Überforderung vermeiden

Unsere Zeit/Gesellschaft ist ja vom Fortschrittsgedanken wie bessessen: Noch besser, noch schneller, noch einfacher, noch größer, noch kleiner usw. Ich merke das auch an/bei mir: Gut, vor 3 Jahren ging dies und jenes nicht, also sollte das nun langsam mal funktionieren! Aber bitte pronto!
Mein Ego steht mir ziemlich krass im Weg, dass ich nicht so funktioniere, wie ich das gerne hätte. Einen Schritt zurück machen, damit ich mich nicht weiter überfordere….nur mit Zähneknirschen (im wahrsten Sinne des Wortes).
Kleine Brötchen backen. Tun was geht UND Energie bringt, statt raubt.
Kleine Dinge die gut funktionieren:


Die Mikroabenteuer kamen in der Coronazeit in Mode. Für mich ist das nix neues, weil mit Angststörung ist schon ein Tagesausflug in unbekanntes Gelände sehr abenteuerlich. Ganze Bücher wurden darüber geschrieben, was man im Kleinen tun kann, um aus dem Alltag auszubrechen, den Kopf frei zu bekommen und ein kleines Urlaubsfeeling aufkommen zu lassen. Wie z.B. Internetfreie Zeiten, draußen übernachten, ohne große Planung einfach drauf losfahren, zum Hauptbahnhof fahren und einfach den nächsten Zug nehmen (jetzt mit dem 9,- Ticket ideal, ansonsten auch machbar mit den Ländertickets wie Bayern-Ticket), ein Buch aus einem Genre lesen, das man noch nicht kennt, für mutige: Wohnungstausch usw.

Dann wären da noch die Mikrojobs, (dank Internet!) die ich genauso gerne mache, weil ich selber entscheide welche ich annehmen will und welche nicht, es kaum Verantwortung gibt, ich die alleine erledigen kann, oft witzige Sachen dabei sind und ein wenig Geld kommt auch dabei rum.

Mikroprojekte sind so ein Zwischending zwischen Urlaub und Arbeit. Letztens las ich den Vorschlag in einer Zeitung z.B. für den Lieblingsplatz in der Natur zu sorgen, sich ein wenig verantwortlich fühlen, von Müll befreien, oder was neues pflanzen ect. Ich fand tatsächlich eine verwilderte Parkbank (nicht unbedingt mein Lieblingsplatz, aber doch eine angenehme Pausemöglichkeit) die schon fast zugewachsen war. Bei der nächsten Radrunde nahm ich Gartehandschuhe und eine Schere mit und stutzte den Wildwuchs. Jetzt kann man sich wieder bequem hinsetzen.
Ich mag den Gedanken und die Idee dahinter sehr, weil es auch Spaß macht, oft wenig Geld kostet und niedrigschwellig ist. Mir helfen diese Mikroaktionen im Leben zu bleiben, ein wenig Sinn zu finden, abzuschalten, Neues kennenlernen und auch das Gefühl zu haben „ich schaffe doch etwas!“

Das fing schon in meiner Jugend an, als ich völlig verwirrt, tief traumatisiert und sehr gelangweilt (bzw. total orientierungslos was ich machen sollte) Kleinanzeigen entdeckte. Früher gabs da eine ganze Zeitung davon: Kurz&fündig. Ich liebte es darin zu stöbern, kam dadurch auf viele neue Ideen, lernte manchmal nette Menschen darüber kennen, stattete meine Wohnung und mich mit verrückten, skurilen Sachen aus. Heute geht das klar, online und einfacher, aber ich liebe es immer noch. Was mir im Bekannten/Freundeskreis oft ein erstauntes und bewunderndes: „was Du immer findest!“ einbringt. Was mich dann sehr freut 🙂

