Jahresrückblick 2020

Eine kleine Rück- und Vorschau gibt es auch dieses Jahr wieder….

– Was ich in diesem Jahr gelernt habe:

In dem Buch Nie mehr weg von mir von Nicole Diercks ging es darum, dass andere auf Abstand halten NICHT abgrenzen ist. Wer sich gut und klar abgrenzen kann, kann auch Nähe zulassen. Das löste einen großen inneren Knoten in mir. Mein Dilemma wurde mir bewußt. Das Problem samt der Lösung präsentiert. So einfach! Und ich habe es nun oft ausprobiert. Statt Symbiose und Selbstaufgabe, gab es mehr „ich“ und „du“, Nähe-Distanz, wenn ich mich abgrenze heißt das noch lange nicht, dass ich den anderen nicht mag. Im Gegenteil, es heißt: ich sehe dich und was du willst/tust und ich sehe mich. Es geht Eigenständigkeit UND Nähe gleichzeitig, es ist toll, es macht Spaß, es gibt Energie (und kostet nicht nur welche, in symbiotischen Beziehungen/Kontakten fühlt man sich schnell ausgelaugt!) es ist erwachsen und beweglich, dynamisch.

Irgendwo hörte oder las ich mal das mit der liegenden Acht. Wenn man zum Beispiel merkt, dass man sich mit einem anderen Menschen in Abhängigkeiten verstrickt, man aber den Kontakt nicht komplett abbrechen kann oder will kann man folgendes versuchen: Man schreibe auf ein Blatt Papier einem ICH und mit etwas Abstand die andere Person z.B Nachbarin Sonja, jetzt kann man die liegende Acht drumherummalen, dass in jedem „Becken“ ein Name steht: man ist verbunden aber auch getrennt. Das mag nach Hokuspokus klingen, aber ich finde das wirkt recht gut. Man kann das auch mit den Finger in die Luft zeichnen und sich die Namen vorstellen.

– festgestellt: Ich werde immer noch recht schnell coabhängig und schaue NUR auf den anderen, was er will, braucht, erwartet. Aber mein vorauseilender Gehorsam bekommt Brüche. Endlich. Wird aber auch langsam Zeit. Das bedingungslose unterordnen und gehorchen und die Bedürfnisse der anderen erfüllen wurde lange in unserer Familie erwartet. Ich bin ausgebrochen. Ich lebe mehr mich und mein Leben.

– diplomatischer: bin ich geworden. Ich habe nicht immer Recht. Und wenn ich es doch mal habe, muss ich das nicht unbedingt dem anderen aufbinden oder ihn überzeugen. Willst du Recht haben oder glücklich sein?

– vermisst: Schwimmen! Schwimmen! Schwimmen!

– Therapie ging zu Ende. Leider mit einem nicht so schönen Ende, nach so langer Zeit. Nunja.

– 40 jahre alt geworden. Da ich eh nicht so die Partyqueen bin, war ich um Corona recht froh. Aber es war schon schade, dass ich auch sonst nichts besonderes machen konnte. Es ging mir eh nicht so gut, verreisen war weiterhin schwierig bis unsicher….

– Handwerker: waren es dieses Jahr definitv zuviele!

– gelernt: in Zukunft werde ich Weihnachten wieder weg fahren, ich brauche einfach diese Klosterzeit für mich und auch dass ich wirklich bis zum 6. Januar mal keine Termine ausmache oder überlege, ob ich nicht doch arbeiten könnte….

– Corona: Im großen und ganzen kam mir dieses ganze runterfahren ganz gelegen. Als introvertierte habe ich eine ziemlichen Angst was zu verpassen, wenn ich soviel alleine/zuhause bin oder empfinde mich manchmal oft als zu seltsam/krank/komisch wenn ich so lebe wie es für mich richtig ist. Der Lockdown ermöglichte es mir sozusagen artgerecht zu leben. Es war eine regelrechtes aufatmen für mich. Und es mussten quasi fast alle mal das Gleiche tun. Ich empfand nur den Grund des Lockdowns etwas übertrieben, aber nunja. Klar fehlt mir auch das ein oder andere und ich finde es auch nicht so toll, wie schnell unsere Grundgesetze ausgehebelt werden konnten und wirklich jeder kritische Denker gleich diffarmiert und in die rechte Ecke gestellt wird.

Ich hätte nichts dagegen, dass so ein komplettes runterfahren 2x im Jahr für jeweils 2 Wochen passiert. Einmal im Hochsommer so Juli und einmal zum Jahresende. Eine Auzeit für alle, inkl. der Umwelt.

– geworden: etwas barscher und schnodderiger. Ich steige anderen schneller und öfter mal auf die Zehen und zeige: ej mit mir nicht! Ich muss mich nicht mehr verbiegen, damit mich alle mögen. Das finde ich gelinde gesagt: absolut megatoll!

– Aussicht:

Heute an Silvester, wirds ein ruhiger Abend. Wie sooft. Vor wenigen Wochen wollte ich eigentlich für Silvester mal wieder was planen, mal wieder feiern, ob zu zweit daheim, oder draußen irgendwo. Aber nun bin ich doch recht froh zuhause allein zu sein, da ich weiterhin einen „Menschenkater“ habe und es mit Ausgangssperre ab 21 und kein Feuerwerk ect. Eh keinen Spaß macht. Von daher werde ich auf jeden Fall lecker essen, aber ob ich aufbleibe und lese oder nach nem Film schlafen gehe, das entscheide ich ganz spontan und bin heilfroh keinem Druck oder Zwang nachgeben zu müssen.

