Ich und die Menschen

Ich weiß nicht ob das noch was wird. Mit den Menschen und mir. Wie gehen andere Menschen mit diesen alltäglichen Verletzungen, Ignoranz, Belästigungen, Grausamkeiten, Gemeinheiten, Ärger, Mißbrauch um? Ich pack das immer weniger. Und ja meine Schublade mit all diesen Sachen ist auch mehr als voll, seit Jahrzehnten schon. Und ja aufgrund dessen bin ich besonders sensibel in Sachen Kränkungen und Verletzlichkeit. Das weiß ich schon. Aber wissen und fühlen sind halt auch zwei paar Stiefel.


Neuestes Ding: Nachbarin. Ich halt ja schon Abstand zu ihr weil mich ihr immer gleiches Gejammer und Gemecker einfach nur nervt. Das ertrag ich mal in nem kurzen Plausch im Treppenhaus, aber nicht an einem ganzen Abend. Auch sonst haben wir nichts gemeinsam. Ihr sind Äußerlichkeiten und Oberflächlichkeiten ganz wichtig und sonst nix. Ich gehe gerne ins Arthouse-Kino, lese gern wissenschaftliches Zeug, die ZEIT, Bücher über Philosophie, Soziologie und Psychologie und alles was mich sonst noch so interessiert, überhaupt benutze ich gern mein Gehirn. Ich bastel, male und stricke, mache Sport und Ausflüge….usw.
Wir hatten nun schon länger keinen Kontakt mehr. Nun kam von ihr ne Nachricht…blaundblupp. Ok, ich schrieb zurück. Später sah ich, dass ihre Tochter in Urlaub fuhr. Ach daher weht der Wind. Sie ist alleine, da wird ihr schnell langweilig (sie BRAUCHT andere Menschen), da lädt sie mich aufn Wein ein, damit sie jemanden hat. Kein Ding, jeder hockt mal gelangweilt rum und fragt sich wen man anrufen kann, zum plaudern. Aber bei ihr ist das immer so. Sie benutzt NUR. Keinerlei Interesse am anderen. Ich bin mir sicher, dass sie mich auch eher verachtet und bei anderen über mich lästert, weil ich schonmal schlunzig rumlaufe oder es Tage gibt an denen ich viel schlafe oder Geschirr in der Küche steht. Sie dagegen geht aufgebrezelt bis ultimo zum putzen (in ein leeres Büro!) und jeder Wassertropfen muss sofort weggeputzt werden und jeden Tag gesaugt. Das ist mir auch egal, soll sie machen, es geht mir nur drum: was haben wir gemeinsam und was bringt mir der Kontakt? NIX. Genau. Die Vorstellung, dass ich mich selbst bei mir zum Wein einlade, gemütlich alleine in meiner Wohnung, mit meiner Musik, ohne ihr Geschnatter, lässt mich tief aufatmen. Die Sache ist klar 🙂


PS: im übrigen ist ihre Schwester, mit der sie sehr engen Kontakt hat (tägl. mehrmals telefonieren, dazwischen noch Nachrichten oder Treffen usw.) schwer depressiv.  Da ich solche Energieräuber nur zu gut kenne und ja vor kurzem wieder gemerkt habe, was das mit MIR macht, wäre es echt interessant, wie es ihr gehen würde, wenn sie mal 2 Wochen keinerlei Kontakt zu ihrer Schwester hätte

Wochenrückblick 14. August 2022

– Arbeit: mal wieder Großauftrag: Endreinigung einer 3-Zimmerwohnung, allerdings ohne Fenster putzen. War trotzdem viel, aber ich war fit und gut gelaunt, die Auftraggeberin eine sehr nette, höfliche Frau die auch sehr dankbar für meine Hilfe war und das auch gut honorierte. Sie fragte natürlich gleich ob ich bei ihr als Haushaltshilfe anfangen möchte. Ich habe abgelehnt, mit der Begründung das ich ungern in Haushalte gehe, das ist mir zu nah. Offen und ehrlich es MIR eingestehen, aber auch dem anderen das so sagen. Sie konnte das total verstehen und sagte OK! War interessant.
Der Einsatz tat gut, auch wenn ich danach natürlich ko war, aber das war ein angenehmes ko und innerlich war ich sehr zufrieden.

– Arbeit Teil 2: Zweimal in einer neuen Ferienwohnung gewesen. Gut zu erreichen, schöne Wohnung, auch die Kundin sehr nett und dankbar, aber sehr sehr weich, fast schon unterwürfig.. Und mir wurde bewußt wie ICH Tätergedanken bekam. Weil sie, kaum war sie weg, via Whatsapp schrieb, wenn ich länger brauche, würde sie mir das Geld sofort überweisen, hat sich auch tausendmal bedankt, sie machte sich selber klein! Der könnte ich glatt sagen ich hätte 4 Stunden gearbeitet, obwohl ich nach 2 Std. schon wieder ging. Oder: wenn die über was mosert, is mir das egal, DIE nehm ich nicht ernst. Dann gabs paar selbstgemalte Bilder in der Wohnung mit ihren Initialien: aha war wohl mal in ner Psycho-Klinik. Natürlich arbeitete ich ordentlich und war ehrlich, aber ich war viel entspannter, weil ich wie gesagt, vor der keine Angst oder irgendwie Respekt habe! Das ist interessant, wie sich das anfühlt, wenn der Gegenüber so „schwach“ ist, wie es ein leichtes wäre da jetzt „drauf zu hauen“. Das ist natürlich keine Einladung und keine Entschuldigung für übergriffies, mieses Verhalten, aber ich sehe auch, dass es immer zwei Parteien dafür braucht. Und ich sage nicht Verantwortung!
Es ist wie mit eine Wohnung, wenn ich die Fenster offen lasse und dann in den Urlaub fahre, lade ich quasi Einbrecher regelrecht ein. Ich trage meinen Teil dazu bei.
In der Psychoklinik in der ich war, wurde das Bild des Vorgartens genommen. Drumherum ist im besten Falle ein Zaun (Grenzen!) und eine geschlossene Türe. ICH entscheide ob ich mich mit anderen nur am Zaun unterhalte, oder an der geöffneten Tür  oder ihn in den Garten bitte oder gar in mein Haus. Das kann man klar sagen: komm doch rein oder auf vielen anderen Wegen kommunizieren: nicht rein bitten, Arme verschränken, viel lächeln, Kopf schräg halten oder bin ich geschwätzig/wortkarg usw, ich entscheide auch wie hoch der Zaun ist: nur kniehoch oder schulterhöhe…usw.
Ich muss auch immer wieder an meinen Grenzen arbeiten. Und da fällt mir noch ein Satz ein: Lieber gefürchtet als verachtet.
Das hab ich gleich geübt:

– sei nicht nett! Also zumindest nicht zu Menschen, die das nicht schätzen und nicht verdienen. Ich weiß, dass dieser eine Typ kifft, Medikamente mißbraucht und viel im Spiel/Wettbüro abhängt, also evt. noch spielsüchtig ist. Wir hatten was vereinbart und 2x kam er nicht. Aus die Maus. Ich wurde abweisend, ließ ihn stehen. Da kann er noch 100x sorry sagen. Ich geb nicht mehr viel auf Worte. Sondern mehr auf Taten/Verhalten. Soll er ruhig merken, dass ich sauer bin und das nicht mit mir machen lasse. Ja dann ist Konfrontation, ja dann ist schlechte Stimmung. Ich hab das früher nicht ausgehalten und wurde schnell wieder nett und auch unterwürfig! Nein, jetzt nicht mehr. Es muss mich nicht jeder toll finden oder lieb haben.

– Zyklus: Nachdem mir ja das Lyrica wieder den Zyklus zerschossen hat, und es auch von der Wirkung nicht mehr so gut war wie beim ersten Mal (bzw. ich hätte mehr aufdosieren müssen, aber das damalige absetzen mit extrem langsamen abdosieren war so krass, das will ich nicht nochmal). Nun hab ich wieder nen normalen Zyklus. Pünktlich und so wie ich es kenne (mit den Symptomen, Begleiterscheinungen und nicht ständig einem anderen Überraschungspaket, das kann ich echt nicht gebrauchen).

– wenn der Ex sich meldet: Ich hatte zwar seine Nr. aufm Handy blockiert, was er wahrscheinlich auch merkte, aber anscheinend nicht akzeptierte, denn da kam er einfach mal vorbei und klingelte. Und hatte mir vorher noch nen Zettel ins Briefkasten geworfen. War wahrscheinlich was ganz dringendes. Nach ein paar Tagen Überlegung und einige Nachrichten später fühlte ich: nein, ich will da nix mehr anfangen. Das war immer so chaotisch und der endgültige Abschied von ihm so schmerzhaft und schwierig, nein da geht nix mehr. Also schrieb ich ihm, das ich ja nen Grund hatte warum ich seine Nummer blockierte, weil ich diese Achterbahnfahrt nicht mehr will und auch zuviel kaputt gegangen sei und ich dabei bleibe und mich verabschiedete. Da kam relativ schnell nur ein HÄ? zurück. Ich schwieg. Soll er mal sein Hirn anstrengen. Nach 3 Stunden kam dann: Es sei ja meine Achterbahn gewesen und nicht seine und er wolle nur mal schauen wie es mir geht und mal bitte schön locker bleiben….
Oh Gott. Das war mit ein Grund warum ich den nicht mehr in meinem Leben haben will. Diese verquere, schräge Kommunikation. Klar er fühlte sich getroffen, zurückgewiesen. Ich schrieb ja nicht dass es seine Achterbahn war, ich gab ihm ja gar keine Schuld. Ich war damals auch kein Lamm. Egal welchen Achterbahn es sei, ich will sie einfach nicht mehr!!! Das spüre ich so deutlich, das drücke ich nicht mehr weg um lieb zu sein!! Das er nur mal schauen wolle wie es mir geht, das glaube ich nicht, irgendwas wollte er schon: Sex, Aufmerksamkeit, Putzhilfe ect. Ich solle mal locker bleiben? Ich war sowas von locker und nachdem ich seine Nachricht las, diese löschte und seine Nummer wieder blockierte wurde ich gleich NOCH VIEL lockerer. Ich atmete regelrecht auf: Nicht wieder dieser Streß mit dem!  Verantwortung für mich übernehmen. Klarheit. Entscheidung treffen. Tut so gut.

– gelesen: mach ich zur Zeit wieder sehr gerne: Lesen! Hatte ein Lesebuch von unterschiedlichen Schrifstellern: kleine Geschichten, Erzählungen ect gefunden. Es ging sehr viel um Cechov, dem bedeutenden russischen Schrifsteller. Ich las paar Sachen von ihm und dacht mir echt: mei wieder so ein Kerl der ganz furchtbar aufgeblasen wird. Er schreibt normale Geschichten. Nichts besonderes Fertig. Aber nein, da muss man wunderwas draus machen, wie toll und kreativ und überhaupt der war. *augenverdreh

– Schwerbehindertenausweis: der neue kam heute an. Unbefristet gültig. Wieder dieses seltsame Gefühl, einerseits natürlich erleichtert, weil wieder ein Ding weniger um das ich mich kümmern muss, andererseits der schale Geschmack…nunja.

– bei mir sein: macht echt Spaß! Wieder zu merken: oaahh Schokopudding hat ich ja schon ewig nicht mehr! Und Rouladen! Und abends aufm Balkon nen Hugo trinken und träumen und keine Anspannnung und keinen Streß spüren und kein ich müßte und sollte und darf mich NICHT entspannen, was zur Hölle machst du da schon wieder verbotenes, übrigends du hast dich schon lange nicht mehr geschämt und schuldig gefühlt…wär mal wieder dran oder..ODER???? Nein einfach ein: Mir gehts gut und das ist gut so. 🙂

– Was mein Leben reicher macht: Frische, selbstgemachte, kühle Bananenmilch mit einer Prise Zimt, dazu Mano Chao als Musik und das ganze in der Sonne aufm Balkon (am Boden sitzend weil mich da keiner sieht). Quasi Miniurlaub!