Überforderung erkennen

Ich habe gestern mit einer recht sympathischen Coachin telefoniert. Es tat mir gut. Sie erklärte mir, warum sowas vermeintlich harmloses wie „Katzenbetreuung“ zuviel war: „Derzeit ist das zuviel Verantwortung für Sie! Wenn Sie nicht vorbei schauen und denen kein Futter geben, hungern die Tiere, sie sind abhängig von Ihnen! Eine andere Möglichkeit wäre, z.B. bei einem Gnadenhof oder Bauerhof MIT zuhelfen, aber nicht alleine zuständig zu sein. Wo Sie nur einen Teil übernehmen sozusagen!“ Allein die Vorstellung erleichterte mich so sehr, dass endlich Tränen liefen. Ich hab immer alles alleine gemacht, ich kann das! Ja klar, aber es kostet ungemein viel Kraft. Nur wo finde ich jetzt a)Unterstützung und b) etwas wo man in Gemeinschaft sich beschäftigen kann, ohne große Verantwortung und wo meine soziale Phobie mitspielt.
Sie merkte schon, dass ich mir selbst sehr viel Druck machte und nahm ihn zum Teil raus, als sie erklärte, dass der normale Alltag schon schwer ist. Wenn man sich nur mal anschaut wieviel Koordination es braucht ein Waserglas zu heben, ohne es zu zerbrechen und dann zielgerichtet zum Mund führen. Hunderte Muskeln, Sehnen, Signale vom Gehirn machen das alles selbstständig. Und für sich sorgen, mit allem drum und dran IST anstrengend. Viele unterschätzen das, weil auf Insta und Co das alles immer so leicht und schön aussieht. Wenn dann noch Einschränkungen wie Angst, Depression ect. dazukommen, kommt man schnell an das Ende seiner Kraft.
Ihr Verständis, ihre Wärme, ihre Ermunterung haben mir sehr gut getan.


Es war aber auch schwierig anzunehmen, dass ich eher einen Schritt zurück machen muss, als einen Schritt nach vorne (wie ich das derzeit eher forciert habe).

Schön war heute, als ich auf einer kleinen Radrunde am Pferdehof vorbei fuhr und die gerade dabei waren, die Pferde auf die Wiesen zu lassen. Immer eine Herde nach der anderen, mal kleinere, mal größere von 20 Tieren. Berührend wenn soviele Pferde lostraben und galoppieren und dann sich im Gras wälzen, wieder lospreschen und sich einfach austoben. Toll!

Wie stabil bin ich?

Hatte mal wieder das alte Dilemma: Auftrag annehmen oder nicht. Wäre es gut durch die Angst zu gehen, damit die nicht größer wird (schau du schaffst das, Gedankenkarussel ist beendet ect.), wäre es gut dort zu arbeiten, um auch das Selbstwertgefühl zu stärken, mal wieder rauskommen, auf andere Gedanken zu kommen und natürlich Geld zu verdienen?
Oder wäre es schädlich und eine Überforderung? Habe schwer mit mir gerungen, weil quasi beide Waagschalen gleichviel wogen, aber ich habe dann doch abgesagt. Und danach drehte ich eine Runde mit dem Rad und dachte mir so: ich brauch ne Checkliste: Wie stabil bin ich? Weil das ewige hin und her und mich quälen: was ist richtig, was soll ich tun…nervt nur.
Das Problem ist halt, bei psychischen Sachen ist das schwieriger, als bei körperlichen. Da gibt es klare Parameter: Blutdruck, Blutzucker, generell Blutbild, Fieber, Durchfall, Schmerzen ect.
Also suche ich mal meine psychischen Parameter zusammen:
Schlafe ich gut? Wie hoch ist der Angstpegel, wenn ich das Haus verlasse oder in eine unbekannte Gegend gehe, tue ich genug Dinge die mir Kraft und Ausgleich geben, lache ich viel, esse ich zuviel Zucker (bei mir ein typisches Stressessen), habe ich zuviele oder zuwenige Kontakte, liegen bei mir viele unerledigte Projekte rum (z.B. schon lange ein bestimmtes Bild malen wollen oder endlich einen Termin bei einem Arzt ausmachen, etwas reparieren oder Fenster putzen).