Was ich mir für nächstes Jahr vornehme: Dass ich gerne mehr lokal einkaufen möchte, vor allem Non-food-Sachen. Wir haben hier so tolle nette kleine Geschäfte und jetzt liegt es mir am Herzen, die mehr zu unterstützen. Ja ich habe eine Zeit Onlineshopping geliebt und werde es zu Zeiten auch noch tun, aber ich habe gemerkt, dass es so bequem gar nicht ist. Oft muss ich das Paket nämlich irgendwo wieder abholen, dann überweisen und manchmal eben auch zurückschicken. Dem großen A gehts ja wunderbar, aber der kleinen Existenz um die Ecke? Wie langweilig wäre das kleine Dörflein hier, wenn es all die nicht mehr gäbe.

Ab Februar schuldenfrei sein und dann möchte ich weiterhin schuldenfrei bleiben. Schulden machen ist nämlich eine Art der Selbstschädigung bei mir.

Unbedingt ein paar Tage wegfahren! Aber auch weiterhin kleinere Wanderungen (Tagesausflüge), zum Tegernsee wollte ich schon lange mal wieder.

Mit Leuten die sich wieder bei mir gemeldet haben, weiter in Kontakt bleiben. Vor allem A. mal wieder sehen, wir haben unsere Kindheit zusammen verbracht, lagen schon zusammen auf dem Wickeltisch!

Im großen und ganzen ist es ja nun (endlich) sehr ruhig geworden in meinem Leben. Die Rente wurde dauerhaft bewilligt, ich habe eine kleine Arbeitsstelle bei der ich auch bleiben will, ich bin wesentlich stabiler geworden und kann endlich auch mal mein Leben genießen. Auch mich selbst! Ich bin viel mehr mit mir und meinem Sosein im Reinen, das finde ich ganz wunderbar! Und schaue somit gespannt, aber auch entspannt in die Zukunft…auch wie sich das alles so politisch, sozial, gesellschaftlich mit Corona entwickelt.

Ich danke nun natürlich auch noch all meinen Leser*innen! Für Euer Da-sein, Eure Kommentare und mitlesen! Wünsche Euch viel Zufriedenheit, Gesundheit und Glück! Bis zum nächsten Jahr!

Sozialer Overload

Hätte mich jetzt auch gewundert, wenn ich auf einmal so sozial werde 🙂 Eigentlich wollte ich gestern schon gar nicht zu dem Bekannten fahren. Zuviel Menschenkontakt in letzter Zeit und A. sah ich ja erst letzte Woche. Ich dachte mir aber, da wir zusammen kochen wollten: der hat jetzt das Fleisch aufgetaut, den kann ich nicht hängen lassen. Für ein Pfund Wild übergehe ich gnadenlos meine Grenzen? Stimme aus dem OFF: ach das hast du doch schon für viel weniger gemacht.
Stimmt. Leider.
Ich musste dann den Ekel nämlich auch überwinden, dass er eine nicht gerade saubere Wohnung hat, dass auf meinem Platz auf dem Tisch ein uralter, vergammelter, schmutziger Lappen lag (den er auch ewig nicht wegräumte), dass er seine benutzten Rotztücher neben dem Tisch auf dem Fensterbrett liegen ließ. Ich musste damit klar kommen, dass ich es eher unhöflich fand wie er nur in langer Unterhose und Gammelpulli gekleidet war (ich mein wenn Besuch kommt? Zum Essen? So lange kennen wir uns auch nicht….), dass er mir nur eine Miniportion auf den Teller tat (ich hab mir dann einfach nochmal was geholt)…

Merke jetzt aber wie angetriggert ich bin, total schlecht und kurz geschlafen, schwitzig, in einem ziemlichen Streßmodus…werde heute den Tag aktiv gestalten, Spaziergang, Endjahresputz…sowas eben….


Ich habe zuviel wieder unterdrückt und muss mich jetzt auch ehrlich fragen, wieviel Kontakt ich zu dem eigentlich will. Denn ganz schnell bin ich im alten Fahrwasser: ach is doch nicht so schlimm, is halt nicht jeder perfekt und so wie du ihn haben willst…usw.


Erinnert mich an D. der damals auch so leicht verwahrlost war und den ich (unbewußt!) meinte retten zu müssen. Coabhängigkeit halt. A. ist eigentlich meinem Vater auch wieder sehr ähnlich.


Da wundert es mich nicht, dass ich mich auf dem Heimweg noch mit diesem komischen Typen abgegeben habe :/… und noch ätzender finde ich, wie solche Typen sowas immer irgendwie zu spüren scheinen.
Ich habe fertig. Ich freue mich tierisch, dass ich Silvester dank Corona nun doch nichts ausgemacht habe, weil ich nirgends übernachten will (wegen nächtlicher Ausgangssperre) noch jemanden so lange in meiner Wohnung ertrage. Ich habe 4 leere Tage vor mir (ok heute leider nochmal zur Tafel, weil es nochmal Gutscheine gibt, aber da muss ich mich echt zusammenreißen….) und dann: RUHE! Keinen sehen und hören und Handy wird größtenteils auch aus bleiben, weil ich in so einem Overload auch keine WhatsApp-“Gespräche“ haben kann….

Wie war das? Die Hölle, das sind die anderen? ;-)))

Kontakt

Ich ging, im Walde durch die Stadt so für mich hin, um nichts zu suchen stand mir der Sinn…oder so ähnlich. Jedenfalls war mir heute nach Innenstadtbummel, aber nur weil ich wußte, dass da wenig los ist. Sonst kriegt mich ja keiner in den Trubel. Keine 100m gelaufen, werde ich von einem Mann angesprochen. Sehr höflich und nicht häßlich. Kurzer Check nach innen: will ich jetzt mit dem plaudern? (das war früher unmöglich ich war nie bei mir und erst recht nicht im Kontakt mit anderen und schn dreimal nicht mit Männern!).

