Abgesagt

Biopsie-Hautarzttermin für morgen abgesagt. Eigentlich ein Fortschritt in Sachen Selbstfürsorge, fühlt sich nur anders an. Nämlich schlimm, dass ich wieder ausweiche, wieder was nicht schaffe usw…Selbstabwertung deluxe.
Der Realitätscheck legts aber offen: Völlig unmöglich da morgen hinzugehen: Null Streßtoleranz, bei kleinstem Türgeräusch vom Nachbarn Verspannung, wenn rausgehen dann gleich frühmorgends am besten noch im dunkeln zum spazieren oder später eben zum Einkauf, müde, müüde, müüüde.
Auf Platz 1 meiner Ängste ist die Sozialphobie, weniger der Kontakt mit Menscher (der oft einfach nur nervig bis stressig ist) sondern eher dass ich negativ beurteilt werde oder negativ auffalle, jahrelanges Mobbing hat da echt gute Arbeit geleistet.
Platz 2 liegt dann gleich „alles medizinische“.
Allein der Gedanke, dass da geschnippelt und genäht wird, auch wenn es nur was gaaaanz kleines ist, lässt mich arg übel werden. Danach also Wunde am Kopf, beim Haare kämmen nicht den Faden rausreißen und 5 Tage kein Haare waschen usw…alles zusätzlicher Streß. Und auch wenn es „nur kurz dauert und echt harmlos ist“ bei mir geht meistens irgendwas schief und das ist keine Selbstprophezeiung, das ist eine Wahrheit, ich hab leider die fast schief gegangene Vollnarkose (für eine harmlose Blinddarm-OP) noch sehr gut in Erinnerung, die Einleitung selbiger war der Horror und ich hatte damals mit dem Leben abgeschlossen und noch so paar Beispiele gäbe es. Wenn mich sowas also schon sehr streßt wenn es mir einigermaßen gut geht, wieso soll ich mir das im derzeitigen Zustand antun? Um WEM bitte WAS zu beweisen?
Nächster Termin: 4.Januar. Mir klar gemacht, dass ich die dubiose Stelle am Kopf ja schon locker 2,5 Jahre habe, da kommts auf 6 Wochen auch nicht drauf an.
Wens noch interessiert auf Platz 3 liegen so Sachen denen man recht gut ausm Weg gehen kann: Spinnen, Höhen, betrunkene Männer, enge Räume, Fremdbestimmung ect

Freitagsgedanken

Schon seit einigen Monaten wird ja bei der Tafel eine Liste mit Namen geführt, wer da war (samt Adresse und Tel, also im Sinne der Kontaktnachverfolgung). Nun wurde diese ja um eine Spalte erweitert: erst 3G nun also 2G. Finde ich extrem unverschämt, weil bei normalen Supermärkten ect. gilt das ja auch nicht und es werden eh schon ALLE Sicherheitsvorkehrungen eingehalten und extrem penibel eingehalten, was zur Folge hat, dass  man sich z.B. am Eingang, vor der Treppe und dann vorm Einkauf jeweils die Hände desinfizieren muss. Wir sind ja auf keiner Intensivstation!
Also wie gesagt: extrem paranoid. Ich, stur wie ich sein kann, oder trotzig oder willensstark wie man das nennen will. Ging trotzdem hin. Und da die Leitung glaube ich nach dem damaligen Telefonat ein wenig Angst vor mir hat (yes, lieber gefürchtet, als verachtet!) stehe ich nun wegen einem kleinen „Mißverständnis“ als geimpft drin. So. Und ich gehe da wahrlich nicht aus Spaß hin!
Ich werde nämlich die nächsten Wochen kaum arbeiten können, da die Bewohnerin ja wieder ins Homeoffice verdonnert wurde. Und nein ich quäle mich da nicht mehr durch, es geht einfach nicht. Die Angst ist so groß, das steht in keinerlei Korrelation zum Verdienst oder sonstigem. Es schadet mir nur. Gestern war ich zwar dort, aber nur weil sie sagte, dass sie eh nochmal weg muss, also war ich knapp die Häfte der Arbeitszeit alleine. War aber trotzdem zu wenig, es war für mich Hochstress als sie eben da war und das merkte ich daran dass ich mich danach nachmittags mit Torte, 2 Bier, Pizza, Erdnüssen und noch einiges mehr, regelrecht vollstopfte um die Anspannung loszuwerden. Also werd ich ihr wie letzten Winter schreiben, dass ich nur noch kommen kann, wenn keiner da ist. Is mir (fast) egal was sie davon denkt. Ich richte mich aber auf wochenlanges FREI ein, was mir derzeit eh auch irgendwie passt. Kaum Kraft und Lust mich mit irgendwas außerhalb meiner Wohnung zu beschäftigen. Bücher, gutes Essen, Podcasts, in meinen Gedanken versinken, mehr Tagebuch schreiben, ein wenig basteln, neue Ideen reifen lassen, andere Gedankengänge verfolgen, träumen, Gefühlen nachspüren, vergangenes neu ausdenken ect. volles Introvertierten-programm halt, liegt mir derzeit eh besser.
Vom extremen nach außen gerichtet sein der letzten Wochen, mal wieder ins extreme nach innen gerichtet sein. .

