Ich und die Menschen

Ich weiß nicht ob das noch was wird. Mit den Menschen und mir. Wie gehen andere Menschen mit diesen alltäglichen Verletzungen, Ignoranz, Belästigungen, Grausamkeiten, Gemeinheiten, Ärger, Mißbrauch um? Ich pack das immer weniger. Und ja meine Schublade mit all diesen Sachen ist auch mehr als voll, seit Jahrzehnten schon. Und ja aufgrund dessen bin ich besonders sensibel in Sachen Kränkungen und Verletzlichkeit. Das weiß ich schon. Aber wissen und fühlen sind halt auch zwei paar Stiefel.


Neuestes Ding: Nachbarin. Ich halt ja schon Abstand zu ihr weil mich ihr immer gleiches Gejammer und Gemecker einfach nur nervt. Das ertrag ich mal in nem kurzen Plausch im Treppenhaus, aber nicht an einem ganzen Abend. Auch sonst haben wir nichts gemeinsam. Ihr sind Äußerlichkeiten und Oberflächlichkeiten ganz wichtig und sonst nix. Ich gehe gerne ins Arthouse-Kino, lese gern wissenschaftliches Zeug, die ZEIT, Bücher über Philosophie, Soziologie und Psychologie und alles was mich sonst noch so interessiert, überhaupt benutze ich gern mein Gehirn. Ich bastel, male und stricke, mache Sport und Ausflüge….usw.
Wir hatten nun schon länger keinen Kontakt mehr. Nun kam von ihr ne Nachricht…blaundblupp. Ok, ich schrieb zurück. Später sah ich, dass ihre Tochter in Urlaub fuhr. Ach daher weht der Wind. Sie ist alleine, da wird ihr schnell langweilig (sie BRAUCHT andere Menschen), da lädt sie mich aufn Wein ein, damit sie jemanden hat. Kein Ding, jeder hockt mal gelangweilt rum und fragt sich wen man anrufen kann, zum plaudern. Aber bei ihr ist das immer so. Sie benutzt NUR. Keinerlei Interesse am anderen. Ich bin mir sicher, dass sie mich auch eher verachtet und bei anderen über mich lästert, weil ich schonmal schlunzig rumlaufe oder es Tage gibt an denen ich viel schlafe oder Geschirr in der Küche steht. Sie dagegen geht aufgebrezelt bis ultimo zum putzen (in ein leeres Büro!) und jeder Wassertropfen muss sofort weggeputzt werden und jeden Tag gesaugt. Das ist mir auch egal, soll sie machen, es geht mir nur drum: was haben wir gemeinsam und was bringt mir der Kontakt? NIX. Genau. Die Vorstellung, dass ich mich selbst bei mir zum Wein einlade, gemütlich alleine in meiner Wohnung, mit meiner Musik, ohne ihr Geschnatter, lässt mich tief aufatmen. Die Sache ist klar 🙂


PS: im übrigen ist ihre Schwester, mit der sie sehr engen Kontakt hat (tägl. mehrmals telefonieren, dazwischen noch Nachrichten oder Treffen usw.) schwer depressiv.  Da ich solche Energieräuber nur zu gut kenne und ja vor kurzem wieder gemerkt habe, was das mit MIR macht, wäre es echt interessant, wie es ihr gehen würde, wenn sie mal 2 Wochen keinerlei Kontakt zu ihrer Schwester hätte

Sonntagstipps

– Trainiere nicht nur Deine Bauchmuskeln, sondern erst recht dein Bauchgefühl! Viele Gewaltopfer erzählen, dass sie zuvor schon ein komisches Gefühl hatten. Lieber einmal zuoft weggehen, was abbrechen ect. wenn die innere Sirene angeht, stimmt dieses Gefühl meistens!

