Meine Nerven!

Ich bin im roten Bereich. Ich brauche dringend eine Pause. Kein verhandeln/schreiben/treffen bei Kleinanzeigen. Nix neues recherchieren im Netz. Keine Termine (der nächste ist tatsächlich erst in einer Woche! JUHU). Erholen, schlafen, dösen, keine Türklingel, nicht raus „müssen“, nach Gusto was tun oder eben nicht. Für morgen krank gemeldet. Vor dem heutigen Arbeitstag fast die halbe Nacht höchste Anspannung, kaum Schlaf, und wenn ich mal weggedöst bin, dann kurz drauf schweißgebadet wieder aufgewacht. Keinen Hunger, keinen Appetit. Dafür Traurigkeit und Niedergeschlagenheit. Viel ruhige Musik, vor mich hinmalen, lesen, kein Chat, mich vergraben, alleine sein, erholen.
Hochsensibel, introvertiert und traumatisiert zu sein ist sehr oft sehr herausfordernd…

Erklären…

Das mit der psychischen Befindlichkeit anderen begreiflich zu machen, die das absolut nicht kennen, ist ja schwierig. Zum Glück bin ich schon davon abgekommen, dass es der andere verstehen muss. Weil: es macht keinen Unterschied. Klar ist es angenehmer, wenn man gesehen und verstanden wird. Aber die Leute die mir wichtig sind, die wissen um was es geht. Auch wenn sie es vielleicht nicht ganz verstehen/nachvollziehen können, haben sie zumindest Verständnis. Auch schon viel wert.


Was aber, wenn es schon gut wäre, wenn der andere es versteht, was bei Traumfolgestörungen so abgeht, aber nicht so den Plan davon hat?
Gerade bei Zahnärzten ist das meistens so. Selbst Praxen die groß mit „für Angstpatienten“ werben, meinen damit, dass es halt dann reicht,  einen beschwichtigenden Satz zu sagen und ein buntes Bild an die Decke zu hängen.
Bei mir ist es nun so: ich kann potenziell gefährliche Dinge sehr verdrängen und weiter funktionieren. Bis ein Auslösereiz kommt und ich mir dessen gefährliches Ding bewußt werde. Ich habe verdrängt, dass an der Zahnbrücke was nicht ok ist. Es glitt mal kurz in mein Bewußtsein, ich dachte aber, das kommt von der Verspannung. Jetzt war ich ja bei der Kontrolle und als die Ärztin da mit dem Luftpuster hin pustete wars vorbei mit verdrängen. Seitdem tuts dauernd weh. Klar ruf ich nach dem Feiertag dort an. Aber wie der Frau erklären, warum ich ihr das nicht damals schon sagte, dass da was ist….
Naja. Ich hoffe, dass es schnell behoben ist. Das ist eigentlich mein größeres Problem, als das was sie nun von mir denkt.

Wendepunkt


Es geht mir gut. Ich fühle mich wieder wohler. Ich bin wieder gut bei mir angekommen.
Dennoch immer wieder erschreckend, wie schnell ich mich im Kontakt verliere und ins alte Muster falle: ich kümmer mich um dich und du dann um mich. Dann passieren üble Verstrickungen, Projektionen, ob bewußt oder unbewußt, ich fühle mich schräg, ohne Selbstwert, falle in kindliche Anteile usw…Puh.
Dann brauche ich wieder viel Abstand-bis Kontaktabbruch und es geht wieder von vorne los. Mit manchen Menschen/Beziehungen heftiger, bei manchen schwächer ausgeprägt.