Ich glaube das wäre gut und dann wie es Rilke in seinem Roman sagte: „Schau den Tatsachen ins Auge und nicht auf die Vermutungen.“
Woran merkt Ihr, dass Ihr grad nicht belastbar seid oder es Euch eben psychisch nicht gut geht? Oder generell noch Ideen dazu?
Über Eure Gedanken würd ich mich freuen 😉

Ego-States

Gestern mit einer Freundin telefoniert und erzählt wie sehr mich die Katzenbetreuung überfordert hat. Dass ich nicht mehr weiter weiß mit diesen massiven Ängsten…was noch tun? Und wir redeten so und sie fragte und ich überlegte und so zum Ende des Gesprächs fiel der Groschen: Innere Anteile!

DAS Thema geriet mal wieder völlig in Vergessenheit. Kein erwachsener Teil da, nur pure Identifikation mit verletzten Kindanteilen. Da wundert mich jetzt die chronische Suizidalität, Leere, innere Einsamkeit, starke Ängste, totale Hoffnungslosigkeit, nicht arbeiten gehen können, ständig Süßkram naschen müssen u.v.m nun gar nicht mehr!!!
Und wieder mal staune ich, wie sehr sich das verselbstständigen kann und ich das Thema nicht mehr aufm Schirm habe und nur noch verzweifel und irgendwas agiere und mich aber auch komplett zurückziehe aus sozialen Bezügen.
Und erschüttert bin ich auch wieder mal: Weil es keinerlei Kommunikation nach innen gibt! Auch keine abwertende ala: ach was bin ich heut wieder für ein Schussel. Nein nix! Völlige Ignoranz: du bist nicht da, ich sehe dich gar nicht, für mich gibt es dich nicht, keinerlei Beachtung weder positive noch negative!
Ich muss täglich bewußt auf diese Kommunikation achten und das immer mal wieder einbauen. In schwierigen Zeiten natürlich öfters.
Seufz. Nicht verurteilen. Verstehen. Atmen. Hinweden. Liebevoll.
Jetzt ist auch klar, warum das mit der Tierbetreuung schief ging: Viel zuviel Verantwortung für ein „Kind“. Das Kind wollte Tierkontakt. Streicheln, spielen, schmusen, aber nicht die Verantwortung für 2 Lebewesen. Von daher gesehen war die Panik völlig gerechtfertigt und sogar gut: Vorsicht! Überforderung! Das ist zuviel! Es ist eine Warnung.
Innere Anteile sind immer für Dich. Auf deiner Seite! Auch wenn es auf den ersten Blick selbstschädigend ist, ist es ein Versuch das System zu schützen!
Um innere Anteile kümmern, aus der Identifikation lösen, sie in Sicherheit bringen, ihnen endlich eine Pause gönnen: Sie haben sich nicht zu kümmern.
Uff es fällt ganz viel Last ab, Müdigkeit überkommt mich, Erleichterung auch, der immense Druck weicht.
Ich kann es schaffen. Ich bin wieder auf dem Weg

Nicht gut gelaufen…

Manchmal hilft es mir ja, einfach mal weider was anzufangen. Nicht im Hamsterrad hängen zu bleiben und hoffen, dass es besser wird. Also habe ich eine 4-tägige  Katzenbetreuung übernommen. 2x am Tag die beiden Fellnasen besuchen. Es war kein weiter Weg, das war es nicht, aber immer den Termin im Kopf: heut abend muss ich da noch hin (und ca. 1,5 Sd. bevor ich losging saß ich schon nervös, Hände knetend und auf nichts mehr konzentrieren könnend auf meinem Sofa, erstarrt. Und kaum morgends aufgewacht dasslbe: ich muss da gleich hin, sofort unter Druck, kein entspanntes frühstücken, selbst duschen tat ich erst danach…usw. Ich stand immer unter Spannung. Selbst wenn ich mir einen Wecker stellte, half es nicht. Ich konnte nicht entspannen. Und auch gedanklich konnte ich nicht abschalten (mein altes Dilemma), selbst zuhause dachte ich zu 90% an die Katzen, wie ein Zwang, das ist furchtbar und ich kann es nicht abstellen. Verantwotng für andere ist echt Gift für mich
Wieder Verantwortung tragen…wollte ich das nicht bleiben lassen? Ja wollte ich. Ich brauch halt immer erst 10 (eher 100) Runden, bis auch ich es kapiere. Das andere war: Das Türschloß klemmte immer. Das wußte ich aber nicht und geriet am ersten Tag total in Panik weil der Schlüssel leer durchdrehte und ich auch später immer die Angst hatte: ich komm da jetzt nicht rein. Wir haben später Schlüßel getauscht, dann gings besser. Trotzdem nervig und alles andere als entspannend. Fazit: einmal und nie wieder.