– Weihnachten/Sylvester: oh nö, schon wieder diese schwierige Zeit. Einige Tage überlegt was ich machen will. Paar Ferienunterkünfte angesehen und nachgefühlt, ob sich das gut anfühlt. Nein, ich mag nicht weg, außerdem will ich grad Geld für ein größeres Projekt sparen.
Ein wenig schmücken werde ich schon. Geschenke habe ich fast alle. Und ich habe mir einen Kreativ-Adventskalender gegönnt, da freue ich mich schon sehr drauf. Und dann kam ich über einen Podcast der von dem wunderbaren Film „Sörensen hat Angst“ handelt (ein Kriminalkomissar hat eine deftige Angststörung, hervorragend gespielt von noch wunderbarerern Bjarne Mädl!!!) darauf, dass es von der Geschichte einen Roman gibt. Und den werd ich mir zu Weihnachten aufheben! Auch darauf freue ich mich schon.
Und dann bliebe noch die Möglichkeit zu arbeiten. Da ja dieses Jahr alles aufs Wochenende fällt. Aber der Chef hat sich noch nicht gemeldet, obwohl ich gesagt habe, dass ich ab 19.Nov. wieder einsatzbereit bin. Vermutlich hat er jemand neuen gefunden, er war ja schon länger auf der Suche, der regelmäßig und mehr Stunden übernimmt. Hm muss aufpassen, dass ich das nicht persönlich nehme (mein Ego! Jaul! ;)) Na mal sehen wie lange derjenige aushält 😉 Ich lass es auf mich zukommen. Derzeit ist mir meine Ruhe eh wichtiger. Das wichtigste habe ich gemacht (für die Feiertage): Einen Plan! Das war mit das erste was ich in der stationären Traumatherapie gelernt habe: Nicht hilflos und ohnmächtig der schwierigen Zeit gegenüber stehen

Lesestoff

Ich lese gern und viel. Klar gibt es immer mal längere Lesepausen, aber derzeit ist Lesestoff wieder hoch im Kurs! Ein kleiner Einblick:

– gelesen: Das Ringen um Sinn, von Joseph B.Fabry
Viktor Frankl, dem Analytiker und Psychotherapeuten der zusammen mit seiner Schwester das Konzentrationslager überlebte (die ganze restliche Familie kam darin um) widmete sein Leben der Logotherapie. Dem Suchen nach Sinn für das Leben. Und alles wa sich bisher von ihm las war mir irgendwie zu hochgestochen, zu verschwurbelt, zu unverständlich. Aber ein anderer Mann, Joseph B. Fabry (auch er überlebte das Konzentrationslager) ein Redakteur und Bekannter von Frankl beschäftigte sich ebenso mit der Suche nach dem Sinn  und gab als Dozent darüber Kurse und Seminare und schrieb dann eben dieses Buch:  Eine Einführung in die Logotherapie. Und nach den ersten 30 Seiten wußte ich: Das ist mein Buch. Leicht und gut verständlich geschrieben.
Gleich zu Anfang fand ich ein Zitat von Frank, das mir sehr gefiel:

Dass das Dasein einen Sinn hat und das es nie aufhört, einen Sinn zu haben, dass dieser Sinn jeweils einzig und einzigartig ist, indem er sich von Mesch zu Mensch und für jeden Menschen von Augenblick zu Augenblick ändert; dass der Mensch ebenfalls etwas jeweils Einmaliges und Einzigartiges ist und dass sein Leben in einer Aufeinanderfolge von Lebenssituationen besteht, deren Auftragscharakter erkannt werden muss; dass der Sinn des Lebens im Erfüllen der in der jeweiligen Situation enthaltenen Aufgabe besteht; und dass Glück, Zufriedenheit und Seelenfrieden nur Begleiterscheinungen, nicht Ziel dieser Suche nach Sinn sind.
Ich habs noch nicht ganz durch, obwohl es ein dünnes Büchlein ist, aber eben auch viel zum nachdenken anregt.

– Splitterfasernackt: eine (wahre) Geschichte von einem ungeliebten Mädchen, dass als Kind und Jugendliche mehrfach sexuell mißbraucht wird, stark magersüchtig wird und dann „freiwillig“ in die Prostitution einsteigt. Keine leichte Kost, ist klar, aber gut geschrieben, leider teilweise etwas zu langatmig und pathetisch.

– Shinead O’Connor – Erinnerungen. Als mir vor vielen Jahren immer bewußter wurde, in welch kranker Familie ich aufwuchs und all die perversen Psychospielchen erkannte, waren die früheren Lieder von Shinead O’Connor (nebst den Bösen Onkelz) ein Hilfsmittel um an meine Gefühle zu kommen und diese auszudrücken. Dieses kraftvolle wütende gepaart mit der kindlichen, zarten Zerbrechlichkeit berührt mich zutiefst. Und obwohl wir uns natürlich nicht kennen, fühlte ich mich nicht mehr so alleine mit all dem Desaster. Von daher war ich natürlich gespannt auf ihr Buch. Wahrscheinlich ZU gespannt, denn leider enttäuschte es mich. Gut, es heißt Erinnerungen, das impliziert vielleicht, dass es eben genau darum geht und nicht um ein Psychotherapie-Protokoll. Ihre Gedanken und Gefühle hätten mich halt mehr interessiert, als das was sie schrieb: Äußerlichkeiten was wann passierte…Vor allem die ersten Hälfte ist wohl aus ihrer Kindsicht geschrieben und genauso liest es sich auch: Wie ein fader Aufsatz eines 4.Klässlers. Ich wollte schon entnervt aufgeben, hatte aber Hoffnung, dass es noch besser wird. Wurde es, zumindest der Schreibstil wurde angenehmer und im 2.Teil geht es tatsächlich minimal um ihre Gefühle. Ich vermute, dass sie diese in ihrer gewalttätigen Kindheit schlicht abstellte um all die Widerlichkeiten zu überleben. Fazit: Alles in allem eher dünn und oberflächlich.