Ich habe wieder die Verantwortung für mich übernommen und überlasse die andere Verantwortung bei den anderen. Sind ja alles erwachsene Menschen (und auch kein pflegebedürftigen ect.).
Aufatmen. Lächeln. Die Kraft strömt wieder zu mir. Ich habe wieder Lust was zu machen.
Gestern war dann ein voller Tag. Das war auch in Ordnung so, ich habe mir die Termine ja selber gelegt. Ich nahm ein leichtes unterstützendes Medikament und war somit gelassener. In der früh ging es zu einer unbekannten Ferienwohnung samt Besitzerin. Das lief recht gut, Folgeauftrag für die Reinigung ist gegeben. Dann fuhr ich wieder heim um nachmittags nochmal los zufahren, diesmal in die Uni für eine Studie. Nach ewig langer Zeit endlich mal wieder vor Ort. Dort musste ich 40 Minuten lang bestimmte Bewegungen ausführen, natürlich unter Beobachtung (für Sozialphobiker echt schwierig). Die Sudienleiterin war sehr nett, es war anstrengend, aber da ich mich auf die Abfolge konzentrieren musste, blieb nicht soviel Raum für die Angst. Insgesamt war ich gestern 3,5 Std. in der Bahn unterwegs, plus die Jobs, plus Konversation mit fremden Menschen, plus die Hitze, aber alles funktionierte gut. Ich sorgte für mich: In der Bahn Musik in den Ohren damit ich abgelenkter bin, Pause im Park, in der Mittagspause ne Dusche, leichtes Medikament.
Ich habe wieder was geschafft. Ich habe was geleistet. Ich hatte einen guten Tag. Ich habe mein eigenes Geld verdient.
Und jetzt kann ich den freien Tag so richtig genießen. Mit Schlaf und gutem Essen 🙂

Gegönnt: Selbstwertgenerator! Ich hatte mich erst wieder an die 12-Schritte Literatur gewandt, aber ich kann damit absolut nichts mehr anfangen. Diese Lobhudelei überall: Seit ich bei AlAnon bin gehts mir supi…und wenn ich der höheren Macht vertraue die weiß was gut für mich ist (hä? Das ist das Gegenteil der Eigenverantwortung!) und unterschwellig immer dieses: sei demütig! Boah ne. Schrecklich.
Vor einigen Monaten sah ich schonmal den Selbstwertgenerator. 30 Euro. Puh viel Geld. JETZT fiel mir das wieder ein und dacht mir: Kaufste! Das ist ja die Krux, das was mir wirklich hilft und gut tut, da bin ich knauserig und was schädlich ist, geb ich locker viel Geld aus. Er kam auch gleich am nächsten Tag und ich bin begeistert! Jeden Tag kann man durch 3 Stapel sich einen neuen Satz zum Thema Selbstwert zusammenstellen. So entstehen insgesamt über 200.000 (!) positive Affirmationen. Er steht nun schräg gegenüber von meinem Esstisch. So dass ich immer wenn ich da sitze, den Satz lesen kann. Heute ergab sich dieser: Zweifelsfrei erkenne ich, dass meine Wünsche und Bedürfnisse wichtig sind.
Genau! 😉 In diesem Sinne, kümmere ich mich heute mal um meine Wünsche. Und Bedürfnisse.

Depressiver Sommer

Es ist weiterhin alles zäh. Ich esse sehr wenig, was nicht weiter schlimm ist, noch hab ich ein paar Kilo in Reserve, es fällt mir halt nur auf, dass ich weder Hunger und ganz wenig Appetit habe. Es macht auch nix Freude. Keine Sonne, kein radeln, kein schwimmen (und das will bei mir was heißen!), kein schönes Lied, keine Tortenstück. Das macht das Leben ziemlich trist, trostlos, grau. Das würde eher zum November passen, aber nicht in den Hochsommer wo einem von allen Seiten entgegen schallt: Juhu Sommer! Wärme! Grillen! Freibad! Spaß! Gute Laune! Und ich fahre innerlich meinen Mittelfinger aus und denk mir nur: Am Arsch.
Nunja diese Phasen kenne ich ja leider nur zu gut. Ich kann mich größtenteils so lassen. Hilft ja nix.
Donnerstag war allerdings ein voller Tag und das war auch ok so: In der früh die Blumen gießen, dann lange radeln, weiter ging es nach München wo ich mich kurz mit einer fremden Frau traf und dann ging es mit einem Freund noch in den Biergarten. Das ganze bei 28 Grad. Und sehr wenig Schlaf. Ich war so fertig danach, dass ich mit Mühe bis 20 uhr wach blieb, um dann sofort einzuschlafen und bis um 7 Uhr nicht wieder aufzuwachen. Doch ich war noch lange nicht fit. Bis Mittags schlief ich immer wieder ein, mit nur kurzen Pausen und nachmittags lag ich dann auf der Couch, um dann die nächste Nacht wieder durchzuschlafen. Wow so heftig hatte ich das schon lange nicht mehr! Wie sehr mich doch vieles anstrengt. Was ich immer noch nicht annehmen kann und lieber mit dem Kopf durch die Wand : Das muss aber gehen! Das muss ich aber können! Das kann nicht sein! Tja….
Jetzt bin ich wieder einigermaßen fit. Passend dazu zog ich heute einen Brief vom Amt für Soziales aus dem Briefkasten. Die Schwerbehinderung wurde überprüft und man sah, das sich seit 2019 mein Zustand nicht verändert hat und deswegen eine Neuüberprüfung nicht mehr fällig ist. Aha, das heißt? Unbefristet? Wann kommt der neue Ausweis? Oder wie oder was…naja ich werde mal abwarten.

