Wochenrückblick 6. Februar 2021

ACTION! Es geht los! Das Wochenende steht unter: packen, auf-und wegräumen. Ich kann meine Anspannung produktiv einsetzen und das fühlt sich grad gut an. Nichts ist schlimmer als in Panik zu erstarren. Da dreht das Adrenalin total hoch und gleichzeit steht man auf der Bremse. Da wir auch gerade milde Temperaturen haben, drehte ich gleich frühmorgends die erste kleine Radlrunde in diesem Jahr. Juhuuu wie habe ich das vermisst! Ich hoffe sehr, dass nächste Woche die letzte Frostzeit für diesen Winter ist.

hochsensibel: Es ist ja manchmal schon ein Fluch, wenn man so fein fühlt. Wenn man schon von weitem erkennt wie sich der Mensch gerade fühlt oder einfach seine Gefühle fühlt. Das ist oft sehr anstrengend. Blöd ist auch, wenn man annimmt, dass das ALLE so fühlen/sehen. Und dann bitter enttäuscht wird, weil man für seine Verhältnisse doch schon klar und deutlich gezeigt hat, dass es einem derzeit nicht gut geht und der ander ist da einfach blind dafür. Dann sagt man es klipp und klar und deutlich und es wird immer noch nicht wahrgenommen, erst als ich laut wurde und auf den Tisch (sinnbildlich) haute kam es beim anderen an!

Fazit: Schließe nicht von dir auf andere. Was ich so schnell an anderen sehe, ihre Gefühle ihre Gemüstlage usw. muss man anderen 3x sagen. Moah….

– überhaupt Menschen: ich bin derzeit so gereizt, weil mich so wenige verstehen oder ganz einfach dumm sind und die nix kapieren. Wenn M. sagt: „ach und der Rest packst du einfach nach oben (offene Galerie) oder?“ Könnt ich sie schütteln und fragen: hast du mal nachgedacht? Da oben wirds doch genauso staubig, da kann ich es auch gleich unten lassen. Oder wenn ich zur anderen M. sage: ich würd schon gern komplett umziehen, weil ich seit 14 Jahren in dieser Bude hocke und sie einfach nicht mehr sehen kann und es kommt ein: aber die Wohnung ist doch so schön! Könnt ich ihr eine runterhauen und fragen: hast du mir grad zugehört? Nein ich braves Schaf erklär dann zum wiederholten Male, WARUM ich gerne mal wieder ein anderes/neues Umfeld hätte!

Ja hab ich ja jetzt die nächsten Wochen, aber dann gehts ja wieder zurück.

– Und nun das Wetter, äh nein zur Astrologie. Ich hab damit nicht soviel am Hut, aber ich las letztens, dass derzeit der Merkur rückläufig ist und es dadurch zu vielen Mißverständnissen in der Kommunikation kommen kann. Ach neee….das und mein hoher Streßpegel lässt es grad echt überall krachen. Also werd ich mal eher die Füße still halten und mich etwas zurückziehen. Nicht dass wegen so nem Blödsinn noch Freundschaften zerbrechen….

Und noch was zu Astro: Am 11.Februar ist NEUmond. Ich finde das für meine derzeitige Lebenslage passend, da ich ja am 8. in die Übergangswohnung ziehe.

entdeckt: die römische Göttin Februata, die für die Kraft der Frauen und Sinnlichkeit steht. Der Februar gilt als Weibermonat, weil Frauen da besondere Kräft haben. Ein Rest dieser alten Tradition ist noch im Weiberfasching erkennbar. Also Göttin Februata steh mir bei, in diesem für mich ganz besonderen Monat!

gelesen: https://www.deutschlandfunk.de/schulschliessungen-kontaktbeschraenkungen-co-neurobiologe.1939.de.html?drn:news_id=1219660 Ich habe schon oft dem Herrn Hüther gelauscht. Ich mag seine ruhige Art, wie er komplizierte Sachen, allgemeinverständlich erklärt. Und ich mag sein Fachgebiet: Neurobiologie. Megaspannend. Jetzt las ich einen Artikel von ihm, der mich sehr traf und den ich schnell wegklickte. Wei es zu weh tat. Zu lesen, was es mit einem Kind macht, dass seine ureigenste Bedürfnisse unterdrücken muss. Wie sich sein Gehirn verändert!