Da denkt man sich: da ist doch jetzt nix dabei: 2x am Tag hin, Futter geben, bissl spielen, bissl streicheln, lüften, Katzenklo sauber machen, fertig.
Nicht so bei mir, ich fühle eine extreme Verantwortung, es fühlt sich fast überlebenswichtig für mich an, als ob mein Leben davon abhinge und das war schon immer das Problem bei Jobs, weswegen ich nach kurzer Zeit immer zusammenklappte, und nein da helfen ein paar positive Affirmtionen oder das alles „einfach lockerer zu sehen“ nicht. Das ist tief, ganz tief eingebrannt. Ich kann das schwer beschreiben, aber das Ganze hatte  zur Folge, dass ich jede Nacht total schlecht schlief und tagsüber neben mir stand. Nach 5 Nächten ist man einfach durch: Ich zitterte und schwitzte extrem bei jedem kleinsten Streß/Druck/Lärm, die Muskelkraft lässt enorm nach, da wird selbst Haare föhnen zum Kraftakt, zum Schluß fuhr ich die 1,5km mit dem Rad, weil es unmöglich war das zu Fuß zu gehen. Und dieses fiese innerliche frieren vor lauter Schlafmangel, ätzend. Ich habe bei mir selbst wieder nur das allernötigste gemacht, an Körperpflege und an Haushalt. An andere Sachen wie das neue Schutzbleck am Fahrrad zu montieren oder lesen war gar nicht erst zu denken!


Es gab viele Jahre wo ich mich IMMER so fühlte, ständig geflutet von allen Streßhormonen, schrecklich. In solchen Momenten vestehe ich wieder, warum ich die EU-Rente bekommen. Wenigstens weiß ich was zu tun ist: Welt aussperren, keinesfalls irgendeinen neuen Termin für die nächsten 4 Tage, Medikamente zum schlafen nehmen, viel schlafen, nichts müssen, Kühlschrank füllen mit Sachen die schnell zubereitet sind oder Essen liefern lassen und mich selbst nicht nieder machen, dass ich die Betreuung angenommen und gemacht habe: es war immerhin ein Versuch. Zumal es ja gut hätte gehen können, mein Gesundheitszustand ist so schwankend, dass ich an einem Tag mich kaum vor die Tür traue und 2 Tage später nach München fahre (ca.20-30 mins mit der Bahn in die Innenstadt) und dort den halben Tag verbringe. Genauso wie mir früher der Pflegehund gut tat und manchmal stabilisiert es mich mehr zu arbeiten, derzeit geht halt wieder gar nix. Diese Wellen auszuhalten (warum geht das heute nicht??) und mich drauf einstellen (vielleicht schaffe ich es dann nächste Woche eine kleine Radltour zu machen) abwägen was vielleicht gehen könnte (statt großem Spaziergang nur ein kleiner oder kleine Sporteinheit zuhause was mich sozialphobisch ja weniger stresst) und „versuchen das Beste drauf zu machen“ (diese Phrase kozt mich auch schon langsam an) kostet auch viel Kraft.

Kurz vor Ende der Betreuungszeit, kam dann die Frage ob ich nicht doch noch 2 Tage länger machen könne, ich vermute, das hatte sie vorher schon drauf spekuliert, weil sie recht viel Futter rausgestellt hatte. Habe ich aber ohne schlechtem Gewissen (!HAAA! Fortschritt!) abgelehnt. Nicht mein Problem. Uff, Erleichterung als ich die Verantwortung und deren Wohnungsschlüssel los war. Seitdem komatöses rumliegen auf Couch und im Bett

Gedanken im Sturm

Wie wahrscheinlich halb Deutschland, hatte auch ich eine sehr unruhige Nacht heute. Der Sturm rüttelt und scheppert und pfeift, dass ich trotz Ohrstöpsel immer irgendwie halbwach war. Von daher bin ich saufroh, heute nicht arbeiten zu müssen. Die Bewohnerin hat mir abgesagt. Juhu.

