Die Sache mit der Normalität

Wer will schon durchschnittlich sein? Wer will nicht was besonderes sein?
https://www.psymag.de/9609/auf-dem-weg-zur-ich-staerke-ich-schwaeche-2/
Ich fand gestern diesen interessanten Artikel, der mich sehr nachdenklich machte und in dem ich mich wieder erkannte.
Er spricht Tacheles und wirft nicht mit Wattebällchen, das finde ich gut, auch wenn die Selbsterkenntnis gerade nicht schön ist und auch etwas ziept, aber manchmal muss das eben sein.
Angestochen hat mich der Punkt NORMALITÄT, dass ich-schwache Menschen sich einerseits danach sehnen, andererseits diese scheuen, weil „das machen ja die meisten Menschen schon und ich will was besonderes sein“. Ja das klingt nach Narzissmus und hat durchaus etwas damit zu tun.
Man hat das Gefühl, wenn man nicht als bonders heraussticht, geht man erst recht unter in der Masse, doch oft ist das Gegenteil derFall.
Wo sich kein stabiles Selbst bilden konnte, macht sich das Ego breit. Mit diesem Thema beschäftige ich mich schon seit einigen Wochen.
Den Mangel an Aufmerksamkeit durch andere Menschen versucht man dadurch zu kompensieren (auch keine Neuheit) indem man auffällt und zumindest oberflächliche Aufmerksamkeit bekommt.
Ich weiß noch, es war in der 5.Klasse und meine Eltern lebten im Trennungsjahr. Es ging mir hundsdreckig, ich hätte die Klasse fast wiederholen müssen und da war U. eine neue Mitschülerin (die Klasse wurde neu zusammengewürfelt) und eine hervorragende Zuhörerin. Ihr klagte ich immer mein Leid. Sie nahm mich ernst, fühlte mit, das tat so gut. Überhaupt war die Scheidung meiner Eltern was besonderes, denn vor 30 Jahren, in einem kleinen hochkatholischen Dorf, war das noch etwas neues. Keiner machte sowas. Scheidung, so war man damals der Meinung, sei genauso schlimm für Kinder wie wenn sie verprügelt und in der Wüste ausgesetzt wurden. Ich war was besonderes. Ich hatte Aufmerksamkeit. Da spürte ich das erste Mal den „Kick“ daran.
Das normale, verlässliche mied ich. Ich hatte nicht die ersten intimen Kontakte mit gleichaltrigen, sondern mit älteren Männern die ich über Kontaktanzeigen traf. Die folgenden Beziehungen waren auch immer stressig und mißbräuchlich. Ein verlässlicher liebevoller Mann? Nein danke, zu langweilig. Später zog oft um, hatte dauernd verschiedene Jobs und einen auffallenden  Kleidungsstil, provozierende Tatoos und Piercing samt bunten Haaren durften nicht fehlen, das bei einer Größe von 183cm verfehlte selten seine Wirkung, zudem ich schon als Kind hörte, wie hübsch ich doch sei, mit diesen eisblauen Augen…
Auch die Jobs waren selten normal, es waren immer die krassesten, anstrengsten, schwierigsten oder das wa „man nicht macht“ wie Aktmodel oder später im Erotikbereich.

Ja oft verachtete ich offen was „alle machten“: Faschingsumzug mitmachen, zum Trachtenverein und/oder Schützenverein gehen, den Sommer toll finden, Weihnachten bei der Familie feiern, Haus bauen, jahrelang im selben Job sein..sowas eben.
Ich habe mich allem verweigert, fühlte mich den Hippies nahe, interessierte mich für barfuß Leben, las bei den glücklichen Arbeitslosen und das Recht auf Faulheit. Schon immer hingezogen zu den schrägen Vögeln, zu den Süchtigen und Heimatlosen.
Es gab Zeiten da fühlte ich den Kick „wie krank ich sein muss, um mit 32 Jahren in Rente gehen zu müssen!“
Wieder was besonderes…was anderes. Seht her, wie traumatisiert ich bin.

Wenn man kein Selbst hat, fühlt man sich ausgeliefert, hilflos. Wenn ich in mir keine Heimat finde, fühle ich mich ständig angegriffen und bin äußerst mitßtrauisch anderen gegenüber und unterstelle ihnen, dass sie mir nur böses wollen, auch diesen Zusammenhang kann man gut in dem Artikel nachlesen.
Auch dass sie Dinge, die sie nicht schaffen dessen Stellenwert überhöhen, das wäre bei mir Thema Arbeit. Es gibt ja noch andere Bereiche im Leben, aber dass ich nicht arbeiten kann, aber einerseits irgendwie doch will, was zur Folge hat, dass ich es immer wieder versuche und dann wieder aufgebe, nagt ebenso am Selbstwert.
Der eh schon kaum vorhanden ist und um das zu vertuschen komme ich arrogant rüber.

Mit eine Rolle spielt sicher auch, dass ich an den hohen Adrenalinspiegel gewöhnt bin. Ich brauche hohe, starke Reize. Zuause gab es wenig Normalität, noch weniger Geborgenheit, Sicherheit und Hilfe. Ich war sehr auf mich alleine gestellt und immer sehr angespannt, alles war brüchig.

