DU hast die Macht

Mir hat das nie jemand gezeigt/gesagt, dass ich Macht habe, das ich eigenmächtig handeln kann. Dass es mir dann um welten besser geht! Klar in der Familie wäre das gefährlich geworden, da war extreme Unterwerfung und Anpassung gefordert. Und später habe ich mir immer ähnliche Menschen gesucht, die das auch von mir verlangten.
Später in Kliniken und Therapeuten wurde einem immer suggeriert: wenn du nur brav das Progeamm befolgst,  könnte es eventuell sein, dass es dir besser geht, oder bei manchen üblen Therapeuten kam ein unterschwelliges: „nur ich kann dir helfen“, zutage, was wieder Abhängigkeit förderte.
Nur eine Klinik vermittelte Selbstverantwortung. Wir übten ganz praktische: wie sieht mein Wohlfühlplatz aus? Wieviel Abstand zu anderen brauche ich, wieviele Decken, eher dunkel oder hell usw.  Diese Klinik ließ uns selbst entscheiden: Willst du Feldenkrais? Willst du die Abgrenzungsübung mitmachen? Alles war nur ein Angebot und kein Pflichtprogramm. Wir wurden ermuntert hinzufühlen: Stimmt das für mich? Will ich das? Es war ok eine Therapiestunde zu verlassen, es war ok das Haus zu verlassen (klar sollte man bescheid sagen, damit die einen nicht suchten), diese Freiheit, dieser Mut zur Selbstständigkeit, zur Eigenheit war so heilsam, so wunderbar.

In die eigene Macht und Stärke kommen tut so gut. Nicht hilflos dahocken sondern machen. Ich spüre ein Bedürfnis. Ich kümmere mich darum, dass es befriedigt wird.Allein das aktive um mich kümmern, ist heilsam, da ist es fast zweitrangig ob dann das Bedürfnis wirklich gestillt wurde.
Handlungsfähig werden. Ich war so lange erstarrt (traumabedingt). Ich hing immer noch im Trauma fest. Das passiert auch heute noch hin und wieder. Aber wenn ich jetzt mal einen schlechte Tag habe, fällt mir ein, dass es irgendwann mal wieder einen sonnigen Tag/einen schönen Ausflug/ ein tolles Erlebnis geben wird. Das SAH ich früher nicht. Hallo Tunnelblick. Ich weiß jetzt, dass ich mich nicht immer so schlimm/ängstlich/deprimiert fühlen werde.
Ich bin nicht mehr hilflos ausgeliefert. Ich kann was tun. Und DAS ist für mich Ausstieg aus dem Trauma. Nicht Heilung vom Trauma.

Nähe – Distanz

Mir wird langsam bewußt, dass mich chatten ähnlich stresst wie realer Kontakt zu Menschen. Nicht ganz so, aber doch ordentlich. Wenn ich zudem bedenke, dass ich meistens abends chatte, ist es nicht verwunderlich, wenn ich schlecht schlafe, angespannter werde, auch ängstlicher und generell unzufriedener.
Wenn ich mich dann noch erinnere, dass es lange Zeiten gab, in denen ich ich fast nur von Kaffe und Zigaretten ernährte, vornehmlich vorm Chat, wird mir ganz anders.
Ich war innerlich leer und bedürftig und suchte im Chat mein Glück. Aber da sind meistens auch leere, bedürftige Menschen wie ich immer wieder feststelle. Zum Beispiel der eine Mann. Wir können super plaudern, haben ähnlichen Humor, können rumalbern aber auch mal (einigermaßen) ernsthaft „reden“. Er ist IMMER online. Wenn ich dem schreibe habe ich zu 90% nach 5 Minuten eine Antwort. Egal ob er arbeitet, einen Film schaut oder die Wohnung putzt. Er zerstreut quasi seine Energie immer. Er sucht sein Glück im außen. Selbst 3 große Urlaube allein in diesem Jahr (davon eine Kreuzfahrt in die Karibik, wo jeder irgendwie berührt oder was auch immer wäre) erfüllten ihn nicht. Ich habe den Eindruck er ist von sich selbst abgekapselt. Von seinen wahren Bedürfnissen und Gefühlen. Kenn ich ja. Von mir. Aber ich werd immer bewußter und ich mag mich nicht mehr von Leuten benutzen lassen, die meinen sie können von mir Energie saugen um ihre eigene Leere zu füllen.

Deswegen werde ich bei täglichem Kontakt aggressiv. Übrigends egal bei welchem Menschen, den kann ich noch so sehr mögen, zuviel Nähe ist für mich Gift (es gibt von Miss Allie dazu einen schönen Song: Zu nah). Auch das wird mir erst jetzt so langsam bewußt. Und Ärger/Wut ist ein gutes Zeichen, da wird eine Grenze überlatscht, da passt was nicht, da heißt es: Hinschauen! Ich durfte in meiner Familie keinerlei Anzeichen von Unmut, Ärger oder Wut zeigen. Und so verinnerlicht, habe ich das früher sofort weggedrückt, wenn ich nur den Anflug solcher Gefühle habe. Das hat sich geändert. Ich nehme es wahr. Oft noch sehr spät, aber besser als nie. Ahhh da stimmt was nicht, da passt mir was nicht, was ist es? Kann ich es ändern? Früher habe ich mit dem Finger auf andere gezeigt:weil der so und so ist, dies und jenes macht, geht es mir schlecht, werd ich wütend, usw. Das ist Opferdenken.

Der Typ ausm Chat zwingt mich ja nicht täglich mit ihm zu schreiben. ICH habe die Entscheidung. Das Problem: Ich weiß, dass er es gerne hätte. Und da springt das coabhängige Verhalten an: Ich meine, mich so verhalten zu müssen, wie es IHM passt. Tue ich es nicht, kommt extreme innere Unruhe in mir auf und lieber schreib ich dann halt schnell zurück, als diese Unruhe auszuhalten oder bekämpfe sie anderweitig  mit naschen, kaufen, Alkohol ect.
Das werde ich mal als Übung für die nächsten Tage hernehmen. Es ist ja ein kindlicher Teil der diese Unruhe hat: wenn ich meinen Eltren nicht gefalle, niht tue was sie von mir wollen/erwarten, verlassen sie mich und ich werde elendig sterben oder mich noch gnädigerweise da wohnen lassen, aber mit Nichtbeachtung strafen, wie so einen nasskalten, dreckigen Lappen.
Heute werde ich für diesen Kindanteil da sein und ihm Sicherheit und Geborgenheit vermitteln

Eigene Entscheidungen

Täglich den Spruch des Tages von der CODA-Seite zu lesen, tut mir gut und hält mir meine alten Muster vor Augen, so dass ich besser auf mich aufpasse und nicht in die coabhängigen Verhaltensweisen rutsche. Oder schneller diese wieder lassen kann.

