Wochenrückblick 17.Juli 2022

– Abgrenzung. In der S-Bahn. Wir hocken zu dritt in der 4-er Sitzgruppe. Ein Typ fragt ob er da noch Platz habe, jeder rückt ein wenig rum, der Typ is ein Bär und fast 2m groß. Sitzt mir gegenüber. Fängt das plaudern an. Ich sei ja auch sehr groß. Nicke gelangweilt. Der Typ hat von nonverbalen Kommunikation soviel Ahnung wie eine Maus von der Mondlandung (unterstelle ich ihr einfach mal). Ich schaue gelangweilt aus dem Fenster. Der Typ labert und labert und labert….unter anderem, dass von den Münchner Frauen so wenig zurück kommt. Ach…ACH…2 Stationen redet der ohne Punkt und Komma. Hab ich schon gesagt, dass er extrem fettige Haare, eine schmierige Jacke und eine Maske die schon halb zerfiel hatte? Er labert weiter, Sie sind ja bestimmt vergeben…und bla…früher hätt ich mitgemacht: genickt, ein aha und jaja gesagt…diesmal nicht und es ärgert mich immer noch nicht gesagt zu haben: „Wenn vom Gegenüber nix zurück kommt, dann meistens weil er seine Ruhe haben will und wissen Sie was? Ich will das auch: einfach meine Ruhe!“ Ich habs nich gesagt, weil ich örtlich zwischen zwei Menschen eingeklemmt war und nicht wußte wie der Riese drauf reagiert. Schräg war er ja schon drauf. Auf jeden Fall bekam ich zum Schluß den netten Hinweis: ach lachen Sie doch mal. Spätestens da hätt ich brüllen sollen: laß mich doch einfach in Ruhe du beschissenes Arschloch.

– mich nervt meine eigene Unzufriedenheit. Nix passt mir! War ich arbeiten, wars scheiße. Zur Tafel wollt ich aber auch nicht, weil auch nervig (eins von beiden muss ich aber machen), geh ich zum Friseur, schneite die mir das viel zu kurz, aber hej das is ja jetz im Hocsommer gar nich so verkehrt, egal es passt mir nicht Das is so ätzend. Ich werde mehrmals gelobt für meine sehr gute Arbeit, es kommt nicht bei mir an, ich fühle mich nicht gut dabei! Auch im Chat passt mir keiner, der eine is zu weichlich, der andere zu still, der nächste schreibt zu viel, der andere will ja nur Sex, irgendwas find ich schon was mir nicht paßt, darauf is Verlaß…Wer zum Henker hat meine Zufriedenheit geklaut?

– Termin: Nochmal in der Traumaambulanz angerufen. Es hieß ich solle das im Juli nochmal tun, weil grad Terminstopp ist. Der wurde nun verlängert, bis August. Boah echt schwer das auszuhalten.

– Arbeit: Meldete mich für einen Auftrag: Endreinigung. Das mach ich ja am liebsten. Ohne persönliche Gegenstände, große Flächen, kein Kleinscheiß. Als ich ankam musste ich feststellen, dass das bis vor wenigen Tagen noch eine Baustelle war. Es sah sehr wüst aus. Und ich war froh, dass ich vorab fragte, wie lange die Reinigung ca. dauert und als Antwort kam 2-3 Std. So ging ich dann auch nach 3 Stunden. Obwohl da gerade ein minimaler Erfolg sichtbar war. Die Eigentümerin half mit, was mich natürlich stresste, weil man zwischendrin doch immer wieder quatscht und schaut was macht der andere grad so. Es war zwar eine nette Frau, die einfach froh war, dass ihr jemand half und auch eher schweigsam und die meiste Zeit war sie auch zum Glück im Garten. Wie dann später heraus kam: es sollte eigentlich noch jemand kommen, aber der kam einfach nicht. Ohne Absage, ohne irgendwas. Daher: Ich werde in Zukunft NIE mehr ein schlechtes Gewissen haben, wenn ich rechtzeitig absage, weil es gesundheitlich nicht geht!!! Andere scheißen sich da ja überhaupt nix. Trotzdem war ich so kaputt und am nächsten Tag auch noch, das ich das erstmal wieder lasse. Aber immerhin ich habs probiert!

– ungutes Gefühl: was kommt da im Winter auf uns zu? Kalte Wohnungen? Irgendwie hatte ich dann den glorreichen Gedanken: Die Hitze des Sommers irgendwie konservieren…einfrieren vielleicht? *grins

– weitere komische Gedanken: das Licht in der Tiefgarage geht ja durch Bewegungsmelder an, das dauert aber immer ein bisschen. Mir dauerte es zu lange und so zog ich kurzerhand an der Schnur, die das Tor öffnet. Ahja…
Das nächste war noch schräger: mir war die Musik zu laut und weil ich grad am Heizkörper vorbeiging wollte ich den abdrehen. Im Sommer. Weil die Musik zu laut war. MUSS ICH MIR SORGEN MACHEN???

– Christopher Street Day: Ja ich hatte Bock drauf hinzugehen und JA ich ging hin und JA es hat echt Spaß gemacht: Die Sonne, der schattige Platz unter den Bäumen, all die gut gelaunten, lachenden, kreischenden, singenden, tanzenden Leute, die tollen Dragqueens, die anderen toll gestylten Menchen, den Beat mal wieder im Magen zu spüren, der Konfettiregen, die Gerüche, mitfeiern, klatschen, staunen, plaudern. Doch ich habs fast genossen. „Fast“ weil mir die Menschenmenge doch mehr ausmachte als gedacht, ich hatte am nächsten Tag Muskelkater im Oberschenkel, da war ich wohl doch sehr verkrampft. Was mir zeigt:Meine wilde Zeit ist wirklich vorbei, ich weiß nun dass so ein voller lauter Club mitten in der Nacht nichts mehr für mich ist (wenn ich nachmittags- open air schon Streß habe) und das ist ok so. Naja nur halb ok, weil ich mich in der Technoszene sehr heimisch, wohl und zugehörig fühle (was ich sonst nirgends so fühle).
Meine wilde Zeit als ich auch aufgestylt (zu solch Paraden auch immer wild angezogen) feiern ging, hab ich sehr genossen und erinnere mich gern daran, ich brauche es aber nicht mehr.

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