Eigentlich war ich schon den ganzen Tag im Kontakt mit einem Mann, deswegen wollte ich ja noch ein wenig Bewegung, Luft und Zeit zum nachsinnen haben, aber ein anderer Teil in mir schrie: der könnte doch nett sein! DIE Chance deines Lebens (auf oder für was: keine Ahnung, ich vermute ein Alles-wird-gut-Gedanke ala der tolle Prinz von Disney …). Also ließ ich mich auf ein Gespräch samt Spaziergang bis zur nächsten S-Bahnhaltestelle ein. Er fragte auch zwischendrin, ob er störe, ob er wieder gehen solle, also nicht aufdringlich. Aber auch ob ich Single sei, verheiratet, ob es Freundschaft zwischen Frau und Mann geben könne, Corona natürlich und über ihn ein wenig. Soweit so nett und währenddessen schaute ich immer ein wenig (viel zu wenig!) nach innen, wonach mir grad ist, eigentlich wollte ich ja alleine sein, wie schon geschrieben, aber der Teil der sofort anspringt und funktioniert war DA. Das finde ich immer wieder krass.

Ich kam zu dem Schluß, dass ich keinen weiteren Kontakt mit dem möchte. Am Bahnhof fragte er, ob er mir seine Nummer geben dürfe, ich verneinte, er versuchte mich irgendwie zu überreden und ich wünschte ihm ein schönes neues Jahr und ging. Da war er schnell weg. Warum ich nicht mehr wollte? Er nuschelte unfassbar. Ich musste immer 3x nachfragen, er hatte das typische Italiener-Gehabe drauf und er meinte die Frauen laufen ihm alle nach 5 Tagen wieder weg, er weiß auch nicht warum. Tja und ich hab auch nicht die Lust das rauszufinden und ich will auch nicht die sein, die mal 10 Tage bei ihm bleibt, weil ICH das schaffe und hinkriege (wie ich früher immer meinte….).

Das gruselige war dann aber im Bahnhofstunnel: ich wartete auf meine Bahn und stand da so rum und sah nur in eine Richtung, gedankenversunken, dann drehte ich mich um und da war niemand, aber blitzschnell hatte ich den Gedanken: ER hätte da stehen können (weil ich ihm ne Abfuhr erteilt hatte) und mir eins überbraten können, ich hätte ihn nicht bemerkt. Das zeigt mir mit wieviel Angst ich immer noch unterwegs bin, wenn ich jemanden meine wahren Gefühle, Bedürfnisse, Gedanken mitteile, die diametral zu dem des anderen stehen!

Das wühlte mich so auf, dass ich aus dem Tunnelbahnhof rausfuhr und an einem anderen Bahnhof oberhalb an der Luft wartete.

After Weihnachten

Jetzt hat er mich doch erwischt, der Blues. Ich bin knatschig, aber sowas von, hab auf nix Lust, weine schnell, habe auch viel geschlafen (unerholsam), bin gereizt, fühle mich einsam, will aber auch mit niemanden gerade Kontakt haben. Fühlt sich irgendwie nach PMS an, kann aber eigentlich nicht sein. Fühlt sich auch nach histamin-knülle an, was schon eher sein kann.

Boah ej, bitte einmal runderneuern…. Aber vielleicht hilft auch erstmal eine Dusche 🙂

Frohe Weihnachten

Ich wünsch Euch allen frohe Weihnachten und eine gute Zeit!

Paßt auf Euch auf, verbiegt Euch nicht zu sehr, um der Vorstellung von Weihnachten (oder anderen Menschen) hinterherzuhecheln. Weihnachten ist was ihr draus macht, nicht „was man tun sollte“. Millionen Menschen feiern kein Weihnachten, weil sie nicht wollen, weil sie einer anderen Religion angehören oder warum auch immer. Es sind „nur“ ein paar freie Tage.

Ich nutze die schon zur inneren Einkehr. Eine Art Besinnlichkeit.

Ich bin die Tage auch alleine, aber nicht einsam.

Seit gestern hänge ich in einer leichten Reizüberflutung und freue mich daher auf leere, introvertierte Tage. War wohl doch ein wenig zuviel mit all den Kontakten, den Handwerkern, den Geschenken, Einkauf und Post und natürlich auch was so bedrohlich ala Corona im wahrsten Sinne des Wortes: in der Luft hängt. Daher werde ich schlafen, lesen, einer geschenkten CD lauschen, einen ausgewählten Film schauen und einfach nach meinem Gusto dahin leben. Wenn ich Lust auf Spaghetti mit Ketchup habe, esse ich das und nicht: oh nein es muss doch an Weihnachten was besonderes sein….

Für Euch hab ich nun noch ein kleines Gedicht:

Ein süßer kleiner Wichtelmann

klopft an Deine Türe an.

Er hält in seinen kleinen Händchen

ein Papier mit einem Bändchen.

Es ist ein Weihnachtsgruß von mir,

den er überbringt nun Dir.

Ich muss heut nämlich an Dich denken

und wollte Dir viel Freude schenken.

Voll sozial

Von wegen social distancing: je weniger die Leute tun und machen können, desto mehr rückt man zusammen. Zumindest in meinem Umfeld ist das so. Ich hatte schon lange nicht mehr soviel Gemeinschaft in so kurzer Zeit. Und ich genieße es! Ich? Ich!


Es wird offen kommuniziert, was für den jeweiligen ok ist. Manche wollen sich nur draußen zum spazieren gehen treffen (was für mich super entspannend ist, weil ich sozialen Kontakt derzeit sehr genieße, er aber doch oft noch mit Anspannung verbunden ist. Wenn auch mit viel weniger als früher), manche wollen Umarmungen. Es ist immer ein Zweier-Kontakt.