– „Bevor du dir selbst eine Depression diagnostizierst, stelle sicher, dass du nicht von Arschlöchern umgeben bist.“ Es ist mir scheißegal wer das angelich gesagt hat. Der Satz ist SOOO wahr. 3 Wochen keinen Kontakt zu J.: ich blüh auf, fühle mich leicht und gut gelaunt, mache wieder Dinge die mir Spaß machen, spüre mich selbst wieder. Dann wieder nur kurzen Onine-Kontakt, mit Planung eines Ausfluges: Schwupp, meine Laune sinkt in den Keller, ich habe wieder mehr Angst, ich fühle mich schlecht und abgetrennt von mir und meinen Gefühlen un Bedürfnissen. Wieder kein Kontakt: es geht mir blendend!
Alles klar. Ein Energieräuber wie er im Buche steht. Verständlich warum da kein Antidepressiva hilft und Therapieplanung ist auch wieder gestrichen, ich brauche sie schlicht nicht mehr.
Ich habe das schonmal so krass gespürt, nämlich als ich den letzten Kontakt (nämlich den zu meinem Vater)zu meiner Ursprungsfamilie kappte. Zu meiner Mutter und Schwester hatte ich schon länger keinen Kont mehr und von meinem Vater distanzierte ich mich auch mehr und mehr, bis hin zu Telefonnummer- und Emailänderung. Und dann: Ein so intensives aufatmen, dass ich fast problemlos das rauchen aufhören konnte! Lebenslust und Energie durchströmten mich und ich hatte endlich die Kraft meine Lebensprojekte umzusetzen, mich auf mich zu konzentrieren und man weiß ja: Energie folgt der Aufmerksamkeit!
Also: checke regelmäßig die Menschen in deinem Umfeld.

-Wenn du gut mit dir selbst in Kontakt bist, wirst du dich (fast) nie mehr einsam fühlen! Es ist eine der besten Investitionen in dein Leben, dich um diesen Kontakt sehr gut zu kümmern. Dann gelingen meistens auch die anderen Kontakte besser.

– Wenn du merkst dass ein Mensch in deiner nahen Umgebung Alkohol, Medikamente, Drogen ect. mißbraucht, mißbraucht er sehr wahrscheinlich auch Menschen (egal in welcher Hinsicht: finanziell, emotional, sexuell…) also lauf! Da das oft nicht geht, pass sehr gut auf dich auf, halte größtmöglichen abstand zu dieserPerson. Sie hinterlassen meistens nur verbrannte Erde und ihr ganzes Umfeld ist verletzt, wie nach einem Granateneinschlag. Die Splitter streuen weit!

Und zur Stärkung nun noch zwei Affirmationen:
Unumkehrbar stehe ich fest dazu, das ich mein eigenes Ding machen darf!
Mit aller Kraft wird es mir klar wie Kloßbrühe, dass NEIN! ein vollständiger Satz ist.

In diesem Sinne: Euch allen einen kraftvollen, lebendigen, lustvollen, liebevollen und fürsorglichen Sonntag 🙂

Wohenrückblick 23.Juli 2022

– Freude: wenn man sich zum zweiten Mal in der Woche eine Schokofrucht vom Volksfest gönnt und der junge (wahrscheinlich neue) Verkäufer nur 3,50€ statt 4,50€ verlangt 🙂