Überforderung vermeiden

Unsere Zeit/Gesellschaft ist ja vom Fortschrittsgedanken wie bessessen: Noch besser, noch schneller, noch einfacher, noch größer, noch kleiner usw. Ich merke das auch an/bei mir: Gut, vor 3 Jahren ging dies und jenes nicht, also sollte das nun langsam mal funktionieren! Aber bitte pronto!
Mein Ego steht mir ziemlich krass im Weg, dass ich nicht so funktioniere, wie ich das gerne hätte. Einen Schritt zurück machen, damit ich mich nicht weiter überfordere….nur mit Zähneknirschen (im wahrsten Sinne des Wortes).
Kleine Brötchen backen. Tun was geht UND Energie bringt, statt raubt.
Kleine Dinge die gut funktionieren:


Die Mikroabenteuer kamen in der Coronazeit in Mode. Für mich ist das nix neues, weil mit Angststörung ist schon ein Tagesausflug in unbekanntes Gelände sehr abenteuerlich. Ganze Bücher wurden darüber geschrieben, was man im Kleinen tun kann, um aus dem Alltag auszubrechen, den Kopf frei zu bekommen und ein kleines Urlaubsfeeling aufkommen zu lassen. Wie z.B. Internetfreie Zeiten, draußen übernachten, ohne große Planung einfach drauf losfahren, zum Hauptbahnhof fahren und einfach den nächsten Zug nehmen (jetzt mit dem 9,- Ticket ideal, ansonsten auch machbar mit den Ländertickets wie Bayern-Ticket), ein Buch aus einem Genre lesen, das man noch nicht kennt, für mutige: Wohnungstausch usw.

Dann wären da noch die Mikrojobs, (dank Internet!) die ich genauso gerne mache, weil ich selber entscheide welche ich annehmen will und welche nicht, es kaum Verantwortung gibt, ich die alleine erledigen kann, oft witzige Sachen dabei sind und ein wenig Geld kommt auch dabei rum.

Mikroprojekte sind so ein Zwischending zwischen Urlaub und Arbeit. Letztens las ich den Vorschlag in einer Zeitung z.B. für den Lieblingsplatz in der Natur zu sorgen, sich ein wenig verantwortlich fühlen, von Müll befreien, oder was neues pflanzen ect. Ich fand tatsächlich eine verwilderte Parkbank (nicht unbedingt mein Lieblingsplatz, aber doch eine angenehme Pausemöglichkeit) die schon fast zugewachsen war. Bei der nächsten Radrunde nahm ich Gartehandschuhe und eine Schere mit und stutzte den Wildwuchs. Jetzt kann man sich wieder bequem hinsetzen.
Ich mag den Gedanken und die Idee dahinter sehr, weil es auch Spaß macht, oft wenig Geld kostet und niedrigschwellig ist. Mir helfen diese Mikroaktionen im Leben zu bleiben, ein wenig Sinn zu finden, abzuschalten, Neues kennenlernen und auch das Gefühl zu haben „ich schaffe doch etwas!“

Das fing schon in meiner Jugend an, als ich völlig verwirrt, tief traumatisiert und sehr gelangweilt (bzw. total orientierungslos was ich machen sollte) Kleinanzeigen entdeckte. Früher gabs da eine ganze Zeitung davon: Kurz&fündig. Ich liebte es darin zu stöbern, kam dadurch auf viele neue Ideen, lernte manchmal nette Menschen darüber kennen, stattete meine Wohnung und mich mit verrückten, skurilen Sachen aus. Heute geht das klar, online und einfacher, aber ich liebe es immer noch. Was mir im Bekannten/Freundeskreis oft ein erstauntes und bewunderndes: „was Du immer findest!“ einbringt. Was mich dann sehr freut 🙂