– Umso besser gefiel mir da: Mein fremdes Ich von Daphne Merklin. Das suchte ich nicht gezielt aus, sondern wurde mir dank meines „Verlaufs“ vorgeschlagen und da es nur 4-nochwas kostete bestellte ich es einfach mit. Keinerlei Erwartungen. Dafür hing ich ab dem 1.Satz wie eine Süchtige in dem Buch. Der lautet: Seit kurzem muss ich wieder über den Zauber nachdenken, der dem Selbstmord innewohnt – die Art und Weise, wie er „Basta!“ zum Leben sagt wie eine italienische Großmutter, die den angehäuften Schutt des Alltags vor die Tür kehrt und nichts als einen sauberen, unbefleckten Boden hinterlässt! Was für eine Sprachgewalt (die sich glücklicherweise durch die ganzen 364 Seiten zieht) die sich so flüssig liest, wie die Eiscreme die Speiseröhre hinunterflutscht (gut, ein nicht ganz so schöner Vergleich wie mit der Großmutter, aber egal) und was für ein Thema im ersten Satz! Die Washington Post schreibt: „Mein fremdes Ich gehört zum Kanon der Bücher, die depressive Menschen ermutigen….“ Äh zu was genau? Suizid?
Aber klar, es geht um Depression die die Autorin eben selbst seit ihrer Kindheit immer wieder durchlebt oder eher erduldet. Es geht um ihre Kindheit in einem jüdischen Haushalt, um ihre kalte Mutter, um all die Antidepressiva und Klinikaufenthalte. Eines der besten autobiografischen Bücher die ich über einen depressiven Menschen gelesen habe!

Sonstiges: Mal wieder ein kostenloses Probeabo (für 4 Wochen)der ZEIT abgestaubt und für Weihnachten vorgesorgt: Sörensen hat Angst und: Die Kunst innerlich zu leben. Dazu fürs nächste Jahr mich selbst beschenkt: Ein Abo von ZEIT Wissen. Mein Gehirn freut sich derzeit tierisch auf soviel Futter!

Wochenrückblick 19.November 2021

Ja es gibt mal wieder einen kleinen Rückblick:

-Arbeit: nach 14 Tagen frei, hatte ich heute auch wieder etwas Schwung und Lust mal wieder was zu tun. Zum Glück kann ich in diese Stelle, wenn das Wetter einigermaßen passt mit dem Radl hin. Doch tat gut. Wenn die allerdings wieder Homeoffice machen muss, würde auch das wieder wegfallen, daran will ich noch gar nicht denken.

– 2G: selbst bei der Tafel ist nun 2G, das ist so PARANOID! Wir warten alle draußen. Mit Maske und Abstand. Drinnen werden immer nur 6 Leute reingelassen (große Räume), ständig wird alles desinfiziert, es gibt sogar Glasscheiben bei der Ausgabe, ein Luftfilter steht auch mit im Raum, was soll da denn bitte passieren? Muss das noch klären.

– aggressiv: wenn ich so extrem beschnitten werde, so dermassen in die Enge gedrückt werden, soviel Druck spüre, dann kann das durchaus gefährlich werden. Bis ich austicke dauerts lange, sehr lange, aber wenn, dann deftig. Ich habe mich in so einer Situation schon einmal mit der Polizei angelegt (nicht schlau ich weiß, sie fuhr mich dann heim und ich hatte ne schöne Anzeige am Hals samt ordentlichem Bußgeld). Ich kann für nichts grantieren, dass das wieder passiert, wenn ich in der Bahn zu 3G kontrolliert werde. Da ist nix mehr mit klar denken, da ist nur noch massive Hilfslosigkeit, Ohnmacht und sehr viel Energie und entweder ich greife den anderen an, oder mich. Was das ganze auch nicht besser macht. Angriff oder Flucht oder totstellen. Flucht wäre derzeit nur auf den Mond möglich. Totstellen habe ich keine Lust, weil zuoft gemacht und gemerkt wie toll das Leben sein kann. Angriff. Oder ja Akzeptanz und „das beste draus machen“ würg.
Die 16-jährige rebellische, aufmüpfige Luna mit rasierten Haaren, frischem Tatoo und Nasenstecker steht bereit…ich muss aufpassen.

– Drink: ich liebe Energydrink, dieser prickelnde Gummibärengeschmack eisgekühlt, dazu eine salzige Butterbreze und ich bin glücklich. Und ich gönne mir das selten, weil es was besonderes bleiben soll. Derzeit brauche ich es aber täglich. Finde ich bemerkenswert, hm da ich aber immer sehr streng mit mir bin, bin ich es nun mal nicht. Ja undann trinke ich halt täglich  eine Dose.

– Entspannung: Nicht unbedingt krampfhaft nach Beschäftigung suchen, die Ruhezeit auch als Geschenk sehen. Das Jahr war heftig, erst der Wasserschaden und dann der nue Job in der Ferienwohnung. Beides hat mich viel Kraft gekostet. Ich muss nicht wieder krampfhaft nach neuem Adrenalin suchen. Ich darf mich meinem (sehr großen) ungelesenem Bücherstapel widmen, OHNE schlechtem Gewissen weil ich tue was ich mag. Es ist ok mich durch den Tag treiben zu lassen, ich muss mich nicht dafür schämen. Es ist November, die ganze Natur zieht sich zurück, das ist NORMAL! Es darf mir gutgehen. das mantraartig aufsagen, hilft, tut gut und fühlt sich trotzdem zwischendrin komisch an, weil es NIE erlaubt war. Atmen. (das steht jetzt nicht als Gegensatz zu dem aggressiven-wütenden, sondern gehört dazu, weil dieser kurzzeitige Wunsch nach Rückzug freiwillig ist und mir ja manchmal auch ein Bedürfnis ist)

– Spiritualität: ist auch wieder etwas in den Hintergrund gerückt. Es tut mir gut wieder die Tagesmeditation zu lesen. Schauen was die geistige Welt für mich jetzt parat hält. Was ich in der jetzigen Situation vielleicht lernen und üben darf. Chantlieder hören, mitsingen. Dankbarkeit üben. In der Natur im JETZT bleiben und nicht zu sehr bei den Sorgen und Ängsten. Auch mal Licht herein lassen.