Das heißt jetzt nicht, dass ab sofort alles easy ist, ich heiraten, in einen Yogakurs gehen und mehr arbeiten werde. Die Schwierigkeiten sind ja durchaus da, aber ich möchte das nicht mehr noch mehr künstlich aufbauschen.
Nur etwas mehr Normalität wagen…ich wurd ja schon ruhiger, die Kleidung unauffälliger, die Piercings (fast)weg, seit 15 Jahren nicht umgezogen, rauchfrei, schuldenfrei, keine Drama-Beziehung, der Versuch den Marktsonntag zu genießen schlug fehl, ich war extremst gestresst und zum Ende hin kurz vor der Panikattacke. Aber ich muss ja nicht alles mögen.


Es reicht schon mich nicht immer anders zu fühlen, ich habe mit anderen Menschen mehr gemeinsam, als das was uns trennt. Raus aus der emotionalen Isolation. Raus aus dem Extrastatus. Ich habe in der Trauma-klinik mich mal tatsächlich gewehrt, gegen eine „Extrawurst-behandlung“. Ich war schon wieder anders, weil ich damals nicht mit anderen Menschen essen konnte. Vor lauter Panik und Anspannung (da brach nach einer Extrembelastung die PTBS so richtig aus) ging das einfach nicht. Nur wollte ich dieses Mal nicht wieder auffallen, aber die Ärzte sahen meine große Not und über 6 Std. Tagesklinik plus 1Std. Fahrzeit, da muss man was essen. Also nahm ich Brotzeit mit und aß draußen im Park.

Witzigerweise wurde mir nach dem oben genannten Titel ein anderer vorgeschlagen: Mentale Hocheffizienz oder: Das Gefühl nicht in die Welt zu passen. Da hatte er mich wieder, der Kick: Ja mein Geist ist auch so überaktiv, ja ich bin ja auch so hochsensibel, ja ich fühle mich auch immer so anders!
Der Kick dauerte nur kurz, ich kam mir selbst wieder auf die Schliche. Die Falle schlug wieder zu.
Nein ich denke genausoviel wie andere, vielleicht ein wenig anders, mehr um die Ecke, wenn ich mehr spüre oder von meiner Umwelt mitbekomme liegt das höchstens an der Überaufmerksamkkeit durch jahrelange Traumata, die kann ich nicht verleugnen, aber ich kann an der Entspannug arbeiten: Jetzt, hier ist als gut

Menschen, nahe

Es war letzte Woche, als ich mit J. abends essen ging und auf dem Heimweg erzählte ich ihm, dass ich letztens alte Tagebücher von mir gelesen hatte (ich weiß nicht mehr wie wir darauf kamen) und zwar die von 2009 und 2012 und dass das mit meine schlimmsten Jahre waren und dass es mich nicht mehr wundert, dass ich da zusammenklappte und dass dann der Kontaktabbruch zur Familie kam und Rentenbewilligung undso.
Wenige hundert Meter später waren wir beim Thema „meine Familie“ und ich ließ so ein paar relativ harmlos Beispiele fallen, wie meine Eltern so tickten. Wir warteten zusammen auf die Bahn, es war dunkel und keiner von uns besoffen, noch nicht mal angeschickert.
Und auf einmal sagt J. Dinge wie, dass er niemanden kennt der so selbstständig ist wie ich und so schlau und kreativ und noch ganz viele Lobe (nennt man das so?).
Und es war weder anmachend, noch irgendwie schwülstig, sondern ganz spontan und offen aus reinstem Herzen. Ich wußte gar nicht wo ich hinschauen sollte und wie reagieren. Ich sah weg, meine Augen wurden feucht und es kam die Bahn. Wir drückten uns ganz fest aneinander, er hatte auch feuchte Augen und stieg in die Bahn, ich machte mich die wenigen Meter zu Fuß auf dem Heimweg, auf dem ich kurz heulte.
Weil es mich so berührte, weil mir schon lange, sehr lange nicht mehr jemand so ehrlich sowas nettes sagte. Weil ich mich von ihm so gesehen fühlte. So erkannt. Es war Nähe zwischen uns und davor habe ich Angst.


Irgendwann gehen ja doch alle Freundschaften kaputt, irgendwann muss man sich doch wieder trennen, irgendwann tut der andere mir doch wieder weh. Also ließ ich das ganze gar nicht so nah an mich heran. Was mich irgendwie erschreckte. Aber es ist sicherer. Der letzte Mann mit dem ich freundschaftlich verbunden war, fragte dann doch eines Abends, als ich bei ihm übernachtete, ob er ihn nicht doch mal kurz, nur ganz kurz reinstecken dürfe.
Menschen sind scheiße und Nähe ist gefährlich.
Aber J. trieb das weiter um und wir schrieben paar Mails. Er war erschüttert zu hören was ich erleben musste und wie kann so eine junge Psyche stark und groß werden, wenn sie nie Unterstützung und Geborgenheit bekam? Und weitere Zeilen dieser Art. Sehr schön und treffend beschrieben, nur…auch das höre ich nicht zum ersten Mal von Leuten die relativ behütet aufwuchsen und nie größere Krisen zu bewältigen hatten. Aber was hilft mir das? Nix.
Und außerdem grübelte ich weiter…das waren ja Lappalien die ich ihm erzählte, das war ja noch nicht mal die Spitze des Eisberges, das waren grad mal die Schneeflöckchen auf der Spitze des Eisberges! Würde ich ihm von den wirklich fiesen Sachen erzählen, würde er wahrscheinlich nen Herzinfarkt bekommen.


