Badsanierung: FERTIG!

Es ging jetzt doch ganz flott, Gründonnerstag war ja der Reinigungstrupp da, es hieß aber weiter: Übergabe am 12. April. Naja, aber da nun Waschbecken und Toilette drin war, konnte ich auch stundenweise in der Wohnung mal bleiben übers Oster-Wochenende und habe das ebenfalls tooootal genossen: Ein wenig geputzt um meine Anspannung loszuwerden (und auch das Gedankenkarrussel und die Langeweile) dazu auch eine Wäsche gewaschen in meiner Waschmaschine, ach war das toll, gleich ein anderer Duft aus wie aus den Gammelgemeinschaftswaschmaschinen (nettes Wort..) im Hotel.
Dienstag dann die Nachricht, morgen also Mittwoch 15 Uhr Abnahme. OH UI! Ich packte das wichtigste zusammen und düste gleich nach der Nachricht in die Wohnung. Es war klar, ich halte es nicht länger im Hotel aus! In meiner Wohnung dann etwas gewerkelt, da aber die Nächte so beschissen waren, war ich einfach nur erschöpft. Und leer. Und traurig. Es war so unfassbar anstrengend. Über 8 Wochen ständige Anspannung, Adrenalinschübe, Grenzüberschreitungen zulassen müssen usw.
Die zwei besten Freunde die mir soviel in letzter Zeit geholfen haben, freuten sich dafür umso mehr. Das war so schön zu erleben und als ich mißtrauisch blieb „erstmal die Abnahme abwarten“ meinte M.:“ Das klappt! Das klappt! Ich zünd ne Kerze für dich an!“ Was für eine berührende Geste! Eine Kerze! Tolle Idee!
Dass ich mich nach so einer Streßphase so leer und deprimiert fühle wundert mich nicht. Das hatte ich früher schon, nur konnte ich das damals nicht in Verbindung bringen. Bis ich mich viel informierte und dazu lernte, überTraumata (die ganze Anspannung kostet immens viel Kraft!) und Streßdepression. Ich weiß auch wie ich da mit mir umgehen muss: Viel Ruhe und die altbekannten Tips: Gute Ernährung, sanfte Bewegung, nichts erzwingen, (weder Gefühle „ich muss mich doch jetzt freuen!“ noch Tätigkeiten „ich muss doch noch das und jenes machen“) mich so lassen wie ich gerade eben bin und mir schönes und gutes tun!
Ansonsten muss ich mich echt erst wieder an meine Wohnung gewöhnen. Sie wieder zu meiner machen, aber auch das Gefühl verarbeiten, dass das alles wieder meines IST! Der Geruch ist leider sehr chemisch, die Fliesen, die Malerfarbe, die Verfugungen und was weiß ich. Aber das vergeht, ich hoffe, dass das Wetter besser wird und ich viel lüften kann.

Die Badsanierung war zwar eine immense Belastung, aber kein erneutes Trauma, habe ich fetgestellt. Denn ein Trauma hat ja viel mit Ohnmacht, Hilflosigkeit, Erstarrung zu tun. Klar fühlte ich das alles auch mal, ABER ich hatte meine Handlungsfähigkeit behalten und habe sehr viel gemacht, damit es mir gut geht und ich mich sicher fühle. Ich fühlte mich souverän und erwachsen. Das war ein großer Unterschied zu früher.


Nun nach 3 Tagen in meiner Wohnung fühle ich mich unendlich reich: So tolle Musikboxen habe ich, so eine riesige Wohnung (gefühlt, wenn man 2 Monate nur in einem Minizimmer hauste) mit Flur, Schlafzimmer, Wohnzimmer, riesiger Küche (vor 4 Jahren neu eingebaut, mit Geschirrspüler und Platz und überhaupt!) und jetzt einem nigelnagelneuen schönen, sauberen, tollem Bad! Sogar eine Minisauna (so eine Sack-Infrarot-Sauna) habe ich und ein Rudergerät und ein Trampolin und hier fühle ich mich sicher, weil hier kein Krawall und Schlägereien und was weiß ich, ist. Ich habe wieder alle meine Sachen zur Verfügung, alle Klamotten, einen schönen großen Balkon (ok der muss noch sauber und neu hergerichtet werden).


Die Handwerker waren super, immer pünktlich, sehr freundlich und mitfühlend, geduldig erklärend und perfekt im Zeitplan und es gab keinerlei Zwischenfälle (so unvorhergesehenes, so Mißgeschicke, so: müssen wir erst bestellen oder so…NIX, es lief wie am Schnürchen, echte Profis!).
Ich fühle mich irgendwie immer noch wie in einem Traum, in einem Alptraum, oder in einem sehr sehr schlechten Film…ist das echt passiert?
Und ich bin stolz auf mich: ich packte das! Ja mit Verzweiflung, mit hadern und zaudern, aber auch mit erstaunlich viel Humor, mit Handlungsfähigkeit und Souveränität, ich habe nicht einmal die (ehemalige) Therapeutin oder gar den Krisendienst angerufen und das hat nichts mit gnadenloser Härte gegen mich zu tun, sondern das ich mir anderswo Hilfe holte. Von Freunden. M. und J. haben mich ertragen und mir immer geholfen, wenn sie konnten, sie fühlten mit. Und das ich mich viel besser kenne und viel in den letzten Krisen gelernt habe.
Ich kann tatsächlich sagen, dass ich an diesem scheiß Wasserschaden samt Sanierung gewachsen bin. Ich habe es nicht nur irgendwie überstanden, sondern gemeistert. Ja doch, da bin ich stolz drauf.


Nächsten Montag holen wir den Rest meiner Sachen aus dem Hotelzimmer und am 16.April gebe ich auch dort Schlüssel ab. Dann ist das endlich abgeschlossen und 4 Monate heftiger Streß liegen hinter mir.

2 Kommentare zu „Badsanierung: FERTIG!“

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