Loslassen

Seit Monaten quält mich die fehlende Zukunftsperspektive. Früher (so die letzten 10 Jahre) gabs immer irgendwas: recherchieren was mir noch helfen könnte, um fitter zu werden, mehr Sport, Schulden abbauen, mehr arbeiten und sparen für Urlaub, in Urlaub fahren trotz Angststörung, Traumatherapie, irgendwas fand ich immer. Und jetzt? alleine in Urlaub fahren langweilt mich, arbeiten geht nur phasenweise, die größten Schulden sind weg, dass ich meisten so zwischen 100 und 250 € im Minus bin, hab ich jetzt einfach akzeptiert, Umzugspläne sind irgendwie in weite Ferne gerückt, auch erneute Therapie…ich bekam den Anmeldebogen der Ambulanz, da hats mir schon wieder gereicht. Und mein Psychiater meinte, dass er da eigentlich nur die leichten Fälle hinschickt, weil da oft Therapeuten in Ausbildung eingesetzt werden. Gnaaa.
Also statt jetzt weiter ein Ziel, eine Perspektive erzwingen zu wollen und mich zu verkrampfen, übe ich mich im loslassen:
Ich weiß nicht wie mein Weg weiter geht, wo er mich hinführt, ich tue das nächstliegende was zu tun ist oder was ich tun will. Den einen großen Sinn gibt es wahrscheinlich gar nicht. Ich gehe einen Schritt nach dem anderen. Nur für heute. Und bin gespannt, was dann passiert

Einer der schlechten Tage

Heute war bei mir um halb vier die Nacht vorbei. Stand kurz auf, legte mich wieder hin, aber um 5 Uhr war klar: Zu unruhig. Der Streßlevel ist zu hoch. Herzrasen, schwitzig, Gefühl der Überforderung und gleichzeitig hundemüde. Nun denn. Mal wieder Akzeptanz üben, seufz.

Eigentlich wollte ich heute nach München in die Schmerzambulanz wegen meiner CMD (Zähne/Kiefergelenk), die vergeben vormittags Nummern, um sie dann nach und nach abzuarbeiten. Fließbandarbeit halt, aber dafür machen die den ganzen Tag nur DAS und es wird von der Kasse übernommen. Ich hatte jetzt schon zwei Praxen, die das nur privat abrechnen und auf weitere Suche hab ich jetzt nicht den Nerv. Zudem ich vorraussichtlich eh nur die Okklusionsschiene brauche. Die normale Aufbißschiene habe ich schon, aber die hilft halt nur damit man sich den Zahnschmelz nicht abreibt und nicht als Entlastung. Schade, dass da mein früherer Zahnarzt nicht damals schon drauf hinwies. Nun denn, auch hier: Akzeptanz, ich kann die Zeit auch nicht zurückdrehen.

Also den ganzen Tag heute in einer Klinik zu hocken: geht nicht!

Ich muss Kräfte sammeln weil ich morgen schon arbeiten müßte und danach noch zum Psychodoc. Sehr anstrengender Tag.

Also viel Ruhe. Mich lassen. Gemütlich zur Post spazieren, was verschicken. Schlafen. Aufräumen. Lesen. Podcast hören….sowas halt…was man als Rentnerin eben so macht.

Schweig!

Ich bin ja schon stolz darauf, dem Handwerker gesagt zu haben, dass seit er das letzte Mal da war, der Rollo so knallt und klemmt. Er meinte, ja das käme von der Scheibe (die er heute wechselte).

Später holte er mich (aus der Küche) und zeigte mir die verbogene Lamelle, die das scheppern und klemmen verursachte (ach jetz doch was anderes?). Er erklärte mir, dass das von dem Trichter, der ja nix tauge, der das in die Schiene einführt verbogen wurde und das sei schon länger so.