– Die Süchtigen und ich. Darüber könnte ich ein Buch schreiben. Es ist mal wieder soweit. Ich hocke in dem Loch namens Coabhängigkeit. Das ist so zermürbend. Da weiß ich schon alles darüber und tappe doch immer wieder hinein. Ich erkenne es oft immer noch zu spät. Aber ich komme schneller wieder davon raus, als früher. Immerhin.
Wir passen immer gut zusammen, der Süchtige und ich. Wie Schloß und Schlüßel. Man findet sich. Man findet sich anregend und spannend. Der eine übernimmt keine Verantwortung, der andere übernimmt sie. Der eine will sich dauernd bedienen lassen, ich bediene. Ich war vor 20 Jahren in einem örtlichen Chat. Man kannte sich untereinander, man traf sich öfters zum brunchen, zum sporteln, zum feiern. Eine bunte Mischung, vom arbeitslosen bis zum Chef, weiblich, männlich, alles. Ich glaub der Hälfte der Männer half ich: Mit seelischer Unterstützung, mit Sex, mit einem Bett zum ausruhen, als Unterhaltung für einen Abend, als Aufpasserin wenn sich einer mal wieder die Kante gab und ich seine Brille bewahrte oder ihn heim begleitete. Ich hielt Kontakt zum Anwalt, als einer der Typen im Knast saß, natürlich besuchte ich ihn auch dort und regelte seinen Scheiß.
Verantwortung? Übernehm ich gerne! Alles organisieren, schauen, machen tun? Ich kann das! Das wäre auch nicht das Problem. Das Problem ist, dass dieses geben zu einseitig ist. Es gibt ja vieles was ich nicht machen kann oder will, das könnte ja dann der andere machen. Aber da kommt dann: ach ne da bin ich zu naiv, zu schusselig, das kann ich nicht blaablaaa und weil es dann einfacher ist: mach ich es halt doch.
Dann geht es mir schlechter und schlechter. Ich verfalle in eine Depression, vegetiere vor mich hin, phantasiere Suizidpläne. Wundere mich, warum es mir so schlecht geht…hm?
Ich habe mich wieder mal selbst verloren. Die Verbindung zu meinen Bedürfnisse, Gefühlen und Wünschen. Ich fühle mich leer. Ausgesaugt. Ausgelaugt. WO ist meine Energietankstelle?
Ich fand letztens einen guten Satz über Süchtige:
„Bei Drogensüchtigen sagt man auch: Sie sind „stoned“, d.h. man könnte genausogut versuchen eine emotionale Beziehung zu einem Stein herzustellen.“
Absolut! Man ackert also für NIX. Man verhungert emotional, man fühlt sich nicht nur innerlich leer, man ist es auch. Solange bis man seinen Fokus wieder nach innen, zu sich richtet und sich und sein Leben wieder spürt und somit füllt.
Mir fehlen die Grenzen in Suchtbeziehungen. Es entsteht sofort (oder relativ schnell) eine ungesunde Symbiose. Ein ICH gibt es nicht mehr, eher nur noch ein ER  (manchmal auch eine SIE) oder WIR. Es gibt nur ein entweder ganz oder gar nicht. Verschmelzung oder gar keinen Kontakt. Vielleicht ist das auch normal, wahrscheinlich geht das in Suchtbeziehungen gar nicht anders.
Ich jedenfalls habe mal wieder die Schnauze voll davon, ertrinkende zu retten, die sich gar nicht retten lassen wollen, sondern ihr bequemes Leben weiterleben wollen, ohne Verantwortung für sich zu übernehmen.
Ich bin dann mal weg….

– lustig: Montagnachmittag bei brütender Hitze ins Kino zu gehen ist das beste was man als Sozialphobiker machen kann: Eine Bekannte und ich hatten das Kino für uns alleine 😉 haben das so genossen. Leider war der Film eher mau: Liebesdings. Naja wenigstens Elyas M’Barek mal wieder in Leinwandröße gesehen *Glotz-und-sabber

– Wohnungssuche: hatte ne Anzeige aufgegeben, in der ich eine neue Wohnung suche. Was da alles zurückkam…die meisten wollten diese Wohnung haben. Haha, die konnten wohl nicht deutsch oder was weiß ich, dann kamen die Liebesangebote: Bin der Jürgen und suche eine Frau, und nur ein mickriges Angebot kam und als ich zurückschrieb, das ich Interesse hätte, kam: nix mehr. Nunja, mal sehen was sich da noch so entwickelt.