Der heutige lautet:

Nun, da ich von Co-Abhängigkeit genese, treffe ich Entscheidungen für mein Leben danach, was für mich richtig ist, nicht danach, was ich nach Meinung anderer tun sollte. Ich weiß, was meine Werte sind. Ich entscheide, wie ich meine Zeit verbringen möchte und lebe nach diesen Werten. Ich habe klar definierte Ziele. Ich bin erwachsen und in der Lage, für mich zu sorgen und meine eigenen Bedürfnisse zu befriedigen. Durch meine bewussten Entscheidungen komme ich meinen Zielen und der Erfüllung meines Lebens näher.

Loslassen

Seit Monaten quält mich die fehlende Zukunftsperspektive. Früher (so die letzten 10 Jahre) gabs immer irgendwas: recherchieren was mir noch helfen könnte, um fitter zu werden, mehr Sport, Schulden abbauen, mehr arbeiten und sparen für Urlaub, in Urlaub fahren trotz Angststörung, Traumatherapie, irgendwas fand ich immer. Und jetzt? alleine in Urlaub fahren langweilt mich, arbeiten geht nur phasenweise, die größten Schulden sind weg, dass ich meisten so zwischen 100 und 250 € im Minus bin, hab ich jetzt einfach akzeptiert, Umzugspläne sind irgendwie in weite Ferne gerückt, auch erneute Therapie…ich bekam den Anmeldebogen der Ambulanz, da hats mir schon wieder gereicht. Und mein Psychiater meinte, dass er da eigentlich nur die leichten Fälle hinschickt, weil da oft Therapeuten in Ausbildung eingesetzt werden. Gnaaa.
Also statt jetzt weiter ein Ziel, eine Perspektive erzwingen zu wollen und mich zu verkrampfen, übe ich mich im loslassen:
Ich weiß nicht wie mein Weg weiter geht, wo er mich hinführt, ich tue das nächstliegende was zu tun ist oder was ich tun will. Den einen großen Sinn gibt es wahrscheinlich gar nicht. Ich gehe einen Schritt nach dem anderen. Nur für heute. Und bin gespannt, was dann passiert

Ein schöner Sonntag

Wenn das Selbstwertgefühl Achterbahn fährt.
Es gibt ja Zeiten, da fühle ich mich fit, stabil, fahre in der Weltgeschte herum (naja leicht übertrieben), gehe mehr arbeiten, treffe mich mit Leuten, unternehme was, kann es aber auch gut aushalten mir nen faulen Tag auf dem Sofa oder gar im Bett zu machen, kurz: ich bin mit mir einigermaßen im reinen.
Leider ist dieses Ding namens Selbstwertgefühl bei mir sehr fragil. Sehr.
Und die letzten Monate (!?!) war es ja quasi gar nicht vorhanden oder in der Geisterbahn.
Ich fühlte mich halt schlecht, niedergeschlagen, lustlos, depressiv, suizidal, aber dass es am mal wieder kränkelnden Selbstwertgefühl liegt? Hmm..nööö, hätte ich gesagt, hätte mich wer gefragt.

Ich zog mich immer mehr zurück. Da kann kein Selbstwertgefühl wieder wachsen. Aber ich hatte es ja versucht, wieder was zu machen und nahm ja die Tierbetreuung an. Das dass die pure Überforderung war, schrieb ich ja schon.
Heute löste sich ein Knoten. Ich ging endlich den kleinen Wanderweg, den ich schon letztes Jahr gehen wollte, aber immer verschob. Heute weß ich: Aus Angst. Einen fremden Weg in einer fremden Gegend gehen, fast 6 Kilometer lang? UUAAHHH!
Meine frühere Therapeutin würde wahrscheinlich sagen: Darf ich Sie erinnern, dass sie schon ganz alleine an die Nord-UND Ostsee gefahren sind und dort Urlaub machten? Was mit dem Zug gute 7 Stunden dauert?
Das Problem, wenn man mit traumatisierten Anteilen oder Gefühlen identifiziert ist, weiß man das vielleicht schon, aber die Sicherheit ist nicht da, man fühlt altes Zeug: Angst, Überforderung, Überflutung, Chaos.

Heute morgen wollte ich schon wieder vermeiden: Vielleicht doch nur an der Isar spazieren gehen? Nein, heute wollte ich endlich diesen EINEN Weg laufen. Ich fuhr also über eine Stunde mit der S-Bahn dahin und ging los, ging prompt andersrum wie gedacht, aber später stellte sich raus, dass ich den „richtigen“ Weg kaum hätte finden können, weil das so ein Insider-Trampelpfad ist, dann war ich also auf Strecke, herrlicher Feldweg, weite Sicht, Sonne, kaum Menschen, einfach gehen, immer im gleichen Tempo und das Ziel war ein großer See, an dem ich vor 20 Jahren immer gerne hinfuhr (andere Uferseite) zum baden. Da war er also wieder. Schön.
Ich hatte es geschafft. Ich ging endlich diesen einen Wanderweg! Wie meinte letztens eine Freundin: „Du brauchst dringend mal wieder ein Erfolgserlebnis!“ Recht hatte sie, ich dachte aber eher an einen neuen Job oder neue Wohnung (wobei das immer noch so im Hinterkopf rumspukt) oder was weiß ich. Dass ich mal wieder ganz klein anfangen muss, also wirklich ganz klein, das hätte ich nicht gedacht…Aber ich weiß auch, dass der Selbstwert wie ein Muskel ist: wenn er schonmal gut trainiert war, kommt er nach einer Trainingspause schneller wieder in den alten fitten Zustand, als wenn er erstmal neu auftrainiert werden muss.