In meiner Kindheit gab es keine Pandemie. Es gab aber Sucht, Gewalt und Vernachlässigung. Auch ich musste soviele Bedürnisse wegpacken, um wenigstens irgendwie zu überleben (wenn auch nur körperlich). Hüther nennt das: Bedürfnisse einkapseln. Das Wort gefällt mir, es ist so passend: Es ist noch da, aber man sieht und spürt es nicht mehr. Eine dicke Wand ist dazwischen. Irgendwann ging es weiter, auch meine Gefühle habe ich eingekapselt, weil auch sie nicht sein durften. Ich wurde brav und still und tat was man von mir wollte und forderte…

Jetzt mache ich mich wieder auf die Suche nach ihnen: ah da ist ein Boppel, ein Bedürfnis, ich knibbel mal sachte an der Schale, mal sehen was da heraus kommt….

Badsanierung: Der bevorstehende Miniumzug hat auch insofern seinen Vorteil, dass ich Sachen schneller lolassen kann. Zum Beispiel nehme ich (neben den absoluten Wohlfühl-und nur-für-besondere-Tage-schöne Kleidung) auch Klamotten mit, die eigentlich schon „durch“ sind, ich sie aber noch nicht weggeben kann. So nehme ich sie jetzt mit, trage sie nochmal und spare mir auch gleich nochmal das waschen, weil ich sie dann vor Ort entsorge. Auch sonst sehe ich das Ganze als eine Art Reinigung. Ich sehnte mich ja nach meinen „Klostertage“ die ich mir gönne, wenn ich wegfahre, letztes Jahr gabs das ja coronabedingt (ich wollte das Wort echt vermeiden, ging aber nicht…)überhaupt nicht. Im neuen Miniappartment kann ich auch meinen ach so lieben Minimalismus frönen und der Reizüberflutung ade sagen. Auf jedenfall wird es eine Art fasten: Von Alkohol, vom schlechten/zuviel Essen (vor allem histamintechnisch muss ich wieder richtig aufpassen und natürlich mit Zucker!), von zuviel online (auf dem Tablet machts halt nur halb soviel Spaß), generell von der Fülle einfach. Wer weiß was daraus entsteht oder sich dauerhaft ändert…

dennoch: Angst frisst Hirn auf. Die einfachsten Entscheidungen überfordern mich, ebenso wie eine neue Adress zu finden (irgendwo was gekauftes abholen z.B.), von logisch denken oder mir was für 5 Minuten merken, will ich gar nicht reden. Hoffe, das wird bald wieder besser. Gönne mir jetzt auch n paar Tage Beruhigungsmittel,. Dafür sind die ja da. Und das ist jetzt echt ne Ausnahmesituation.

– histaminknülle: der Streß lässt auch viel Histamin ausschütten, das mek ich mal wieder sowas von: Einerseits nervös, dadurch schlecht schlafen, dadurch total schlapp und kraftlos, aber auch wieder die Atemnot, dadurch das hyperventilieren und das schnelle schwitzen. Heute kann ich das ja alles wenigstens zuordnen.

– gut getan: Montag früh gleich 2 Termine. In die Stadt fahren, Dinge erledigen und so, fühlte sich was wieder normal an…

– Witz: Ruft ein Handwerker an und meint, er käme morgen vorbei, um mir die Küche auszubauen. Äh…NÖÖÖ, ich bin doch erst Montag weg. Also ich habe jetzt schon einen riesen Respekt vor Leute die sich ein eigenes Haus bauen…boah mir reichts jetzt schon.

– gefreut: Mein Vermieter fragte mich, ob er mich in die Übergangswohnung fahren soll. Echt nett.

entdeckt: die römische Göttin Februata, die für die Kraft der Frauen und Sinnlichkeit steht. Der Februar gilt als Weibermonat, weil Frauen da besondere Kräft haben. Ein Rest dieser alten Tradition ist noch im Weiberfasching erkennbar. Also Göttin Februata steh mir bei, in diesem für mich ganz besonderen Monat!