-Melancholie fühlt sich an wie Heimweh, während man zuhause ist…

Depressiver Sommer

Es ist weiterhin alles zäh. Ich esse sehr wenig, was nicht weiter schlimm ist, noch hab ich ein paar Kilo in Reserve, es fällt mir halt nur auf, dass ich weder Hunger und ganz wenig Appetit habe. Es macht auch nix Freude. Keine Sonne, kein radeln, kein schwimmen (und das will bei mir was heißen!), kein schönes Lied, keine Tortenstück. Das macht das Leben ziemlich trist, trostlos, grau. Das würde eher zum November passen, aber nicht in den Hochsommer wo einem von allen Seiten entgegen schallt: Juhu Sommer! Wärme! Grillen! Freibad! Spaß! Gute Laune! Und ich fahre innerlich meinen Mittelfinger aus und denk mir nur: Am Arsch.
Nunja diese Phasen kenne ich ja leider nur zu gut. Ich kann mich größtenteils so lassen. Hilft ja nix.
Donnerstag war allerdings ein voller Tag und das war auch ok so: In der früh die Blumen gießen, dann lange radeln, weiter ging es nach München wo ich mich kurz mit einer fremden Frau traf und dann ging es mit einem Freund noch in den Biergarten. Das ganze bei 28 Grad. Und sehr wenig Schlaf. Ich war so fertig danach, dass ich mit Mühe bis 20 uhr wach blieb, um dann sofort einzuschlafen und bis um 7 Uhr nicht wieder aufzuwachen. Doch ich war noch lange nicht fit. Bis Mittags schlief ich immer wieder ein, mit nur kurzen Pausen und nachmittags lag ich dann auf der Couch, um dann die nächste Nacht wieder durchzuschlafen. Wow so heftig hatte ich das schon lange nicht mehr! Wie sehr mich doch vieles anstrengt. Was ich immer noch nicht annehmen kann und lieber mit dem Kopf durch die Wand : Das muss aber gehen! Das muss ich aber können! Das kann nicht sein! Tja….
Jetzt bin ich wieder einigermaßen fit. Passend dazu zog ich heute einen Brief vom Amt für Soziales aus dem Briefkasten. Die Schwerbehinderung wurde überprüft und man sah, das sich seit 2019 mein Zustand nicht verändert hat und deswegen eine Neuüberprüfung nicht mehr fällig ist. Aha, das heißt? Unbefristet? Wann kommt der neue Ausweis? Oder wie oder was…naja ich werde mal abwarten.

Überforderung vermeiden

Unsere Zeit/Gesellschaft ist ja vom Fortschrittsgedanken wie bessessen: Noch besser, noch schneller, noch einfacher, noch größer, noch kleiner usw. Ich merke das auch an/bei mir: Gut, vor 3 Jahren ging dies und jenes nicht, also sollte das nun langsam mal funktionieren! Aber bitte pronto!
Mein Ego steht mir ziemlich krass im Weg, dass ich nicht so funktioniere, wie ich das gerne hätte. Einen Schritt zurück machen, damit ich mich nicht weiter überfordere….nur mit Zähneknirschen (im wahrsten Sinne des Wortes).
Kleine Brötchen backen. Tun was geht UND Energie bringt, statt raubt.
Kleine Dinge die gut funktionieren:


Die Mikroabenteuer kamen in der Coronazeit in Mode. Für mich ist das nix neues, weil mit Angststörung ist schon ein Tagesausflug in unbekanntes Gelände sehr abenteuerlich. Ganze Bücher wurden darüber geschrieben, was man im Kleinen tun kann, um aus dem Alltag auszubrechen, den Kopf frei zu bekommen und ein kleines Urlaubsfeeling aufkommen zu lassen. Wie z.B. Internetfreie Zeiten, draußen übernachten, ohne große Planung einfach drauf losfahren, zum Hauptbahnhof fahren und einfach den nächsten Zug nehmen (jetzt mit dem 9,- Ticket ideal, ansonsten auch machbar mit den Ländertickets wie Bayern-Ticket), ein Buch aus einem Genre lesen, das man noch nicht kennt, für mutige: Wohnungstausch usw.

Dann wären da noch die Mikrojobs, (dank Internet!) die ich genauso gerne mache, weil ich selber entscheide welche ich annehmen will und welche nicht, es kaum Verantwortung gibt, ich die alleine erledigen kann, oft witzige Sachen dabei sind und ein wenig Geld kommt auch dabei rum.

