Wochenrückblick 3.September 2022


– 9,-Ticket: Nochmal genutzt und mit dem Zug ins Oberland gefahren. Der Zug wird 2x geteilt und ein Teil fährt dann in meine alte Heimat wo ich aufgewachsen bin. Normalerweise gibt das schon immer ein Gefühl dazu, mal ist es schwieriger, mal leichter, mal wehmütiger, mal stressiger. Und jetzt? Ich hab es gerade noch so am Rande registriert und fertig. Zumindest bei der Hinfahrt. Auf der Heimfahrt war ich dann schon gereizter und müder und da zuckte ich dann als ich im Ort das Verkehrsschild mit dem damaligen Wohnort sah schon etwas zusammen, aber nur kurz. Trauma kann man nicht rückgängig machen, ob man es heilen kann, weiß ich nicht, aber man kann es schaffen, viel Abstand reinzubringen. War eine gute Erfahrung!
Interessant war auch der Ausflug: Ich bin definitv keine Bergfex. Obwohl im Voralpenland aufgewachsen, bekomm ich extrem schnell Höhenangst und bin nicht mehr trittsicher. Da reicht ein schmaler Weg und rechts und links Steilhänge (einmal rauf einmal runter). Ich verkrampfe, bekomme starke Angst und würd am liebsten auf allen vieren weiter krabbeln. Ich lass es jetzt einfach. Unten ist es ja auch ganz schön. Da stand dann eine geschwungene Holzliege, da fläzte ich ne ganze Stunde und sah auf den großen Tegernsee, die Schiffe, die umliegenden Berge, spielende Hunde, die Sonne…undundund.
Als ich gegen 13h am Bahnhof stand um wieder in den Zug Richtung München einzusteigen, dauerte das etwas. Gefühlt tausend Leute strömten aus diesem Minizug. Die waren wohl gestapelt. Genau aus dem Grund ging mein Wecker um 4.50 Uhr, nahm den (fast leeren) Zug um 6 und war um 8 in einem fast genauso leeren Ort samt Wanderweg.
Wer allerdings schon sehr wach war: Eine Kuh. Mitten auf dem Weg. Wohl ausgebüxt. Weil überall Zäune. Ja doof, an der mußte ich vorbei. Fremde, große Tiere plus Angststörung, echt nicht nett. Aber mit Beschwichtigung: erstmal weggedreht stehenbleiben, nie direkt anschauen und dann gemütlich „locker“ an ihr vorbei gehen. Wenig erholsam, aber ging gut.

– Arbeit: Diesmal Endreinigung in einer Luxuswohnung. Fast überall Panoramafenster. Vom Boden bis zur Decke. Mit gigantischen Ausblick: zum einen auf futuristische Architektur der Nachbarhäuser (wurde alles vor 4-5 Jahren gebaut) und zum anderen in weite Ferne über die Baumwipfel des Parks drüber, rein in den Himmel. Irre! Zum Glück ließ sich nur ein Teil der Fenster öffnen, so dass ich „nur“ innen reinigen musste. War aber plus Bad, Boden und Küche, doch eine Ganztagesbeschäftigung. Aber egal. Es war ja kein Mensch weit und breit (wie erholsam, wie konnte ich nur solange in einem sozialen Beruf arbeiten? Das wär als würd ich einen Eisbär in die Sahara setzen!!), ich hatte keinen Zeitdruck, ich hatte Motivation und war einigermaßen fit. Trinkgeld, Packung Tee, echte Vanilleschoten und 4 Bücher gabs obendrein dazu. Passt!

– gammliger Mittwoch: nach 2 solch ereignisreichen und anstrengenden Tagen war klar: Der nächste Tag ist für Erholung. Ich war kaputt, reizüberflutet, müde. Das war in Ordnung, das Wetter war eh regnersich und so tingelte ich gemütlich herum: mal bissl was machen, wieder dösen, ein wenig lesen, nochmal schlafen. Das tat gut.

– introvertiert: Ich les ja gern Artikel, Blogeinträge usw. von und über Intros. Doch zwei Dinge sind mir nun schon öfter aufgefallen: Es wird gesagt, Intros seien nicht schüchtern. Also bei mir bin ich da nicht so sicher. Und selbst wenn. Schüchternheit ist doch nix schlimmes (doch in der westlichen Welt schon! Da musst du immer taff und offen und kontaktfreudig undso sein!!!). Da finde ich die Skupellosigkeit, Schroffheit und Übergriffigkeit so mancher Extros wesentlich schlimmer. Halb Japan ist schüchtern und ich glaube es ist nicht das schlimmste Land.
Dann heißt es oft: Introvertiertheit sein heißt nicht automatisch, dass man keine Menschen mag. Auch da wär ich mir bei mir nicht so sicher. Ich mag ja auch kein Sushi, künstliche Fingernägel und weiße Autos und noch so einiges. Was wäre so schlimm daran Menschen nicht zu mögen. Ich bringe ja keine um oder so. Ich halte nur den größtmöglichen Abstand zu den Spezies.

– Akzeptanz: ich akzeptiere immer mehr, dass meine Welt nicht aus Konzertbesuchen (oder anderen Massenveranstaltungen), Flugreisen, Eigenheim, Kinder und Vollzeitjob besteht (also allgemein was man unter „normalen“ Leben versteht. Sondern dass mir andere Dinge mehr Kraft geben: einen knorrigen oder zerrissen Baum bestaunen, einen Sonnenaufgang alleine hoch droben am Hügel genießen, Montagsfrüh ganz alleine im See schwimmen, Fachbücher über Soziologie geschenkt bekommen und stundenlang drin lesen, nur unterbrochen von Kaffe und Kuchen, selbstbestimmt nach neuen Aufträgen suchen kann und die Freiheit habe jenes ab anderen zuzusagen…ein stilles und nach Jahren voller Chaos und Drama, endlich ein friedliches Leben zu führen. Macht mich glücklich!

– Horoskop: Diese Wochenhoroskope aus der Zeitung les ich ja nicht mehr. Aber in der S-bahn war mir langweilig und ich scrollte die News-seiten so durch und da gabs auch ein Horoskop. Ach komm, dachte ich mir. Es passte wie Arsch auf Eimer: Das ich gut auf mich und meine Energie achtgeben solle und mir gutes tun und so und am Dienstag soll ich was neues probieren, ich würde es nicht bereuen. Wenige Minuten davor hatte ich einen Arbeitseinsatz abgesagt, weil ich merkte: ne für diese Woche ist echt genug. Und ich mag üben öfter aufzuhören BEVOR ich schon zusammengeklappt bin. Und Dienstag war ich ja einen neuen Wanderweg gelaufen 😉

– AUA: links oben Zahnweh. Oh nein, bitte nichts an der Brücke, das wird so teuer. Instinktiv massierte ich aber die Stelle immer mal wieder. Dann fiel mir ein: Habe letztens lange gestrickt. und anscheinend verkrampft da öfter mal was, was wiederum einen Nerv reizt, was sich dann wie Zahnweh anfühlt. Hatte das schon öfter, egal ob rechts oder links. Am nächsten Tag wars weg. PUUH

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