– Übersäuerung: oft sehe ich das offensichtlichste nicht. Und vergesse die einfachsten Dinge immer wieder: Zum Beispiel wenn ich mich so extrem schlapp und schwer fühle und unedlich müde bin und irgendwie das Gefühl habe zuwenig Sauerstoff in mir zu haben, dann ist es meist: Übersäuerung. Zuviel Zucker, Alkohol, Kaffe, zuwenig Bewegung und gutes Wasser. Wenn ich wieder RMS-Milchsäuretropfen nehme, Natronfußbäder, Leberwickel, Salat und Obst und viel Wasser (entweder mit einem Spritzer Sole oder ayrvedisch abgekocht) in meinen Tag nehme, dazu natürlich frische Luft und meine Infrarotsauna dann geht es mir oft nach 2-3 Tagen schon viel besser. Leichter, wacher, die Benommeheit im Kopf ist weniger, die Laune besser, auch die Kreativität steigt und mehr Lösungen für Probleme fallen mir ein und ich bin wesentlich fitter, wo ich mich nicht nach 30 mins spazieren am liebsten in den Straßengraben legen möchte, um ein Nickerchen zu halten.
Am schlimmsten ist es ja immer 1 Tag vor der Periode und am frischesten fühle ich mich nach der Periode (leider nur so 1-2 Tage) auch da las ich viel, dass die Menstruation eine Säureausscheidung ist und man sich deswegen danach so gereinigt und fast wie neugeboren fühlt. Was auch beachtetden muss, wenn die Menopause beginnt und das angeblich deswegen soviele Probleme damit hätten, weil sich nun zuviele Säuren und Schlacken anlagern, wenn sie nicht abgebaut/ausgeschieden werden. Klingt für mich stimmig.

– gewundert: dass meine Cousine schon wieder anfragte, ob wir nächste Woche mal telefonieren wollen. Weil, wir sehen uns so ca. 1x im Jahr und telefonieren so 1-2x im Jahr und dazwischen wird halt das meiste per Email und WhatsApp geschrieben. Mir passt das alles wunderbar. Und nun nach 3 Wochen, fragt sie schon wieder nach einem Gespräch? Fiel mir dann auch schnell ein warum: Ihre Tochter geht ja nun in den Kiga, ihr Mann ist sowieso viel arbeiten und sie selber hat nur 3 Arbeitstage die Woche vormittags. Da bleibt viel Zeit übrig, alleine. Und Cousine Luna die ja auch viel daheim ist und kaum arbeitet muss mal wieder herhalten für Bespaßung der anderen. Irgendwie fühle ich mich schon wieder benutzt. Es geht wieder nicht um mich als Person, sondern ich bin nur Mittel zum Zweck. Ja ich reagiere da sehr empfindlich drauf, wenn man das immer für die eigene Familie war, dann reichts irgendwann. Auf telefonieren hab ich derzeit eh weder Lust noch Kraft

Weitere Einschränkungen

Diese Hetzte gegen Ungeimpftte finde ich unerträglich. Es sind nicht nur die ungeimpften die „schuld“ an der derzeitigen Lage sind, da spielt mehr rein. Unter anderem auch Bettenabbau wegen Personalmangel oder dass die Impfung nicht richtig wirkt, das Virus sich dauernd verändert oder die vielen gefälschten Impfausweise um dann ohne Maske alles tun zu dürfen. Ich bin weiterhin ungeimpft. Weil sich alles in mir gegen „diesen kleinen Pieks“ wehrt. Ich habe meine Gründe warum ich nicht mit diesem derzeitigen Zeugs geimpft werden möchte.
Wieder etwas zu tun, wogegen ich mich wehre, nur damit es den anderen in den Kram passt, no sorry das habe ich schon immer so gemacht. immer gegen mein Gefühl, gegen meine Warnung, gegen meine Bedürfnisse.
Wenn es unbedingt sein muss, dann ein Totimpfstoff. Aber der kommt anscheinend erst im Frühjahr.

Also für mich: Lockdown. Weil hier im Großraum München ist seit einigen Tagen 2G. Und nun auch noch 3G für Öffis! Mir ist mir der letzte Anker genommen worden, weil dass das einzige ist, was mich etwas aufbaut: Woanders hinfahren auf nen Kaffe oder zum spazieren. Es stärkt mein Immunsystem und hält mich einigermaßen am Boden.Das ist pure Seelenhygiene, weil ich eh zu 90% alleine in meiner Wohnung hocke!
Ich fahre nicht zu den Stoßzeiten, halte Abstand, trage Maske. Alle Türen werden bei jedem Halt geöffnet. Das ist spätestens alle 5 Minuten der Fall. Sehr viele Studien beweisen, dass die Ansteckungsgefahr im ÖPNV (mit Maske, Abstand ) sehr gering ist. Bei Fernverkehr/Flieger mag das anders aussehen, das weiß ich nicht.