Überforderung erkennen

Ich habe gestern mit einer recht sympathischen Coachin telefoniert. Es tat mir gut. Sie erklärte mir, warum sowas vermeintlich harmloses wie „Katzenbetreuung“ zuviel war: „Derzeit ist das zuviel Verantwortung für Sie! Wenn Sie nicht vorbei schauen und denen kein Futter geben, hungern die Tiere, sie sind abhängig von Ihnen! Eine andere Möglichkeit wäre, z.B. bei einem Gnadenhof oder Bauerhof MIT zuhelfen, aber nicht alleine zuständig zu sein. Wo Sie nur einen Teil übernehmen sozusagen!“ Allein die Vorstellung erleichterte mich so sehr, dass endlich Tränen liefen. Ich hab immer alles alleine gemacht, ich kann das! Ja klar, aber es kostet ungemein viel Kraft. Nur wo finde ich jetzt a)Unterstützung und b) etwas wo man in Gemeinschaft sich beschäftigen kann, ohne große Verantwortung und wo meine soziale Phobie mitspielt.
Sie merkte schon, dass ich mir selbst sehr viel Druck machte und nahm ihn zum Teil raus, als sie erklärte, dass der normale Alltag schon schwer ist. Wenn man sich nur mal anschaut wieviel Koordination es braucht ein Waserglas zu heben, ohne es zu zerbrechen und dann zielgerichtet zum Mund führen. Hunderte Muskeln, Sehnen, Signale vom Gehirn machen das alles selbstständig. Und für sich sorgen, mit allem drum und dran IST anstrengend. Viele unterschätzen das, weil auf Insta und Co das alles immer so leicht und schön aussieht. Wenn dann noch Einschränkungen wie Angst, Depression ect. dazukommen, kommt man schnell an das Ende seiner Kraft.
Ihr Verständis, ihre Wärme, ihre Ermunterung haben mir sehr gut getan.


Es war aber auch schwierig anzunehmen, dass ich eher einen Schritt zurück machen muss, als einen Schritt nach vorne (wie ich das derzeit eher forciert habe).

Schön war heute, als ich auf einer kleinen Radrunde am Pferdehof vorbei fuhr und die gerade dabei waren, die Pferde auf die Wiesen zu lassen. Immer eine Herde nach der anderen, mal kleinere, mal größere von 20 Tieren. Berührend wenn soviele Pferde lostraben und galoppieren und dann sich im Gras wälzen, wieder lospreschen und sich einfach austoben. Toll!

Vitamin B

Es liegt in der Familie, das mit dem „gesunden Leben“,schon meine Oma und mein Vater (sind nicht miteinander verwandt) lasen Gesundheitszeitschriften und bestellten sich Nahrungsergänzungsmittel. Die hattens gut, die hatten da noch kein Internet. Die konnten sich nicht die Finger wundgoogeln.
Ich schon. Ich mach es aber aus einem Leidensdruck. Einem immensen. Ich fühl mich furchtbar. Körperlich. Total schwach, wackelig, schlapp, lustlos, nachts gerne mit soviel schwitzen (obwohl es da nicht soo warm ist) das ich immer wieder aufwache, natürlich ist man da tagsüber nicht fit. Aber da ist noch was anderes…Magnesium nehme ich schon wieder mehr, das Herzstechen ging zurück, dann hab ich ja seit einigen Wochen diese unbändige Lust auf Energydrinks, also gibts den ca. 4x wöchentlich am Vormittag. Las die Inhaltsstoffe, sind einige B-Vitamine drin. Hab ich früher auch schon mal genommen, war das in dem Sommer in dem es mir körperlich so super ging? Bißchen quer gelesen, ja könnte ich gebrauchen. Mir das Spray bestellt, weil alles was über Mundschleimhaut oder normale Haut geht, mir 10x lieber ist, da ist die Aufnahme höher. Schlechte Nerven, schnell gereizt, schnell erschöpft, vergesslich, klingt alles nach Vit.B. Aber vor allem die Gangunsicherheit, las ich. Da wurde ich hellhörig. Das ist bei mir schon so lange, das ich es schon als normal empfinde, das ich mich immer irgendwie wackelig fühle, dachte das kommt von der Angststörung, aber auch zuhause muss ich immer auf den Boden gucken, draußen erst recht, extrem aufgefallen ist es mir die letzten Wochen am Bahnsteig, der ist sehr schmal, wenn da einer mittendrin steht und ich nahe am Gleis da vorbei muss, wird mir schwindelig, ich verkrampfe weil ich das Gefühl habe runter zufallen. Von einer niedrigen Brücke runterschauen geht auch nicht und in der Bahn den Gang runter gehen während sie fährt, geht gar nicht, da torkel ich herum wie besoffen. Selbst stehen ist oft schon zuviel!
Viel Zucker verbraucht auch viele Vit B, ohja da war ich die letzten 2 Jahre leider gut dabei.
Auch dass bei Betäubungen und Narkosen sehr viel Vit.B verbraucht wird, machte mich stutzig, nach der letzten Zahn-OP ging es mir ja hundsmiserabel, dann kam Corona, dann Wasserschaden, also viel Streß, verbrauchts erst recht…