Ich bin ganz schön kaputt. Und inzwischen auch noch so kalt wie der Eisberg. Gefühlskalt. DAS erschreckt mich wirklich. Denn normalerweise gebe ich mich mit Haut und Haaren demjenigen hin, der mir so nahe kommt, der mich erkennt und sieht und wahrhaft mitfühlt. (und hoffentlich endlich endlich das einsame, verlassene Kind inmir rettet).
Aber ich bin vorsichtiger geworden. Kein Mensch kann dich retten. Ich bleibe also emotional etwas auf Abstand. Immerhin ich habe endlich dazu gelernt. Blöd ist nur, dass der jetzige Abstand genauso weh tut, wie der wenn man sich hingibt und dann fallen gelassen wird. Nur das ich es jetzt selbst entscheide.
Scheiße ist beides. Und die Isolation tut verdammt weh. Aber, sicher ist es…

Mal weich, mal hart

Ich bin gerade erstaunt, wie sehr unterschiedliche ich mich behandel (naja so neu ist diese Erkenntnis nicht).
Gerade in Bezug auf Arbeit: oft bin ich da sehr hart mit mir, prügel mich durch, mache zuviel, zu schnell, erlaube mir keinerlei Fehler, bin also sehr streng mit mir. Übergeh mich oft.
Und derzeit bin ich da sehr weich, sehr übervorsichtig, ich mag nicht wehleidig sagen, das habe ich zuoft im falschen Zusammenhang gehört und meistens wenn ich nicht verstanden wurde.
Zur Veranschaulichung: ich musste heute, Sonntag arbeiten. Für gestern abend war aber eine Veranstaltung geplant die wir gebucht hatten. Und ich hatte Bedenken: ob ich das schaffe, und das mir das eigentlich zuviel ist, weil Samstag wirds sehr spät abends, dann mit Schienenersatzverkehr ewig rumfahren, kurz schlafen, wieder Schienenersatzverkehr fahren, um dann weiter in der Areit körperlich hart arbeiten zwischen 3-5 Stunden (je nachdem wie die Ferienwohnung hinterlassen wurde). Nein, das geht nicht, ich wollte am liebsten jedem sagen: ich kann nur kurz schlafen, ich muss dann arbeiten, ich, ich ich, arme Socke, das ist ganz was außergewöhnliches, bitte bachtet mich und diese stressige Situation, fasst mich mit Samthandschuhen an usw. Also mich da irgendwie wichtig machen. (Dabei hab ich vor wenigen Tagen erst gelesen, dass die meisten Lokführer nur alle 3 Wochen, 2 Tage hintereinander frei haben! Also DIE dürften sich mokieren).
Ich konnte mich dann da selber ein wenig rausziehen, dass ich ja die Tage davor und danach ruhiger verbringen werde und eine Nacht mit wenig Schlaf ist jetzt kein Drama usw. Irgendwie einen kindlichen Anteil beruhigen.

Es ging dann auch alles gut. Die Fackelwanderung mit einem Nachtwächter durch München war lustig und unterhaltsam, dazu die warme Nacht und Vollmond (!) am wolkenlosen Himmel, die vielen Menschen die noch durch die Stadt streiften und einfach, dass man mal wieder was anderes macht. Die Heimfahrt verlief reibungslos. Schlaf war wie zu erwarten kurz und schlecht, dafür waren dann brave Gäste da, die keinen Saustall hinterließen und ich nach 3,5 Stunden wieder heim fuhr.
Das Wochenende tat gut. Mal wieder ein wenig gefordert werden, raus kommen, was erleben, was neues sehen, lachen, viele Menschen sehen, davon einige schräge, komische, seltsame, nette…Nachtleben halt. Ich schmore ja derzeit sehr im eigenen Saft und da kommt man schonmal auf schräge Gedanken undso. Ich fühle mich jetzt wohl. Wieder normaler. Irgendwie zurecht geruckelt und gut geerdet. Weniger im Kopf

Erwachsen werden

Manchmal frage ich mich schon, ob meine „schlechte Arbeitsmoral“ wirklich nur eine Traumafolgestörung ist. Ja, ich habe mit drohendem Autonomieverlust/ ausgeliefert sein (ich MUSS da jetzt bleiben und das und jenes machen) und mit der Angst vor Bewertungen (soziale Phobie) extreme Probleme,
aber es wäre auch interessant zu erfahren, wie es mir ergehen würde, wenn ich gewisse Dinge anders erlebt hätte. Das wären konkret 2 Sachen:


1. ich bekam 12 Jahre mit, dass man auch leben kann, wenn man nicht arbeitet. Mein Vater arbeitete in dieser Zeit nicht (weder in einem Lohnverhältnis noch in der Hausarbeit) er frönte seinen Hobbys und schlief viel und lange. Dass er eine heftige Angststörung hatte und vieles nicht machen KONNTE erfuhr ich ab dem Zeitpunkt als ich in den Kindergarten kam und er mich manchmal nicht abholen konnte (Haus verlassen und so war für ihn halt oft schwierig), das hieß: ich fuhr mit dem Taxi heim oder wartete ewig lange bis meine Mutter mit dem Fahrrad kam, mich in den Bus setzte und mit dem Radl hinterher fuhr. Er überwand seine Angststörung als er arbeiten und sich um sich selber kümmern MUSSTE. Meine Mutter hatte das alles nämlich irgendwann satt (kann ich echt verstehen und wunderte mich wie lange sie das überhaupt aushielt!), sich scheiden ließ und mit uns Kindern wegzog. Gut, seine Angststörung war zwar „weg“ dafür explodierte sein Narzissmus: er kontrollierte vor allem mich um so mehr und machte mich zu seiner Bezugsperson. Er manipulierte, erpresste emotional und erkaufte sich meine Zuwendung, bis auch ich mit Anfang 30 von seinen Psychospielchen die Schnauze voll hatte und den Kontakt kappte.
Die Frage ist: Gäbe es keine Rente und/oder keine Grundsicherung für mich, würde dann das mit dem arbeiten bei mir klappen? Weil ich ja „müsste“?

Weiterlesen „Erwachsen werden“

Innere Emigration

Wie gesagt, genieße ich die derzeitige Phase der 95% Selbstbestimmung sehr. Ich brauch im Außen sehr wenig, kaufe nur das nötigste (was meinen strapazierten Finanzen auch mal gut tut), habe mich total in mein Innerstes zurückgezogen und bin nur mit meinen Gedanken völlig zufrieden. Ich könnte es auch leicht autistische Phase nennen…


Kleinigkeiten lassen mich extrem glücklich sein z.B. vormittags mich einfach auf den Balkon setzen und einen Kaffe samt Schokokeks genießen. Und nichts tun MÜSSEN. Was nicht heißt, dass ich nur faul rumliege. Nein Dienstag früh bin ich um 6.30h aufs Radl gestiegen und 30 km geradelt, mit kurzer Pause am See.
In solchen Phasen bin ich als totale Eigenbrötlerin höchst zufrieden (was erklärt warum ich da besonders gern ganz früh unterwegs bin), ich finde mich so wie ich bin völlig in Ordnung, ich stehe ZU MIR, bin absolut BEI MIR. Ein viel zu selten(es) erlebtes Gefühl! Wie würde ich leben, wenn ich das schon viel früher gehabt hätte? Es ist als ob mein Gehirn neu verschaltet worden wäre oder nun ein anderer Teil aktiv ist. Jedenfalls sind die ganzen Antreiber-und Täterstimmen im Urlaub und halten auf gut deutsch einfach mal die Fresse.
Das in den Tag hinein leben ist meine größte Energietankstelle! Und das völlig gratis, ohne teuren Urlaub, ohne irgendwelche sündhaft teuren Seminare/Therapien oder esoterischen Klimbim.

In solchen Phasen wär ich in einem Häuschen in der schwedischen Pampa höchst glücklich. Aber es reicht auch nur darüber zu lesen. Zum Beispiel das Buch: Ein Jahr am Meer oder mein früheres absolutes Lieblingsbuch: Unter dem Tagmond. In dem eine kautzige Eigenbrötlerin sich in einen leerstehenden Wasserturm auf Neuseeland zurückzieht, dem Whisky frönt und ihre Gitarre jedem Menschenkontakt vorzieht. Herrlich! Naja leider bleibt es nicht dabei, da ein stummer Junge und dessen Vater in ihr Leben treten (nein es wird nicht kitschig-romantisch eher ziemlich grausam und gewalttätig.

Ich hatte auch schon überlegt, ob da nun meine innere Jugendliche am Steuer hockt, weil es so eine Ähnlichkeit von pubertärer Verweigerungshaltung und teilweise Rebellion ist (wie gesagt früher mehr und heftiger!). Aber was juckts mich. Solange ich einigermaßen auf Spur bleibe, ist alles gut.
In solchen Phasen bin ich heilfroh, keine Kinder zu haben oder irgendwen pflegen zu müssen oder sonstige Verpflichtungen zu haben. Ich will einfach nicht und ich will auch nicht mehr wollen! Ich will dem Hedonismus frönen, mir die Sonne aus, wahlweise in, den Arsch scheinen lassen  und endlich mal richtig entspannen (die Ängste sind so gut wie weg oder nur untergetaucht, egal), genießen und es mir einfach gut gehen lassen.
Inzwischen weiß ich auch, dass diese Phase nur der Ausgleich von einer vorherigen Phase ist. In einer extremen, voller Druck und müssen, voller Verantwortung und kaum Selbstbestimmung, mit viel Ohnmacht und Wut und Ärger. Von daher ist das eine sehr gesunde Reaktion und es wäre jammerschade, da mit Psychopharmaka gegenzusteuern (was ich auch gar nicht im Sinne habe, ich denke nur an andere Menschen, die das vielleicht so ähnlich erleben und dann noch mehr Druck von ihrer Umwelt erleben: „Das geht doch nicht! Du kannst doch nicht, du musst doch, wenn das JEDER täte.. usw…!“
Tun was man will, sofortige Bedürfnisbefriediung, sich seinen Launen hingeben…ist das wirklich frei?
Es ist mir egal. JETZT tut es mir gut und wie gesagt: ich habe mich im Blick.

