Wochenrückblick 25.Juni 2022

– einfach. nicht. mehr. treffen.: ich brauch ja echt lange bis ich mich von Menschen die mir etwas nahe waren wieder trenne. Aber jetz is echt Schluß. Mit der Bekannten von der Tafel. Haben uns in den letzten 2 Jahren immer mal wieder zum spazieren verabredet, aber sie nervt nur. Am Anfang ist es noch ganz nett, normale Unterhaltung und dann kippt es und sie ist nur am mecken. Mit so Druck dahinter da kommt sie mir körperlich ganz nah, starrt mich an und schreit mich auch gern an was sie so denkt und nicht will oder will…extrem unangenehm. Wegschauen und still sein,macht das ganze noch schlimmer, als ob sie einen in ihren Bann ziehen will, zustimmen ist auch nicht besser, analysieren genauso wenig. Es ist egal wie man reagiert, es geht ihr auch nicht mehr ums Gegenüber, es geht ihr nur darum ihren Scheiß bei mir abzuladen . Vielleicht sollt ich mal  fragen: „soll ich dich in Arm nehmen?“ Und da gehts wohlgemerkt um Kleinigkeiten: was ihre Arbitskollegin gemacht hat oder ihr Nachbar. Solche Gespräche laugen mich zutiefst aus. Als sie dann auch noch ihr Fahrrad ungefagt gegen meins lehnte (bin ich da so empfindlich oder finden das andere auch als grenzüberschreitend bzw. frech?) war echt der Ofen aus. Bei der Tafel quatschen okay, außerhalb Treffen: nie mehr! Und wenn ich mich noch so einsam fühle!

– am Grab: Letztes Jahr erfuhr ich, dass E. gestorben ist. Durch Suizid. Das hat mich sehr mitgenommen und so ganz kann ich das immer noch nicht glauben. E. lernte ich in der Angst-Selbsthilfegruppe kennen, sie war mehr depressiv als ängstlich. 10 Jahre älter als ich, beruflich erfolgreich, eine erwachsene Tochter. Sie war klug und hübsch, nur immer etwas unnahbar. Wir verstanden uns gut, telefonierten immer mal wieder. Regelmäßig litt sie unter diesen krassen Depressionsphasen. Ging immer wieder in die Klinik. Immer wieder Tabletten die ihr auch kurzfristig halfen. Immer wieder Abstürze. Dann ging es ihr wieder besser, fuhr in Urlaub, unternahm Ausflüge. Sie hat soviel gekämpft. Und dann ging ihr die Kraft aus. Ich suchte ihr Grab auf. Engel. Eine brennende Kerze. Ein Bild von ihr. In die Steinplatte ein Herz gefräst. Hier liegt sie. Sie hat es geschafft. Hoffentlich hat sie ihren Frieden gefunden.

-Leere, Öde. Schwierigkeiten den Tag zu überstehen. Vormittags ist noch einigermaßen Motivation/Antrieb da. Ich mache trotz extremer Müdigkeit etwas Sport oder erledige etwas. Um dann Mittags in einen Tiefschlaf zu fallen, der mir derzeit nachts fehlt. Nachmittags nur irgendwas rumtrödeln. Im Chat, einen Film schauen, lesen geht derzeit kaum. Um dann endlich gegen 21Uhr manchmal auch um 20 uhr ins Bett zu fallen.

– am See: Neben mir ziehen sich zwei ältere Damen wieder nach ihrem Frühsport  an. Sie unterlten sich. Über dies und das. Kinder, Enkel, Nachbarn, Feste. Die eine so: „Ja dessen Schwester starb mit 86 Jahren.“ Entgegenet die andere: Mit 86 Jahren? Das ist ja noch kein Alter!!“ Äh…was dann…etwa Kilogramm? Ich vermute die Dame, die selbst gut auf die 80 zusteuert hat einfach Angst vor Alter, Tod, Leid. Verständlich.

– blutige Sache: Männer mögen Actionfilme. Gerne auch mit Gewalt und viel Blut. Da steigt das Adrenalin, mit Feuereifer sind sie dabei, wären am lieten selbst mittendrin. Mit großen Augen verfolgen sie die Greueltaten. Später liegen sie mit ihrer Freundin im Bett. Sie bekommt ihre Tage. Hinterlässt auf dem Bettlacken einen kleinen Fleck Blut. Der Mann: Iiihhh ist das eklig!!!!! Tja 🙂

– freiradeln: mit „schnell geht derzeit nix“ Mit Leistung und Druck auch nicht. Wenn ich mir vornehme eine bestimmte Runde zu radeln tut mir das nicht gut. Ich werde unfassbar müde, knatschig, schlapp. Will nur heim, dort einen riesen Kuchen/Tortenstück essen und dann ins Bett verkriechen. Fahre ich ganz gemütlich wie mir die Nase gewachsen ist, ohne Ziel, dann gehts mir wunderbar. Für den Fall der Fälle habe ich aber immer Wasser, kleinen Snack und Geldbeutel dabei. Ich weiß ja nie wo ich lande. Aber das ist ja gerdae das schöne.

– Diskrepanz: Ich hänge derzeit so stark in Kindanteilen fest, dass ich das Gefühl habe da kaum mehr heraus zu kommen. Die Ängste, die Scham das Überforderungsgefühl sind immens. Ich komme mir so unzulänglich vor. So überhaupt nicht souverän. Das schwierige ist auch, ich entferne mich ja altersmäßig immer mehr von diesen Kindanteilen. Mit Mitte/Ende 20 ist das was anderes wie mit Anfang 40. Das verstärkt die schlimmen Gefühle „nix auf die Reihe zu kriegen“, weil ich doch eigentlich schon erwachsen bin und das „hinkriegen müsse“.

– Trauer: in der Ubahn. Ich sehe ein Pärchen, auch so Mitte/Ende 20. Sie sieht sehr traurig und müde aus. Er hält sie fest umklammert, sie blickt mit Leeren Augen, lehnt sich an, es scheint als ob sie alles schwere loslässt, sich ihm hingibt, ihm voll vertraut. Nur das Jetzt ist da. Sie setzt sich, er steht. Sie lehnt sich an seinen Bauch an, er streichelt ihr ganz zärtlich über die Haare. Hält still. Streichelt weiter. Es ist kein „weghaben wollen der Trauer“ sondern ein DASEIN. Er ist für sie da. Er schaut an welcher Haltestelle wir sind und wo sie aussteigen müssen. Er steht schützend vor ihr. Mir schossen so dermaßen die Tränen in die Augen, weil ich sowas so sehr vermisse. Die bedingungslose Fürsorge eines anderen. Einfach dasein. Fallenlassen. Getragen werden. Nicht alles alleine machen müssen

Ein Gedanke zu „Wochenrückblick 25.Juni 2022“

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