Naja ich bin gespannt, obs hilft. Ich bete. Ich würde nämlich wirklich liebend gern ein wenig mehr sporteln und unterwegs sein. Aber gestern ging ich nur die 250m zum Einkaufscenter, in 2 Geschäftte und daheim fiel ich in Komaschlaf.
Heute schaffte ich es immerhin in den Waldfriedhof (der seinen Namen alle Ehre machte), früh um 8 streifte ich da herum, keine Menschen, tolles Licht, tolle Atmosphäre, wunderbare Ruhe, aber so schön es war, schon in der S-Bahn auf dem nachhauseweg hätte ich einschlafen können. Pure Erschöpfung von 1 Stunde langsamen spazieren gehen

Wie stabil bin ich?

Hatte mal wieder das alte Dilemma: Auftrag annehmen oder nicht. Wäre es gut durch die Angst zu gehen, damit die nicht größer wird (schau du schaffst das, Gedankenkarussel ist beendet ect.), wäre es gut dort zu arbeiten, um auch das Selbstwertgefühl zu stärken, mal wieder rauskommen, auf andere Gedanken zu kommen und natürlich Geld zu verdienen?
Oder wäre es schädlich und eine Überforderung? Habe schwer mit mir gerungen, weil quasi beide Waagschalen gleichviel wogen, aber ich habe dann doch abgesagt. Und danach drehte ich eine Runde mit dem Rad und dachte mir so: ich brauch ne Checkliste: Wie stabil bin ich? Weil das ewige hin und her und mich quälen: was ist richtig, was soll ich tun…nervt nur.
Das Problem ist halt, bei psychischen Sachen ist das schwieriger, als bei körperlichen. Da gibt es klare Parameter: Blutdruck, Blutzucker, generell Blutbild, Fieber, Durchfall, Schmerzen ect.
Also suche ich mal meine psychischen Parameter zusammen:
Schlafe ich gut? Wie hoch ist der Angstpegel, wenn ich das Haus verlasse oder in eine unbekannte Gegend gehe, tue ich genug Dinge die mir Kraft und Ausgleich geben, lache ich viel, esse ich zuviel Zucker (bei mir ein typisches Stressessen), habe ich zuviele oder zuwenige Kontakte, liegen bei mir viele unerledigte Projekte rum (z.B. schon lange ein bestimmtes Bild malen wollen oder endlich einen Termin bei einem Arzt ausmachen, etwas reparieren oder Fenster putzen).


Ich glaube das wäre gut und dann wie es Rilke in seinem Roman sagte: „Schau den Tatsachen ins Auge und nicht auf die Vermutungen.“
Woran merkt Ihr, dass Ihr grad nicht belastbar seid oder es Euch eben psychisch nicht gut geht? Oder generell noch Ideen dazu?
Über Eure Gedanken würd ich mich freuen 😉

Wenn dich nicht mal der Psychiater…

mehr versteht…
was machste dann?
Ich schlug heute beim vierteljährlichen HALLO beim Psychiater vor, nochmal Pregabalin (auch Lyrika genannt, was ich wesentlich schöner finde) zu nehmen, weil man nun zwar (coronabedingt) wieder alles machen kann, ich aber wieder aus der Übung bin und mich große Ängste plagen, wenn ich rausgehe.
Wenn ich jetzt aber angstfreier (durch das Medi) das wieder ein paar mal gemacht habe, gehts auch wieder leichter OHNE Medikament.

