Erwachsen sein

Aber würde ich in einem Land leben, in dem keine so gute finanzielle Unterstützung für mich gäbe, würde ich es halt so machen, wie die Menschen dort: Weiter rackern, rauchen, saufen, Medikamente/Drogen nehmen, um dann relativ zügig von einem Schlaganfall, Herzinfarkt oder Krebs dahin gerafft zu werden. Wenn ich mich nicht schon vorher selbst getötet hätte.
Ganz ehrlich, ich frag mich da schon, was das „gesündere“ System ist. Die Natur ist da ja eigentlich relativ radikal: Der Stärkere kommt durch. Klar gibt es auch Tiere, die alte und schwächere mitziehen, aber nicht allzulange. Ja wir sind Menschen und ach so sozial…
Da fällt mir ein, was machen denn osteuropäische Prostituierte, die hier in Deutschland arbeiten und dann, wenn sie zu alt sind wieder zurück gehen (müssen), wovon leben die dann?

Ich kann mich auch nicht mit meinem Vater verglechen, ja er schaffte den Absprung, er hatte aber auch ein anderes Leben. Er hat sich kaum um seine Mitmenschen gekümmert, sondern schon immer eher nur um sich, während es bei mir genau andersrum war. Immer gegeben, immer geschaut, dass es für die anderen passt, immer um andere gekümmert. Ist es da nicht an der Zeit, dass ich nunmal nehme?
Die zweifelnden Gedanken von gestern gingen ja noch weiter: Hält mich die TAFEL nicht auch in diesem versorgt-werden-wollen-infantilen Teil? Kann sein, aber wie gesagt, ich bekam früher nichts, weder viel Zuneigung/Zuspruch noch was materielles.
Wenigstens bin ich erwachsener als mein Vater, der hatte sein Leben lang nur Lausbubenstreiche auf Lager, wenn ihm was nicht gepasst hat oder psychische Gewalt. Waren die Nachbarn zu laut, klebte er deren Schlüsselloch zu, nervte seine Frau gravierte er auf ihre Tasse KAMEL. Als mich meine Nachbarn anfingen zu nerven, hatte ich auch erst ähnliches vor. Aber die Wahrscheinlichkeit, dass das hilft liegt bei NULL, oder wer denkt sich: oh da hat wohl jemand Luft aus unseren Reifen gelassen, weil wir gestern so laut waren, da werden wir in Zukunft natürlich leiser sein.

Und bin ich nicht einfach ein Ausgleich für all die ständig rackernden Menschen, die nur noch im Arbeits-und Konsumrad sich abstrampeln? Quasi das Ying zum Yang?  Bin ich da nicht normaler, die sagt: Ganz ehrlich, den Scheiß mach ich nicht mit? Im Sinne von Arno Gruen: Der Wahnsinn der Normalität.
Im Moment lese ich: Sag alles ab! Was in dieselbe Kerbe schlägt. Davor las ich ein philosophisches Buch: Warum erwachsen werden? Eine zufriedenstellende Antwort bekam ich auch da nicht.

Mit inneren Anteilen arbeiten funktioniert bei den sehr ängstlichen und überforderten sehr gut, aber mit den rebellischen, jugendlichen? Das is so schwer wie in der Realität. Da braucht es eine innere Motivation, Spaß an der Sache, etwas erreichen wollen, was egopuschendes, irgendwas was lockt, aber bestimmt nicht Geld!

Wie es in Zukunft mit mir weitergeht, was ich machen soll, weiß ich weiterhin nicht. Ich versuche mich da nicht zu sehr damit zu stressen

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