Gestern klingelte es und aus der Gegensprechanlage tönte es: „ich bin‘s M….!“ Erfreut ließ ich sie rein. Spontan Besuch? Früher unmöglich. Sie versicherte sich, ob es für mich wirklich okay sei und sie nicht störte und ich konnte ehrlich sagen, dass ich mich freue und auch Zeit habe. Ich war sogar fast entspannt. Es kam noch besser. Nachdem wir ewig ratschten bekam ich langsam Hunger und bot ihr an mitzuessen, es sei ja eh genug da. Wollte sie aber nicht und ging dann. Dabei wollte ich sie nicht vertreiben, es war eine ehrliche Einladung (ich glaub das muss ich ihr nochmal sagen). Spontan Essen anbieten, ohne vorher alles durchzucheken: ist genug da? Ist es noch gut? Ist es das richtige? Passt alles? Usw. Und dann noch gemeinsam essen? Ok das geht inzwischen fast immer. Ohne Probleme. Auch das ging jahrelang nicht! Soviel Angst hatte ich!


Mir gehts weiterhin gut (und ein wenig hab ich Angst das so laut und oft zu sagen, als ob es dann gleich weg wäre, das Gut-sein…Aberglaube halt…) ich bin entspannt, meistens gut gelaunt, genieße das Zusammensein, aber auch wieder Alleinesein, ausschlafen, lesen oder was kochen.


Ich bin sehr dankbar, dass sich durch Corona fast nichts bei mir verändert hat und sehe positiv in die Zukunft mit der Frage auf der Zunge: Dass ein anderes Leben doch noch möglich ist? Denn auch wenn sich im äußeren nichts verändert hat, in inneren sehr wohl. Ich fühle Frieden und Entspannung, ich habe das Gefühl, dass sich das Traumachaos geglättet hat, ich fühle mich erwachsener, handlungsfähiger und stabiler mit mehr Selbstwertgefühl.
Einzig das schwimmen fehlt mir derzeit extrem. Luxusproblem mag man denken, aber für mich ist es mehr als Sport oder was für die Gesundheit zu tun, es ist Nahrung für die Seele. Man wird ja kreativ und es gibt in München viele Wohnanlagen mit integriertem Schwimmbad. Erst fand ich eine Anzeige, aber der Kerl wollte eine sexuelle Gegenleistung dafür. Was ich nicht wollte. Dann sah ich bei den Ferienwohnungen und schrieb eine an, die meinte aber: Selbst bei denen sei das Bad geschlossen und ein anderer Typ meldete sich erst gar nicht. Schade. Da merke ich, dass ein kindlicher Anteil trotzig wird und aber UNBEDINGT endlich mal wieder schwimmen will. Damit umzugehen und auf etwas zu warten fällt mir derzeit echt schwer.