In letzter Zeit habe ich wieder vermehrt Kloträume gehabt. Langsam nervt es echt. Nie fühle ich mich sicher, nie habe ich meine Ruhe, nie bin ich alleine, nie kann ich mich abgrenzen (Tür verschließen). Ich glaube inzwischen sehr stark, dass es mit dieser Wohnung zu tun hat. Ich fühle mich hier auch nicht mehr wohl, nicht mehr sicher. Zum einen stört mich die offene, hohe, unruhige Bauweise, dann ist mit den direkten Nachbarn knatsch seit ich die Polizei rief und durch den Wasserschaden letztes Jahr wurde das fehlende Sicherheitsgefühl natürlich massiv verstärkt.

Eh schon mit PTBS-Symptome am rumquälen, verlor ich da auch noch meinen sicheren Ort, musste 2 Monate woanders wohnen, während hier ständig wildfremde Menschen ein und aus gingen, die Wohnung zur Baustelle machten und natürlich meinen Schlüssel hatten. Grenzverletzung pur. Mal wieder.

Seitdem überlege ich umzuziehen. Nach 15 Jahren endlich weg von hier. An guten Tagen genieße ich es, wenn ich draußen bin und bekannte Gesichter grüße und mal für nen Plausch stehen bleibe. Die meiste Zeit wünsche ich mir aber einfach Anonymität.
Jetzt hat „leider“ diese Wohnung sehr viele Vorteile: Zwar nur 35qm groß, aber auf 2 Ebenen, sodass das Schlafzimmer oben getrennt ist und darunter sich das Wohnzimmer befindet, das macht viel aus, wenn man fast immer zuhause ist, dann eine große überdachte Dachterrasse, eine nur 4 Jahre alte Küche, ein neues Bad, einen ganz tollen Vermieter und eine engagierte Hausverwaltung, sowie einen eifrigen Hausmeister, der hier alles super in Schuß hält. Das wichtigste aber: Im Umkreis von 1,5km habe ich: viele Supermärkte, Apotheken, DHL/Hermes, Kleidungsgeschäfte, Bioladen, Ärztehaus, Drogeriemarkt, Metzger, Bäcker, Imbiß, Buchtauschhaus, Schuhladen, Friseur, Eisdiele ….und wenn ich wie sooft eh schon Schwierigkeiten habe aus dem Haus zu gehen, ist es immens von Vorteil, wenn ich nur schnell 200m in den erstbesten Supermarkt huschen muss und schnell wieder zuhause bin. Auch der Bahnhof ist nur 5mins Fußweg entfernt! Zumal ich auch kein Auto habe. Und genauso schnell bin ich auf weitläufigen Feldern und Wäldern zum spazieren und radeln. Perfekt!
Ob ich sowas nochmal finde?
Ob ich den Streß eines Umzugs nochmal packe? Zumal ich viel koordinieren muss, da das Sozialamt erstmal das OK geben muss, dann der Vermieter usw.


Ich war mal wohnungslos, gute 9 Monate. Die ersten Wochen tingelte ich ein wenig durch Europa dann arbeitete im Freiwilligendienst in ÖSterreich, aber irgendwann war es genug und ich wollte wieder eine Basis, ein zuhause. Da es niemanden gab wo ich unterschlupfen konnte, musste ich wieder zu meiner Mutter zurück. Eine sehr schlimme Zeit, ich musste soviel innerlich abspalten, um das zu ertragen und dann fand ich endlich diese Wohnung in der ich seitdem lebe. Der Wasserschaden triggerte das nochmal immens: kein eigenes, sicheres Zuhause! Was also wenn das jetzt nicht funktioniert, da kündigen, das OK des Amtes, die neue Wohnung zum richtigen Zeitpunkt…. Der finanzielle Aspekt nicht zu unterschätzen: Transporter mieten und vielleicht eine Hilfskraft bezahlen, dann brauch ich eine neue Waschmaschine und einen neuen Kleiderschrank, und evtl. noch einen Teil der Kaution, weil die jetzige die ich dann rausbekomme wahrscheinlich zu wenig ist. Also schon wieder finanzielle Knappheit, das ist SO zermürbend!!