Interessant war auch: ich saß am Ufer auf einer Parkbank, mit Rücken zum Weg was ein wenig unangenehm war, aber viel besser auszuhalten als noch vor wenigen Tagen. Ich genoß mein Wurstbrot, da kam ein großer Hund ohne Besitzer. Hmmm schmunzelte ich so vor mich hin, schlechte Kombination ist das grad. Noch vor wenigen Tagen wäre ich kurz vor einer Panikattacke deswegen gewesen und hätte nicht wie nun ein Gespräch mit dem doch noch kommenden Besitzer angefangen in dem ich fröhlich meinte: „Jetzt hatte ich echt ein wenig Angst um mein Wurstbrot!“  „Ja,“ lachte er zurück, „das war berechtigt!“ Und wir plauderten noch ne Weile während sich die Fellnase im Wasser vergnügte. Einfach so, ich ganz souverän, zwar körperlich ein wenig angespannt, weil die Räumlichkeiten doch beengt waren, aber bei weitem lockerer als zuletzt.
Auf der Heimfahrt genoß ich dann Musik in meinen Ohren und als ich beim Umsteigen am Bahnhof warten musste, wippte ich sogar ein wenig den Takt mit, weil alles so gut passte: Gute Musik im Ohr, warme Sonne und ich endlich wieder etwas stabiler, ruhiger, entspannter…mehr bei mir seiend und vor allem mehr in der Erwachsenen. Sehr angenehm!

Stressige Hormone

Streßhormone: damit beschäftige ich mich schon eine Weile. Los ging es 2009 als ich einen masiven Zusammenbruch hatte. Schlaflos, zittrig, panisch und gleichzeitig aufgedreht, total kaputt, abgemagert usw.
Dann legte sich die Panik (mit ganz viel Ruhe, monatelanger Krankschreibung) und es kam die Erschöpfung. Zu Fuß in den 2.Stock? Unmöglich. 500m zur Post: danach durchgeschwitzt ins Bett gefallen. 10 Minuten aufrecht stehen? Fiel sehr schwer. Burnout deluxe. Ärzte waren ratlos.3 Jahre später wurde ich in EU-Rente geschickt, mit 32 Jahren.


Vermutlich war mein Streßsystem noch nie sonderlich gut. Wahrscheinlich angeboren, plus desaströses kaputtes Familiensystem, plus eigener Raubbau an Körper und Seele.
Inzwischen geht es mir besser und ich freue mich wenn ich richtig fitte Tage habe und einen Tagesausflug oder viel Sport genießen kann, ohne danach 2 Tage schlapp rumzuhängen. Es gibt sie aber noch: die kaputten Tage. Nach viel Streß in der Arbeit wieder öfter. Jedoch zweifel ich manchmal was ich nun habe: zuwenig oder zuviele Streßhormone.
Ein Beispiel: ich bin dauermüde und schlapp, man könnte meinen ich habe einen Adrenalinmangel, es kann aber auch sein, dass ich schon lange unter zuviel Adrenalin stehe, deswegen nicht tief genug schlafe und deswgen ständig müde bin.
Manchmal reagiere ich auch paradox: wenn ich NACH einem stressigen Termin einen Cappuchino trinke, entspannt mich der oft.
In all meinen Recherchen die ich unternahm, um mir selber zu helfen, probierte ich einiges aus:
Zum entspannen:


– Magnesiumchlorid als Fußbad brachte mir Klarheit im Kopf, gute Laune und eine schöne Wachheit. Genauso wie Magnesium-Orotat. Nehme ich das aber regelmäßig schlägt es schnell ins Gegenteil um: ich werde zu schlapp, zu kraftlos. Noch desatröser ist, wenn ich schon im Streßhormonmangel bin und dann noch was nehme was diese senkt, kann es mir sehr schlecht gehen. Ich nahm mal ein Melissenextrakt ein, da gings mir so übel damit, dass ich im liegen das Gefühl hatte gleich ohnmächtig zu werden, ätzend.
– Validol, klingt giftiger als es ist: Auszug der Baldrianwurzel als Lutschtablette, die Wirkstoffe werden schnell über die Mundschleimhaut aufgenommen, wichtig dabei: während des lutschens ruhig wo sitzen/liegen, dann wirkt es. Wenn ich es nebenbei mal nehme und weiter agiere, passiert: nichts.
– „namenloses weißes Pülverchen“ nenne ich nicht beim Namen, da rechtlich eher ungewiss ist, ob es legal ist oder nicht. Kommt aus Russland wurde da viel erforscht und für Astronauten eingesetzt. Braucht lange bis es wirkt so zwischen 1-3 Std. dafür hält es bei mir bis über den nächsten Tag hinaus: ich bin vor allem mental entspannter, guter Laune, denk mir nicht soviel wenn ich außer Haus gehe, bin im Hier und jetzt, mache ich dann noch was schönes wie tanzen zu guter Musik, oder gibt es eine schöne Naturerfahrung kann das Gefühl schon ins euphorische gehen, wo ich dann erst merke wie selten ich das eigentlich fühle. Aber (angeblich) starke Suchtgefahr, daher nur 1x die Woche, da es aber gute 1,5 Tage wirkt ist das für mich ok, besser als nichts.
– Tavor: rettete mir nach dem krassen Zusammenbruch echt den Arsch weil ich endlich wieder schlafen konnte. Bekam ohne Vorwarnung eine 50-Stück-Packung! Zum Glück informier ich mich da immer selber nochmal, weil ich den Ärzten eh kaum vertraue. Zum Glück. Tavorentzug soll nicht lustig sein. Inzwischen reicht mir eine 20er Packung 1 Jahr lang. Leider macht es mich fast nur körperlich entspannter, aber nicht mental.
– Lyrica/Pregabalin: Eigentlich eine tolle Sache, aber… Genau wie das andere Pülverchen entspannt es mich mental, genau da wo es bei mir hakt. Leider sehr schnelle Toleranzentwicklung, ich musste sehr schnell aufdosieren und irgendwann kippte es, ich wurde extrem aggressiv. Habe dadurch einen kleinen Job verloren, weil ich mich derbe gestritten hatte. Erkannte mich selbst nicht mehr. Krass. Absetzen war dann auch übel, hatte wochenlang damit zu tun. Auch starke Zyklusstörungen usw. Schade.
– CBD-ÖL: hatte mich völlig matschig gemacht, da wußte ich aber a) noch nichts von der Histaminintoleranz und b) dass ich meist bei allem nur homöopathische Dosen brauche. Gebe dem nochmal ne Chance mit einem anderen Öl und kleinerer Dosis
– Phosphatidylserin: senkt Cortisol, als Kur mal ganz okay
– Rhodiola: sehr schwach, mal für zwischendrin ok
– Strophantin: DAS Mittel bei Herzsachen! Wenn ich bei starken Streß Herzstechen habe und gar nicht mehr zur Ruhe, reichen einige Tropfen (die homöopathischen!) auf der Zunge. Verdrängt Streßhormone aus dem Herzmuskel. Wurde schon mancher Herzinfarktpatient damit gerettet.