Und jetzt erstmal: Lieblingsmusik auflegen, Milchkaffe machen…und irgendwo war da noch ein Schokokeks 😉

Wenn Freiheit unfrei macht

https://www.focus.de/familie/eltern/familie-heute/michael-winterhoff-im-interview-kinderpsychiater-es-waechst-eine-generation-unfreier-narzissten-heran_id_11620535.html

Als ich den Artikel letztens zufällig fand, musste ich schwer schlucken. Denn ich erkannte mich da sehr wieder.

Ich kreise auch viel um mich selbst, weil es sonst keiner tut, weder damals noch heute. Ich habe auch eine geringe Frustationstoleranz, ich zeige ähnliche Verhaltensmuster wie der Psychiater sie da beschreibt.

Ich bin aufgewachsen ohne wirkliche Beziehungspersonen. Emotional vernachlässigt. Mutter war mit Alk, arbeiten und Männern beschäftigt und mein Vater damit voller Angst zuhause zu sitzen und nichts zu machen (kein Haushalt, nichts, außer ein wenig an Radio, Auto ect. Rumzuschrauben) und sonst mit jeglicher Anforderung an ihn völlig überfordert zu sein. Emotional reife Menschen waren nicht verfügbar.

Bei uns daheim verdrehten sich die Rollen: ich sorgte für meine Eltern, emotional, aber auch für Papa ging ich mal einkaufen, bei Muttern kontrollierte ich wieviel sie trank und ich hörte mir ihre Sorgen und Probleme an. Zum kotzen.

Mit meinen Ängsten, Sorgen, Unsicherheiten blieb ich alleine. Ich machte alles nur mit mir aus. Es interessierte ja keinen und so verschloß ich mich immer mehr….

Ich sagte mal halb belustigt zu meiner Therapeutin: Bei uns zuhause gab es nur zwei Regeln: In der früh leise zu sein, sonst gibts von Papa Haue (ich weiß nicht wie oft das wirklich vorkam, kann mich aber an eine Situation erinnern, als er wild geworden in die Küche stürmte und meiner Schwester und mir dermaßen eins aufn Oberschenkel gab, das wir danach verglichen welcher Händeabdruck größer und röter war) und die 2. war: wenn Papa pfeift (wir wohnten aufm Land) dann sofort nach Hause.

Aber einen wirklichen Halt, einen Bezugsrahmen, eine Orientierung…die gabs nicht.

Und genau das ist gerade in Kindergärten en vogue: Das völlig freie Spiel und das viel zu lange.

ZITAT: Offene Kitas sind hochgradig schädlich für die Kinder, weil sie sich hier psychisch nicht entwickeln können. Ihnen wird eine Welt vorgegaukelt: Du kannst alles alleine, du machst alles alleine, das Leben besteht nur aus dir und Lust und Laune. Das ist eine große Katastrophe.

Die Kinder sind damit überfordert! Wie heißt es in dem Artikel: „Kein Kind sollte diese Verantwortung tragen!“

Hui dachte ich, das kommt dir doch bekannt vor.

Ich trug nochviel mehr: Die Sorgen um Mama wenn sie trank, die Sorge um Papa wenn er so komisch guckte und sich immer räusperte (voller Angst wie ich heute weiß).

In meiner Jugend wurde es ja nicht besser: Das ich mal Klassen-und Schülersprecherin war bekam glaub ich gar keiner mit, das ich mir meine Schul-und Sportsachen jeden Abend selber zusammensuchte war für mich normal, ebenso das niemand sich nach Hausaufgaben erkundigte oder sie gar mal einsah.

Irgendwann fing ich an meine Mutter und Stiefvater zu beklauen. Nur Silbergeld, das fiel nicht so auf, aber damals gabs ja noch die 5-DM-Münzen, da kam schon was zusammen. Konsequenz? Keine.

In der Berufsschule kam ich grundsätzlich Montags erst zur 2.Stunde (ich verbrachte ja das Wochenende im fernen München) aber oft genug fehlte ich schlicht ganz, weil ich mit einer Freundin lieber im Mc.D. saß Kaffe soff und qualmte. Im Zeugnis stand: LaLuna fehlte an 35 Tagen, davon 0 unentschuldigte. Das stimmte gar nicht! Keiner packte mich mal am Schlawittchen und sagte: Hör ma so geht das nicht….

Ich war frei.

Und einsam. Und ziellos.

Ich war beziehungslos: Mir hat nie jemand was vorgeschrieben oder sich mal mit mir zusammengesetzt und was erklärt, besprochen, sich was gemeinsam angeschaut, eine Lösung gesucht. Nix. Nada. Ich war sehr früh, sehr selbstständig. Das nahm mir auch Unbeschwertheit und ein Stück Kind-sein.

Wollte ich ein Nasenpiercing, nach kurzem Protest bekam ich es doch, genauso wie die teure Jacke und dann mit 16: ich zieh aus. Es kam keine Grenze. Meine Mutter zu schwach, mein Vater nicht so wirklich daran interessiert-solange ich ihm noch genug Aufmerksamkeit zukommen ließ: mach mal. Als ich mit einem Tatoo heimkam (mit 15!) war die Reaktion: Du mussst ein leben lang damit rumlaufen.