Es geht mir schlecht. Ich fühle mich mal wieder völig ausgegrenzt. Bin wieder die komische, werde groß angesehen, wenn ich sage: nein, nicht geimpft. Wenn alle im Lockdown wären, wärs egal. Zwar auch schwierig, aber machbar. Das ist wie wenn du als arbeitsloser Mensch in einem Haus lebst wo 90% der Bewohner auch arbeitslos sind, dann fühlst dich da etwas verbundener, eingebundener und nicht so alleine. Wenn aber in diesem Haus alle arbeiten, plus hohem Lebensstandart den sie dir auch ständig vor Augen führen, dann fühlst du dich scheiße. Aber so richtig.
Ich habe ein sehr großes Autoritätsproblem. Mein Autonomiebedürfnis ist immens groß. Ich krieg sonst die Krise. Das hat viel mit Selbstbestimmung und Selbstermächtigung und Handlungsfähigkeit zu tun, was bei traumatisierten Menschen meistens ein großes Thema ist.
Klar kann ich mit Test fahren. Aber es ist nur 1x pro Woche gratis (gut das ginge noch, aber nur wenn ich am Wochenende nicht arbeiten muss), und dann haben wir nur 2 Teststellen, die jeweils nur wenige Stunden offen haben, in einem Ort mit 16.000 Menschen. Den Rest kann man sich denken. Spontan geht da gar nichts, ich müßte mir an die 6-7 Tage im voraus einen Termin reservieren lassen, da aber mein Gesundheitszustand sehr schwankt, weiß ich nie ob ich da fähig bin außer haus zu gehen…
Ich kann ohne 3 G fahren und habe bei jeder Haltestelle Panik dass eine Kontrolle kommt und ich mich wie einen Scherverbrecher fühle. Da meine Anspannung auch ohne dem Mist schon immer sehr hoch ist und ich ja wegfahre um zu entspannen, um im seelischen Gleichgewicht zu bleiben, um meinen Schlaf zu verbessern und meine Kondition aufrecht zu halten, wäre das kontraproduktik.
Klar kann ich wie früher wochenlang zuhause hocken. Das geht. Fragt sich nur wie. Ich habe mir mühsam erarbeitet, dass ich rausgehen kann, für ein einigermaßen normales Leben (wovon ich immer noch himmelweit entfernt bin), ich habe mir erarbeitet, dass ich trotz Angst schwimmen gehe oder eine neue Strecke wandere. Ich habe mir erarbeitet, dass ich trotz Angststörung unter Leute gehe.
Ich resigniere.
Ich verdränge.
Wir haben erst Mitte November. Wie soll ich das bis zum nächsten Frühjahr überstehen?
Von einem Tag zum anderen Tag leben. Nicht in Katastrophenstimmung geraten. Entspannen so gut es geht. Hoffen, dass das Wetter nicht zu kalt und naß wird, sodass ich meinen Aktionsradius wenigstens mit dem Fahrrad erweitern kann. Wissen, dass auch diese Zeit vorbei geht. Nochmal hoffen, dass diese Maßnahme vielleicht doch wieder gekippt wird. Mir guten Lesestoff besorgen. An all die anderen Menschen denken, denen es genauso geht…
Ein sehr passender Artikel von der Sibylle Berg (die ich sehr mag und ihre Sachen gerne lese):
https://www.spiegel.de/kultur/corona-pandemie-vierte-welle-anleitung-zum-ueberleben-ohne-mentale-schaeden-a-c7685755-0d65-43a1-bda8-4adc88cf26ee

Selbstschädigung

Einem früheren Freund eine Nachricht zu seinem Geburtstag geschickt. Wir plaudern so ein wenig, haben uns schon monatelang nicht mehr gehört. Seit er ein verheirateter Vater ist, bin ich eher uninteressant, außerdem wohnen wir weit auseinander, naja wie das halt so ist.
Er fragt wie es mir geht und ich sage flappsig unter anderem, dass ich arbeite, zusammen breche, mich erhole und weiter arbeite. Kommt von ihm die Frage, warum ich mich nicht vor dem zusammenbrechen erhole.


Jackpotfrage.

Das sind so Momente wo ich verstumme und gleichzeitig ganz viel erklären will und dabei genau weiß, egal was und wie ich es erkläre, der andere verstehts eh nicht.
Warum isst ein magersüchtiger Mensch nicht einfach?
Warum erbricht die/der Bulimiker all das leckere Essen?
Warum kann ein zwanghafter nicht einfach seine Zwänge sein lassen?
Warum hab ich soviel Angst?
Warum überfordere ich mich immer wieder?

Donnerstagsgedanken


Ich fragte die Bewohnerin, wie dass dann nächste Woche arbeitstechnisch aussieht, wenn ich Montag komme, dann Donnerstag auch? Ne kam als Antwort, das rentiert sich ja nicht, dann lassen wir Montag weg und machen gleich wieder wie gehabt Donnerstag. Oh mann das is so ne Leuchte. Sowas überleg ich mir doch vorher. Aber das kenn ich von ihr schon und wie immer frag ich mich: wie kann die einen so guten Job bei einer sehr weltbekannten Spielzeugfirma haben? Nunja, also dann nächster Termin *blätter* Mittwoch zur Tafel. Auch recht. Tagelang frei. Und kaum freut man sich auf etwas, überkam mich gestern abends monströs schlechte Laune. Hm? Keine übliche PMS-Laune. Wahrscheinlich hab ich mich mit dem radeln überfordert, weil ich mich fit fühlte (für 10 Min), ich kürzte schon radeikal die Runde, weil ich merkte: oh schnell heim.
Und heute morgen kamen dann Zweifel: ob dasso gut ist, so lange Leerlauf? Ich werds sehen, aber ich glaub eher nicht (siehe Radlrunde). Gemütlich schwimmen ist auch nicht, da ja nun überall 2G.