Ein Abschied

Gerade beim Einkaufen traf ich L. Diese ganz wunderbare Frau kenne ich seit gut 10 Jahren, damals lernte wir uns in einer Angstselbsthilfe kennen. Sie überraschte mich jedesmal mit ihren Aussagen. Ich, damals voller Dauerpanik, kurz nach einem Zusammenbruch, mein halbes Leben flog mir um die Ohren, ich kannte mich nicht, ich wußte nicht was mit mir los war, ich litt aber entsetzlich. Dazu noch viel Kontakt mit der Familie, was das Ganze ja nicht besser machte, ich damals aber noch nicht wußte. Naja so halb,denn den Kontakt zu meiner Mutter hatte ich schon abgebrochen, weil ihre Sauferei am offensichtlichsten war. Die psychischen Spielchen meines Vaters kapierte ich erst später. Jedenfalls hörte mir L. immer sehr aufmerksam zu und spiegelte mich dann mit ihren eigenen Worten. Und ich staunte mit offenem Mund und Tränen in den Augen. Wiel es so gut tat, endlich verstanden und wirklich gesehen zu werden. Immer wenn ich irgendwas sagte von: „ich versteh das nicht…“ kam von ihr ein: „Doch ich schon. Schau her….“ Sie hatte von außen den besseren Blick auf meinen Sturm. Wir heulten und lachten zusammen und vom Alter könnte sie locker meine Mutter sein und auf eine Art war sie es in der Zeit auf alle Fälle. Apropo Fälle, es war bestimmt nie ein Zufall, dass wir uns doch regelmäßig seit Jahren immer wieder begegneten. Auf der Straße oder im Supermarkt. So auch heute nicht. Ihr sofortiges checken, WIE SCHLIMM es für mich ist, meine sichere Wohnung verlassen zu müssen (ich mein, wenn man mit einer Angststörung sich nur in der eigenen Wohnung sicher fühlt und diese dann einem genommen wird, wenn auch „nur“ auf Zeit, kann man sich den rest zusammenrechnen) tat mir einfach nur gut. IHR musste ich nix erklären und von ihr kam auch keine dünne Aufmunterung oder ein fades: sieh es positiv. Selbst als sie sagte: „Es ist ja eine absehbare Zeit…“, kam auch sofort ein „ich weiß schon, ich red mich da leicht!“ und wir konnten zusammen schmunzeln. Ich schau gern in ihre warmen Augen, ihren lächelnden Mund sah ich leider wegen der Maske nicht, aber ihre inzwischen schon stark ergrauten Locken sah ich und ihre knarzige, rauchige, unverwechselbare Stimme hörete ich mit Genuß. Sie sah besser aus als das letzte Mal. Auch sie hat immer wieder große Probleme, erst starb ihr Mann, dann hatte sie einen Tumor, jetzt hat der Sohn auch Krebs und sie muss öfters ihre Enkelkinder betreuen für das ihr langsam auch die Kraf fehlt.

Zurück zur Angstgruppe: Wir waren immer recht klein. Nie mehr als 10 Leute, meistens Frauen. Alle wohnen hier im Umkreis von 10km, so dass manche auch untereinander sich immer mal trafen. Ich freundete mich mit M. an und M. kannte P. schon lange und sah F. immer mal wieder in der Kirche. Und so kommt es unweigerlich dazu, dass wenn man jemanden trifft, den auch fragt ob er wisse wie es denn nun P., M. oder D. gehe. Weil wir damals auch so innig und nah miteinander waren, über einige Jahre…Mit E. verstand ich mich auch recht gut, sie war ein paar Jahre älter als ich, aber sie war schon sehr kühl und etwas abweisend. Trotzdem telefonierten wir hin und wieder auch „privat“ und wir wollten mal zusammen einen Ausflug in die Berge machen. Sie hatte auch so tolle Locken und einen guten Job, verdiente gut, lebte alleine. Sie hatte eher weniger Angst, aber immer heftige depressive Schübe, die zeitlich klar abgegrenzt waren. Sie war auch in der Klinik und die Medikamente schlugen bei ihr gut an, so dass es ihr bald besser ging. Aber die Episoden kamen immer wieder. Immer wieder stand sie auf. Radelte viel, machte ihre Job, verstand sich mit ihrer Tochter super, legte sich eine Katze zu…

Und jetzt sagt L. mir da vor dem grauen stillen Einkaufsladen, dass E. nicht mehr lebt. Letztes Jahr…und ich: „aber sie hat sich nicht selber….?“ und L. nickt nur traurig. Doch. Als ihre Tochter im Urlaub war. Ich war geschockt. Hatten all ihre Anstrengungen keinen Sinn? Ist es doch so, dass wenn du mit diesem Scheiß zu tun hast, es doch nur diesen Ausweg gibt? Leicht benommen ging ich danach noch einkaufen. Zum Glück brauchte ich nicht viel. Ich dachte an diese Frau, die diesen Schritt ging. Sofort kamen pro-suizidale Anteile hervor: Siehste, das kannst du auch, brauchst nicht ewig zu leiden und dich ständig anzustrengen, ist doch eh alles umsonst. Wenn nichts mehr geht, einen Ausweg hast du immer noch. Und ja diese Vorstellung nimmt mir erstmal viel Druck weg. Ich kann wieder aufatmen und klarer denken. Und mein bestes tun. Denn dieser Ausweg ist erstmal keine Option für mich!

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