Ich so: „Nein das ist erst so, seit Sie sich voll gegen den Rollo gelehnt haben um ihn hochzuschieben, davor war ja nix.“

Er:“ ja vielleicht haben Sie das vorher nicht gemerkt.“

??? Echt jetzt? Ich mag von Rollos nicht viel verstehen, aber dass sein Gewaltakt da nicht gut war, dachte ich mir schon in dem Moment als er es tat. Ich kann logisch denken und sehen und kombinieren.

Aber ich komme aus einer Alkoholikerfamilie, da sagt man nicht dass die Mutter trinkt, man erwähnt den rosa Elefanten nicht, der da mitten im Wohnzimmer steht. Man schweigt und tut so als ob alles gut wäre.

Mühsam trainiere ich mir das ab. Zweifle, schaue skeptisch, schaue was mein Bauchgefühl dazu sagt.

Er beschwichtigte mich mit:“ Ich repariere Ihnen das.“

Ach nee, danke auch.

Zum Funktionstest durfte ich wieder ran. Und ich habs 2x getestet. Da zuckte der Herr Handwerker mal kurz neben mir. Und was seh ich? Er hat, genau wie sein Vorgänger, eine innere Abdeckung (die man später nicht mehr sieht) festgeKLEBT. Mit Band. Damals sagte er wortwörtlich: „Also wer als Handwerker schon mit Klebeband anfängt, kannste vergessen!“

Ich sehe das. Und schweige. Ein kurzer Satz hätte genügt: „Aber Sie haben das jetzt ja auch geklebt…warum?“

Aber ich komme ja auch aus einem Narzisstenhaushalt und da gibt es weitere Regeln: Stelle mich (also den Vater) niemals bloß! Zweifle noch nicht mal irgendwas an was ich tue oder sage! Kritisiere mich nie! (egal was für einen Scheiß ich fabriziere). Glaube nicht deinen Gefühlen (denn die hindern mich nur an meiner Machtausübung).

Ich schweige. Mein Mund ist festverschlossen. Es geht einfach nicht. Die Hürde ist zu hoch.

Kaum ist er bei der Tür draußen überfällt mich Wut. Nicht unbedingt wegen diesem Idioten. Sondern wegen mir.

Was ich auch noch lerne: Mich in solchen Situationen nicht selbst zu beschädigen (das kann vielfältige Formen haben).

Also noch ein Tag an dem ich üben darf gnädig mit mir zu sein.

Vor allem mich körperlich zu schonen. Ich bin so platt.

Blöd ist,

wenn man sich so richtig auf ein gammeliges Wochenende freut: in Bücher/Zeitung vergraben, lange schlafen, keine Termine, niemand sehen müssen, das alles bei idealem Regenwetter.

Und dann kommt alles ganz anders:

Ich bin wach und fit, brauche also keinen Schlaf mehr, außerdem hab ich überhaupt keine Lust zu lesen dafür würde ich lieber irgendwie irgendwas aktiv machen und Bock auf soziale Kontakte hab ich auch noch! (was ist denn da bitteschön los?).

Da mir irgendwie nichts rechtes einfällt was ich machen könnte und Menschen auch nicht sonderlich erreichbar sind bin ich jetzt mega gelangweilt und irgendwie minimal frustriert.

Ideen und Vorschläge gerne willkommen 🙂

Wenn eh schon alles mies ist….

Is klar, wenn eh schon alles schwierig und zäh ist, kommt gerne noch was dazu was NICHT hilfreich ist: Heute also: In der Arbeit war die Bewohnerin da. STRESS! Gut sie ist sehr nett und ging mir so gut es ging ausm Weg, aber trotzdem.

Und dann noch Tage bekommen. Bombastisch.

Wie würde meine Thera jetzt sagen: „JA das war schwierig, aber sie haben es geschafft.“

Gnaaaaa… manchmal möcht ich ihr den Hals umdrehen!