Heute jedenfalls flog ich nach dem Frühstück erstmal wieder ins Bett. Zu ko. Zuviel Welt.
Danach war ich doch kurz bei der Bank und dann noch einkaufen. Ich hatte so Lust auf eine deftige Schinkensemmel, Limo und DIE ZEIT. Das alles genieße ich jetzt, während die Sonne mein Wohnzimmer hell bescheint. So einen Vormittag kann ich gut genießen. Vor allem wenn ich mir vorstelle, jetzt eigentlich in der Arbeit zu sein.
Und deswegen gibts jetzt noch mein derzeitiges Lieblingslied:
https://youtu.be/32kYH6XZrIo
Ich mag diese Agnes Obel sehr, ihre wundervolle Stimme und die Kombi mit dem Streichinstrumenten und als dann noch die männliche Stimme einsetzte hats mich fast umgeheuen. Gänsehaut!

Der Arztbesuch gestern war auch irgendwie…hmmm….Ärzte sind mir eh suspekt, sie sind nach meiner Familie die, die mir am meisten schwerste Traumata zufügten. Aber die Stelle am Kopf musste ich nun endlich mal anschauen lassen. Und nur anschauen, is ja nicht so schlimm. Allerdings ein neuer Arzt schon etwas.
Kaum war ich in der Praxis, höre ich wie eine Arzthelferin eine Patientin anschnauzt, dass diese sich ja auch mal mehr bewegen und sich drum kümmern könne, und drückt ihr ein Rezept in die Hand.
Ich erstarre sofort, schalte irgendwie meinen Blick ab und denke mir nur: „ohaaaa, nett….“ Ich wappne mich innerlich.
Die Ärztin dann ist sehr nett, einfühlsam und vor allem schaut sie sich den Knubbel sehr genau an und nicht nur 3 Sek. Allerdings weiß sie auch nicht recht, was das ist. Läßt eine Pilzkultur anlegen (meint aber das sehe nicht so aus) und verschreibt mir eine Lösung, womit sich das Teil evtl. löst. Zur Arzthelferin meint sie nur: „und einen neuen Termin in 14 Tagen, bei Herrn XY ( da sie schon ausgebucht ist) mit 15mins OP-Termin.“
OP? Hab ich da was überhört? Ich frage was denn nächstes Mal gemacht werden soll. „Nur eine Biopsie, das wird lokalt etwas betäubt, ein Stück entnommen und mit einem kleinen Stich vernäht!“ ÄH aha, schonmal was von Aufklärung, Anamnese ect. gehört? Von Einwilligung will ich auch mal erinnern. Schräg.
Zuhause überlege ich was ich jetzt mache. Neue Praxis finden ist sehr schwer. Entweder haben sie füchterliche Bewertungen oder sind gleich Privatpraxen (die haben komischerweise alle sehr gute Bewertungen). Ich schicke in die Praxis eine Mail, dass ich sehr verunsichert bin ect. Ich warte mal ab was da zurückkommt und schlafe auch erstmal ne Nacht drüber. Gleich frühmorgends ruft mich die Ärztin persönlich zurück und fragt ob sie stört oder mich gar geweckt hat und es tut ihr leid dass sie mich da so überrumpelt hat und erklärt nochmal etwas genauer. Sie versichert, dass das wirklich nur was kleines ist und vielleicht reicht ja die Lösung usw…das ist mir irgendwie schon zuviel Beschwichtigung und das schale Gefühl, dass VOR einem Engriff mal Medikamente, Allergien ect. abgefragt werden müssen (weil z.B. Blutstiller müßten einige Tage vorher abgesetzt werden) bleibt irgendwie. Zumal ich eine neue Patientin bin und keinerlei Erhebungen erfasst wurden…Egal WIE klein der Eingriff ist, es ist ein Eingriff samt Lokalanästhesie und so. Auch wenn sie menschlich sehr zugewandt ist, fühle ich mich nicht sonderlich gut aufgehoben und hoffe mal, dass die Lösung wirklich reicht und da nichts rumgeschnippelt werden muss

Menschen, doofe


Das ist ein klassisches Beispiel, wo ich mir denke: fuck Menschen, ich will auf einen warmen, wunderschönen Planeten OHNE Menschen.
A. kenne ich schon einige Jahre. A. hat auch so ihre Macken wie halt jeder von uns. Leider stören mich diese Macken massiv (wahrscheinlich weil sie meinen ähneln). A. habe ich schon 2x aus meinem Telefonbuch geschmissen, weil sie mich so nervte. Bei A. muss alles und ich meine wirklich ALLES nach ihrem Willen gehen (ich weiß nicht wie ihr Mann und ihre Tochter das aushalten).Und A. ist emotional nicht so wirklich erwachsen, denn sie plant nicht. Sie macht alles impulsiv. Wenn sie aufs Klo muss, dann sofort, sie kann da keine 20 Minuten warten bis wir irgendwo sind, nein sie hüpft ins Gebüsch, hat sie Hunger braucht sie sofort was und feste Termine sind ihr ein Graus. Das ist schlecht weil ich hab mit ihrer extremen Spontanität ein Problem (habe mich aber hin und wieder drauf eingelassen, weil das Zauberwort KOMPROMISSE heißt). Das geht dann immer so: Sie ruft an: „Du ich bin grad spazieren, gehst du mit?“ Oder wenn ich anrufe: „du wollen wir heute nachmittag spazieren gehen?“ Kann sie das noch nicht sagen, NIE, sie meldet sich mittags nochmal trötet sie in mein Ohr. Und ich steh blöd da und warte auf Madame oder wie? Man kann doch einige Stunden vor planen?
Auch mit Verbindlichkeiten hat sie es nicht so, was ja zum Drama im September führte: Erst ihre ZU-dann Absage zu der tollen Open-air-party wo ich unbedingt hin wollte. Da haben wir uns gezofft, aber nach reden und klären, wär das für mich vergessen gewesen, auch wenn ich ihr Angebot: „Ich kann dir ja die Karten abkaufen und sie meiner Tochter geben!“ mehr als unverschämt fand und so schrieb ich auch pampig zurück, dass ich ihrer Tochter DEN Spaß ganz bestimmt nicht gönne! Lieber hätt ich die Karten aufgefressen.
Irgendwann war mir das ultra spontane zu doof, wl wir uns nie trafen, mal pas es bei dem einen oder anderen nicht. So das ich ihr schrieb: „So wird das nix, wie wärs wenn wir einfach mal Samstag 14 Uhr ausmachen?“ Das war anscheinens so schlimm und unerhöhrt von mir, dass sie GAR nichts mehr zurück schrieb. Um dann gestern nach Wochen mal wieder anzurufen, als ob nichts wäre: „Du ich bin grad spazieren, magst mit?“
HÄ? Find das nur ich extrem respektlos, egoistisch und einfach total beschissen?*
Jetzt schweige ich. Und werde vermutlich ein 3.Mal ihre Nummer löschen, weil sie mich NUR nervt.
* nein ich bin nicht die einzige, denn nicht umsonst hat sie mit fast jedem Zoff (alle voran Nachbarn und Vermieter, sowie Familie) und ihr Anwalt scheint ihr bester Freund zu werden…klar, der macht auch immer das was Madame befiehlt!