Mikroprojekte sind so ein Zwischending zwischen Urlaub und Arbeit. Letztens las ich den Vorschlag in einer Zeitung z.B. für den Lieblingsplatz in der Natur zu sorgen, sich ein wenig verantwortlich fühlen, von Müll befreien, oder was neues pflanzen ect. Ich fand tatsächlich eine verwilderte Parkbank (nicht unbedingt mein Lieblingsplatz, aber doch eine angenehme Pausemöglichkeit) die schon fast zugewachsen war. Bei der nächsten Radrunde nahm ich Gartehandschuhe und eine Schere mit und stutzte den Wildwuchs. Jetzt kann man sich wieder bequem hinsetzen.
Ich mag den Gedanken und die Idee dahinter sehr, weil es auch Spaß macht, oft wenig Geld kostet und niedrigschwellig ist. Mir helfen diese Mikroaktionen im Leben zu bleiben, ein wenig Sinn zu finden, abzuschalten, Neues kennenlernen und auch das Gefühl zu haben „ich schaffe doch etwas!“

Das fing schon in meiner Jugend an, als ich völlig verwirrt, tief traumatisiert und sehr gelangweilt (bzw. total orientierungslos was ich machen sollte) Kleinanzeigen entdeckte. Früher gabs da eine ganze Zeitung davon: Kurz&fündig. Ich liebte es darin zu stöbern, kam dadurch auf viele neue Ideen, lernte manchmal nette Menschen darüber kennen, stattete meine Wohnung und mich mit verrückten, skurilen Sachen aus. Heute geht das klar, online und einfacher, aber ich liebe es immer noch. Was mir im Bekannten/Freundeskreis oft ein erstauntes und bewunderndes: „was Du immer findest!“ einbringt. Was mich dann sehr freut 🙂

Überforderung erkennen

Ich habe gestern mit einer recht sympathischen Coachin telefoniert. Es tat mir gut. Sie erklärte mir, warum sowas vermeintlich harmloses wie „Katzenbetreuung“ zuviel war: „Derzeit ist das zuviel Verantwortung für Sie! Wenn Sie nicht vorbei schauen und denen kein Futter geben, hungern die Tiere, sie sind abhängig von Ihnen! Eine andere Möglichkeit wäre, z.B. bei einem Gnadenhof oder Bauerhof MIT zuhelfen, aber nicht alleine zuständig zu sein. Wo Sie nur einen Teil übernehmen sozusagen!“ Allein die Vorstellung erleichterte mich so sehr, dass endlich Tränen liefen. Ich hab immer alles alleine gemacht, ich kann das! Ja klar, aber es kostet ungemein viel Kraft. Nur wo finde ich jetzt a)Unterstützung und b) etwas wo man in Gemeinschaft sich beschäftigen kann, ohne große Verantwortung und wo meine soziale Phobie mitspielt.
Sie merkte schon, dass ich mir selbst sehr viel Druck machte und nahm ihn zum Teil raus, als sie erklärte, dass der normale Alltag schon schwer ist. Wenn man sich nur mal anschaut wieviel Koordination es braucht ein Waserglas zu heben, ohne es zu zerbrechen und dann zielgerichtet zum Mund führen. Hunderte Muskeln, Sehnen, Signale vom Gehirn machen das alles selbstständig. Und für sich sorgen, mit allem drum und dran IST anstrengend. Viele unterschätzen das, weil auf Insta und Co das alles immer so leicht und schön aussieht. Wenn dann noch Einschränkungen wie Angst, Depression ect. dazukommen, kommt man schnell an das Ende seiner Kraft.
Ihr Verständis, ihre Wärme, ihre Ermunterung haben mir sehr gut getan.


Es war aber auch schwierig anzunehmen, dass ich eher einen Schritt zurück machen muss, als einen Schritt nach vorne (wie ich das derzeit eher forciert habe).

Schön war heute, als ich auf einer kleinen Radrunde am Pferdehof vorbei fuhr und die gerade dabei waren, die Pferde auf die Wiesen zu lassen. Immer eine Herde nach der anderen, mal kleinere, mal größere von 20 Tieren. Berührend wenn soviele Pferde lostraben und galoppieren und dann sich im Gras wälzen, wieder lospreschen und sich einfach austoben. Toll!

Wie stabil bin ich?