– Zitat der Woche (bei Twitter gelesen): „dass ich ein neues Lebensziel brauche und zwar: dass es mir gut geht. Anfänglich klang das total simpel und schräg und ich nahms nicht ernst. Aber mittlerweise ordne ich alles diesem Ziel unter. Denn wie mein Therapeut sagt: wenn es ihnen nicht gut geht, geht alles andere auch bergab.“
Mensch das muss einem doch gesagt werden…aber gut, wenn man nie Selbstfürssorge lernen durfte, sondern drauf gedrillt wurde sich ausschließlich um andere zu kümmern (und zwar als Kind um die Erwachsenen!!!) is das irgendwie auch nicht verwunderlich

– Affirmation des Tages: Ohne Frage beschleicht mich das Gefühl, dass ich soviele Stärken habe, sodass selbst Hulk neben mir schwach aussieht! :-))))

Agency-Verhalten

Letztens dachte ich so: wie heißt eigentlich die Krankheit, wenn man kaum bei sich selbst ist? Selbstentfremdung, Selbstverlassenheit, Dissoziation. Ich fand dann im Netz den Begriff „Agency“. Wenn man zuviel Mitgefühl hat, den Focus zu sich selbst, sehr schnell verliert. Wie kommt man aus diesem Agency-Verhalten wieder raus? Nicht durch nachdenken, da dreht man sich im Kreis, sondern über den Körper: Wenn ich daran (z.B. im Falle eines neuen Arbeitseinsatzes) denke und sich der Körper eng, schwer anfühlt dann ist es Agency. Fühlt man sich weit energiegeladen und fröhlicher gestimmt, ist es das echte Selbst. Bewußt seinen Körper wahrnehmen!
Ich hatte mit einem Mann geschrieben, der für seine Familie eine Bügelhilfe suchte. Och dachte ich, besser als putzen. Wir schrieben. Wir machten ein Probearbeiten aus. Ab dem Zeitpunkt wurde mein Tinnitus lauter, meine Laune sank, auf meinem Brustkorb saß wieder ein fetter Bär, ich wachte schon nervös auf. Ich hatte aber auch generell kein gutes Gefühl, weil er manipulierend war. Total begeistert von mir, mir fast den roten Teppich ausgelegt, damit ich auch ja komme und bleibe. Nach einer Nacht drüber schlafen sagte ich ab. Und dann kam, was ich schon vermutete: Mr. „ich wohn in ner Villa im nobelsten Stadtteil Münchens“ konnte das nicht akzeptieren. Er fragte nach dem genaueren Grund und lobte nun SEINE tolle Arbeitsstelle die sie mir anbieten würden. Ich ließ mich nicht einfangen, Dann wurde er noch komischer und schob mir die Schuld zu, weil sie ja alle anderen bagesagt hätten, ich hatte sie hingehalten, das ist nicht fair laberlaberlaber. Wahnsinn, wenn jemand so eine kleine Grenze schon nicht akzeptiert! Mr. ich-hab-Geld, bekommt wahrscheinlich sonst immer was er will. Bin ich froh das wieder rechtzeitig gespürt zu haben!


Nein ich bleibe bei den Endreinigungen, evtl. Ferienwohnungen wenn Bedarf ist und den Marktforschungen die nun nach Corona auch wieder mehr anlaufen. DAS fühlt sich gut und stimmig an.
Bewußtheit. Jeden Tag. Bei ganz kleinen Dingen. Immer wieder schauen: Wo bin ich gerade mit meinen Gedanken? Habe ich mich schon wieder innerlich abgestellt und fühle nicht mehr was ich jetzt wirklich machen möchte und denke wieder ständig an X und Y? Ich bin da echt wie paralysiert. Gestern war ich angespannt, der Kopf sagte: lesen. Ich spürte genauer hin: ne ich will irgendwas belangloses im TV schauen. Hab ich gemacht. War super!


Erschreckend wie schnell ich mich „vergesse“, abspalte, beim anderen bin. Tagesaufgabe: STOP! Schauen, was fühle ich gerade, was ist mein Bedürfnis, inneren Automat abstellen, der schnell handelt, aber ohne inneren Bezug.
Um mich kümmern. Ich will mich nicht um den Scheiß anderer kümmern. Ich hab mich immer gekümmert. Ich will nicht mehr. Ich will mich nur um mich kümmern. Weil ich merke wie meine Freude, Zuversicht, Gelassenheit, Energie und Wohlbefinden massiv steigt! Und dann kommt wieder die Zeit wo ich gerne wieder was für andere tue, weil ich die Kraft dazu habe!

Heutige Affirmation: Neuerdings passt es zu meinem Selbstbild, dass ich mich schätze und achte, so wie ich bin. Der Selbstwertgenerator macht echt Spaß!!!

Wendepunkt


Es geht mir gut. Ich fühle mich wieder wohler. Ich bin wieder gut bei mir angekommen.
Dennoch immer wieder erschreckend, wie schnell ich mich im Kontakt verliere und ins alte Muster falle: ich kümmer mich um dich und du dann um mich. Dann passieren üble Verstrickungen, Projektionen, ob bewußt oder unbewußt, ich fühle mich schräg, ohne Selbstwert, falle in kindliche Anteile usw…Puh.
Dann brauche ich wieder viel Abstand-bis Kontaktabbruch und es geht wieder von vorne los. Mit manchen Menschen/Beziehungen heftiger, bei manchen schwächer ausgeprägt.