Achso und es fing auch noch das regnen an und mein Radl stand draußen, so dass meine Sattelauflage schön durchnäst war. Konnte ich zum Glück abmontieren, weil mit nassem Arsch dann auch noch einkaufen gehen wäre, nunja…hätte ich meine Gesichtsmaske hintenrum benutzen müsssen 🙂

Jetzt nur noch Dusche, dann Bett.

Mir fiel (wie auch schon des öfteren, aber wieder mal zu spät) ein: dass wenn ich so arg müde und erschöpft bin, noch mehr Ruhe und hinlegen dann manchmal kontraproduktiv ist. Also pimpe ich mich mal wieder ein wenig mit ärztlich verschriebenen Wachmachern. Halbe Tablette pro Tag reicht ja eh und das auch nur wenige Tage weil ich sonst GAR nicht mehr schlafe.

Die Mitte finden.

Mal schauen…

Einmal Lebensinhalt bitte!

Ich bin einen hohen Adrenalinpegel gewöhnt.

Ab meinem 12. Lebensjahr war Trubel angesagt. Damals Scheidung, neuer Stiefvater, mit dem zusammengezogen, neue Schule – dort Extremmobbing, neuer Ort, keine Freunde, kein Vater. Mutter Alkoholikerin, neuer Stiefvater natürlich auch, Vater kann dank fetter Angststörung seit 15 Jahren nicht mehr arbeiten und hat manipulative Techniken drauf, so dass man macht was er will. Man selbst als Person zählt nicht.

Mit 16 nach München zum damaligen Freund gezogen. Dem totalen Psychopathen. Der hatte leichtes Spiel mit mir, ich war ja schon gut vorgeschädigt.

Knapp ein Jahr später heimliche Flucht aus der Wohnung. Das war unfassbar krass. Danach Personenschutz durch einen Bekannten, der eben die richtige Ausbildung/Ausrüstung dafür hatte. Warum? Ein Psychopath lässt nicht so schnell los. Monatelanges Stalking.

Mit 18: Einzug in WG, wieder mehr Leichtigkeit, mit Partys undso. Ausbildung abgeschlossen, Führerschein gemacht. Erste richtige Beziehung samt Heiratsantrag (von ihm, ich schwieg). Läuft.

Ab 19: Erste eigene Wohnung, Alleine! Ein Traum! Keiner redet mir mehr rein, keiner bestimmt über mich. Guter Arbeitsplatz bei der Stadt München. Beziehung geht in die Brüche. Dann komme ich ins trudeln. Kein Überblick über Finanzen, Schulden, vermisse T (große Liebe), wechsle Arbeitsstelle innerhalb des Arbeitgebers. Lerne B.kKennen, total kaputter Typ, Drogen und so. Das Ende vom Lied: wir wollen uns gemeinsam das Leben nehmen. Fahren nach Italien usw. alles geht schief, ich will sofort nach Hause, dort beim Doc wird B. In die Psychatrie eingeliefert, ich fahre zu meinem Vater (auch denkbar ungünstig, aber damals war er noch mein Held).

Ab 21: Hocke das erste Mal beim Psychiater, Diagnose: ordentliche Depression. Ab da wechselte ich Wohnungen, Jobs und Männer wild durch. Ich dachte ich muss im außen endlich nur das richtige finden, damit es mir besser geht. Wirds nicht.

Supergau mit 26: Die Wohnung wird mir wegen Mietschulden geräumt. Ich mache „das Beste“ draus und tingle mit einem fast fremden Mann halb durch Europa. Er hat ein gutes Herz. Ein feiner Kerl.Tolle Zeit.

Wieder in Deutschland kratze ich noch einmal mein Programm Funktioniere! zusammen, suche mir einen Job und mit dem Verdienstnachweis finde ich auch endlich wieder eine eigene Wohnung. Möchte endlich mein Leben hinkriegen, mich gut fühlen und schuldenfrei werden. Gehe in eine psychosomatische Klinik. Arbeite ab da meine Vergangenheit auf.