Bin ich zu matschig und antrieblos:
– Elontril half mir mal recht gut, ein Noradrenalin-und Dopaminwiederaufnahmehemmer. Das bisschen an Streßhormone die ich noch hatte verblieb also im Körper und machte mich fit und wach. Wow dachte ich, so fühlen sich die meisten normalen Leute? Ja wenn ich mich immer so fühlen würde, hätt ich auch mehr Lust auf Lebensgestaltung, Hobbys, Arbeit usw. Inzwischen hilft es nicht mehr so gut, es macht mich fast nur noch nervös. Also zuviel des guten (selbst bei kleinerer Dosis).
– Guarana: ist irgendwie weicher von der Wirkung, angenehmer
– Koffeintabletten: wirken fast besser als Kaffe oder Energydrinks
– Ephedrin: wach plus gute Laune, aber auch erst 2x getestet,
weil ich doch mehr in der Adrenalindominanz hänge, spielen die entspannenden Mittel eine größere Rolle.
Außerdem baue ich Streßhormone extrem langsam ab, wenn ich Streß hatte brauche ich ewig zum runterkommen, es gibt da die These vom COMT-Mangel, die COMT-Enzyme bauen Adrenalin, Cortisol ect ab.
Also schwanke ich immer zwischen zuviel und zuwenig, was auch erklären könnte warum ich früher (auch manchmal heute noch aber nicht mehr so extrem) ständig was anderes wollte und 1000 Ideen hatte und immer den Thrill suchte um dann wieder Klostertage einzulegen und am liebsten in einem kargen Zimmerchen wohnen wollte.

Bin ich im Mangel und nehme Koffein zu mir ist das auch eher schlecht, weil es die Streßhormone lockt, die ja aber nicht mehr da sind, der Körper schuftet aber, um doch noch ein Fitzelchen zu finden, um danach erst recht zu crashen. Das sind dann die Momente wo ich nur noch im halbdunkel liegen kann und keine Reize, kein Geräusch ertragen kann und gerade noch so meine Körperpflege und Haushalt schaffe. Allein der Gedanke an Arbeit lässt mich da schon zusammensacken.
Letztens habe ich Pseudoephedrin probiert, auch da gibt man ja dem Körper was ihm fehlt, entlastet ihn also und ja es war eine angenehme Wirkung,werde das noch ein wenig testen.
Ist das alles schon schwierig genug kommt noch meine Histaminintoleranz dazu. Ich baue zu fast 50% Histamin langsamer ab, als ein Gesunder. Das macht viele Symptome. Fatal ist, dass wenn Histamin im Körper ausgeschüttet wird (durch Streß! Sport, was kratziges, Hitze, Kälte ect.) kommt auch das Adrenalin um es in Schach zu halten: Habe ich derzeit eh zuwenig Adrenalin in petto: fühle ich mich mies, den Zustand genau zu erklären ist schwierig, irgendwie aufgedreht aber auch schlapp, geistig ist man im Kampfmodus der Körper aber im Winterschlaf, hatte ich davor schon viel Adrenalin im Blut, steigert sich meine Angststörung enorm, ich kann kaum mehr das Haus verlassen.
Kommt noch eine zuckerreiche Ernährung hinzu, fährt der Blutzucker Jojo und das Adrenalin auch, voila wir haben schöne Stimmungsschwankungen, sind gereizt, hibbelig, unruhig, schlaflos, dadurch auch müde und um wieder fit zu werden greife ich zu Zucker und Koffein. Schöner ätzender Kreislauf.
Jetzt habe ich sehr viele Jahre sehr stressig gelebt, viele verschiedene Jobs, kaputte Beziehungen, Schulden, Wohnungsverlust, viele Umzüge…und man kann süchtig nach diesem Adrenalin werden. Jetzt bin ich aber für all den Scheiß zu müde, ich habe keine Lust mehr auf das Tara, will aber auf das Actiongefühl nicht verzichten: Also esse ich viel unverträgliches. In meinem Falle eben viel Histamin, viel Zucker.


Selbstfürsorge musste ich lernen und tat mich dabei sehrschwer. Die Grundelemente funktionieren inzwischen einigermaßen: bei Kälte für Wärme sorgen, bei Durst was trinken, keine Schulden machen und nicht zu coabhängig handeln, aber so leben damit es mir DAUERHAFT wirklich gut geht…das übe ich täglich.
In meinem Fall heißt das: wenig histaminreiches, wenig Zucker, dafür viel Eiweiß und regelmäßiger Ausdauersport. Klingt jetzt nicht so kompliziert. Leider macht Zucker auch süchtig. Sehr sogar, aber das erledigt sich derzeit fast von alleine, weil ich inzwischen die Weihnachtssüßigkeiten fast nicht mehr sehen kann, viele sind eh nicht mehr da und wenn die leer sind heißt es: basisch ernähren, glutenfrei, weniger Alkohol, weniger Zucker.
Dann regulieren sich die Streßhormone auch wieder fast von alleine. Hoffe ich

Rache ist süß

Gestern spätnachmittag, ich ging nochmal eine Runde spazieren, kam mir so der Gedanke, wie ich wieder Kontakt zu meinem Vater aufnehmen könnte, nach fast 10 Jahren Funkstille (ich habe den Kontakt abgebrochen) nur um den Spieß umzudrehen.