Wochenrückblick 20.Dezember 2020

  • letzter Arbeitstag: Am Donnerstag war ich für dieses Jahr das letzte Mal arbeiten. Juhu. Wie immer davor Alpträume: dass nicht nur die Bewohner da sind, sondern auch deren Eltern und Nachbarn (letztere kenne ich auch real, sehr unsympathische arrogante Schnösel für die ich auch 2x gearbeitet habe, war mir dann aber zu blöd) und genau die mosern an mir herum. Ich war dann aber real doch wieder alleine. Ich glaube, sie hat sich einfach eine andere Möglichkeit gesucht am Donnerstag woanders zu arbeiten, könnte mich also dann ab Januar entspannen (bzw. solange der Lockdown geht) wenn da nicht uralte Ängste und Körpererinnerungen hochschwappen. Auch interessant: nicht ich muss immer was tun, wenn eine Situation ungut ist, sondern der andere kann es genauso. Statt das ich wegbleibe, bleibt nun sie weg 😉
    Es ist aber ein neuer anderer Umgang mit dieser sozialen Angst (vor Beobachtung und Abwertungen/Verurteilungen), früher hätte ich ja sofort gekündigt oder die Angst soweit weggeschoben/ignoriert/mich da durchgeprügelt das ich nur noch funktioniert hätte, um danach für Tage ausgeknockt zu sein oder mich in diesen weiter selbstschädigend verhalten hätte. Jetzt sehe ich die Angst bewußter, lasse sie ein Stück hochkommen, nur soweit dass sie mich nicht übermannt und ich noch handeln und denken kann. Ich überlege mir was passieren könnte (überhebliche, ungerechte Kritik oder dass sie mich rausschmeißen ect.) wie ich reagieren könnte: Jederzeit gehen, ihr vordergründig recht geben, weiterarbeiten und dann kündigen bzw. daheim verarbeiten/überlegen wie ich weiter vorgehe, meine Sicht der Dinge sagen usw.
    Erst jetzt merke ich, mit WIEVIEL Angst ich in Sachen Arbeit IMMER unterwegs war, da wundern mich meine Depressionsphasen und später nur noch komatöse Erschöpfung gar nicht mehr.
  • Entspannung: Aber auch im Alltag merke ich das. Je härter der Lockdown desto entspannter werde ich. Weil die Möglichkeiten mal eingeschränkt sind, weil ich nicht überlegen muss, ob ich irgendwo hin müsste, weil man nicht soviel zuhause sitzen soll, schon gar nicht mit einer Angststörung. Mag sein, mir tut es aber gut. Ich gehe schon auch raus, viel spazieren und so, auch mit Freunden treffe ich mich, aber ich zwinge mich viel weniger zu Dingen auf die ich gerade keine Lust habe. Nur weil im Hinterkopf immer einer plärrt: du darfst dich nicht soviel zurückziehen!!! Das wurde mir therapeutisch immer wieder eingebläut. Ich bin aber müde und kaputt, ich hab soviel durch, ich will weiter nur meine Ruhe genießen. Immer habe ich mich angetrieben, selten der Angst nachgegeben und mich so nochmehr verbraucht und geschunden. Ich komme immer mehr mit mir ins Reine, das ist einfach nur wunderschön. Endlich lebe ich mein Leben mit mir und nicht neben mir!
  • gelesen: passend dazu mal wieder ein altes Büchlein rausgegraben: Denken mit Henry Thoreau
  • gefreut: konnte über Kleinanzeigen noch paar Sachen verkaufen
  • nix: naja das mit der MVV-Karte über Weihnachten wurde doch nix, wegen (Überraschung!!) Lockdown, der Bürgermeister will so wenige Leute wie möglich im Rathaus. Für mich wäre die Karte ein „wichtiger täglicher Bedarf“ gwesen! Aha, aber Weihnachtsbäume dürfen verkauft und die Bundesliga weiter bespielt werden? Is ja auch voll nötig. Na..nü, es ist wie es ist, das Wetter soll ja eher windig-nass werden, eh nicht so ideal für 3-Stunden-Spaziergänge. Dafür noch 2 Bücher bestellt.
  • überhaupt: warum gibt es nur 2 Vorstellungen wie man Weihnachten feiern kann: Glücklich mit Familie, Gans und Christbaum oder alleine und deprimiert zuhause. Manchen Menschen fehlt echt Phantasie, dabei ist die soviel wichtiger als Geld!
  • gefuttert: Safran in Kapseln. Also täglich 1-2. ich glaub die helfen mir derzeit auch was die gute Stimmung und Lockerheit und Angstfreiheit angeht. Über die kleinsten Dinge kann ich mich so freuen. Und diese Zufriedenheit in mir, schön! (meine Paranoia meinte ja auch letztens so halb im Spaß: oder sie tun was ins Trinkwasser. Ich so: nö kann nicht sein, meine Nachbarin wird immer schnodderiger und komischer (g
  • bestellt: Damit also nun Weihnachten auch ohne MVV-Karte irgendwas besonderes für mich hat, hab ich mir im Nachbardorf in der Gastro 2x Hirschgulasch mit Blaukraut und Knödel bestellt, für zusammen 20,- kann man ja echt nix sagen.
  • voll sozial: diese Woche war ich richtig unter Leuten: Montag bei M. zum Mittagessen eingeladen gewesen. Was war das früher für ein sozialphobischer Streß. Und heute: Pure Vorfreude und genießen! Daweil hatte SIE kurz Streß weil sie nicht wußte ob ich das mag, was sie da so geköchelt hatte. Ich so: Liebe M. bevor Du Dir das nächste mal den Kopf zerbrichst: ruf mich das nächste Mal einfach an und frag mich *lächel, im übrigen mochte ich es sehr und es war auch richtig lecker. Aber so Kopfkino kenne ich natürlich, wie kompliziert man es sich machen kann! Mittwoch ging es dann mit J. zum Spaziergang samt Heißgetränk in der Thermoskanne und Plätzchen und am Samstag kam A. zum Brunchen und ebenfalls spazieren gehen vorbei. Fand ich super, freu mich nun aber auch auf einen menschenfreien Sonntag, weil Montag kommt (nochmal Überraschung!) mal wieder ein Handwerker vorbei.
  • gelesen: Zum Thema „freiwillige Prostitution“, ich konnte bei dem Artikel fast nur nicken, ich empfand es ähnlich, das Männerbild was man bekommt, dass man so schnell und sehr oft Täterstrukturen, Psychospielchen und Manipulationen erkennt, das nicht man selbst sein können, der ekelhafte „Girlfriendsex“, das schäbige Gefühl, das viele Geld ausgeben, als Kompensation und eben, dass man als Kind schon gelernt hat für die Bedürfnisse der anderen verantwortlich zu sein und warum es so schwer ist auszusteigen…. https://www.emma.de/artikel/ich-habe-mich-freiwillig-prostituiert-266086

Wochenrückblick 12. Dezember 2020

– gefunden: Im Kern hat jede Individualtherapie ja die Funktion, die Verantwortung für das eigene Lebensschicksal an den Einzelnen zu delegieren. Durch den Gang zum Psychotherapeuten räumt der Patient implizit ein, dass das Problem bei ihm liege, selbst wenn die Welt „draußen“ buchstäblich verrückt spielt und wenn allenthalben Kollektivneurosen sprießen.

Im Grunde müssten Therapeuten ihren Patienten raten: „Scheißen Sie auf den Staat und auf Regeln, brechen Sie aus, weinen Sie, wenn Ihnen nach Weinen ist, schreien Sie Ihren Zorn und ihren Schmerz heraus, ducken Sie sich niemals und richten Sie sich zu Ihrer vollen Größe auf. Seien Sie sperrig, unangepasst, kratzbürstig! Wehren Sie sich! Dann wird sich größere psychische Gesundheit schon einstellen.“ Überhaupt ein sehr lesenwerter Artikel: https://www.rubikon.news/artikel/die-diktatur-depression

– Schreck: Montagmorgen ist eine Wand im unteren Teil nass. Shit. Vermieter gleich Bescheid gegeben und nachmittags kam er mit dem Handwerker gleich vorbei um sich das anzuschauen. Da war ich sehr froh, dass die zwei gleichzeitig da waren, dann musste ich da keine Verantwortung übernehmen und alles konnten die zwei gleich selber abklären. Das ist eh immer so ungut, wenn was in der Bude ist: ruf ich den Vermieter an, der die Hausverwaltung (wegen Handwerker-Bindung), die die Handwerker und die machen mit mir nen Termin aus. Da sagt jetzt jeder was anderes, lässt was weg, dichtet was dazu, wie Flüsterpost halt. Es kommt immer schief raus. Nunja auf den ersten Blick fanden die auch nix. Blöd. Die Spezialfirma die dann kam, um das Leck zu finden, stellte raus: Der Spülkasten ist undicht. Jetzt ist der aber blöderweise in der Mauer verbaut. Es kam dann wieder ne andere Firma, die den aktuellen Spülkasten quasi tot stellte und einen neuen Aufsatzspülkasten hinbaute, hoffe das Problem ist nun behoben. Bleibt nur noch die nasse Wand.