Komme aus der Abspaltung heraus, lese viele Bücher über Selbstwertgefühl, Depression, Lebenshilfe allgemein.

Gehe in Selbsthilfegruppen für erwachsene Kinder von Alkoholikern, immer wieder sehr aufwühlend. Lerne dort zwei Frauen kennen, die auch stark uner Ängsten und Depressionen leiden, die eine bringt mich auf das Thema Narzissmus. Und ich erkenne, dass mein Vater nicht so heilig ist, für den ich ihn immer hielt.

In mir bricht vieles zusammen. Im außen macht das Arbeitsamt Stress. Ich bin immer wieder sehr aufgewühlt und „getriggert“, damals wußte ich aber nix von Trauma.

Ich funktioniere noch einmal, weil man ja arbeiten muss und finde eine Stelle als Fahrerin für behinderte Kinder. Leider ist die Chefin (Subunternehmerin) eine saublöde Kuh und zahlt nicht. Ich verweigere daraufhin meine Arbeit. Und werde gekündigt. Die Oberchefin ist aber sehr zufrieden mit mir und stellt mir direkt bei sich ein: Ich fahre an Schultagen 400 km täglich. Die Hälfte davon mit bis zu 5 Kids hinten drin, wovon einer regelmäßig völlig ausrastet, sich abschnallt usw. Nach einem Jahr (mit 29) erleide ich einen Nervenzusammenbruch zuhause. Kann nicht mehr schlafen und essen, hatte auf der Autobahn akustische Halluzinationen und das Gefühl ohnmächtig zu werden, wog bei 183cm Körpergröße nur noch 58kg.

Nun ging nix mehr mit funktionieren. Nach 1,5 Jahren wurde mir die EU-Rente bewilligt. Einige Zeit später kam ich in eine Trauma-Tagesklinik, da ich aufgrund der vielen Ängste kaum mehr außer Haus kam. Ich geriet an eine sehr kompetente Trauma-Therapeutin, die das erste Mal: Komplexe PTBS aussprach. Ich setzte mich damit auseinander, verstand mich mehr und mehr. Nur das Muster: funktioniere! scheint noch des öfteren durch.

Ich lese noch mehr über psychische Gewalt und narzisstischen Mißbrauch. Mir gehen ganze Kronleuchter auf. Also: Kein Täterkontakt.

Mit der Klinik im Hintergrund schaffte ich es auch endlich zu meinem Vater den Kontakt abzubrechen. Zu meiner Mutter hatte ich schon einige Jahre davor nichts mehr zu tun, ebensowenig mit meiner Schwester die eiskalte, sadistische Tendenzen hatte und mich immer wieder zurück warfen.

Mit 32 schaffte ich das rauchen aufzuhören, wieder mit dem Sport anzufangen und mich endlich um mich selbst zu kümmern.

Ruhe kehrte ein…und genau die ertrug ich nicht und machte mich auf die Suche nach einem Mann. Leider stand ich immer noch auf die mit demselben toxischen Verhalten wie meine Familie sie hatte und „durfte“ nochmal ein paar Erinnerungen daran auffrischen. Blöderweise landete ich auf einer Datingseite auf der Männer Geld boten. Und aus lauter Abenteuerlust, Einsamkeit und Langeweile traf ich mich also gegen Geld. Sexarbeit also, so sah ich das natürlich nicht, ich machte ja alles freiwillig. haha

Es ging im seltensten Fall um den klassischen Sex, sondern um „Spielereien“ drum herum. Oder eben Fetische. Mein Ego war riesig. Ich fühlte mich endlich als wer. Und ich war gefordert: Die Männer aussuchen, Mails schreiben, schauen ob das passt, Termine ausmachen, treffen, schauspielern, lügen (auch privat, wenn ich unterwegs jemand traf und der mich fragte wo ich hingehe…?), Körperpflege usw. Ich war in der altbekannten Adrenalinspirale wieder drin. Nicht fühlen – funktionieren. Natürlich ging das nicht gut. Der Ausstieg mühsam, weil die Einsamkeit und die Langeweile schon warteten.