Aber noch eine wichtige Frage: Schieße ich mich damit nicht komplett ins Aus? Ich habe derzeit wenige Bindungen (Therapeutin ist weg, 2 sehr gute Bekanntschaften lösten sich auf, meine Tante wurde auch sehr still weil sie selber massive Probleme hat), diese Einsamkeit und Heimatlosigkeit ist für mich sehr belastend, weil sich so meine ganze Jugend anfühlte. In einer wichtigen Zeit also, wo sich das Hirn nochmal neu vernetzt und formt. Allein wenn ich hier zur Tafel gehe, werde ich gesehen, man ratscht, man legt was für mich weg weil man weiß das ich das mag/vertrage, man verabredet sich zum spazieren gehen…das ist ein wichtiger Sozialbaustein.
Schwierig.
Aber hier bleiben wird auch immer schwieriger. Ich kann diese Bude nicht mehr sehen, den Ausblick aus dem Fenster, die Sonneneinstrahlung je nach Jahreszeit, die Umgebung zum radeln und spazieren… immer dasselbe, für mich ist das extrem quälend. Es heißt nicht umsonst tödliche Langeweile. Ich bin ein Dopaminmensch, ich brauche viel neues, das ist für mich nicht nur eine Laune, sondern Lebenselixier!

Schlimm auch: immer das erschrecken wenn die Nachbarn rumwerkeln, alles ist so hellhörig, ich sehe sie wenn sie an meiner Wohnungstür vorbei gehen, auch die Nähe zu anderen Nachbarn (man kennt sich halt, untereinander wird viel getrascht, für mich Sozialphobiker echt ätzend) ich fühle mich so ungeschützt!


Wahrscheinlich hilft nichts anderes, als es einfach mal probieren: Anzeigen schauen/selber schreiben, Wohnungen besichtigen, gut mit mir im Kontakt bleiben, ist das normale Nervosität oder überfordere ich mich komplett, ist der Streß so schlimm, dass ich wieder mit Verdacht auf Herzinfarkt beim Doc sitze, wie letztes Jahr? Bis zur Unterschrift eines Mietvertrages ist es ja ein Weg…Davor kann ich immer noch jederzeit absagen

Rückfall: destruktives Verhalten

Ich bin sehr erschrocken darüber, was gestern passiert ist. Vor allem was massive Grenzverletzungen (die ich mir selber antat!) für Auswirkungen haben. Dieses innere zittern und beben, die exreme Anspannung. Erstarrter Fluchtreflex und gleichzeitig irgendwie im Überlebensmechanismus.
Normalerweise agiere ich in solch einem Zustand wie aufgedreht: ich schaue nur noch Filme (am besten welche die mich zusätzlich triggern), werde hibbelig, kaufe viel oder suche ewig im Netz nach dem richtigen (meist was ich eh nicht brauche) ich flitze von einem Eck ins andere.
Heute habe ich das nur ein bisschen. Eher sitze ich verdattert da und staune: so schlimm ist Grenzverletzung. Sooft habe ich mir das früher auch angetan (Übergriffe gab es natürlich en mass auch durch andere Menschen), aber es ist fast nochmal schlimmer, wenn man es sich selbst antut, auch wenn mir der Wirkmechanismus der Erstarrung klar ist und auch dass es ein gelerntes Verhalten ist, das mich früher schützte. Ich war die ruhige brave, damit nicht noch mehr Streß entsteht im Familiensystem. Von daher merke: ruhige Kinder sind nicht immer toll oder nur gut erzogen, nein manchmal ist es ein Totstellreflex oder die pure Resignation: wenn eh niemand kommt, wenn ich schreie, lass ich es halt.