Ich habe wieder die Verantwortung für mich übernommen und überlasse die andere Verantwortung bei den anderen. Sind ja alles erwachsene Menschen (und auch kein pflegebedürftigen ect.).
Aufatmen. Lächeln. Die Kraft strömt wieder zu mir. Ich habe wieder Lust was zu machen.
Gestern war dann ein voller Tag. Das war auch in Ordnung so, ich habe mir die Termine ja selber gelegt. Ich nahm ein leichtes unterstützendes Medikament und war somit gelassener. In der früh ging es zu einer unbekannten Ferienwohnung samt Besitzerin. Das lief recht gut, Folgeauftrag für die Reinigung ist gegeben. Dann fuhr ich wieder heim um nachmittags nochmal los zufahren, diesmal in die Uni für eine Studie. Nach ewig langer Zeit endlich mal wieder vor Ort. Dort musste ich 40 Minuten lang bestimmte Bewegungen ausführen, natürlich unter Beobachtung (für Sozialphobiker echt schwierig). Die Sudienleiterin war sehr nett, es war anstrengend, aber da ich mich auf die Abfolge konzentrieren musste, blieb nicht soviel Raum für die Angst. Insgesamt war ich gestern 3,5 Std. in der Bahn unterwegs, plus die Jobs, plus Konversation mit fremden Menschen, plus die Hitze, aber alles funktionierte gut. Ich sorgte für mich: In der Bahn Musik in den Ohren damit ich abgelenkter bin, Pause im Park, in der Mittagspause ne Dusche, leichtes Medikament.
Ich habe wieder was geschafft. Ich habe was geleistet. Ich hatte einen guten Tag. Ich habe mein eigenes Geld verdient.
Und jetzt kann ich den freien Tag so richtig genießen. Mit Schlaf und gutem Essen 🙂

Gegönnt: Selbstwertgenerator! Ich hatte mich erst wieder an die 12-Schritte Literatur gewandt, aber ich kann damit absolut nichts mehr anfangen. Diese Lobhudelei überall: Seit ich bei AlAnon bin gehts mir supi…und wenn ich der höheren Macht vertraue die weiß was gut für mich ist (hä? Das ist das Gegenteil der Eigenverantwortung!) und unterschwellig immer dieses: sei demütig! Boah ne. Schrecklich.
Vor einigen Monaten sah ich schonmal den Selbstwertgenerator. 30 Euro. Puh viel Geld. JETZT fiel mir das wieder ein und dacht mir: Kaufste! Das ist ja die Krux, das was mir wirklich hilft und gut tut, da bin ich knauserig und was schädlich ist, geb ich locker viel Geld aus. Er kam auch gleich am nächsten Tag und ich bin begeistert! Jeden Tag kann man durch 3 Stapel sich einen neuen Satz zum Thema Selbstwert zusammenstellen. So entstehen insgesamt über 200.000 (!) positive Affirmationen. Er steht nun schräg gegenüber von meinem Esstisch. So dass ich immer wenn ich da sitze, den Satz lesen kann. Heute ergab sich dieser: Zweifelsfrei erkenne ich, dass meine Wünsche und Bedürfnisse wichtig sind.
Genau! 😉 In diesem Sinne, kümmere ich mich heute mal um meine Wünsche. Und Bedürfnisse.

Grenzgeschichten

Cohängigkeit lässt sich einfach beschreiben mit: zuwenig (oder gar keine) Distanz. Zuviel verstricken mit den Gedanken, Gefühlen, Problemen, Situationen ect. der anderen. Deswegen kann Kontakt mit anderen Menschen so sehr erschöpfen, deswegen kann ein Großstadtbummel zur Reizüberflutung führen, deswegen wird man wütend auf Freunde und Familie.

Endlich weiß ich warum ich die letzten Monate soviele Kloträume hatte. Ich wußte zwar dass die immer was mit Grenzen zu tun haben, aber ich fand und fand nicht heraus, um welche Situation es derzeit gerade geht. Nun weiß ich es, zu sehr verstrickt mit J. Prompt träumte ich heute nacht wieder: Ich durchstreifte Räume und da waren auch Sanitärräume dabei, aber ich suchte kein Wc, wunderte mich aber, dass die Badewannen so frei und ungeschützt rumstanden und ich mir dachte, dass ich da nicht baden und entspannen könne, wenn da jederzeit einer vorbeilatschen kann.

Das andere Traum war dann noch treffender: Meine Wand zum Nachbarn bestand nur aus Brettern und 2 fehlten, so dass ein Loch da war. Ich lief dem Handwerker der dafür zuständig war übern Weg und bat ihn das zu richten. Er hatte aber keine Bretter dabei und fand eine andere Lösung: er versetzte alle Bretter ein Stück so, dass nach jedem Brett ein Spalt war, also sah mein Nachbar ja noch mehr von mir! Das ging gar nicht, ich fühlte mich noch ungeschützter als mit dem einen Loch und bat ihn das zu ändern, nämlich dass eine geschlossene Bretterwand da steht (für mich einstehen, was einfordern, jeah!!) er grummelte und füllte den Zettel mit dem Auftrag aus, dann Ende.

Die Realität sah damals tatsächlich fast so aus: Als ich einzog fehlte die Trennwand der Dachterrasse zum Nachbarn. Ich konnte also nie meine Balkontür offen lassen, wenn ich z.B. im Bad war. Aber auch sonst war es unangenehm, weil er sich oft ans Geländer lehnte und so tat als ob er rausschaut, stattdessen aber so halb zu mir rüberlinste und mich schonmal rief. Wir hatten uns auch angefreundet und einiges zusammen unternommn, aber ich bat ihn dann bitte wie alle anderen Menschen, einfach zu klingeln. Er murrte und meinte, dass sei doch übern Balkon einfacher. Wir kamen dann wegen was anderem in einen leichten Streit und daraufhin, erst nach 1,5 Jahren!!!! bat ich ihn, die Trennwand wieder einzubauen, die stand nämlich bei ihm. Daraufhin bekam ich Poston seinem Rechtsanwalt (!!). Total gestört. Es vergingen nochmal 2 oder 3 Monate wo er das Teil dann mitten in der Nacht wieder einbaute. Unser Kontakt war daraufhin beendet und es  gruselt mich heut noch wenn wir uns mal übern Weg laufen

Ich bin coabhängig!