Hatte mal wieder das alte Dilemma: Auftrag annehmen oder nicht. Wäre es gut durch die Angst zu gehen, damit die nicht größer wird (schau du schaffst das, Gedankenkarussel ist beendet ect.), wäre es gut dort zu arbeiten, um auch das Selbstwertgefühl zu stärken, mal wieder rauskommen, auf andere Gedanken zu kommen und natürlich Geld zu verdienen?
Oder wäre es schädlich und eine Überforderung? Habe schwer mit mir gerungen, weil quasi beide Waagschalen gleichviel wogen, aber ich habe dann doch abgesagt. Und danach drehte ich eine Runde mit dem Rad und dachte mir so: ich brauch ne Checkliste: Wie stabil bin ich? Weil das ewige hin und her und mich quälen: was ist richtig, was soll ich tun…nervt nur.
Das Problem ist halt, bei psychischen Sachen ist das schwieriger, als bei körperlichen. Da gibt es klare Parameter: Blutdruck, Blutzucker, generell Blutbild, Fieber, Durchfall, Schmerzen ect.
Also suche ich mal meine psychischen Parameter zusammen:
Schlafe ich gut? Wie hoch ist der Angstpegel, wenn ich das Haus verlasse oder in eine unbekannte Gegend gehe, tue ich genug Dinge die mir Kraft und Ausgleich geben, lache ich viel, esse ich zuviel Zucker (bei mir ein typisches Stressessen), habe ich zuviele oder zuwenige Kontakte, liegen bei mir viele unerledigte Projekte rum (z.B. schon lange ein bestimmtes Bild malen wollen oder endlich einen Termin bei einem Arzt ausmachen, etwas reparieren oder Fenster putzen).


Ich glaube das wäre gut und dann wie es Rilke in seinem Roman sagte: „Schau den Tatsachen ins Auge und nicht auf die Vermutungen.“
Woran merkt Ihr, dass Ihr grad nicht belastbar seid oder es Euch eben psychisch nicht gut geht? Oder generell noch Ideen dazu?
Über Eure Gedanken würd ich mich freuen 😉

Selbstfürsorge – Selbstschädigung

Gestern den Aufnahme-Fragebogen der Institutsambulanz  rausgelegt zum ausfüllen. Es muss was passieren, definitiv. Dann kam ich auf die Idee einfach mal auf die Webseite der Tagesklinik (wo ich 2010 und 2011 war) zu gehen, nur mal schauen. Denn das war die beste Therapie die ich jemals hatte. Ich konnte sehen, dass einige Ärzte/weitere Angestellte von damals noch dort arbeiten, finde das ein recht gutes Zeichen. Und siehe da, auch dort gibt es eine Ambulanz. Also gleich eine Mail geschrieben, bevor ein innerer destruktiver Anteil mir das wieder vermiest, weil es mir ja nicht gut gehen darf.
Der meldete sich damals auch, nach der Tagesklinik, als meine Bezugstherapeutin in eine ambulanten Praxis wechselte. Ich verbot es mir über 2 Jahre dort anzurufen, für die Folgetherapie. Weil: wär ja auch zu einfach, zu passend, das machen alle anderen schon, da wird eh nix frei sein. Irgendwann rief ich doch an und blieb viele Jahre.
Gestern passierte mir noch was: hatte ja vor einigen Tagen meinen Account von der „Kontaktseite“ doch wieder reaktiviert. Furchtbar, echt. Naja nun tat ich was, was man nicht tun sollte, ich verstoß gegen die Nutzungsregeln und prompt wurde ohne Vorwarnung mein Account gesperrt. Und irgendwie bin ich echt froh drum.

Gepflegter Kontrollverlust

Einfach mal wieder austicken. Ich glaube das wäre nicht das schlechteste. Einfach ein Cut Ein RESET. Irgendwas tun was nicht so normal ist.