Ich mache all das, was er mir angetan hat. Ja nicht sehr kreativ in Sachen Rache, aber es tat gut mich diesen süßen Rachephantasien hinzugeben. Vom Opfer zum Täter werden mag nicht gut sein, aber was ist in dieser Welt schon gut, nein das klingt jetzt wieder zu pessimistisch und verdirbt mir die gute Laune, die das Gedankenspiel mir bringt.


Er ist ein einsamer alter Mann und wahrscheinlich würde er ziemlich schnell auf den Zug aufspringen, den ich ihm vorbei schicken würde. Der lieben Tochter, die ich spielen würde, die sich Sorgen um ihn macht, dass es doch schade wäre wenn wir so im Schweigen verweilen, wer weiß wieviel Zeit uns noch bleibt laberlaber-heuchelheuchel.


Ich würde ihm in Aussicht stellen ihn vielleicht auch mal wieder zu besuchen…je öfter er nachfragt wann das denn sei, desto mehr ließe ich ihn emotional am ausgestreckten Arm verhungern. So wie er es mit mir gemacht hat. Ich kenne all die Psychospielchen und wenn mir mal nichts mehr einfiele, müßte ich nur im Buch „Die Masken der Niedertracht“ nachlesen.
Ich würde ihm auch unpersönliche Sachen schenken, irgendein Geraffel aus meinem Keller was ich eh nicht mehr brauche. Und er natürlich auch nicht, aber das wäre mir wurscht.
So wie er es getan hat.
Ich würde ihn zuscheißen mit Links zu stundenlangen Technoplaylisten, so wie er mir einen USB-Stick schenkte mit 900 Lieder voller Rockmusik, wo er genau weiß das höre ich NIE.
Ich würde all das verhöhnen und verachten was ihm wichtig ist und was er mag. Aber natürlich nur wenn ich von anderen Leute erzählen würde, denen genau das auch wichtig ist.
Ich würde ihn als schwach, alt, gebrechlich nennen, während es mir immer gut ginge, ich würde ihn zuschwafeln voller Lügen, dass ich einen tollen Mann an meiner Seite hätte, wir viel unternehmen usw.
Er wäre der Schwache und ich würde ihm helfen. Jetzt wäre ich oben und er unten
Ich würde ihn in Sicherheit wiegen und auch gegen diese Scheißpolitik und all die Ausländer schimpfen, auch wenn das nicht meine Meinung ist, einfach um ihn ein wenig einzulullen, dass wir was gemeinsam hätten. WIR gegen den Rest der Welt!
Ich würde ihn anlügen, dass ich Geld bräuchte…für irgendwas muss dieser Vater ja zu nutze sein.
Ich würde alles nehmen was ich kriegen könnte, umsäuseln würde ich ihn, umhegen und sanft bitten und theatralisch aufseufzen bzw. mich eisig beleidigt zurückziehen, nur damit er merkt dass er ganz alleine ist.

Eotionale Erpressung, habe ich von dir höchstpersönlich gelernt.

Berechnend ist das? Jawoll. Ist es. Wer weiß, vielleicht schleime ich mich so sehr ein, dass ich die Alleinerbin von seinem Haus werde, in dem er mich nicht aufnahm, als ich in großer Not und obdachlos war.

Wann war er mal wirklich für mich da?
Wann hat er mich jemals wirklich gesehen mit meinen Gefühlen und Bedürfnissen?
Wann war ich mal nicht die Erweiterung seines Selbst, das sein Ego schmeicheln, seine Zeit vertreiben, seine Gefühle auffangen und seinen Rücken kraulen sollte?
Ich war seine Ersatzfrau, weil er zu feige für eine Partnerschaft auf Augenhöhe war.
Ich war seine Ersatzmama, weil seine schon lange tot ist.
Er hat mich benutzt
Er hat mich mißbraucht
Jetzt soll er mal spüren wie das ist.

Ich muss gestehen, mich diesen Gedanken hinzugeben fühlte sich kraftvoll an, so ein kribbeln im Bauch, so ein fester Blick, so eine Kraft und eine Faust in der Tasche. Dir blödes Arschloch zeig ichs.
Aber es wird bei diesen Gedanken bleiben. Ich habe das nicht nötig und es ist auch total sinnlos. Schlimmstenfalls verletze ich mich selbst dabei, weil ich ja nicht weiß wie sadistisch, hinterhältig und böse dieser Mann inzwischen ist. Dass wir keinen Kontakt mehr haben ist Strafe genug. Keiner mehr da, der sein Ego füttert und ihn bewundert und besucht.
Sich mit einem waschechten Narzissten anzulegen kann sehr übel ausgehen. Ich habe viele von denen kenngelernt. Ich halte lieber Abstand.

Aber das Gedankenspiel zeigt mir: darüber nachzudenken und es zu tun, da ist schon nochmal eine große Hemmschwelle dazwischen. Zum Glück. Ich glaube das nennt sich Gewissen. Oder Moral oder gesunder Menschenverstand oder wie auch immer.
Ich habe mich entschieden es nicht zu tun.
Meine Eltern haben sich anders entschieden. Sie taten es mir an (meine Mutter tat das mehr offen böse, während mein Vater mehr mit Zuckerbrot und Peitsche agierte, meine Mutter hat sich in den letzten 40 Jahren ihr Hirn weggesoffen, sie befindet sich kurz vorm Endstadium der Alkoholsucht, der brauche ich nichts mehr antun, die siecht eh nur noch vor sich hin, die lasse ich einfach in Ruhe).
Mir kann keiner mehr erzählen: sie wußten es nicht besser, sie haben ihr bestes getan. Nein, auch sie hätten mal aufhorchen können, nach innen lauschen und sich fragen: was tue ich hier eigentlich meinem Kind an? Wie gehen wir miteinander um?
Ich habe sehr viel Zeit damit verbracht meinen Eltern zu erklären wie man respektvoll miteinander umgeht und was mich stört. Schade, dass ich da soviel Energie verbrauchte, denn sie WOLLTEN es einfach nicht wissen bzw. wußtenes sehr wohl und taten es trotzdem.
Sie hatten ihre Gründe.

Du darfst nicht fühlen!