Sooft bin ich über mich selbst gelatscht UND über die Nachwirkungen. Anstatt hinzuschauen, warum kann ich grad kaum atmen, verkrampft der ganze Bauch, warum hüpfe ich von einer Internetseite zur Nächsten usw. nach der Grenzverletzung ist vor der Abspaltung.


Was aber ist passiert?
Seit 2,5 Jahren kenne ich einen Mann mit dem ich gerne Körperlichkeit leben kann. Das ist für mich schon wie ein 5er im Lotto. Weil ich mich damit eben sehr schwer tue oder schlicht keine Körpernähe mag. Ihn aber fasse ich liebend gerne an, die Chemie passt einfach und ich bin gerne in seiner Nähe.
Nun haben wir uns über 6 Monate nicht mehr gesehen und dann brauche ich in der Regel erst wieder eine Zeit zum auftauen, zum warm werden. Meist brauch ich erst wieder ein Date nur mit Kaffe trinken und/oder spazieren gehen, bevor ich es genießen kann, wenn wir uns näher kommen.
Das gute bei ihm ist: er macht keinerlei Druck: ob wir uns nur zum Kaffe trinken treffen oder wild über uns herfallen: alles ist ok. Auch wenn ich mich leicht wegdrehe, weil ich noch nicht intim angefasst werden will, registriert er sofort und hält sich zurück.
Aber mein „vorauseilender Gehorsam“ wurde mir früher so perfekt eingedrückt, dass ich mein innerliches Stop gestern komplett überging, nur weil ER ins Schlafzimmer ging. Und nein er wendet keinerlei Psychospielchen an, die erkenne ich. Ich ging nicht bis zum Äußersten (immerhin) aber trotzdem war es mir viel zu schnell, viel zu nah. Mein Automatismus sprang an und ich tat wo ich dachte, das will er jetzt.
ER, nicht ICH.


Ich hätte ja auch in der Schlafzimmertür stehen bleiben können und sagen: „Äh du… das geht mir grad zu schnell, bleiben wir auf der Couch?“
Die Angst vor seiner Reaktion wenn ich Widerstand leiste ist immens. Nicht persönlich von seiner Reaktion direkt  (wie gesagt er macht keinen Druck), aber es gab genug Männer in meinem Leben, die mich dann mit Nichtbeachtung bestraften und das wohlgemerkt in einer Situation in der sie mich vorher von allen Kontakten isolierten, so dass ich von diesem Mann der mich nun nicht mal mehr anschaute, abhängig war. Absolut desatrös für das Seelenheil, vor allem weil auch mein Vater das machte und ich noch sehr jung war. Natürlich versuchte ich daher, dass das nie mehr passierte. Also tat ich alles was er wollte (ja wir fahren jeden Sonntag zu deiner Oma, ja ich besuche dich,  ja ich rauche mit, obwohl ich es hasste im Schlafzimmer zu rauchen,  ja ich hol Dich vom Bahnhof ab, ja ich liebe dich auch *kotzwürg…usw).
Wahnsinn.


Bei mir sein und zu spüren was ich grad will und was nicht ist das eine, dass in vielen kleinen Schritten gelernt werden muss (vor allem bei Menschen die von nahen Bezugspersonen über einen längeren Zeitraum mißbraucht wurden, in deren Psyche so herumgefuhrwerkt wurde, dass sie da oft nur noch einen Scherbenhaufen haben!)
UND dass dann auch noch nach außen zu kommunizieren, wäre dann quasi die Goldmedaille bei Olympia.
Es tut mir leid, dass ich gestern so mit mir umgegangen bin. Ich war den Abend in einem tranceähnlichen Zustand und fiel um kurz nach 20 Uhr total kaputt ins Bett.
Ich vergebe mir und versuche den Schaden zu heilen und fürsorglich mit mir umzugehen