– Vorteil: Dass meine soziale Phobie mir mal hilfreich ist, wer hätte das gedacht. Ich hab mir ja schon vor einiger Zeit mein kleines Fitneßstudio daheim eingerichtet: Trampolin, Rudergerät, Terraband und Infrarotsauna. Super! Hab ich jetzt wenigstens etwas Beschäftigung.

– Arbeit: jeah ich war wieder alleine. Zum Glück hab ich die Stelle im Panikmodus nicht gekündigt, da würd ich mich jetzt sonstwohin beißen. Und mir ist eingefallen, vielleicht war das der Bewohnerin auch unangenehm (aus welchen Gründen auch immer)! Weiß man ja nicht. Man geht ja immer nur von sich selber aus und kann in den anderen nicht reinschauen.

– rotzig: hach ich mag meine innere Gelassenheit: Es klingelt, ich erwarte niemand, auch kein Paket, in der Gegensprechanlage tönt eine Frau was von Telekom-Information-weil-wir-was-umgestellt haben. Ach die alte Nummer, kenn ich schon. Ich frage zu wem sie denn will? Stelle mich blöd, sage ich bin gar nicht bei der Telekom sie kann die Infos auch in Briefkasten werden und hänge den Hörer ein 😉 Am selben Tag ich steh am Bahnhof. Neben einer Säule. Die ist keine 30cm von mir entfernt. Kommt ne Frau die Treppe hoch und meint, da durch zupassen, drück mich weg, rempelt mich mit ihrem Rucksack an und ich so ganz locker sie angeranzt: „ja weil Sie jetzt grad hier durchgehen müssen, oder????“ es kommt eine kleinlaute Entschuldigung. Na geht doch! Früher wär ich sofort zur Seite gesprungen und hätte mich dann geärgert. Ach ich freu mich schon auf den Sommer, wenn ich wieder mit dem Radl unterwegs bin und mich so ein blöder Autofahrer fast überfährt und ich endlich befreiend losschreien kann: ja du VOLLDEPP, bist du denn komplett blind? Dir soll man deinen scheiß (Automarke) IN DEINEN FETTEN ARSCH SCHIEBEN DU BLÖDE DRECKSAU! Ich freu mich schon drauf. Ehrlich.

– eingefallen: mir fiel noch ein warum ich da derzeit so easy-pisi unterwegs bin: Punkt 1: Ich bin heuer 40 jahre alt geworden, also wenn das nicht endlich erwachsen ist, weiß ich auch nicht. Da steht man für sich ein, da macht man und hockt nicht wie so ein verschüchterndes Schulmädchen in die Welt und hofft, dass einem immer Kuchen serviert wird. Wenn mal wieder die S-bahn ausfällt, ja mei, was solls, irgendwie/irgendwann komm ich schon ein, ich hol mir ein Wasser/Kaffe oder nicht und gut ist.

Punkt 2: ich habe das ganze Jahr kein Selbsthilfebuch gelesen! Ich habe akzeptiert wie ich nunmal bin: manchmal ängstlich, introvertiert, traumatisiert, 183cm groß, glutenintolerant, weiblich, und noch so einiges. Das ist so und ich habe endlich aufgehört ständig an mir rumzudoktern und mich endlich „richtig“ zu machen. Ich bin schon richtig!

Punkt 3: ich glaube die Corona-Pandemie bewirkt, dass diese ominöse Schere (so mit arm und reich) sich wieder mehr schließt. Wir werden alle wieder gleicher. ALLE müssen Maske tragen, den Einkaufwagen schieben ect. KEINER kann grad essen gehen, ins Kino, in die Bar oder sonstiges. Sehr viele haben den Job verloren bzw. haben weniger Geld wegen Kurzarbeit. Ich jedenfalls fühle mich weniger als Außenseiter. Ich habe es hier schon öfters geschrieben, dass nun der Großteil auch so leben muss, wie ich es schon lange tue: viel zuhause, nicht ständig on tour, weniger Kontakte usw. Ich fühle mich den anderen gegenüber wieder gleichwertiger und weniger unterlegen. Da ich ja „gern“ in Extremen denke, sah dass dann so aus: ALLE anderen gehts gut, die haben keine Probleme, denen gehts immer gut, die haben keine Schulen, fahren nur in superduper Urlaube usw.

– gefunden: ein netter kleiner Beitrag vom Herrn Sträter. Den ich ja sehr mag. Dieses Mal geht es um (seine) Depression. Absolsut hörenswert! https://www.youtube.com/watch?v=l3ydimFPv_g

Scheiß drauf

Ich beobachte nun seit (hmm paar Wochen) ein eher ungewöhnliches Verhalten an mir: Ich erkenne meine Bedürfnisse schneller und sorge für dessen Erfüllung. Das übe ich schon seit paar Jahren, aber da gelang es mir eher nur, wenn keine anderen Menschen da mit involviert waren. Sobald ich zu jemandem anderen sagen/fragen musste: könntest du mir bitte helfen/das und jenes tun ect. Gings oft nicht mehr.

Jetzt gehe ich ohne mir groß Gedanken zu machen zur Kassiererin und bitte um eine 2. Kasse. Oder bei der Massage um eine Decke weil mir kalt ist, oder um ein Schmerzmittel nach der OP und als mir das nicht schnell genug ging, gab ich gleich nochmal bescheid. Ich fühle weniger Scham wenn der Nachbar mal wieder ein Paket für mich annahm und setze schneller Grenzen, wenn mir jemand zu nah/zu blöd zu irgendwas kommt. Ohne großes innerem verbiegen. Ohne mir allzuviele Gedanken drüber zu machen, ob ich das darf oder sonstigem.