Wenn ich mich verrückt fühle, ist irgendwas verrücktes in meinem Leben.
Passend dazu kam ich gestern beim „verrückten Eismacher“ einer Eisdiele vorbei.
Gestern löste sich nochmal ein großer Knoten. Gestern abend dämmerte es mir: ich stecke mal wieder voll in der Coabhängigkeit drin und statt wie sonst gegen 21h ins Bett zu fallen und fast sofort einzuschlafen, saß ich hellwach da und las in dem Buch: Unabhängig sein von Melody Beattie.

Wie schon vor einem 3/4 Jahr hat es was mit J. zu tun. J. hat eine gewisse „Bedien-mich-mentalität“, so lernten wir uns ja auch kennen: ich noch in der „Sexarbeit“ er der Kunde der seinen Fetisch ausleben wollte, so in Richtung Domina-devoter Typ, nur viel weicher. Und irgendwie ist er da hängen geblieben: ich werds schon machen, er kann sich zurücklehnen und sich gut fühlen.
Außerdem hat er was kindisches, unreifes und verantwortungsloses an sich und trinkt jeden Tag Alkohol.
Er meidet wirkliche Nähe. Wir schreiben uns zwar jeden Abend, aber sehr oberflächlich, auch die Treffen laufen fast immer nach dem gleichen Schema ab und emotionales ist fast nie Thema, außerdem geht die Initiaive ob/wann und wo meistens von mir aus.  Das werde ich ab sofort wieder lassen!

Wahrscheinlich hänge ich da schon wieder seit Monaten fest. Er saugt Energie und ich lasse es zu und weil ich nichts von ihm bekomme, ist mein Fokus voll auf ihn gerichtet damit ich ja nichts übersehe WENN mal was von ihm kommt. Außerdem behandel ich ihn übervorsichtig, sage nicht was ich manchmal wirklich denke und fühle (es könnte ihn ja verletzen, er könnte sich von mir abwenden!), sondern übernehme Verantwortung für seine Gefühle oder wenn er mal nicht weiter weiß (welches Gleis, welche Straße, was er im TV schauen soll, wie er richtig kocht usw). Ich hebe ihn auf einen Sockel, bin immer erreichbar, immer nett, immer zugewandt, immer interessant, in der Hofung, dass ich vielleicht auch mal emotional auftanken kann, was von IHM bekomme. Da ist aber nicht. NICHTS!
Das habe ich in meiner Familie so gelernt. Ich tat alles für ein wenig Aufmerksamkeit. Von Zuwendung, Liebe, ehrliches Interesse für meine Bedürfnisse, Gefühle, Gedanken und Unterstützung will ich gar nicht reden.

Das ganze mit J. bekam einen Riss, als es ihm diese Woche sehr schlecht ging, auch wegen Ärger in der Firma (was ich mir gut vorstellen kann, wenn er da auch keine Verantwortung übernimmt, werden seine Kollegen nicht sehr begeistert sein). Ich stand ihm bei und bot meine Hilfe an, außerdem wollte ich ihm eine Postkarte schicken die ich letztens fand, mit einem Motiv das sehr gut zu ihm passt und wo ich mir dachte, das gefällt hm bestimmt, das macht ihm eine kleine Freude. Als kleine Aufmunterung. Aber da merkte ich schon eine Sperre in mir ein: nein ich will das nicht tun. Ich hörte drauf und ließ es bleiben. Gut so!
J. half sich selber, er buchte kurzerhand einen Mniurlaub und fuhr weg und ich? Merkte eine Wut in mir. Hm? Was los? Neidisch?  weil ich nicht einfach mal so mein E-Bike, auf meinen neuen Audi schnallen kann (weil ich bedes nicht habe) und  in einem 4-Sterne-Hotel auf dem Land einchecke? NEIN, weil er sich um sich kümmerte, OHNE mich. Meine Sucht gebraucht zu werden verpuffte ins Leere. Ich fühlte mich vor den Kopf gestoßen, nutzlos, wertlos. Boah!

Wenige Tage später kam ich mal wieder an einen Tiefpunkt: voller Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit, gequält von Suizidgedanken (weil mich braucht ja eh niemand usw.), die ich ja eigentlich gar nicht will und auch keine Erleichterung bringen. Nun wandte ich mich an ihn. Sprach offen an, wie beschissen es mir gehe. Es kamen 2 billige Sätze voller Phrasen via Whatsapp zurück. Als ich darauf antwortete, kam: nichts mehr. Waaahhh bloß nix mit Gefühlen! Und da dämmerte es mir.

Natürlich könnte ich jetzt schimpfen wie unreif er ist usw. nur das hilft mir nix. Denn das erste was man in 12-Schritten-Guppen erfährt: Du kannst den anderen nicht kontrollieren und nicht ändern! Schade auch, das wär nämlich einfacher jetzt ihm die ganze Schuld zu geben 🙂 Aber ich muss mich an die eigene Nase fassen!
Fakt ist: ICH bin zusehr verstrickt. Ich denke sooft an ihn und verliere meinen Fokus auf mein Leben und damit auch Energie. Denn diese folgt der Aufmerksamkeit! Kein Wunder, dass ich mich leer fühle und alles sinnlos erscheint.

Die Katzenbetreuung war natürlich DIE Coabhängigkeit schlechthin, danke Körper dass du dich so massiv gemeldet hast. Leider habe ich nicht richtig verstanden was genau los ist nur dass es „zuviel“ ist.
Auch bei  der Tafel gibt es derzeit einen Mann, auf den ich schon wieder „anspringe“ nicht im Sinne von verliebt sein, sondern von „für ihn sorgen“, mich zuständig fühlen, überlegen was ich ihm gutes tun könnte. Vor Jahren ist er aus dem nahen Osten geflüchtet, erst nach Kanada nun eben Deutschland, medikamentenüchtig (Opiate!) und Kiffer, wohnt in einer ehemaligen Arbunterkunft die mehr als schlimm ist (alt, abgenutzt, ect.) er selber ist auch verlottert mit uralter Kleidung, fährt oft mit der Bahn schwarz, wird oft erwischt steht kurz vor einer Gefängnisstrafe weil er das natürlich nicht bezahlen kann, evtl. auch spielsüchtig weil er erzählte dass es hier im Ort ja kein Wettspielcafe gibt. Angeblich hat er Frau und Kinder die irgendwo leben. Er erzählt auch oft von kruden wirren Geschichten halb auf englisch wo ich oft nichts verstehe außer dass es um irgendwelche Verschwörungstheorien in den sozialen Medien geht. Aber er hat eben auch was lustiges, heiteres und warmes und das ist genau die Mischung auf die ich anspringe. Vorsicht also, ganz große Vorsicht!