2019 kam der Bescheid, die EU-Rente wird dauerhaft bis zur Altersrente bewilligt.

Es gibt keine Action mehr. Weder in der Wohnungssache, noch im Job, noch mit irgendwelchen Männern oder schrägen „Hobbys“. Rauchfrei, fast schuldenfrei…was kommt noch?

Ich kann Strafgefangene verstehen die mit der Freiheit nicht zurecht kommen und wieder was tun wofür sie wieder eingesperrt werden: Das kennen sie.

Ich muss diese Ruhe nun selber füllen, mit gesunden, weniger schädlichen Dingen.

Das Problem: Mein Körper braucht viel Ruhe, da merke ich einfach das ausgelaugt sein. Mein Kopf aber, der ist frisch und will was tun, was erleben, hinaus ins Leben, du bist noch jung! Und so knirscht das Getriebe…

Vor wenigen Tagen traf ich zufällig L. im Supermarkt. Sie half mir damals in der Angst-Selbsthilfegruppe sehr und ich mochte sie immer. Vor wenigen Jahren starb ihr Mann recht unerwartet an Krebs, daraufhin kümmerte sie sich viel um ihre Enkelskinder, die damals noch sehr klein waren. Sie war immer im Streß, immer was zu tun, nur ja keine Ruhe und den Schmerz fühlen….jetzt sagte sie mir, dass ihr Sohn auch Krebs hätte. Ähnlich aggressiv wie beim Vater. Schon überall Metastasen. Er ist nur wenige Jahre älter als ich. Und ganz ehrlich, beim Heim gehen dachte ich schon: Es trifft echt immer die falschen…

Ein ganz normaler Montag

Wache voll fit und klar (ich hab ja oft so eine fiese Benommenheit ala brain-fog) auf, wow wie schön, mir ist fast zu langweilig und bis zum Doctermin noch lange hin.
Die S-bahn hat auch noch Verspätung, nunja, bin ja früh genug dran.
Rein zum Psychiater, vierteljährlicher Check und Rezept holen für die „schlaf-anstoßenden“ Psychopharmaka in homöopathischen Dosen-mir reicht das. Der lacht weil ich sagte, dass im Lockdown nun alle so leben mussten wie ich und das ich das anfangs auch sehr entspannend fand.
Weiß nicht was daran so komisch ist. Vielleicht werde ich aber langsam auch einfach humorlos. Oder er hat es schon zum 100.Mal gehört, aber das wäre ein anderer Lacher gewesen. Egal, wenigstens bringe ich andere zum Lachen und nicht zum Weinen. Ist ja auch schonmal was.
Danach muss ich zur Bank. Dort wird mir das erste Mal überhaupt die Pistole das Fieberthermometer an die Stirn gehalten. Strange. Aber nunja.
Weitertrödeln und nen Coffe-to-go mitnehmen.
Weitertrödeln und beim Büchertausch-schrank halten und stöbern. „Die dritte Dimension in der Psychiatrie“ mitnehmen und „Erde, tu dich auf!-Pechschwarze Geschichten von schamroten Frauen“. Lustige Kurzgeschichten sind tolle Schlafmittel! Lese derzeit „Literaturbotox für die Frau ab 40“ immer vor dem Schlafen. Herrlich schräg, lustig und nur zu empfehlen. Danach kuschel ich mich immer kichernd und giggelnd in die Federn.
Gehe lange spazieren, ich will noch nicht heim. Für ne Kunstausstellung fehlt mir aber auch grad die Ruhe, hätte gern bissl Action.
Schaue an der nächsten Bushaltestelle wo ich hinfahren könnte. AH Hirschpark, da könnt ich weiter spazieren und Brotzeit machen. Gedacht-getan.
Dann weiter zur S-Bahn und mit der lesend wieder nach Hause.
Und nun wie jeden Montag, erstmal die Bilderparade: https://www.langweiledich.net/bilderparade-dcvi/ dort gibt es abends noch lustige Videos ala „Montagsgefühle“. Und dann noch Tatort von gestern, ist ja wieder der aus München, ich bin gespannt. Allerdings hab ich schon gehört, dass da wieder jemand tot aus der Isar gefischt wurde. Wie bei fast jedem 2. Münchner-Tatort. Da meinen ja die Nichtmünchner dass die Isar potentiell gefährlich ist! Ist sie nicht.