Und snst so?
FREI, diese Woche hatte ich nur 2 Termine und eigentlich waren auch diese 2 Termne schon zuviel, aber zum einen wollte ich mal raus und zum anderen wollte ich den Hautarzttermin wahrnehmen und mal 2 Sachen anschauen lassen.
Aber jetzt…jetzt habe ich frei. Den ganzen Mittwochnachmittag, Donnerstag (zum Glück wurde ich gebeten erst am Montag zu arbeiten! Wie passend!!!), Freitag, Samstag UND Sonntag.
Urlaub quasi. Ohne innere Stimmen und Druck was ich alles machen müßte/sollte/wollen müßte. Zudem habe ich auch den fast perfekten Grund zum rumgammeln: PMS und „Tage“ und dass Herbst ja eh Rückzugzeit ist und überhaupt

Menschen, nahe

Es war letzte Woche, als ich mit J. abends essen ging und auf dem Heimweg erzählte ich ihm, dass ich letztens alte Tagebücher von mir gelesen hatte (ich weiß nicht mehr wie wir darauf kamen) und zwar die von 2009 und 2012 und dass das mit meine schlimmsten Jahre waren und dass es mich nicht mehr wundert, dass ich da zusammenklappte und dass dann der Kontaktabbruch zur Familie kam und Rentenbewilligung undso.
Wenige hundert Meter später waren wir beim Thema „meine Familie“ und ich ließ so ein paar relativ harmlos Beispiele fallen, wie meine Eltern so tickten. Wir warteten zusammen auf die Bahn, es war dunkel und keiner von uns besoffen, noch nicht mal angeschickert.
Und auf einmal sagt J. Dinge wie, dass er niemanden kennt der so selbstständig ist wie ich und so schlau und kreativ und noch ganz viele Lobe (nennt man das so?).
Und es war weder anmachend, noch irgendwie schwülstig, sondern ganz spontan und offen aus reinstem Herzen. Ich wußte gar nicht wo ich hinschauen sollte und wie reagieren. Ich sah weg, meine Augen wurden feucht und es kam die Bahn. Wir drückten uns ganz fest aneinander, er hatte auch feuchte Augen und stieg in die Bahn, ich machte mich die wenigen Meter zu Fuß auf dem Heimweg, auf dem ich kurz heulte.
Weil es mich so berührte, weil mir schon lange, sehr lange nicht mehr jemand so ehrlich sowas nettes sagte. Weil ich mich von ihm so gesehen fühlte. So erkannt. Es war Nähe zwischen uns und davor habe ich Angst.


Irgendwann gehen ja doch alle Freundschaften kaputt, irgendwann muss man sich doch wieder trennen, irgendwann tut der andere mir doch wieder weh. Also ließ ich das ganze gar nicht so nah an mich heran. Was mich irgendwie erschreckte. Aber es ist sicherer. Der letzte Mann mit dem ich freundschaftlich verbunden war, fragte dann doch eines Abends, als ich bei ihm übernachtete, ob er ihn nicht doch mal kurz, nur ganz kurz reinstecken dürfe.
Menschen sind scheiße und Nähe ist gefährlich.
Aber J. trieb das weiter um und wir schrieben paar Mails. Er war erschüttert zu hören was ich erleben musste und wie kann so eine junge Psyche stark und groß werden, wenn sie nie Unterstützung und Geborgenheit bekam? Und weitere Zeilen dieser Art. Sehr schön und treffend beschrieben, nur…auch das höre ich nicht zum ersten Mal von Leuten die relativ behütet aufwuchsen und nie größere Krisen zu bewältigen hatten. Aber was hilft mir das? Nix.
Und außerdem grübelte ich weiter…das waren ja Lappalien die ich ihm erzählte, das war ja noch nicht mal die Spitze des Eisberges, das waren grad mal die Schneeflöckchen auf der Spitze des Eisberges! Würde ich ihm von den wirklich fiesen Sachen erzählen, würde er wahrscheinlich nen Herzinfarkt bekommen.