Es erfreut mich natürlich, weil es mein Leben angenehmer macht und ich das seit Jahren trainiere. Es kam nur die Frage auf: warum ist das jetzt so? Gut man könnte sagen: eben, du trainierst das seit Jahren, jetzt sitzt es eben. Ja schon, aber irgendwas ist da noch…

Und dann kam so ein: was soll mir noch groß passieren? Die Rente ist sicher (hehe berühmter Spruch), ich hab jahrelang dafür gekämpft, dass es mir besser geht und leider hat sich nicht allzuviel getan in dieser Richtung, also lass ich es, Kraft zu verschleudern, die ich im Grunde nicht habe, ist unsinnig, ich wurde jahrelang von der eigenen Familie mißbraucht und gemobbt, später von Mitschülern und „Freunden“, ich wurde gedemütigt, ausgelacht, angelogen, ausgenutzt. Ich habe mich bis zur völligen Erschöpfung mehrmals aufgearbeitet und 4 Jahre Prostitution überlebt, ich stand schonmal ohne Wohnung da und habe schon sehr viele Schulden abbezahlt.

Also, was soll mir noch passieren? Was habe ich noch zu verlieren? Klar man hat immer was zu verlieren: Seine Wohnung, seine Kleidung, sein Essen, seine Würde, seine Geduld, und natürlich sein Leben. Is klar.

Ist es ein aufgeben? Vielleicht. Ja bestimmt in einer gewissen Art und Weise. Ich habe genug gekämpft, ich bin müde. Ich habe meine Gnadenbrotecke und möchte einfach nun endlich meine Ruhe haben.

Ich kümmere mich um mich und nur noch um ganz wenige Menschen, die mir nah stehen. Mir wird vieles egaler und ja so lebt es sich leichter. Laß die Leute reden, sie tun es ja sowieso, sangen schon DIE ÄRZTE im sehr wahren Lied. Ich bin lässiger geworden, der Mittelfinger fährt lockerer mal raus (wenn auch nur in Gedanken, aber immerhin!) ich koche mir gutes Essen, lese viel, gehe mal raus und wenn nicht, auch ok, putze ordentlicher bei mir, als in der Arbeit bei fremden Leuten, trinke auf was ich Lust habe und gönne mir öfter was, auch wenn es teurer ist. Früher bekamen nur die ANDEREN teure Sachen von mir, jetzt beschenke ich mich selber. Ich stehe zu meinen Entscheidungen, ich kenne mich am besten und auch was ich will und was nicht mehr. Und handle auch danach.

Ich genieße bewußt Sonnenauf-und Untergänge, erfreue mich an der würzigen Luft, beobachte Tiere und schaue weniger nach dem was ich machen „müßte“ (in meinem Alter, als Frau, usw.) diese Rollenbilder haben mich schon immer gestört.

Ich gehe gegen 21 Uhr ins Bett und stehe gegen 6.30 wieder auf, das ist mein Rhythmus der MIR gut tut, das habe ich in vielen Jahren herausgefunden und bleibe nun dabei. Wenn mich einer deswegen auslacht ist das sein Problem und hat in meinem Umfeld nichts mehr zu suchen.

Ich will auch keine feste Beziehung und niemanden in meinem Bett haben. Dass ich mal mit jemanden in irgendein Bett gehe, okay, aber mein Bett war mir schon immer heilig. Mein sicherer Ort.

Ich bin ich. Und das ist gut so.