Arbeit

Es war das erste Mal letzte Woche, das ich in der neuen Arbeitsstelle einigermaßen entspannt arbeiten konnte.

Neue Arbeitsstelle ist gut, ich bin da seit Februar 1x die Woche, aber dank Corona war natürlich ein langer Ausfall.

Die Stelle ist so dermaßen ideal für mich, dass ich natürlich alles perfekt machen wollte (was den Streß eben massiv erhöhte) um sie nicht zu verlieren.

Nun zeigte sich aber: Obwohl ich schon was versemmelte und mich zweimal krank meldete haben die mich noch nicht rausgeschmissen.

Dazu habe ich hab nun meine Routine gefunden und mich sozusagen selbst eingelernt, ich weiß nun wo was ist und wie ich was am besten mache. Und somit macht das ganze auch wieder mehr Spaß. Ich hatte ja zeitweise die Gedanken, dass ich auch diese 3 Stunden die Woche nicht schaffe, jetzt weiß ich aber woran das lag.

Jetzt arbeite ich vermehrt im Flow und vor allem das bügeln ist für mich keine Arbeit, sondern Meditation pur und werde dafür auch noch bezahlt. Und ich kann mich in Achtsamkeit üben und beim Putzen wieder Ruhe in meinem Kopf bringen. Die achtsame Kunst des putzens…nicht zu unterschätzen 🙂

Richtig fies

Wenn ich mich schon mal aufraffe und aktiv was gegen mein immer mehr depressives versumpfen tun möchte und nichts davon klappt.
Plan war: mehr Menschenkontakt. Mit J. hat ja wegen meiner Erschöpfung ect. leider nicht geklappt. Dann die Nachbarin gefragt: krank. Dann mit A. was ausgemacht, aber das Wetter machte einen Strich durch die Rechnung.
Ich versuch das jetzt mal heiter-gelassen zu sehen: Diese Woche war einfach fürn Arsch. Möge die nächste besser werden.

Mein kleines Leben

Was hab ich früher Leute verachtet die so beschränkt lebten: immer dasselbe, ein Job, Campingurlaub, seit Schulzeiten dieselben Freunde, vielleicht ein Haus abzahlen.

Ich wollte immer das Besondere, actionreich, immer Neues, auffallen, nicht der Masse folgend. Mein Narzissmus halt.

Heute bin ich froh, wenn ich Momente habe ohne Angst und ohne Aufregung. Denn beides hatte ich viel zuviel in meinem Leben. Ich ziehe mich zurück. Ruhe in Frieden. Wieso steht das nur auf dem Grabstein? Ruhe und Frieden im lebendigen Leben zu finden, das ist die Kunst. Zumindest für mich.

Vielleicht ist es auch eine Art aufzugeben. Egal. Ich genieße viele Kleinigkeiten. Meinen Balkon, genug Geld zu haben, wenn ich mir neue Bücher kaufe, wenn ich Dinge machen, essen und trinken kann auf die ich jetzt Lust habe, wenn ich mich von einem Film berieseln lassen kann. Wenn ich gut bei mir bin. Endlich. Scheint‘s das ich das nun mit 40 immer öfter haben kann. Und ich genieße es sehr.