Verstand er nicht. VERSTAND ER NICHT!
Was soll ich da jetzt noch dazu sagen…? Ist er in Wahrheit ein Supermarktleiter und gar kein Arzt der Psychiatrie?!???
Ich bekam das Rezept. Auch wenn er noch was vor sich hinnuschelte ala: aber damals (als ich es vor 3,5 Jahren schonmal nahm) da doch auch irgendwas war (in Sachen Unverträglichkeit und so). Ja ich wurde auf Dauer (nach so 5 Monaten) extrem gereizt bzw. aggressiv. Aber einige Monate tat es mir sehr gut, weil ich normal war: einfach rausgehen und was tun ohne Anspannung ohne 1000 Gedanken.

Ich und/oder die Krankheit

Ostern – Neuanfang – auferstanden von den Toten…


Ach dacht ich gestern so für mich hin, son Neuanfang, eine Zeitenwende, neue Lebendigkeit wäre auch bei mir echt mal angebracht.
Gestern sah ich den Film Cortex (eher experimenteller Art, bissl schräg, aber für meine derzeitige Grundstimmung genau das richtige, zudem gab es tolle Musik und atmosphärische Szenen) und da meinte die Ehefrau: „Um uns herum entwickelt sich alles und jeder und bei uns ist Stillstand.“ Bingo, dachte ich, is bei mir auch so.


Seit Monaten diese depressive Grundstimmung und Todessehnsucht. Keine Freude, kein genießen können, alles träge, alles grau, alles scheiße. Keine Veränderung, keine Entwicklung, alles trostlos.
Und bevor ich mir heute noch vor dem Frühstük Druck machen konnte: Schönes Wetter und Ostern und ich muss raus und guter Laune sein: Nö, frühstücken (immerhin mit leckerer Semmel und O-Saft, was ich echt genossen habe) und dann ab ins Bett mit dem Buch: Arbeit an Selbstanteilen, an dem ich immer noch lese, weil es doch sehr intensiv ist. Und obwohl ich diese Arbeit kenne, lerne ich da doch immer wieder was neues. Ein gutes Buch!
Jedenfalls ging es mal wieder ums de-identifizieren mit Anteilen/Symptomen. Um entschmelzen. Damit man erstmal wieder Abstand davon hat und etwas mehr Ruhe einkehrt. Dann lässt es sich klarer denken, entscheiden und handeln.
Mir wurde dann wieder bewußt, dass wenn ich meine, dass ich die Depression BIN, mich furchtbar klein, schuldig, handlungsunfähig, ohnmächtig fühle. Sage ich, dass ich Depression HABE, ist das Gefühl gleich anders. Es ist nur ein Teil in meinem Leben. Manchmal ein größerer, manchmal ein kleinerer, aber damit kann ich dann besser umgehen.
Ich bin mehr als die Depression, die Angststörung und alle anderen Traumafolgesymptome! Menschen mit Esstörungen machen das manchmal so, dass sie dieser Essstörung einen Namen geben, auch das kann helfen.

Nichtsdestotrotz fiel mir dann die Option Tagesklinik ein. (Warum nicht schon eher? Keine Ahnung und irgendwie schad, aber naja…). Es gibt hier eine sehr gute, zumindest war sie das vor 12 Jahren. Spezialisiert auf  PTBS. Aber nur mit 10 Plätzen und damals schon mit 3 Monaten Wartezeit, ird sichangesichts der letzten 2 schwierigen Jahre noch verlängert haben.

Aber heute werde ich mich erstmal wieder in der Akzeptanz üben, dass ich eine Krankheit habe und das nicht mein persönliches Versagen ist oder ich schuldig, dumm und faul bin.
Nur für heute werde ich achtsam mit mir umgehen, mich pfleglich behandeln und liebevoll mit mir sein.

Frohe Ostern!

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Leben mit Entwicklungstrauma / komplexer PTBS & Traumafolgestörungen

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Auf der Suche nach Ruhe und Sicherheit, aber leider nur stark im Auffinden von Chaos und Gespenstern.

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Überleben als Introvertierte mit dem Wrong-Planet-Syndrom

Hochsensibel und Multipassioniert

Wenn Du ein Schiff bauen willst, dann rufe nicht die Menschen zusammen, um Holz zu sammeln, Aufgaben zu verteilen und die Arbeit einzuteilen, sondern lehre sie die Sehnsucht nach dem großen, weiten Meer. Antoine de Saint-Exupéry

Eine Art Tagebuch

Amat victoria curam