Mal wieder: Familie

  • Mit meiner Tante hatte ich schon öfters so meine Schwerigkeiten. Sie kann unglaublich herzerwärmend sein und ich bin ihr auch sehr dankbar, dass sie mir was vom Erbe ihrer Eltern abgab, aber sie kann auch sehr sehr abweisend sein. Da rennt man emotional volle Kanne gegen die Wand. Nach ihrem Gutdünken ist dann eben mal das eine, mal das andere dran. Zuckerbrot und Peitsche. Dieses Verhalten kenne ich von meinen Eltern und meiner Schwester. Nur bei denen war es extremer. Weswegen ich mich auch immer mehr zurückzog und dann den Kontakt komplett abbrach weil Machtspiele, Manipulationen und emotionale Erpressung an der Tagesordnung standen, von lächerlich machen und demütigen mal ganz abgesehen. Meine Tante war in dieser jetzigen schwierigen Zeit nicht für mich da. Nicht ein Hauch an Mitgefühl oder Empathie. Stattdessen flappsiges: „du schaffst das schon“ und „alles wird gut“. Dafür hatte sie mir eine ellenlange Mail über ihre Eheprobleme geschrieben. Auch das machte meine Mutter gerne, mir ihre Beziehungsprobleme schildern inkl. detaillierter Sexprobleme! Ich glaube da dass nun auch meine Tante macht, hat mich so abgeschossen, denn nur so kann ich es mir erklären, warum ich so immens viel Verständnis für ihre Absage hatte (als ich sie besuchen wollte). Sofort in das lieb Kind fallen und alles verstehen und machen, damit der andere „bleibt“. Aber wo bleiben? Wenn nie eine emotionale Verbindung da war? Sie hat angst vor Corona und wollte deswegen nicht, dass ich komme. Kann ich verstehen, aber a) arbeitet sie täglich mit Menschen, dann müßte sie ja eigentlich auch zuhause bleiben und b) ist sie geimpft (eben wegen dem Job). Okay, es ist ihre Entscheidung, sie will Abstand. Das ist natürlich ihr gutes Recht. Nur werde ich ihr nicht mehr nachlaufen. Ich falle nämlich dann auch „gerne“ in alte Muster und tue alles mögliche damit der andere mich endlich mag und mir das gibt was ich brauche: Liebe und Zuwendung und ja das ist dann auch manipulativ, dessen bin ich mir inzwischen bewußt und verhalte mich anders: Ich ziehe meine Entschlüße daraus und schütze mich, in dem ich mich emotional weiter zurückziehe und ihr nicht wie geplant zu Weihnachten (wollte ich schon letztes Jahr machen) einen aufwändigen Adventskalender basteln. Das muss man sich schlicht auch verdienen. Das ist nämlich das nächste: es stört mich, dass sie mir immer ihre gebrauchten Sachen die sie nicht mehr will, schenkt (auch etwas was in meiner Familie usus war/ist, was hab ich verbrauchtes altes dreckiges! Zeug schon geschenkt bekommen, oder original die billigste Schokolade ausm Supermarkt und zwar von Leuten die wirklich nicht arm waren!).
    Ich hab ihr das schonmal höflich mitgeteilt, genauso wie dass ich nun echt keine Handtaschen mehr brauche und auch keine blauen Klamotten mag. Ignoriert sie völlig und schickt mir weiterhin die Sachen. Letztens kam: Sie hätte Bettwäsche von ihrem Mann geschenkt bekommen, sie hätte daraufhin ihren Schrank ausgemistet und fragt mich ob ich nun die alte von ihr will. Äh nein! Gebrauchte Bettwäsche? Also echt