Klar das naheliegende ist: Boehse Okelz aufdrehen, laut mitgrölen und viel Alkohol trinken. Hmmm…ich weiß nicht. Früher war das alles mögliche: ganz früher von zuhause weglaufen oder mit dem Lehrer einen üblen Streit anfangen oder Schule schwänzen, da waren dann alle herrlich schockiert weil „man das echt nicht von mir dachte!“ Hehe, jaja ich kann auch anders…

Weiter gings mit abrasierten Haaren oder einem Tatoo oder einem Nasenpiercing nachhause kommen…so mit 15 oder 16 Jahren.
Auch ganz oben in Sachen sich wieder spüren: Schulden machen, kaufen, aber auch sich provozierend anziehen, auffallend: Zebrahose, bunte Haare, derbe Schuhe, viel Schmuck, intensive Schminke…
Und den Kick suchend: beim Bodypainting mitmachen, vor tausenden Leuten nur mit etwas Farbe: ab auf die Bühne Performance zeigen, Blitzlichtgewitter…was für ein Adrenalinrausch. Generell viel modeln, natürlich Akt, weil angezogen kann ja jeder…
Dann auch „gerne“ gemacht: viel mit Männern getroffen, später ja auch gegen Geld.
Oder mich mit der Polizei anlegen, als ich beim schwarzfahren erwischt wurde und meine Personalien nicht angeben wollte, tja da kam die Polizei. Da wurde ich noch renitenter, es tat gut, es war wie ein Rausch, die 2 Kontrolleure von der Bahn plus 2 Polizisten und ich aufm Bahnsteig. Die Blicke der anderen Fahgäste, angeekelt, glotzend, abwertend…jaaa ihr elendigen Spießer hättt ich gern geschrien, seid ihr nur brav und arbeitssam, schau nicht so blöd du Arschloch usw…am nächsten Tag saß ich geduckt und reuig auf dem Polizeirevier, schämte mich. Der Bemte war aber zum Glück sehr nett. Gab trotzdem 100,- Strafe plus noch die Strafe und Nachzahlung vom schwarzfahren.

Aber ich wurde mal wieder gesehen, wurde sichtbar, bekam Aufmerksamkeit. Ich habe früher als ich im Kindergarten gearbeitet habe, die rebellischen Kinder so gut verstanden aber helfen konnte ich ihnen auch nicht.

Immer ausbrechend, was tun was keiner von mir denkt, schockieren, rebellisch sein, der gewissenhaften, stillen, fügsamen, hübschen Mieterin, Mitarbeiterin, Freundin…
Eher harmlos, aber gut tuend: austoben auf Raves, Technopartys, die Nacht durchtanzen, ohne Drogen, wenig Alkohol, Music is the only drug. Herrlich! Kopf aus, Körper an.

Füher natürlich auch viel rauchen, das konnte ich dann lassen.
ABER: heute vormittag wahnsinniger Suchtdruck: Zigaretten! Letztens  schon: eine rauchende Frau neben mir, da hätt ich der schon fast die Kippe gekaut. What? Echt? Nach 10 Jahren?!? Fuck!
Ich kann tatsächlich Leute verstehen, die losziehen, um sich mit irgendwem zu prügeln…Sich spüren, kraftvoll, Adrenalin, Dopamin, unvernünftig sein, lebendig werden.
Nicht mehr brav und nett und lieb sein. Nein scheiße nochmal, wild werden und fluchen, Regeln brechen, schreien, unbürgerlich werden, lieber aggressiv statt depressiv. Mal wieder loslassen und nicht immer SO VERNÜNFTIG sein, verdammte scheiße!!!!

Und klar wenn der Schmerz zu heftig wird und kein Ausweg in Sicht und nichts mehr hilft dann natürlich Suizidgedanken und Versuche. Ich weiß noch bei meinen 2 schlimmsten und ernsthaftesten Versuche die Ruhe danach und das innere aufgeräumt sein und die neue Hoffnung: ich krieg mein Leben wieder auf die Reihe.
In mir hat sich soviel aufgestaut, sovieles „nicht dürfen“ wegen Corona, Einsamkeit, Hoffnungslosigkeit, ich brauch ein Ventil. Ein Ventil das mir hilft und nicht schadet. Ich hab weder Lust auf neue Schulden, noch auf Nikotinabhängigkeit, noch auf Polizei, noch sonstwas.
Ich kann Leute auch verstehen die sich ritzen. Genau an dem Punkt bin ich grad, nur das ich mich nicht ritze. Ich hab mir immer andere Selbstschädigungen ausgesucht. Aber im Moment ist der Verstand, die Kontrolle im Kopf zu groß. Selbst wenn grad die Musik laut ist, denk ich an die Nachbarn…obwohl die sich ja die letzten 10 Jahre einen Scheiß um ihren Lärm gedacht haben. Und was ich schonmal getan habe, macht selten ein zweites Mal Spaß. Das kickt nicht mehr.
Ich muss was neues finden, wo ich mal wieder gepflegt ausrasten kann.
Um danach wieder Ruhe zu haben…