Heute krieg ich Pickel wenn mir jemand was vorschreibt. Ich weiß jetzt auch warum. Und ich verstehe mich besser, warum ich so eine extreme Selbstbestimmung brauche: ich kenn es nicht anders. Und vor Einschränkungen hab ich angst.

ZITAT: Offene Kitas sind hochgradig schädlich für die Kinder, weil sie sich hier psychisch nicht entwickeln können. Ihnen wird eine Welt vorgegaukelt: Du kannst alles alleine, du machst alles alleine, das Leben besteht nur aus dir und Lust und Laune. Das ist eine große Katastrophe.

Dieser Druck…zu MÜSSEN!

2 Tage viel geschlafen, rumgesandelt, kurz: mich erholt. Heute ist also Montag und der alte Druck ist sofort wieder präsent: So jetzt aber, ab zum einkaufen! Und…und…und….
Ich muss gar nix. Zumindest nicht heute. Den Streß mache ich mir selber…. Ich hab noch genug zu essen da (ja aber keine Schokokekse und heut abend wolltest du ein Radler trinken!…ja und, dann gibts das halt nicht).
Funktionieren müssen! Bloß nicht faul sein!
Ächz.
Ich hab gefrühstückt, meine Morgenübung gemacht, geduscht und jetzt ist mir einfach nach: nochmal einen Tag mich einfach treiben lassen. Tun was ich tun will.
So schwer….
Beim inneren Antreiber hab ich echt 10x HIER geschrien, als die verteilt wurden….

Selbstverteidung

Ein Thema das für mich sehr wichtig ist und ich deswegen immer mal wieder darüber schreibe. Auch mit der Gefahr das ich mich wiederhole. Egal, es ist wichtig!

Grenzen verteidigen ist als Frau fast tagtäglich Thema. Leider. Sich selbst verteidigen fängt nicht mit dem Taekwando-Schulterwurf oder dem Tritt in die Eier an, sondern viel eher.

Männer weichen selten aus im öffentlichen Raum. Sie nehmen sich ganz selbstverständlich mehr Raum. Egal ob auf der Straße oder in der Bahn.

So einen Fall hatte ich gestern mal wieder. Ich bin sehr groß und die neuen S-bahnen haben weniger Beinfreiheit (überhaupt sind die neuen eine einzige Fehlkonstruktion, aber das ist ein anderes Thema). Wenn sich also zwei große Menschen gegenüber sitzen, muss jeder ein wenig seine Beine einknicken oder zur Seite schieben. Natürlich mache auch ich Platz, aber bei weitem nicht mehr soviel wie früher, damit es der Mann auch ja bequem hat. Diese Zeiten sind echt vorbei.

Das irritiert den ein oder anderen Mann der mir dann gegenüber sitzt. Ich mache mich nicht extra lang, ich bin so lang, das erkennt man aber nicht so sehr im sitzen. Mich amüsiert das immer, wenn dann der Mann nicht so recht weiß was er machen soll und ich meine eine leichte Empörung zu spüren (das muss aber nicht sein): wie jetzt…. die Frau da nimmt sich einfach auch soviel Platz wie ich? Unerhöhrt!“

Gestern setzte sich mir gegenüber ein Pärchen, Mitte/Ende 50. ER saß mir gegenüber. Natürlich wollte er breitbeinig sitzen, das ging sich aber nicht so aus, weil da mein Knie eben war. Früher hätte ich gelächelt und ihm Platz gemacht, mich womöglich noch entschuldigt! Nun nicht. Er wurde etwas zappelig. Er suchte eine bequeme Position, stieß mein Knie an, drückte ganz kurz aber stark dagegen, sah dann überrascht auf meine Beine (ich weiß nicht wie gespielt die Überraschung war) und blieb dann ruhig sitzen. Natürlich kam auch keine Entschuldigung! Wo kämen wir denn hin!

Ich blieb währenddessen ganz ruhig, sah selig träumend aus dem Fenster, als ob ich das alles gar nicht mitkriegen würde und machte keinen mm Platz und sah auch nicht zu ihm rüber. Für mich ein Fortschritt. Sie stiegen dann als erster aus und weg waren sie.

In Selbstverteiigungskursen (oder zumindest in den Büchern die ich dazu las) war oft die Rede von: dass man dem Mann auf sein Fehlverhalten ansprechen soll und ihn auffordern mehr Platz zu lassen. Für mich als Soziaphobikerin geht das nicht, weil es konfrontativ ist und der andere genau in die Kerbe einschlagen kann und vielleicht aggressiv reagiert: „da is doch nichts, was hast du nur !“ oder gleich mit Beschimpfungen loslegt und ich dann blöd dastehe. Schlimmstenfalls noch die Blicke der anderen auf mich ziehe, dann rot und unsicher werde…nein für mich die falsche Strategie.

Vor allem wenn man auf engstem Raum sich gegenüber sitzt. Für mich hat sich das bewährt: Gerade, souveräne Haltung, locker sein (auch wenn ich es innerlich nicht bin), ruhig ein wenig arrogant bis hochnäsig erscheinen (lieber das als mucksmäuserisch), je nach Situation/Raum dem anderen fest in die Augen blicken. Wenn ich wo warte so stehen, dass ich entweder eine Wand im Rücken habe, oder an einer Seite, fühlt sich sicherer an. Und das strahlt man dann auch aus. Auf guten Bodenkontakt achten. Mit beiden Beinen fest stehen. Abstand visualisieren (gerade in einer Schlange zum Hintermann).