Wochenrückblick 2. April 2021

  • Homöopathie: ich besorgte mir die Phytocortal N Tropfen weil ich das Gefühl hatte der ganze Streß geht mir im wahrsten Sinne an die Nieren, genauer an die Nebennieren (die haben mit den Streßhormonen zu tun) und die Tropfen hatten schon mal gute Wirkung. Nun hatten sie jetzt auch, aber etwas anders, als damals: Mein Kopf wurde leer, Konzentration: Fehlanzeige, aber auch nicht so unangenehm, weil ich normalerweise dauernd Zirkus im Kopf habe und ständig über allen möglichen Scheiß nachdenke-meistens besorgt. Abschalten ist ein Fremdwort für mich. Auch das extrem gute bei-mir-sein genieße ich sehr. . Meine Tage blieben weiterhin aus, auch nicht so unangenehm, aber doch ungewöhnlich und das allerneueste: Die Libido stieg enorm. Und das bei dem Streß derzeit? Immens ungewöhnlich…hmmm…dann dämmerte mir und ich googelte die Tropfen mal und siehe: die können auch den Progesteronspiegel heben, was macht zuviel Progesteron…meine Symptome. Ok ich bin jetzt doof, aber geil. Wenigstens weiß ich jetzt woher der Spruch “ Dumm fickt gut“ kommt :-))))
  • Motto, letztens den Spruch gehört: lieber gefürchtet, als verachtet. Jau dachte ich mir so, das passt grad gut zu mir. Ich durchlaufe grad echt die harte Schule des Grenzen setzens, der Selbstfürsorge, des für mich einstehens. Am laufenden Band. Mit einigen rumpel ich zusammen, bei anderen gibt es handfesten Knatsch. Ich setze Grenzen, werde „ungemütlich“, nehme nicht ständig auf die anderen Rücksicht, sondern schaue nun auch auf mich, ob das die anderen nervt oder nicht ist mir grad herzlich egal!
    Aber es ist offen, ehrlich und klärend und fühlt sich stark an. Mal auf den Tisch hauen, sich nicht dauernd in die Suppe spucken lassen sondern zeigen: hej mit mir nicht! Jeah!
    Ich war immer viel zu nett, selbst wenn andere meine Grenzen verletzt haben, immer freundlich, immer beschwichtigend. Ich habe Leute kennengelernt, die sind nach EINER Enttäuschung immer mit verbittertem Gesicht und einer schnauzigen Laune rumgelaufen. Da hab ich noch ganz anderes erlebt und bin immer noch so lieb und nett. Das muss aufhören. Dringend. Ich wollte das nicht, aber besser ist es: lieber erstmal ein wenig zu mißtrauisch, ein wenig zu schnodderig, netter kann man immer noch werden.
  • düstere Stunden: es gibt ja immer noch Stunden (auch wenn sie weniger werden) wo es mir sehr schlecht geht. Hier im Hotel, in diesem Ghetto, die fremden Männer die meine Wohnung in eine Großbaustelle verwandeln usw. da kann das schon mal unerträglich werden. Und irgendwe ploppte dann in mir so der Gedanke auf, dass mich eigentlich sehr viele Menschen denen ich zufällig begegne recht schnell fragen wie es denn so auf der „Baustelle“ ist, ob es vorwärts geht und mir viel Glück ünschen und Verständnis zeigen. Da fiel mir ein, dass da Menschen an mich denken, wahrscheinlich auch wenn wir uns nicht sehen und sie in ihrer Wohnung sind und dann so darüber nachsinnieren wie das wohl für mich ist und so und dann formte sich ein Gedanke: Viele gute Gedanken sind bei mir/begleiten mich. Und das war so tröstlich, das half dann wieder über den Tag hinweg.
  • Sonntag: war ich in Ruhe (also ohne Handwerker) in der Wohnung und staunte: das weiße da an der Wand (hatte noch kein Licht an) ist das schon die neue Gipswand? Licht an: Ne es ist schon komplett gefliest! Das hat mich natürlich megagefreut! Und es sieht toll aus! Ein mattes cremeweiß, auf dem man zwar trotzdem jedes Staubkorn sieht, aber egal, der Raum wirkt dadurch auch viel größer und ist natürlich heller. Der Boden is ein schiefergrau also mit leicht unterschiedlichen Farbtönen (dunkler-heller) passt super.