Ich bin ganz schön kaputt. Und inzwischen auch noch so kalt wie der Eisberg. Gefühlskalt. DAS erschreckt mich wirklich. Denn normalerweise gebe ich mich mit Haut und Haaren demjenigen hin, der mir so nahe kommt, der mich erkennt und sieht und wahrhaft mitfühlt. (und hoffentlich endlich endlich das einsame, verlassene Kind inmir rettet).
Aber ich bin vorsichtiger geworden. Kein Mensch kann dich retten. Ich bleibe also emotional etwas auf Abstand. Immerhin ich habe endlich dazu gelernt. Blöd ist nur, dass der jetzige Abstand genauso weh tut, wie der wenn man sich hingibt und dann fallen gelassen wird. Nur das ich es jetzt selbst entscheide.
Scheiße ist beides. Und die Isolation tut verdammt weh. Aber, sicher ist es…

Der Blues, die Angst und Akzeptanz

– Winterstimmung: da muss ich wieder aufpassen, nicht zu sehr abzurutschen. Vor allem in der dunklen Jahreszeit nicht zuviel zu schlafen. Weil oft bin ich dann müde von zuviel Schlaf, meine aber ich habe zu wenig und schlafe noch mehr. Das macht einfach träge.


Das die Winterzeit eine ruhigere ist, ist okay. Ich mache nicht zuviele Termine, lasse mich gern mal durch den Tag treiben (was ich sehr genieße, wenn ich es mal kann, weil normalerweise schimpft und stänkert ein großer innerer Antreiber dass ich noch jenes und dieses machen müßte.)
Die goldene Mitte halten. Meine Liste um nicht völlig abzusacken: Möglichst 2-3x die Woche mind. 1 Stunde spazieren gehen (oder je nach Wetter radeln), vormittags einen Koffeinkaffe trinken, auch mal Kreislauftabletten und Elontril nehmen (ein aktivierendes AD dass bei mir aber schon am 2. Tag wirkt, sehr praktisch mit kaum Nebenwirkungen, außer wenn ich es zu lange nehme, eben Hibbeligkeit, Schlaflosigkeit), nicht zu lange zu warm heizen (auch verführerisch sich von der Wärme einlullen zu lassen), viel lüften mach ich eh, denn auch zuviel verbrauchte Luft macht schläfrig, öfters nach dem warm duschen kühler bis kalt abbrausen, nicht zu warm anziehen, was auch bedeutet dass ich meine „heißgeliebte“ Daunendecke endlich entsorgte. Als Kind liebte ich diese riesige bauschige Decke, aber da wohnten wir auch in einem uralten Haus, das so schlecht isoliert war, dass schonmal Eisblumen innen am Fenster entstanden. Aber heute in der gut geheizten Bude? Ne, zumal man das Ding nicht waschen kann, was ich nach paar Jahren schon eklig finde. Habe nun eine gute Lösung gefunden mit einer wärmeren Sommerdecke (die auch etwas bauschig ist) und einem wärmeren Schlafanzug.

– Ängste: Es ist eher suboptimal wenn ich früh morgends spazieren gehe und mir nur blöde Sachen passieren. Nach 100m kommt ne Ampel, ich warte, links neben mir hält ein sehr großer LKW, als es grün wird gehe ich los und der LKW-Fahrer fährt ruckweise Zentimeter für Zentimeter in meine Richtung. Sehr lustig. Nicht. Arschloch!
Das zweite Arschloch lässt nicht lange auf sich warten, in einer kleinen Anliegerstraße läuft ein Mann auf mich zu. Direkt. Keine Sportklamotten an, wo will der hin? Er macht auch keine Anstalten auszuweichen, also muss ich einen halben Schritt zur Seite ausweichen, weil er mich sonst voll gerammt hätte, als er keine 10 Zentimeter neben mir vorbei galoppiert wünscht er mir auch noch einen guten Morgen. Ich geb dir gleich guten Morgen! Ich grüße nicht.


Ach was freue ich mich gleich aufs Feld zu kommen. Weite Sicht, leichte Nebelschwaden, Sonnenaufgang, Ruhe, Entspannung, keine Häuser, keine Menschen, dafür ein Hund. Ein sehr großer (vermute ein Kangal-Mischling) der da am Feldrand liegt. Weit und breit kein Mensch. So große fremde Hunde ohne Mensch machen selbst mir Hundeliebhaberin schon Angst. Ich gucke ihn nicht an, verspanne total, zwinge mich aber einmal tief durchzuatmen, überlege kurz anders zu gehen, aber da gibts kaum Ausweichmöglichkeiten, außer ich gehe denselben Weg wieder zurück-was ich nicht will. So stampfe ich mutig an diesem riesen Tier vorbei, er bleibt total cool liegen und schaut mir nur kurz nach als wolle er sagen: was hast du?
Jetzt aber, endlich: Freies Feld, keine Menschen, kein Streß mehr, einfach laufen…
Als ich wieder zuhause bin, schwöre ich mir, dass ich heute mein geliebtes Zuhause nicht mehr verlassen werde. Zu anstrengend, zu gefährlich, zu doof die Welt da draußen. Ich mach mir einen Kaffe und mampfe Lebkuchen.

– Akzeptanz: Wie sehr ich immer wieder im Krieg bin. Im Krieg mit mir selbst. Dass ich anders sein müsse, mein Leben allgemein und überhaupt vieles andere in dieser Welt auch. Das ist aber eher so ein diffuses drückendes Gefühl: Es muss anders sein! DU musst anders sein, du bist nicht richtig! Das ist Verkrampfung, das ist anstrengend. Wenn ich sage: Ich akzeptiere, kommt ein körperliches aufrichten, ein tiefes durchschnaufen und eine angenehme Gelassenheit.
Dann kann ich immer noch ändern, was ich ändern kann und den Rest muss/kann/darf ich loslassen.

Schönen Montag Euch allen!

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