Es treibt mich weiter um, wie sehr ich wieder in der Gefühlsverleugnung war. Und umso besser geht es mir jetzt, dass ich mich wieder spüre! Klar ich merke, dass ich seit über einem Jahr keine Therapie habe, denn dort fiel es mir leichter anzuschauen was dann da „schlimmes und überwältigeendes“ in mir lorderte, aber ich kann ja nicht lebenslang in Therapie gehn.
Du sollst nicht fühlen ist kein kirchliches Gebot, abr es war in unserer Familie eines.
Ich habe Angst: ach da brauchst du keine Angst haben, das ist gleich vorbei und tut gar nicht weh (was selten stimmte, was doppelt schlimm war weil so musste ich meine Angst und meinen Schmerz/Leid unterdrücken)
Ich will das nicht: ja aber da musst du halt jetzt durch
Wenn ich still war: jetzt sei halt nicht so bockig…
aber auch bei „schönen“ Gefühlen. Wenn ich zum Beispiel aufgeregt war (egal ob wegen was schlimmes oder schönen, hat sich meine Stimme „überschlagen“ und es hörte sich sehr nasal an, die Energie das kribbeln im Bauch strömte quasi durch eine Nase, was Anlass war das sich meine Familie über mich lustig machte und mich beschämte. Ausdruck von Lebensfreude durch tanzen oder singen? Die spinnt…jeder Gefühlsausdruck wurde immer bewertet.

Noch heute erwische ich mich dabei, mir zu verbieten zu tanzen wenn ich Lust drauf habe und ein Lied im Radio kommt das ich mag, oder mal vorm Spiegel bissl rumzualbern …das ist KINDISCH.
Ich habe ein Foto wo ich es endlich deutlich sehe und einen Beweis habe: Es war abends auf der Theresiewiese, wir wateten auf den Bus der uns nach Berlin zur Loveparade bringen sollte. Ich war immer ein leidenschaftlicher Technofan und endlich sollte es auf DIE Party gehen. Es ging eine Sektflasche rum, ich trank, tanzte und lachte verschmitzt in die Kamera, meine Schwester daneben schaut mich voller Verachtung an.


Ich verbot mir zu fühlen. Ich fühlte nicht, dass der Beruf der Kinderpflegerin mir überhaupt nicht taugt, aber ich dachte halt, mei wem macht Arbeit schon Spaß. Dass sie das sehr wohl tun kann, erfuhr ich leider erst später.
Das ich den Typ mit dem ich zusammen wohnte und so tat als wären wir ein Paar, nocht nicht mal leiden konnte geschweige denn liebte, spürte ich ebenso nicht. Wir hielten Händchen, knutschten, verbrachten unsere Freizeit mit einander, fuhren in Urlaub, hatten Sex und ich mochte ihn nicht. Nicht seine Tics, nicht seinen extremen Zigarettenkonsum, nicht seine Schlaksigkeit und schon gar nicht keine krankhafte Kontrolle. Ich merkte das erst als ich immer kränker wurde und ein Arzt vertraulich mit mir sprach und mich auf etwas aufmerksam machte.
In der Sexarbeit spürte ich keinen Ekel, keinen Widerwillen, nur wenn ich Angst spürte nahm ich diese ernst und traf mich nicht mit Typen die mir komisch vorkamen.

Mit Gefühlen umgehen habe ich in meiner Familie nicht gelernt, alle unterdrückten ihre eigenen, mein Vater verlies vor lauter Angst das Haus nicht mehr, meine Muter soff und meine Schwester wurde das perfekte Vorzeigekind (und Jugendliche) eiskalt und sadistisch.
Als ich anfing mithilfer ersten Therapien meine Gefühle zu entdecken und sie ernst zu nehmen wurde ich ganz schnell das schwarze Schaf in meiner Familie. Ich entschied nämlich so Sachen wie: Nein ich möchte nächsten Sonntag nicht zu Besu kommen, nein ich will nicht die Geldkarte von Papa, nein ich möchte dieses Jahr Weihnachten anders feiern, nämlich auf einer Party. Ab da wurden alle Manipulationen und Erpressungen noch schärfer und somit offensichtlicher. Das war nicht leichter, bestätigte mich aber, das ich auf dem richtigen Weg bin, zumal es mir körperlich und seelisch um Welten besser ging!

Dabei sind Gefühle weder gefährlich noch schlimm. Sie wollen meistens nur wahr und ernst genommen werden. Das muss man aber erstmal wissen UND ausprobieren, dass das wirklich so ist. Es muss nicht gleich weitreichende Konsequenzen haben. Nur weil mich mein Mann grad nervt heißt das nicht dass wir uns gleich scheiden lassen müssen, nur weil ich heute keine Lust auf Arbeit habe, heißt das nicht dass ich kündigen und ab sofort unter der Brücke schlafe muss.
Klar manchmal muss man auch handeln, ich hatte irgendwann all die Schikanen meiner Familie so satt, dass ich mit 32 Jahren sagte: So Schluß aus, ich will keinen Kontakt mehr zu euch, macht euren Scheiß alleine! Und fast zeitgleich konnte ich das rauchen sein lassen! Ich musste mithilfe der Zigaretten nichts mehr wegdrücken. Das jährt sich nächsten März nun zum 10. mal und das macht mich stolz.

Das wir leider derzeit wieder in einem Klima des „du darfst nicht fühlen“ sind, triggert mich. Wenn jemand Bedenken wegen Corona hat, sei es an der Krankheit an sich, wegen der Impfung oder wegen der Politik wird man sofort als rechter, verblödeter, verschwurbelter, asozialer Esoteriker/Volldepp/ect. hingestellt.

Eine Autorin die mir geholfen hat, meine Gefühle wieder zu entdecken ist Safi Nidiaye. Sie schreibt klar und gut verständlich, immer wieder hole ich mir ihre Bücher hervor.
Ein anderes Buch, das mir die Augen öffnete war: Gefühlsstau von Hans-Joachim Maaz, ich las es eher weil es darin um das politische System der DDR ging und mich das schon immer faszinierte und interessierte, wie die Menschen das damals erlebten, wie es ihnen ging, wie sie das aushielten. Das Buch fesselte mich, manchmal spürte ich so eine extreme Unruhe und Wut in mir, dass ich es weglegen und mich erstmal irgendwie austoben musste. Bis ich erkannte: So war unser System in der Familie auch! Ich wurde massiv getriggert. Mir gingen die Augen auf. Es war schmerzhaft aber auch sehr hilfreich zu erkennen: Mein Widerstand und meine Rebellion und meine Abneigung gegenüber meiner Familie haben einen Grund!