Als ich da so gestern über all das nachdachte, das Buch wieder rauskramte spürte ich wie Freude und Energie mich dufluteten! Ich war wieder im Jahre 2022 angekommen und sah (wortwörtlich!) nicht mehr durch die Augen eines Kindes, das versucht endlich irgendeinen warmen Blick oder eine liebevolle Geste von ihrer alkoholsüchtigen Mutter zu bekommen oder mal wirklich gefühlt und gesehen wird vom coabhängigen, narzzstischen Vater. Alle meine Bemühungen liefen ins Leere. Keiner der beiden war da. Und so suche ich mir heute noch Leute die genauso emotional nicht verfügbar sind und hoffe und versuche weiterhin diese Leute endlich dazu zu bringen für mich da zu sein.
Das durch die Augen des Kindes zu sehen, habe ich das erste mal so bewußt nun erlebt. Es ist schwer zu beschreiben, aber vor allem in ländlicher Umgebung (das Umfeld in dem ich aufwuchs) war es nun deutlich: Man sieht sich um, mit denselben Gefühlen von damals und sieht die Stimmung, das Licht, alles genauso wie damals, auch wenn es ein anderer Ort ist.  Kein Wunder, dass ich da so festhing und immer depressiver und lebensmüder wurde. Und Arbeit überhaupt nicht ging (übrigends auch ein Feld in dem ich stark coabhängig reagiere, was sich zeigt, dass ich oft noch 2 Tage nach dem Arbeitstag gedanklich nur dort verweile!).

Witzigerweise las ich letztens ein dünnes Büchlein das ich fand: Wenn Männer zuviel trinken. Es tat gut darin zu lesen, aber da dämmerte es mir immer noch nicht, wie sehr ich schon wieder in meiner Sucht stecke. Ich dachte das hätte ich hinter mir gelassen. Weit gefehlt

Erwachsen bleiben


Mit inneren Anteilen zu sehr verschmolzen/identifiziert zu sein macht meistens Schwierigkeiten.
Bei mir ist es meistens so, dass ich mit sehr jungen kindlichen Anteilen verschmelze. Ich ziehe mich immer mehr aus dem Erwachsenenleben zurück, arbeite nicht weil ich mich daür überhaupt nicht in der Lage fühle weder körperlich noch mental, ich fühle mich von Kleinigkeiten überfordert und kann mich selbst bei Nichtigkeiten (was nehme ich von der Speisekarte?) nicht entscheiden.
Irgendwann tu ich kaum noch Erwachsenensachen und dann kommen soviele alte Gefühle und Zustände hoch, dass ich nicht mehr leben will.


Sanft aus dieser Identifikation lösen. Ich habe festgestellt, dass ich schon wieder in einem halben Kinderzimmer wohne: Rosa Vorhänge (die mir im Herbst so gut gefielen, weil mir die grünen für den Winter zu kalt waren, selbstgebastelte Filzsachen in dem Regal in das ich am öftesten schaue, weil es schräg vor der Couch steht, ein Bastelbuch aus dem Supermarkt (mit dem man so bunte Kratzbilder machen kann), auf dem Balkon Figuren (Schildkröte, Schaf ect.) mit süßen Kindchenschema-Gesichtern, Kuscheltier auf dem Regal im Flur das ich auch immer sah, wenn ich vorbei ging.
Mir tut das auf Dauer nicht gut, weil es mich mehr destabilisiert als sonstwas.

Ich glaube es tut mir auch nicht gut, immer Sommer/Winterkleidung wegzuräumen. Seit Tagen steht der Sack mit den Sommersachen im Flur und ich schaffe es einfach nicht das ein/umzuräumen. Früher tat das meine Mutter immer mit mir zusammen, wir mussten das so machen, weil wir eine sehr kleine Wohnung hatten, die auch noch sehr kalt war. Wir hatten nur einen winzigen Kleiderschrank wo nur das nötigste reinpasste und Kinder brauchen auch noch mehr Unterstützung im regulieren der Körpertemperatur (warme Kleidung). Heute habe ich aber einen großen Kleiderschrank und eine gut geheizte Wohnung und Geld um mir Kleidung zu kaufen wenn ich sie brauche und will (auch das fehlte in meiner Kindheit und ich kann mich noch sehr gut an den dunklen, muffigen Secondhand-Laden erinnern in dem wir oft waren).


Meine kindliche Seite braucht was anderes: endlich einen Erwachsenen an der Seite der klar, liebevoll, verantwortungsbewußt, fürsorglich, aber auch Grenzen setzend ist. Der das Kind wirklich sieht, wahr und ernst nimmt. Es darf einfach nicht mehr mein Leben führen wollen. Es KANN das nicht! Und es MUSS es auch nicht.
Was nicht heißt, dass es keine kindlichen Sachen haben und tun darf. Im Gegenteil, wenn das Kind endlich wieder Kind sein darf, dann genießen „wir“ total auch mal ein Eis, oder im Wasser planschen, oder rumzukritzeln oder ein albernes Lied hören und dazu tanzen oder einen Griesbrei oder was auch immer!
Letztens nahm ich mir aus dem Tauschhaus das Buch: „Kinder brauchen Grenzen“ mit, da freu ich mich schon drauf!
Und jetzt hol ich die grünen Vorhänge aus dem Keller wieder und dann werd ich den Kleiderschrank ausmisten und nur noch Winterjacke, Handschuhe, Winterschuhe, Schal und Mütze in den Keller räumen. Ich glaub das tut mir gut.