Auch wenn man das (nach Ansicht mancher Selbstverteidigungslehrer/Feministinnen) nicht machen soll: Wirds mir zu blöd, aus welchen Gründen auch immer: Gehen! Und zwar weg. Aus der Situation. Auch das ist für mich leider immer oft noch nicht möglich weil bei meinen frühkindlichen Traumatisierungen Flucht nicht möglich war, also habe „aushalten“ gelernt und perfektioniert. Ich arbeite hart daran das aufzulösen. Und auch wenn aus mancher Sicht dann der Mann gewonnen hat, wenn man geht: Egal, die Unversehrtheit ist viel wichtiger!

Im Kopf immer mal wieder Situationen durchspielen wie ich jetzt reagieren könnte, wenn das und jenes passieren würde. Das dient nicht zur Angstmacherei, sondern damit man in der Situation schneller reagieren kann, weil einem alles nicht so ganz neu ist. Auch ruhig zuhause ein wenig Kopfkino spielen lassen: Was mache ich das nächste Mal wenn mir an der Kasse wieder so nah einer aufrückt oder der Schwager/Nachbar wieder seine Hand auf meinen Arm legen will. Wenn ihr alleine übt: Sprecht es laut und deutlich aus: Stop! Nein! Lassen Sie mich in Ruhe! Halten Sie Abstand! Allein das ist schon sehr wirkungsvoll.

Auch ganz wunderbar: TaeBo, schauts Euch auf Youtube an, wem das zu sportlich ist übt einfach so boxen, in die Luft, ohne Handschuhe. Mich stärkt das immer sehr!

ÜBT! ÜBT! ÜBT! Es muss Euch in Fleisch und Blut übergehen bei der ersten kleinsten Grenzverletzung (oft sind das Tests wie weit man mit Euch gehen kann!) oder beim kleinsten unguten Gefühl darauf zu hören und zu entscheiden!

Viele Frauen haben Angst dann als unhöflich zu gelten oder den Mann zu verletzen der einem doch gar nichts wollte. Glaubt mir, sehr viele Männer benehmen sich auch nicht höflich!

Übt im kleinen, da wo es Euch am leichtesten fällt, auch gegenüber Frauen. Sage auch da NEIN und WILL ICH NICHT!

Was mir in der ganzen Hinsicht am meisten half (und nicht unbedingt zu empfehlen ist): Ich habe damals in der Se*arbeit Männer geschlagen. Die wollten das. Die haben dafür bezahlt. Ja mit Stiefel, direkt in die Mitte. Mich befreite das aus einer Art Trance ala „ich kann mich nicht wehren, der Mann ist immer stärker usw.“

Wenn ich mich mit einem Mann in meiner Nähe nicht wohlfühle oder der schon Anstalten macht hilft mir das heute oft innerlich zu sagen: „Ein falscher Schritt und ich mach Rührei aus dir.“ Oder einfach eine Szene von damals zu visualisieren, wie ich zuschlug. Und setze meinen bösesten Blick auf und denke weiter: „Junge das wirst du bereuen! Benimm dich!“

Zurück zu dem Mann in der S-Bahn.

Wie hätte man noch reagieren können? z.B. freundlich-ironisch: „haben Sie genug Platz?“ Oder ganz trocken ohne lächeln: AU! Für ganz mutige: „Sie hätten sich schon entschuldigen können!“ (das hätte für ihn umso peinlicher werden können, weil er händchenhaltend mit seiner Frau/Freundin da saß und wer steht schon gern als unhöflicher Frotzel da (außer er ist einer und merkt es nichtmal).

Meine RUHE

Ich habe gestern eine kurze Doku über „rechtliche Betreuer“ gesehen. Also Menschen die anderen Menschen helfen, die sich nicht mehr selber helfen können. Meist geht es um Behördenkram und Finanzen, aber auch Haushalt und Gesundheit. Und irgendwie ging es da auch um Isolation und Einsamkeit. Mir fiel dann ein, dass das sehr oft PER SE als negativ angesehen wird, wenn jemand kaum mehr das Haus verlässt.

Ich meine nicht Extremfälle, die dann total verwahrlosen, keinen Müll mehr wegbringen, sich alles liefern lassen, nicht mehr putzen undsoweiter. Und ich meine auch nicht Menschen, die hinaus wollen, aber nicht mehr können und unter diesem Zustand leiden

Ich meine Menschen (wie mich *hust) die halt am liebsten in ihrer sicheren Wohnung bleiben. Schon auch rausgehen zum einkaufen, zu Ärzten, spazieren, radeln, aber kaum zu gesellschaftlichen Veranstaltungen.

Als ob grundsätzlich jeglicher Aktivismus am besten in lauter Gesellschaft GUT sei. Irgend ein schlauer Mensch sagte mal: wenn mehr Leute ihren Arsch auf dem Stuhl lassen würden, wäre die Welt ein besserer Ort…oder so ähnlich.

