Kleine Schritte…

Ein dickes Seil besteht aus vielen dünnen Fäden.
Ich bin auf der Suche nach diesen Fäden, um mich dann mit dem Seil wieder aus dem Loch zu ziehen.
Schwimmen ist ein Lebenselexier für mich. Dieses Schwerelosigkeit, aber doch kraftvoll gegen das Wasser anschwimmen, das sich treiben lassen, schwebend. Einfach dieser andere Aggregatszustand…faszinierend.
Tja dank Corona, fiel das nun im wahrsten Sinne des Wortes sehr lange ins Wasser. Nichts ging mehr.
Vor 3 Tagen reservierte ich mir ein Ticket (muss man online machen). Heute war der Termin. In der früh dachte ich mit grauen daran, dass ich an dem doch recht kühlen Morgen, bestimmt nicht halbnackt vor fremden Leuten rumlatschen will. Und ich war müde…so müde…ich überlegte während des Frühstücks, ob es wirklich ein zuviel (also eine Grenze/Überforderung) wäre oder nur der innere Schweinehund und wie es mir gehen würde, wenn ich zuhause bliebe. Da war klar: ich fahr!
An der Kasse: wenige Leute. Am Checkpoint (QR-Code herzeigen) superfreundliches Personal. Oben: Sonnenschein. Maske weg, rein ins Wasser, das gar nicht so kalt war wie ich es in Erinnerung hatte. Und dann: Glitzerndes Wasser, freie Bahn, die ersten Schwimmzüge und ein fettes Grinsen im Gesicht! JUCHU!
Halbe Stunde durchgeschwommen (für einen total untrainierten Zustand recht gut, find ich). Leider war dann der Wind dermaßen heftig und kalt, dass ich recht traurig zu den Duschen latschte. Gerne wäre ich noch auf der Wiese in der Sonne liegen geblieben. Sonne, endlich wieder! Nach einer heißen Dusche und in den Klamotten stand ich unschlüssig herum. Ich wollte noch nicht heim.
Also im Kiosk einen Kaffe geholt und mich ganz weit hinten in die Wiese, da wo kein Mensch war, doch nochmal hingesetzt und ein wenig gelesen und entspannt und einfach in der Sonne gesessen.
Es tat so gut.
Ich mach mich weiter nach den dünnen Fädchen…
einen Schritt nach dem anderen

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