Nicht gut gelaufen…

Manchmal hilft es mir ja, einfach mal weider was anzufangen. Nicht im Hamsterrad hängen zu bleiben und hoffen, dass es besser wird. Also habe ich eine 4-tägige  Katzenbetreuung übernommen. 2x am Tag die beiden Fellnasen besuchen. Es war kein weiter Weg, das war es nicht, aber immer den Termin im Kopf: heut abend muss ich da noch hin (und ca. 1,5 Sd. bevor ich losging saß ich schon nervös, Hände knetend und auf nichts mehr konzentrieren könnend auf meinem Sofa, erstarrt. Und kaum morgends aufgewacht dasslbe: ich muss da gleich hin, sofort unter Druck, kein entspanntes frühstücken, selbst duschen tat ich erst danach…usw. Ich stand immer unter Spannung. Selbst wenn ich mir einen Wecker stellte, half es nicht. Ich konnte nicht entspannen. Und auch gedanklich konnte ich nicht abschalten (mein altes Dilemma), selbst zuhause dachte ich zu 90% an die Katzen, wie ein Zwang, das ist furchtbar und ich kann es nicht abstellen. Verantwotng für andere ist echt Gift für mich
Wieder Verantwortung tragen…wollte ich das nicht bleiben lassen? Ja wollte ich. Ich brauch halt immer erst 10 (eher 100) Runden, bis auch ich es kapiere. Das andere war: Das Türschloß klemmte immer. Das wußte ich aber nicht und geriet am ersten Tag total in Panik weil der Schlüssel leer durchdrehte und ich auch später immer die Angst hatte: ich komm da jetzt nicht rein. Wir haben später Schlüßel getauscht, dann gings besser. Trotzdem nervig und alles andere als entspannend. Fazit: einmal und nie wieder.


Da denkt man sich: da ist doch jetzt nix dabei: 2x am Tag hin, Futter geben, bissl spielen, bissl streicheln, lüften, Katzenklo sauber machen, fertig.
Nicht so bei mir, ich fühle eine extreme Verantwortung, es fühlt sich fast überlebenswichtig für mich an, als ob mein Leben davon abhinge und das war schon immer das Problem bei Jobs, weswegen ich nach kurzer Zeit immer zusammenklappte, und nein da helfen ein paar positive Affirmtionen oder das alles „einfach lockerer zu sehen“ nicht. Das ist tief, ganz tief eingebrannt. Ich kann das schwer beschreiben, aber das Ganze hatte  zur Folge, dass ich jede Nacht total schlecht schlief und tagsüber neben mir stand. Nach 5 Nächten ist man einfach durch: Ich zitterte und schwitzte extrem bei jedem kleinsten Streß/Druck/Lärm, die Muskelkraft lässt enorm nach, da wird selbst Haare föhnen zum Kraftakt, zum Schluß fuhr ich die 1,5km mit dem Rad, weil es unmöglich war das zu Fuß zu gehen. Und dieses fiese innerliche frieren vor lauter Schlafmangel, ätzend. Ich habe bei mir selbst wieder nur das allernötigste gemacht, an Körperpflege und an Haushalt. An andere Sachen wie das neue Schutzbleck am Fahrrad zu montieren oder lesen war gar nicht erst zu denken!


Es gab viele Jahre wo ich mich IMMER so fühlte, ständig geflutet von allen Streßhormonen, schrecklich. In solchen Momenten vestehe ich wieder, warum ich die EU-Rente bekommen. Wenigstens weiß ich was zu tun ist: Welt aussperren, keinesfalls irgendeinen neuen Termin für die nächsten 4 Tage, Medikamente zum schlafen nehmen, viel schlafen, nichts müssen, Kühlschrank füllen mit Sachen die schnell zubereitet sind oder Essen liefern lassen und mich selbst nicht nieder machen, dass ich die Betreuung angenommen und gemacht habe: es war immerhin ein Versuch. Zumal es ja gut hätte gehen können, mein Gesundheitszustand ist so schwankend, dass ich an einem Tag mich kaum vor die Tür traue und 2 Tage später nach München fahre (ca.20-30 mins mit der Bahn in die Innenstadt) und dort den halben Tag verbringe. Genauso wie mir früher der Pflegehund gut tat und manchmal stabilisiert es mich mehr zu arbeiten, derzeit geht halt wieder gar nix. Diese Wellen auszuhalten (warum geht das heute nicht??) und mich drauf einstellen (vielleicht schaffe ich es dann nächste Woche eine kleine Radltour zu machen) abwägen was vielleicht gehen könnte (statt großem Spaziergang nur ein kleiner oder kleine Sporteinheit zuhause was mich sozialphobisch ja weniger stresst) und „versuchen das Beste drauf zu machen“ (diese Phrase kozt mich auch schon langsam an) kostet auch viel Kraft.

Kurz vor Ende der Betreuungszeit, kam dann die Frage ob ich nicht doch noch 2 Tage länger machen könne, ich vermute, das hatte sie vorher schon drauf spekuliert, weil sie recht viel Futter rausgestellt hatte. Habe ich aber ohne schlechtem Gewissen (!HAAA! Fortschritt!) abgelehnt. Nicht mein Problem. Uff, Erleichterung als ich die Verantwortung und deren Wohnungsschlüssel los war. Seitdem komatöses rumliegen auf Couch und im Bett

Die Entscheidung liegt bei dir!

Wir haben viel mehr Macht als wir glauben!