Es gibt da „nette“ Filme dazu: Graue schüchterne Maus macht irgend einen einfachen Job und hat sonst kaum soziale Kontakte. Redet mit ihren Blumen/Katzen, strickt/häkelt/liest und lebt friedlich vor sich hin. Bis, ja bis ein Kind/Tier/Mann in ihr Leben stolpert und sie endlich ins Leben findet und glücklich bis zu ihrem Tod Kind hütet/Tier verorgt/Mann anhimmelt. Man lernt also: Eine gemütliche, ereignislose Existenz ist unnormal nicht erwünscht!

Meine Umgebung lässt mich inzwischen mit so sinnlosen Sprüchen wie Aber du musst doch mal raus/unter Leute! In Ruhe. Ein recht netter Typ ausm Chat fragt mich so 3-5x die Woche wie mein Tag war und was ich so gemacht habe. Wir schreiben uns schon seit einigen Monaten und seit Monaten schreib ich ihm: Ich stricke, lese und schaue Katzenvideso (habe ja keine eigene Katze). Hin und wieder gehe ich einkaufen, spazieren oder zum Arzt. Und es kommt von ihm kein blöder Spruch. Schau an, schau an.

Kennt ihr das Lied: ich will kene Schokolade, ich will einen Mann! ? Am Arsch! Ich will Schokolade und weiter meine Ruhe 🙂 Muss nur noch die passende Melodie dazu finden. Vielleicht sowas in der Richtung: https://www.youtube.com/watch?v=A6cmhaSkXio

Ich lasse derzeit nur eine handvoll Menschen näher an mich heran.

Ich vergrabe mich daheim.

Das hat seine Gründe. Die einen mögen es Depression nennen (seh ich anders weil ich mich ja durchaus wohl fühle und an den Dingen die ich zuhause mache auch Freude habe). Ich nenne es Schutz.

Viel zu lange habe ich gegen mich gelebt. Und viel zulange habe ich Dinge getan, die ich nicht tun wollte. Und viel zuoft haben mir Menschen sehr geschadet. Davon habe ich sowas von die Schnauze voll.

Und wenn wieder einer meint, dass das nicht normal ist. Setze ich mich ganz gelassen vorn PC und suche neue Katzenvideos 🙂

 

Frieden

Hab ich schon erzählt wie wohl ich mich derzeit mit mir fühle? Meinen Rückzug, mein bei-mir-sein? Ja. Ich weiß. Ich tu es trotzdem mal, weil es so schön ist und leider auch viel zu selten. Aber vielleicht ändert sich das ja jetzt.

Es zeigt sich im sehr guten spüren, was ich will und/oder brauche. Das heißt: ich hab mich im Zug zweimal umgesetzt, ich ging nur einen kleinen Spaziergang statt einem großen, ich trank nicht automatisch in der Früh Kaffe sondern meinen geliebten persischen Granatapfeltee, ich machte den PC aus, ging in die Küche wo mir einfiel, das ich doch gern eine bestimmte Musik hüren möchte und machte den PC wieder an, ich nahm ein Buch mit ins Schlafzimmer und döste dann doch nur.

Ich verdränge aufkommende Impulse nicht mehr. Zum Beispiel fragte ich meine Tante gleich warum sie so skeptisch schaute, ich konnte meiner Cousine gleich meine Berührtheit zeigen, ich konnte gleich spüren und sagen was und wieviel ich essen und trinken wollte.

Ich spüre keinen Druck irgendwas machen zu müssen. Ich habe mir gesagt, dass ich mich erst wieder mit jemanden treffen möchte, wenn mir wirklich danach ist und nicht wenn ich meine „jetzt aber zu müssen“.

JA UND? Mag sich da der ein oder andere fragen. Nun normalerweise ist es so, dass ich mich für all die oben genannten Dinge „schimpfe“ und schäme und mich verbiege und dauernd über meine Grenzen latsche. Es sind nicht wirkliche Gedanken, eher so schwere Gefühle: Machst du wieder falsch! Bist nicht richtig! Weißt nicht was du willst! Das macht man anders! Das machst du jetzt blöd! Usw. voller Kritik und Abwertung. Das ist jetzt alles weg! Und ich fühle mich leicht und teilweise richtig fröhlich. Ist auch logisch! Ich erlaube mir auf mich zu hören, mich zu spüren, mich zu leben!

Meine Schwester war da leider gut drin mich so fertig zu machen. Und vorhin ist mir noch eine Szene eingefallen. Ich war schon 11 oder 12 Jahre, sie ist 3 Jahre älter. Wir spielten ein „Vertrauensspiel“: ich sperr dich in den großen Kleiderschrank, dreh den Schlüssel um und mach gleich wieder auf. So der Deal. Sie ging als erste in den Schrank und ich hielt mich an die Regeln. Als ich in den Schrank sollte kam ein ganz großes NEIN in mir auf und ich weigerte mich. Auch da spürte ich mich sehr gut. Ich wußte meine Schwester macht den Schrank nicht gleich wieder auf. Sie war sadistisch. Ich bin unendlich froh, damals auf mich gehört zu haben. Sie natürlich weniger und das bekam ich in der folgenden Zeit übelst zu spüren, das ich mich gegen sie entschied. Denn es ist auch so:

Viele kleine Stiche machen aus einer Seele auch Hackfleisch. Das hat meine Schwester gut hingekriegt. Zum Glück hab ich allerdings dann gelernt, wie man leckere Fleischpflanzerl macht 😉

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