Von daher denke ich auch immer öfter: Hauptsache ich. Hauptsache ich hab genug. Hauptsache ich bekomme jenes. Hauptsache ich kann noch Ausflüge mit der Bahn machen. Hauptsache ich bin gesund. Ich lebe jetzt so wie es mir passt. Lesend, wandernd, gut essend, abundzu saufend. Nicht immer 100% gesund lebend.

Das lässt mich zwar jetzt nicht in einem schmeichelhaften Licht erscheinen, aber für mich ist es ein Fortschritt. Denn das ganze Leben waren die Anderen wichtiger: Was wollen die? Was brauchen die? Wie muss ich sein, damit es denen passt? Vorauseilender Gehorsam war mein 2.Name!

Letztens habe ja das Letscho eingekocht und ich dachte so darüber nach, wem ich ein Glas davon schenken könnte. Es wurden aber eh nur 2 Gläser und den Rest verputzte ich gleich. Dann stellte ich mir vor, wie es wäre wenn ich keines verschenken würde und beide Gläser selber genießen würde (weil es ist echt saulecker geworden) und das fühlte sich so innerlich jubilierend und sprudelnd und richtig an, das klar war: ich behalte alles selber!

Vielleicht bin ich auch einfach auf dem Weg eine verrückte alte Frau zu werden. Dann ist das so. Alles hat seine Geschichte, seine Hintergründe und auch seinen Sinn! Wie schnell urteilt man über andere. Kleines Beispiel: letztens noch habe ich die Leute verlacht, die auf offener Straße weit und breit kein Mensch, aber mit Maske gehen. Dann ist es mir selber passiert, schlicht aus dem Grund, dass ich sie tatsächlich vergessen hatte, weil mich anderes gedanklich mehr beschäftigte. Nach dem Einkauf bin ich eh immer verschwurbelt.

Was mir noch auffällt, dass ich mich immer weniger an veränderte Situationen anpassen kann. Ich komme sofort in Hochstress. Zum Beispiel habe ich an meiner Arbeitsstelle gesehen, dass mein alter Platz zum bügeln nun verstellt ist. Ich musste mir also einen neuen suchen, wo ich Platz und ein gutes Licht und Ablagemöglichkeit habe. Das hat mich ziemlich ausm Konzept gebracht.

Vielleicht aber hat sich meine PTBS noch ein Stück mehr verfestigt und verschlechtert, was auch immer. Was nach gut 4 Jahren in der Se+arbeit auch nicht verwunderlich wäre.

Nunja, so genieße ich halt weiterhin meine Kleinigkeiten, ein gutes Essen, ein Glas Wein, hinlegen wenn mir danach ist u.v.m. nach Jahren im gefühlten Kriegszustand mit mir und der Welt ist das jetzt vielleicht auch einfach dran. Ich fühle mich so alt und müde wie sich eben so mancher Rentner auch fühlt. Und da ist es egal, dass ich in den Augen so mancher noch jung bin. Aber eben auch Rente beziehe, wenn auch keine Altersrente, sondern eben eine Erwerbsunfähigkeitsrente.

Mit Recht, wie mir erst so nach und nach immer klarer wird. Selbst nach 8 Jahren Bezug.

Rapunzel´s Turm

(K)PTBS für Anfänger, Fortgeschrittene und Angehörige

TRAUMALEBEN

Leben mit Entwicklungstrauma / komplexer PTBS & Traumafolgestörungen

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Hanni hat Heimweh

Auf der Suche nach Ruhe und Sicherheit, aber leider nur stark im Auffinden von Chaos und Gespenstern.

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Depression

Herzensgrenze

Überleben als Introvertierte mit dem Wrong-Planet-Syndrom

Hochsensibel und Multipassioniert

Wenn Du ein Schiff bauen willst, dann rufe nicht die Menschen zusammen, um Holz zu sammeln, Aufgaben zu verteilen und die Arbeit einzuteilen, sondern lehre sie die Sehnsucht nach dem großen, weiten Meer. Antoine de Saint-Exupéry

Eine Art Tagebuch

Amat victoria curam