Das Buch: Die Entscheidung liegt bei dir! Lässt mich grad wieder atmen! Die Schwere und das Erdrückende weicht von mir. Zuoft hänge auch ich in dem: Du musst, du sollst, das macht man nicht. Und im: ich kann nicht. Wenn ich mich klein und hilflos und ohnmächtig fühle, kriecht die Depression daher…
Du kannst alles tun und/oder alles lassen (krass formuliert) was du willst, du musst nur bereit sein, den Preis dafür zu zahlen und die Konsequenzen tragen.
Wenn ich das Gefühl habe, ich MUSS arbeiten, ist der Ofen aus. Dann geht nix mehr. Sage ich mir aber, dass ich mich dafür ja entschieden habe, weil ich Gründe dafür habe: mehr Geld, Zeitvertreib, Beschäftigung usw. sieht das gleich anders aus. Entscheide ich mich bewußt dagegen, weil mir meine Gesundheit, Freizeit ect. grad lieber ist, kann ich das auch gut nach außen vertreten und meine freie Zeit besser genießen, weil mir das grad wichtiger ist. ZU MIR STEHEN, lautet die Zauberformel.

Gutes Beispiel mal wieder bei der Tafel: Wenn die Nummern verteilt werden, strömen alle zum Nummernmann, weil klar: je mehr Nummern sich im Beutel befinden, desto größer die Chance eine kleine Nummer zu ziehen (ob das statistisch wirklich so ist, weiß ich nicht, aber das Gefühl der Selbstkontrolle oder schlicht der Ungeduld und Gier lässt alle vordrängeln. Jetzt sollen wir natürlich in Corona-Zeiten Abstand halten. Macht keiner. Alle drängeln. Moment, doch ein paar „brave“ machen das, die warten, ganz hinten. Eine zeitlang gehörte ich auch dazu und war gehorsam. Bis ich mir dachte: weißte was? Scheiß drauf! und strömte auch nach vorne. Manchmal zog ich tatsächlich eine kleine Nummer, manchmal eine hohe. Wie immer halt. Ene Frau beschwerte sich nun. Immer zöge sie eine hohe Nummer, weil sie hinten wartet und Abstand hält. Oft hatte sie nun eine so hohe Nummer, dass sie erbost mit leeren Tüten wieder abzog. Keiner nagelte sie „da hinten“ fest. Es ist ihre Entscheidung abseits zu warten oder eben auch mal die Ellbogen auszufahren, mal nicht brav zu sein, sondern im weitesten Sinne eben auch mal aggressiv nach vorne stürmen. Der Prinz auf dem weißen Pferd wird nicht zu ihr galoppieren und ihr eine kleine Nummer geben.
Generell gibt es bei der Tafel viele mit der Einstellung: Versorge mich! Und wehe das passiert nicht so wie man das will, dann wird gemeckert wie ein Kleinkind.
Oder in den 12-Schritte-Gruppe, wo auf die höhere Macht gebaut wird. SIE soll entscheiden und machen, nur mit IHRER Unterstützung kann ich clean bleiben. Auch so kann man sich selbst klein halten.
Noch ein aktuelles Beispiel: ich hab so richtig Lust auf eine Pizza, aber ich will mich jetzt nicht nochmal umziehen und einkaufen gehen und eine bestellen ist mir grad zu teuer. Der Preis ist mir also doppelt zu hoch. Mit der Konsequenz dass es dann eben was anderes zum Abendessen gibt, kann ich gut leben und freue mich dann umso mehr auf die nächste Pizza 🙂
Selbstverantwortung und Eigenermächtigung sind super!

Ich hab noch ein Video für Euch, irgendwie gefällt mir das teilweise, die schöne Naturaufnahmen, die Musik und man merkt dem Kerl an, dass er weiß wovon er redet und nicht nut platt irgendwas nachplappert.
https://youtu.be/7IKJmFGYFAA
In diesem Sinne: (was mir noch grad einfiel) Liebe es, veränderes es oder lass es!

Die Arbeit und die Zukunft

Heute war ich arbeiten und es war gut. Ich merke das immer wieder, dass mir alle 14 Tage 1 Arbeitstag am besten bekommt. So habe ich es vor dieser Stelle eigentlich auch immer gemacht, aber die Dame zog dann leider weiter weg. Und dann dachte ich mir, na gut dann probiere ich es in der neuen Stelle eben wöchentlich (weil die das so wünschten).
Für mich wurde es heute nochmal so richtig klar, dass ich wohl Ende März da aufhören werde.


Der für mich ja nun 3. Lockdown hat mich sehr viel Kraft gekostet. Seit November war wieder nichts möglich. Isolationshaft quasi. Sogar noch schärfer als die ersten beiden, weil ja beim ÖPNV auch noch 3G dazu kam.
Somit war einfach mal ne Fahrt nach München, um dort zu spazieren (was mir oft schon hilft nicht zu sehr zu versinken) sehr kompliziert, weil es hier im Dorf zu wenig freie Testtermine gibt. Schon gar keine spontanen!
Aber bis Ende März müßte auch ich geimpft sein oder/und auch einiges wieder gelockert sein.
Und dann will ich viele Ausflüge machen und das wichtigste: wieder 1x die Woche schwimmen.
Mein Ideenbuch ist seit Jahren voll mit Ausflugszielen, Wandertips und sonstigen. Wann will ich das endlich mal machen? Muss ja nicht alles sein, aber doch vieles.
Zumal es ja endlich hier auch ein sehr günstiges Sozialticket für den Nahverkehr gibt: Die Monatskarte kostet mich 36,-Euro, nur Mo-Fr zwischen 6-9h darf ich nicht fahren, ansonsten immer! Die normale Montaskarte kostet über 95,-!

Diese Aussicht lässt mich heute  mal wieder Antrieb und Vorfreude fühlen, was ich echt schon lange nicht mehr hatte.
Und endlich überhaupt mal wieder eine Zukunftsaussicht zu haben, lässt den Frühling in meinem Kopf explodieren

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Wenn Du ein Schiff bauen willst, dann rufe nicht die Menschen zusammen, um Holz zu sammeln, Aufgaben zu verteilen und die Arbeit einzuteilen, sondern lehre sie die Sehnsucht nach dem großen, weiten Meer. Antoine de Saint-Exupéry

Eine Art Tagebuch

Amat victoria curam