  • mehr: paar Tage später, ich war im Heimatdorf beim Doc, kommt zufällig der Hausmeister an mir vorbei und meint lapidar: „Die Reiniger sind da.“ Wie was jetzt schon? Die machen meine Wohnung sauber? Saß dann hibbelige 1,5 Std. beim Doc (bin schier geplatzt, dann fiel mir ein: Ach is ja der 1.April, der hat mich bestimmt verarscht, und wehe er hat es getan, dann aber…!!!!) um dann heimzurasen und tatsächlich, da wurde gewischt und gesaugt. Bad ist komplett drin und die Küche auch, aber da funktioniert noch nicht alles. Am liebsten hätte ich den Leuten gesagt: macht Feierabend, ich mache den Rest. Ich habe es leider nicht geschafft das zu sagen und fuhr mit einem noch schrecklicheren Gefühl zurück ins Hotel, als eh schon.
    Stattdessen: Leere, Trauer, Frustation. Wie jetzt, aber die sind doch fertig? Ja fast. Und ich muss die Abnahme und vor allem den Ersatzschlüssel abwarten, dann…ja dann kann ich mich hoffentlich freuen. Wenn nicht, dann ist es auch ok, ich fühle mich so deprimiert und ausgelaugt, lasse mich auch so, ich muss da nix „machen“. Es ist so. Es wird wieder besser, ich weiß das.
  • schwitz: was ich anfangs hier im Hotelzimmer gefrore habe, schwitze ich nun. Die Heizung läuft immer gleich warm, egal was ich einstelle, das ist jetzt bei Außentemperatur um die 20 Grad wenig hilfreich, hatte daher um halb 9 in der früh schon 25 Grad!
  • Gluten: seit Wochen schludere ich schon wieder und ernähre mich viel zu wenig glutenfrei, was zur Folge hat, dass ich wieder starke Atmenot habe (was bei der Wärme echt ungemütlich ist) und jede Treppenstufe lässt mich schnaufen. Also wieder dringend weniger essen…gar kein Gluten ist bei der derzeitgen Streßsituation utopisch, das weiß ich schon und vermeide diese Abwertungsspirale daher.
  • Schock: wenn man eh schon einen übelsten Alptraum hatte (ich war in irgendeiner Sekte gelandet wo es sehr übel zuging und ich nicht fliehen konnte usw.) dann aufschreckt und aufwacht und feststellt: beide Hände sind eiskalt und taub. Ich bekam die totale Panik und dachte mne Hände wären abgestoben und alles ist zu spät und ob ich das erst beim Hausarzt sagen soll (hatte am selben Tag Termin) oder gleich Notruf anrufen, was aber schlecht geht, weil schlechten Empfang, also muss ich immer raus aus dem Zimmer zum telefonieren und während mein Hirn noch durchdreht, schüttel ich die Hände und puuuh…nur eingeschlafen. Man ej.
  • gereizt: boah hatte mal wieder einen sozialen Koller. Jeden 2. Tag immer recht lange ein treffen mit jemanden gehabt. Obwohl es Leute sind die ich mag, aber mein Akku war einfach alle alle alle. Daher freu ich mich tierisch auf 3 Tage rumsandeln wie ich grad will und keinen Kontakt (außer vielleicht ein wenig schriftlichen, der stresst mich auch weniger) und Ostermontag bin ich dann zum Frühstück eingeladen. Ich bin froh, dass ich nun weiß wie ich ticke und was ich tun oder lassen muss, damit es mir wieder besser geht. Hoffe auch, dass viele hier im Hotel vielleicht weg sind über Ostern (dieGeschäftsleute) so dass es hier auch schön ruhig ist..
  • Knoten: ich glaub ich hab da einen Knoten in mir gelöst: ich habe ja teilweise weiterhin fast zwanghaft nach neuen Putzstellen gesucht, obwohl mir das zuviel wäre. Ein Grund fiel mir schon vor Ewigkeiten auf, dass ich das auch oft aus Langeweile (oft gemischt mit Einsamkeit) mache. Aber hier im Hotel fiel mir noch was auf: ich war es mir nicht wert, dass ich es richtig schön und sauber haben darf in meiner Wohnung. Im Job putze ich extrem gründlich, während es bei mir daheim eher so mal schnell das Gröbste wegmachen war. Hier im Hotel merke ich den Unterschied wie es sich anfühlt (guuuuut!) wenn man es auch so richtig sauber hat. Außerdem waren in meiner Wohnung vorher 2 Mieter die es mit der Sauberkeit auch nicht so ernst nahmen, und wenn der Kalk mal richtig festsitzt kriegt man den einfach kaum mehr weg. Jetzt habe ich aber: neue Fliesen und neue Duschkabine und werde diese nun hegen und pflegen. Auch den Rest natürlich. Weil ich es mir wert bin!