Nunja, heute muss ich zum Glück nicht wieder bei 0 anfangen. Ich bin schneller bei meinen Gefühlen. Manchmal stelle ich sie mir als Wesen vor: Die gebeugte Angst, die plumpe gemächliche Gelassenheit, manchmal rede ich mit inneren Anteilen, mit dem ängstlichen Kind, mit der eigenbrötlerischen Jugendlichen, auch das hilft…da findet jeder seine eigene Methode.

Im Land der Dichter und Denker wär es schön, wenn man abundzu auch auf seine Gefühle schaut und dass diese eine Berechtigung haben. Den Weg des Herzens gehen

Sei nicht lieb, sei echt!

Wenn dich jemand verlässt, ist das schmerzhaft,
wenn du dich selbst verlässt, ist das desatrös.

Dass ich gestern im Chat mal bei mir und meinen Gedanken, Gefühlen und Bedürfnissen blieb löste wohl einen schon sehr festsitzenden Knoten. Ich kam wieder bei mir selber an. Und es kam viel Energie. Viel Wut. Viel Aggression.
Gleich nach dem sehr kurzen Frühstück heute (ich musste an die Luft!) ging ich über eine Stunde recht flott über die Feldwege, danach brachte ich Müll weg, ging einkaufen, setzte mich auf mein Rudergerät und da merkte ich es: all die Wut wollte mal raus, Schimpfwörter, schnaufen, nicht die lieb reizende sanfte nette ruhige Frau, nein eine gereizte, aggressive, kraftvolle, berauschte (kein Alkohol), verschwitzte Frau voller Grimassen und Flüche saß da und ruderte und ließ all die Energie raus, die (leider mal wieder) seit wann? unterdrückt wurde, zwischendrin wollte ich was anderes machen, wollte mich zurückhalten, weil erst Sport, dann duschen, dann alles andere. Aber SCHEIß DRAUF! Also schrubbte ich mittendrin wie eine wahnsinnige mein Bad. Samt Fliesen. Ruderte weiter. Schimpfte auf die fucking Coronapolitik, erst recht auf den Arsch von bay. Ministerpräsident, natürlich auf meinen Vater, dann auf irgendeine Bekannte usw….ARRRGHHH tat das gut!
Das muss raus! Dann Musik laut aufgedreht, tanzen, hüpfen, weiterschnaufen, scheiß Nachbarin verhöhnen die sich für was besseres hält, daweil ist die auch nur ne Putzfrau undso ging es munter weiter…


Ich glaube das deswegen Frauen öfter depressiv sind. Weil sie ihre Aggression (was ja nichts anderes als Energie ist) sooft unterdrücken müssen. Wie sieht das denn aus, eine wütende Prinzessin im rosa Tütü? Nicht schön..nein mein Kind, sei brav, reg dich nicht auf, sei lieb, der Onkel hat das nicht so gemeint, komm iss ein Stück Kuchen, hat die Mami extra für dich gebacken (anlügen muss man sich auch noch lassen).
Während Jungs animiert werden sich zu wehren, sich den Ball zu schnappen, zurückzuhauen, dem anderen zeigen wos lang geht, dass man das nicht mit sich machen lässt!
Nein, nun ist meine innere Ronja Räubertochter dran..harhar….Mittagsschlaf? Heut nicht. Ich bin voller Energie, fast etwas manisch, aber es fühlt sich gut an, lebendig, warm, kraftvoll, Suizidgedanken? Never! Bevor ich mich umbringe, bring ich lieber jemand anderen um, der das auch verdient hat!


Selbstentfremdung…schrecklich…man fühlt sich hilflos, ausgeliefert, kränkbar, wenn man nicht mal sein Selbst mehr hat…was denn dann?
Depression – Aggression sagen ja schon die Wörter….da helfen auch keine bunten Pillchen…eher ne Runde TaeBo, Kissen verprügeln oder die Wand anschreien. Oder alles zusammen.
Ich habe wieder Zugang zu mir…lange genug hats gedauert. Leider.
Aber jetzt genieß ich noch ein wenig Energie. Meine. Da läuft grad so ein tolles Lied….
Tanzende Grüße

Wochenrückblick 3.Dezember 2021

Arbeit: nun musste ich erstmal gar nicht absagen, sondern die Bewohnerin sagte mir ab für 2 Wochen, weil ihr Mann erstmal in Quarantäne muss, da er aus Südafrika kam. Auch recht. Sehr recht sogar.

– Stelle am Kopf: Die Lösung da drauf schmieren war nicht so gut. Das erste Mal brannte es arg und nach paar Tagen hintereinander war das was ich abknibbeln konnte eher dunkelbraun bis blutig. Also ließ ich das natürlich sein (die Lösung draufschmieren, zumal es auch arge Kopfschmerzen gab an der Stelle, ich hab fast nie Kopfweh), daher interessiert es mich eigentlich schon sehr, was das nun ist, aber nunja, nun muss ich eben bis zum 4. Januar warten (bzw. bis Mitte Januar bis das Ergebnis da ist).

– gesehen: den Film: schwarze Schafe: herrlich schräger Film mit derben, ultraschwarzem Humor, manche mögen das geschmacklos nennen, aber über Geschmack lässt sich ja bekanntlich streiten. Es gibt keine wirklich stringente Handlung, eher plätschert er so gemütlich vor sich hin und spielt in Berlin und läuft in schwarz-weiß. Ideal für einen gemütlichen Abend, um sich berieseln zu lassen!
und: das weiße Kaninchen. Auch ein sehr gut gemachter Film (mit einigen überraschenden Wendungen, sowas mag ich ja und guten Schauspielern) aber eben derbe Kost: sexueller Mißbrauch von Kindern (eher explizit einer Jugendlichen), mit teils heftigen Szenen voller Gewalt. Die waren schon krass, aber noch viel mehr triggerte mich die psychische Manipulation, das belügen, das einschleimen, der Machtmißbrauch um das Mädchen dahin zu bringen, wo man es haben will. Da war ich teilweise echt kurz davor den Film zu stoppen, weil mich das an soviele Täter erinnert und an die eigene Familienatmosphäre.

