rufe nicht die Menschen zusammen, um Holz zu sammeln, Aufgaben zu verteilen und die Arbeit einzuteilen, sondern lehre sie die Sehnsucht nach dem großen, weiten Meer. Antoine de Saint-Exupéry

Eine Art Tagebuch

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