Badsanierung 7.Woche

Es ist so grausig in bekannten Gegenden unterwegs zu sein und trotzdem nicht nach Hause zu können. Ich besuche dieselben Bahnhöfe, Ärzte und sonstiges wie fast immer, nur dass ich anders fahren muss – warum kann ich nicht nach hause? Ich fahre in die Arbeit und danach muss ich mich an den anderen Bahnsteig als sonst stellen und mein Gehirn ist einfach nur verwirrt. Was soll das jetzt?
Ich gehe in meine Wohung, schaue mich um und frage: warum kann ich nicht bleiben? Und wenn ich wieder zum Bahnhof laufe dreht sich mir der Magen um. Es ist gruselig, wenn ich Nachbarn treffen und DIE mir sagen, was grad in meiner Wohnung gemacht wird.
Das alles fühlt sich so falsch an, aber vor allem bedrohlich.

Wieder einmal wird mein sicherer Raum einfach so in Anspruch genommen. Wieder einmal werden meine Grenzen überlatscht. Und nein wenn man schon mit früheren Traumatisierungen zu kämpfen hat, helfen keine logischen Gründe wie: ja aber die nassen Wände und der Schimmel muss doch weg.
Ich weiß das. Und doch muss ich jeden Tag all das grauen und die schlimmen Gefühle verdrängen. Wegschieben.
Ich verkapsel mich noch mehr. Ich will keinen sehen, mit keinem reden, keiner kann mir was recht machen. Meine Schutzschicht wurde wieder weggerissen, ich fühle mich wund und nackt.
Ich bin froh, dass jetzt tagelang keine Termine sind, wegen Ostern. Heute war ich auch nicht arbeiten.

Diese Sanierungsarbeiten sind mit das schlimmste was ich erlebt habe. Denn anders als früher bin ich jetzt DA. IN meinem Körper. Präsent. Nicht mehr wegdissoziiert. Ich bin mir all dessen bewußt was da abläuft. Ich bekomme all die Trigger mit. Die Alpträume. Das nur ganz flach atmen. Die Schmerzen im Kiefer vom Zähne zusammenpressen. Das gereizte gegenüber Menschen. Das keine Kraft mehr haben. Das eigentlich am liebsten ausflippen wollen und doch wieder durchhalten, aushalten, koordinieren müssen. Und auch das nicht mehr da sein wollen. Wie oft noch sowas erleben? Wieviel noch ertragen? Welchen Scheiß noch aushalten müssen?

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Überleben als Introvertierte mit dem Wrong-Planet-Syndrom

Hochsensibel und Multipassioniert

Wenn Du ein Schiff bauen willst, dann rufe nicht die Menschen zusammen, um Holz zu sammeln, Aufgaben zu verteilen und die Arbeit einzuteilen, sondern lehre sie die Sehnsucht nach dem großen, weiten Meer. Antoine de Saint-Exupéry

Eine Art Tagebuch

Amat victoria curam