Wohenrückblick 23.Juli 2022

– Freude: wenn man sich zum zweiten Mal in der Woche eine Schokofrucht vom Volksfest gönnt und der junge (wahrscheinlich neue) Verkäufer nur 3,50€ statt 4,50€ verlangt 🙂

– Die Süchtigen und ich. Darüber könnte ich ein Buch schreiben. Es ist mal wieder soweit. Ich hocke in dem Loch namens Coabhängigkeit. Das ist so zermürbend. Da weiß ich schon alles darüber und tappe doch immer wieder hinein. Ich erkenne es oft immer noch zu spät. Aber ich komme schneller wieder davon raus, als früher. Immerhin.
Wir passen immer gut zusammen, der Süchtige und ich. Wie Schloß und Schlüßel. Man findet sich. Man findet sich anregend und spannend. Der eine übernimmt keine Verantwortung, der andere übernimmt sie. Der eine will sich dauernd bedienen lassen, ich bediene. Ich war vor 20 Jahren in einem örtlichen Chat. Man kannte sich untereinander, man traf sich öfters zum brunchen, zum sporteln, zum feiern. Eine bunte Mischung, vom arbeitslosen bis zum Chef, weiblich, männlich, alles. Ich glaub der Hälfte der Männer half ich: Mit seelischer Unterstützung, mit Sex, mit einem Bett zum ausruhen, als Unterhaltung für einen Abend, als Aufpasserin wenn sich einer mal wieder die Kante gab und ich seine Brille bewahrte oder ihn heim begleitete. Ich hielt Kontakt zum Anwalt, als einer der Typen im Knast saß, natürlich besuchte ich ihn auch dort und regelte seinen Scheiß.
Verantwortung? Übernehm ich gerne! Alles organisieren, schauen, machen tun? Ich kann das! Das wäre auch nicht das Problem. Das Problem ist, dass dieses geben zu einseitig ist. Es gibt ja vieles was ich nicht machen kann oder will, das könnte ja dann der andere machen. Aber da kommt dann: ach ne da bin ich zu naiv, zu schusselig, das kann ich nicht blaablaaa und weil es dann einfacher ist: mach ich es halt doch.
Dann geht es mir schlechter und schlechter. Ich verfalle in eine Depression, vegetiere vor mich hin, phantasiere Suizidpläne. Wundere mich, warum es mir so schlecht geht…hm?
Ich habe mich wieder mal selbst verloren. Die Verbindung zu meinen Bedürfnisse, Gefühlen und Wünschen. Ich fühle mich leer. Ausgesaugt. Ausgelaugt. WO ist meine Energietankstelle?
Ich fand letztens einen guten Satz über Süchtige:
„Bei Drogensüchtigen sagt man auch: Sie sind „stoned“, d.h. man könnte genausogut versuchen eine emotionale Beziehung zu einem Stein herzustellen.“
Absolut! Man ackert also für NIX. Man verhungert emotional, man fühlt sich nicht nur innerlich leer, man ist es auch. Solange bis man seinen Fokus wieder nach innen, zu sich richtet und sich und sein Leben wieder spürt und somit füllt.
Mir fehlen die Grenzen in Suchtbeziehungen. Es entsteht sofort (oder relativ schnell) eine ungesunde Symbiose. Ein ICH gibt es nicht mehr, eher nur noch ein ER  (manchmal auch eine SIE) oder WIR. Es gibt nur ein entweder ganz oder gar nicht. Verschmelzung oder gar keinen Kontakt. Vielleicht ist das auch normal, wahrscheinlich geht das in Suchtbeziehungen gar nicht anders.
Ich jedenfalls habe mal wieder die Schnauze voll davon, ertrinkende zu retten, die sich gar nicht retten lassen wollen, sondern ihr bequemes Leben weiterleben wollen, ohne Verantwortung für sich zu übernehmen.
Ich bin dann mal weg….

– lustig: Montagnachmittag bei brütender Hitze ins Kino zu gehen ist das beste was man als Sozialphobiker machen kann: Eine Bekannte und ich hatten das Kino für uns alleine 😉 haben das so genossen. Leider war der Film eher mau: Liebesdings. Naja wenigstens Elyas M’Barek mal wieder in Leinwandröße gesehen *Glotz-und-sabber

– Wohnungssuche: hatte ne Anzeige aufgegeben, in der ich eine neue Wohnung suche. Was da alles zurückkam…die meisten wollten diese Wohnung haben. Haha, die konnten wohl nicht deutsch oder was weiß ich, dann kamen die Liebesangebote: Bin der Jürgen und suche eine Frau, und nur ein mickriges Angebot kam und als ich zurückschrieb, das ich Interesse hätte, kam: nix mehr. Nunja, mal sehen was sich da noch so entwickelt.

-Melancholie fühlt sich an wie Heimweh, während man zuhause ist…

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