Die ersten Schritte…hinaus

Der erste Schritt, heißt es ja gerne, ist immer der schwerste. Dem kann ich zustimmen. Schritt eins: Mir eingestehen, dass ich Schamgefühle ( ja mir geht es schon wieder sehr schlecht, sorrysorry wenn ich dich damit nerve) und Schuldgefühle (hätte ich mehr für mich tun müssen, was anderes tun müssen usw.?) habe. Hilft nur nix, weil: es ist, wie es ist. Ich hänge mal wieder in einer schweren Depressionsphase. Das erkenne ich unter anderem daran, dass ich Dinge ewig aufschiebe, das ist normal nicht so bei mir. Warum mache ich es nicht sofort? Es geht nicht. Das ist wie eine riesen Sperre in mir, die mich bremst. Sehr ätzend. Daher war gestern ein toller Tag weil es mir so gut ging und ich endlich mehrere Telefonate schaffte! Das tat gut! Im übrigen kam ich drauf, dass es mir vor exakt einem Monat auch so gut ging, das waren die Tage wo ich mehrere Stunden problemlos spazieren gehen konnte. Das ist genau in der Mitte meines Zykluses gewesen. Eisprungtage sind also wunderbare Tage, dass ich da mit 41 Jahren auch mal drauf komme. Ich finde das eh katastrophal, dass bei Frauen die psychische Probleme haben NULL auf die Hormone geschaut wird. Oder bei wem wurde das mal getestet? Gibts da hier Erfahrungen?

Also nach monatelangem quälen (wieder Scham/Schuldgefühle: warum hsat dir nicht eher Hilfe gesucht…?) die bittere Einsicht: Von alleine wird es nicht besser. Das hoffte ich ja insgeheim. Und klar bei leichteren schwierigen Phasen komm ich da auch gut raus, dafür hab ich ja auch echt viel Therapie gemacht, aber wenns zu arg ist: nope…is nicht…(wieder Schamgefühle: ich schaffe es nicht alleine, ich Loser!!)

Nunja, jedenfalls gab mir letzte Woche der Krisendienst folgenden Tip: bei der Kassenärztlichen Vereinigung anrufen, die schicken Listen raus, wo noch freie Therapieplätze sind. Ej ich bin seit 20 Jahren beim Psychiater und höre das erste Mal, dass es das gibt! Also angerufen: Tel: 09218809940410 (wer es auch probieren möchte.) Da war eine recht nette Frau, die fragte paar Sachen und 5 Minuten später (!) hatte ich 4 Adressen in meinem Email-Postfach. Ach schau an. Und da stand auch eine Institutsambulanz drin, ein Zwischending aus ambulanter Einzeltherapie und Tagesklinik. Man hat also an ca 2-3 Tagen/Woche unterschiedliche Termine. Von Gruppentherapie, Kunst-,Bewegung-und ntürlich Einzeltherapie. Also ein gemischtes Programm. Auch davon habe ich noch nie gehört. Klingt gut. Dort angerufen und der auch nette Herr schickt mir die Anmeldeunterlagen zu. Bin gespannt

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Auf der Suche nach Ruhe und Sicherheit, aber leider nur stark im Auffinden von Chaos und Gespenstern.

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Überleben als Introvertierte mit dem Wrong-Planet-Syndrom

Hochsensibel und Multipassioniert

Wenn Du ein Schiff bauen willst, dann rufe nicht die Menschen zusammen, um Holz zu sammeln, Aufgaben zu verteilen und die Arbeit einzuteilen, sondern lehre sie die Sehnsucht nach dem großen, weiten Meer. Antoine de Saint-Exupéry

Eine Art Tagebuch

Amat victoria curam