Wochenrückblick 5. Dezember 2020

  • gestärkt: was wenige Tage mit dem RICHTIGEN Magnesium ausmachen können. Montag war ich 3 Stunden spazieren! 3 Stunden! Wo ich die Wochen vorher gerade noch so um den Sportplatz (der hier ums Eck ist) schleichen konnte, um danach den Lift zu nehmen und völlig saft-und kraftlos auf der Couch zusammenbrach.
    Ich habe mir diesen Ausflug in den Münchner Süden gegönnt, ich hätte an diesem Tag auch sehr gutes Geld verdienen können, aber ich spürte: meine Seele braucht Nahrung, nicht mein Geldbeutel, also vorrangig. Es tat SO GUT. Die Stille, die Kargheit der nackten Bäume, einfach gehen, gehen, gehen, Frischluft, ich fühlte mich danach wie einmal umgekrempelt. Aber positiv!
    Im Lauf der Woche wurde ich wieder sehr erschöpft und müde, ich musste auf das verträglichere Magnesium warten (nahm also weniger ein und hatte gleichzeitig höheren Verbrauch durch Arbeit und viel in der Kälte zu Fuß gehen). Freitagvormittag musste ich einmal queer durchs Dorf zur Post (höchstens 1 km) und meine Oberschenkel waren wieder wie Blei und taten auch leicht weh vor Verkrampfung, meine Füße konnte ich kaum heben, selbst der Bordstein war fast zu hoch/anstrengend für mich, stehen (an der Kasse) strengte mich wieder extrem an und ich hatte den Gedanken, dass ich jetzt bitte nicht hier umkippe.
  • Gedanke: Ich latsche sehr oft über meine Grenzen. Da habe ich das Gefühl, dass ich nur dann was wert bin. Knapp unterhalb der Belastungsgrenze zu bleiben und mich WOHLZUFÜHLEN ist verboten. Ich habe mich nicht wohlzufühlen. Ich muss schufte und ackern. Für andere. Was ich jetzt so klar ausdrücken kann, war jahrelang nur ein diffuses Gefühl. Bei dem Montagsjob kam ich auf die Idee mich öfters zu fragen: geht es über meine Grenzen ? (ja über viele, 1 Grenze zu übertreten ist denke ich „normal“, anders geht es nicht so wirklich im Leben/Beruf). Aber bei dem Job hätte ich viel zu viele Grenzen übertreten müssen. Meine Grenzen wohlgemerkt.
    Früher fragte ich mich bei schwierigen Entscheidungen: Ist es liebevoll (mir gegenüber)?
  • gefreut: einen sehr noblen Adventskalender mit wahnsinnig leckeren kolumbianischen Pralinen geschenkt bekommen!
  • Hatte ja einige Artikel zum Verkauf angeboten, nur 3 Dinge gingen weg. Was nun mit dem Rest machen? Einfach rausstellen „zu verschenken“ hmm nö, das fühlt sich nicht stimmig an für mich, da sind echt sehr hochwertige Sachen dabei. Spenden! Wer könnte das gebrauchen? Also das Frauenhaus in der nächsten Kleinstadt angeschrieben, die antworteten auch, dass sie solche Dinge derzeit nicht benötigen würden, aber ich könne es im BRK-Shop abgeben, da wird es verkauft und das Geld u.a. fürs Frauenhaus verwendet. Mensch, das is doch ne super Lösung!
  • erstaunlich: Das Gespräch mit der Tafelleitung hinterlässt Spuren. Aber dieses Mal positive! Normalerweise hätte ich nach so einer Konfrontation das Weite gesucht, oder mindestetns heftige Panikattacken, wenn ich dieser Person wieder begegnet wäre (nach einem Streit mit meinem direkten Nachbarn, hatte ich über 2 Jahre schlotternde Knie wenn wir uns begegneten!). Nicht so nun: Ich hatte gar nicht mehr daran GEDACHT! Als ich jener Frau wieder begegnete war es, als ob wir nie so miteinander gesprochen hätten. Begrüßung und das erledigt was anstand. Sie begrüßt mich aber seit dem immer mit Namen und dass sie wieder glutenfreie Sachen für mich hätten. Es ist kein schleimen oder buckeln, sondern eine Begegnung auf Augenhöhe. Mehr wollte ich ja gar nicht. Faszinierend!
  • nach innen: ich schalte mich schon wieder zuoft ab und bin nur im Außen. Das tut mir nicht gut. Daher wieder das Meditationsbuch rausgekramt, in dem es für jeden Tag einen kurzen Text gibt. Dazu möchte ich weniger Filme schauen und dafür wieder mehr kreativ werkeln, weil mich das noch immer am besten zu mir selbst bringt.
  • Alptraum: Als ich hörte, dass in der Arbeit nun BEIDE zuhause sind, habe ich das schlicht ignoriert. Aber mein Unterbewußtsein lässt sich nicht täuschen und schickte mir gräßliche Alpträume, in denen natürlich die beiden die Hauptrolle spielten. Als ich aufwachte wußte ich nicht was real und was Traum war. Sehr ätzend mit so Mischmaschgefühlen dann dort hinzufahren, zum Glück waren sie einkaufen als ich ankam.
  • genossen: selbstgemachter Glühwein. Man nehme einen Kinderpunsch und kippe nen Schwung Rotwein dazu, das ganze erwärmen, fertig.
  • ausgelaugt. Ich vermisse meine Therapeutin. Sie hat mich ge-und bestärkt, mir den Kopf wieder gerade gerückt, ach bei ihr konnte ich einfach mal 50 Minuten auftanken.Ich merke derzeit wie mein Selbstwert immer kleiner wird. Jeden Fehler von mir (vor allem natürlich in der Arbeit) sehe ich wie unter einer Lupe extrem vergrößert. Das macht schlechte Laune. Nigends kann ich derzeit auftanken. Nirgends kann mich soweit ablenken, dass ich meine Bedürftigkeit, meine Einsamkeit nicht mehr so spüre. Ja ich weiß, dass es derzeit sehr vielen so geht, hilft mir aber auch nicht weiter.
  • Weihnachten gerettet: also damit habe ich echt nicht gerechnet, ich hatte bei der Gemeinde angefragt ob am 14. und am 24. Dezember die Isarcard für den MVV (wird gratis verliehen) frei ist. JA ist sie, da ja dann Feiertage sind, habe ich sie von Mittwoch bis Montag und kann sooft damit fahren wie ich will. Jederzeit und im gesamten Netz. Das erleichtert mich sehr, dass ich jederzeit mal weg kann.
  • Nochmal Weihnachten: Aus meinem allerersten Lieblingsfilm BANDITS, gibts den Spruch: Der Tod dauert das ganze Leben und hört vermutlich auf, wenn er eintritt. Jetzt kommt der große Sprung zu Weihnachten: Für mich is Weihnachten der ganze Dezember. Wenn ich Lust auf Gulasch habe, dann gibts das jetzt und nicht erst am 24./25/irgendwann. JETZT stopfe ich mich mit Lebkuchen und Stollen voll. Ja ich hab auch schon die ersten Geschenke ausgepackt. Sie kamen schon früher an und ich hatte so einen miesen Tag dass ich mir dachte: es macht mir JETZT Freude da reinzuschauen und nicht erst in 3 Wochen. Weihnachten ist für mich vorbei, wenn es da ist. Also am 24. Dezember um 24 Uhr is es vorbei. Da ich da in der Regel eh schlafe: Am Morgen des 25. steht mir Weihnachten bis Oberkante und am 27. wird alles abgeschmückt und weggeräumt und es gibt endlich wieder mehr Obst 🙂
  • gefreut: ich mag keine Volksfeste, aber wenn eines in der Nähe ist, oder ich an einem vorbei komme, gibts: Schokofrucht! So lecker. Heuer gabs da ja nix. Bis jetzt. Vorm großen Einkaufsmarkt hat sich ein Stand breit gemacht. Mit gebrannten Mandeln und Schokofrüchte. Welch Glück so eine schokoladenüberzogenen Banane doch bereiten kann 🙂
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Wenn Du ein Schiff bauen willst, dann rufe nicht die Menschen zusammen, um Holz zu sammeln, Aufgaben zu verteilen und die Arbeit einzuteilen, sondern lehre sie die Sehnsucht nach dem großen, weiten Meer. Antoine de Saint-Exupéry

Eine Art Tagebuch

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