– im Chat: nach Ewigkeiten mal wieder im Chat. Mich wieder gefragt was ich da eigentlich will und soll. Die meisten Typen haben ja nur die Standartfrage drauf: Bist du solo? Oder: wie lange bist du schon solo? Ich möchte einfach manchmal abends nur ein wenig online plaudern. Über alles mögliche, Politik, Tagesprogramm, ob man an Elfen glaubt was weiß ich. Die gibt es schon oft, mancmal auch über eine Zeit hinweg wenn man sich also auch ein wenig näher kennt. Das ist okay, das mag ich.
Nun entschied ich, als mich ein Typ anschrieb nach dessen Bildzusendung ich sofort dachte: oh ein psychopathischer Serienmörder (wobei, gibt es auch psychisch gesund Serienmörder? Das wäre ja wie trockenes Wasser…) einfach mal authentisch zu sein und bei meiner Befindlichkeit zu bleiben, anstatt sofort wieder in mein vollautomatisiertes „ich verhalte mich so wie du es erwartest/willst/brauchst und verleugne mich dabei selbst zu 100%“- Programm zu verfallen (kleiner Tip am Rande: so ein Programm schiebt einen auch zu 100%  in eine Depression, man muss es nur lang genug machen!)

Also stieg ich auf sein langweiliges: bist Du Single-Spiel ein…irgendwann kam dann die Frage wie ER (der potenzielle neue Freund) denn sein soll (hätt ich geschrieben, dass ich das mit den festen Beziehungen für mich endgültig abgehakt hätte, wäre mein Spiel sofort zuende gewesen), also schrieb ich was von: weder Klammeraffe noch dauerhafter Couchbewohner, muss halt passen undsoweiter.
Er ohne dass ich ihn gefragt hätte, sofort wie aus der Pistole geschossen: Treue, Ehrlichkeit, Humor, man sollte über alles miteinander reden können, nicht verklemmt.
Aha. Gut dachte ich mir, das mit dem verklemmt behandeln wir später, ich fange mal mit dem Anfang an:
Ich also: Das mit der Treue hab ich schon gestrichen.
Er: lach, wieso? Soviel schlechte Erfahrungen  gemacht?
Ich: ich bleib nur gern in der Realität.
Er: na meine Partnerin sollte schon treu sein
Ich: ich rede auch nicht von mir, sondern von den Männern
Er: Aber es wäre doch schön, wenn er treu ist
Ich: klar wäre das schön, aber ich lebe in keinem Disney-Schnulzenfilm und mache mir nichts mehr vor, also kann der Mann tun was ihm beliebt, solange er es nicht zu offensichtlich macht und mich nicht vernachlässigt
Er: ich bin treu, wenn der Sex passt (ich mir gedacht: Logo und ich bin ein Fisch und heiße Nemo) und nicht nur einmal im Monat!
Aha. Wir kommen der Sache näher.
Ich: ich mags immer nur zu Vollmond und der ist nur einmal im Monat.
Er: lach, echt jetzt? Ist aber wenig.
Ich: ja wenn mein Eisprung grad mal zu Neumond passiert, dann da vielleicht auch mal.
Er: hm ich habs schon gern öfter.
Ich: tja wie gesagt, du kannst dich gern anderweitig umschauen (ich komme mir inzwischen wie bei ner Verhandlung für eine arrangierte Hochzeit vor und bin heilfroh, dass der Typ über 200km weg wohnt). Also was machst du wenn sie nicht sooft will?
Er: na Hand anlegen
Ich: siehste, geht doch.
Er: was?
Ich: Kopf—Tisch
Es plänkelte sich dann noch so vor sich hin, währenddessen ich mir dachte: ob unter „über alles miteinander reden“ auch fällt, dass ich letztens vergessen hatte mir den Tampon zu entfernen und er da so eine Woche in mir vor sich hinmoderte und ich anhand des doch üblen Geruchs und weiteren Schmierblutungen doch mal auf die glorreiche Idee kam „nachzuschauen“ und ich dann einen dubiosen Klumpen samt komischer Suppe zutage förderte…oder wäre das zuviel ALLES?
Ich wünschte dann dem ach so netten IT-Leiter (im übrigen haben da alle so tolle Berufe, gerne auch Ingenieur, Selbstständige ect.  keiner ist da arbeitslos oder arbeitet in einer Fleischfabrik oder so) noch einen schönen Abend.
Später hatte ich noh einen der unbedingt Fotos von meinen langen Beinen sehen wollte. Ich so: die sind im Keller. Daraufhin schwieg er…Mister „Zickenversteher“ (sein Name) war 64 Jahre alt und sabberte was von: dass doch jeder Liebe bräuchte und Mr.Cool aus Frankfurt wollte dass ich ihm meine Dessous beschreibe, ich meinte dann nur, die befänden sich im vorletzten Beathe-Uhse-Katalog auf Seite 10, 11, 15 und 20. Komisch, dass auch er dann schwieg.
Ich aber hatte ausnahmsweise mal richtig Spaß im Chat 😉

– kleiner Ausflug: wenn ich schon einen negativen Test nun hatte (vom abgesagten Doctermin) dachte ich, das muss ich nutzen: 30. November, meine Monatskarte gilt auch noch: also ab nach München. Zur Bank und dann noch ein Weihnachtsgeschenk gekauft, einen creme-weißen Fleecepulli ergattert und auch glutenfreies Weihnachtsgebäck. Da war ich also den ganzen Vormittag gut unterwegs, leider im eisigen Schneesturm, der dann aber daheim bei Kaffe und Gebäck, Räucherstäbchen und Jogginganzug umso schöner war!

– komisch: dachte ich so, dass ich den Lautstärkeregler soweit nach rechts aufdrehen muss, um mal richtig laut Musik zu hören…werd ich schon taub? Am nächsten Tag kam mir das doch sehr komisch vor und ich wär ja nicht Papas Tochter (ein Handwerker und Bastler wie aus dem Bilderbuch) wenn ich das nicht lösen könnte: Also erstmal Balance-regler gedreht: stimmt, die recht Box schweigt. Box umgedreht, da lachten mich 2 lose Kabel an. Wie die da rausgerutscht sind…weiß der Geier. Kabel rein- Musik da. Passt!

– neues Buch: Das Kind in mir will achtsam morden
solch Humor mag ich

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