Die Sache mit der Normalität

Wer will schon durchschnittlich sein? Wer will nicht was besonderes sein?
https://www.psymag.de/9609/auf-dem-weg-zur-ich-staerke-ich-schwaeche-2/
Ich fand gestern diesen interessanten Artikel, der mich sehr nachdenklich machte und in dem ich mich wieder erkannte.
Er spricht Tacheles und wirft nicht mit Wattebällchen, das finde ich gut, auch wenn die Selbsterkenntnis gerade nicht schön ist und auch etwas ziept, aber manchmal muss das eben sein.
Angestochen hat mich der Punkt NORMALITÄT, dass ich-schwache Menschen sich einerseits danach sehnen, andererseits diese scheuen, weil „das machen ja die meisten Menschen schon und ich will was besonderes sein“. Ja das klingt nach Narzissmus und hat durchaus etwas damit zu tun.
Man hat das Gefühl, wenn man nicht als bonders heraussticht, geht man erst recht unter in der Masse, doch oft ist das Gegenteil derFall.
Wo sich kein stabiles Selbst bilden konnte, macht sich das Ego breit. Mit diesem Thema beschäftige ich mich schon seit einigen Wochen.
Den Mangel an Aufmerksamkeit durch andere Menschen versucht man dadurch zu kompensieren (auch keine Neuheit) indem man auffällt und zumindest oberflächliche Aufmerksamkeit bekommt.
Ich weiß noch, es war in der 5.Klasse und meine Eltern lebten im Trennungsjahr. Es ging mir hundsdreckig, ich hätte die Klasse fast wiederholen müssen und da war U. eine neue Mitschülerin (die Klasse wurde neu zusammengewürfelt) und eine hervorragende Zuhörerin. Ihr klagte ich immer mein Leid. Sie nahm mich ernst, fühlte mit, das tat so gut. Überhaupt war die Scheidung meiner Eltern was besonderes, denn vor 30 Jahren, in einem kleinen hochkatholischen Dorf, war das noch etwas neues. Keiner machte sowas. Scheidung, so war man damals der Meinung, sei genauso schlimm für Kinder wie wenn sie verprügelt und in der Wüste ausgesetzt wurden. Ich war was besonderes. Ich hatte Aufmerksamkeit. Da spürte ich das erste Mal den „Kick“ daran.
Das normale, verlässliche mied ich. Ich hatte nicht die ersten intimen Kontakte mit gleichaltrigen, sondern mit älteren Männern die ich über Kontaktanzeigen traf. Die folgenden Beziehungen waren auch immer stressig und mißbräuchlich. Ein verlässlicher liebevoller Mann? Nein danke, zu langweilig. Später zog oft um, hatte dauernd verschiedene Jobs und einen auffallenden  Kleidungsstil, provozierende Tatoos und Piercing samt bunten Haaren durften nicht fehlen, das bei einer Größe von 183cm verfehlte selten seine Wirkung, zudem ich schon als Kind hörte, wie hübsch ich doch sei, mit diesen eisblauen Augen…
Auch die Jobs waren selten normal, es waren immer die krassesten, anstrengsten, schwierigsten oder das wa „man nicht macht“ wie Aktmodel oder später im Erotikbereich.

Ja oft verachtete ich offen was „alle machten“: Faschingsumzug mitmachen, zum Trachtenverein und/oder Schützenverein gehen, den Sommer toll finden, Weihnachten bei der Familie feiern, Haus bauen, jahrelang im selben Job sein..sowas eben.
Ich habe mich allem verweigert, fühlte mich den Hippies nahe, interessierte mich für barfuß Leben, las bei den glücklichen Arbeitslosen und das Recht auf Faulheit. Schon immer hingezogen zu den schrägen Vögeln, zu den Süchtigen und Heimatlosen.
Es gab Zeiten da fühlte ich den Kick „wie krank ich sein muss, um mit 32 Jahren in Rente gehen zu müssen!“
Wieder was besonderes…was anderes. Seht her, wie traumatisiert ich bin.

Wenn man kein Selbst hat, fühlt man sich ausgeliefert, hilflos. Wenn ich in mir keine Heimat finde, fühle ich mich ständig angegriffen und bin äußerst mitßtrauisch anderen gegenüber und unterstelle ihnen, dass sie mir nur böses wollen, auch diesen Zusammenhang kann man gut in dem Artikel nachlesen.
Auch dass sie Dinge, die sie nicht schaffen dessen Stellenwert überhöhen, das wäre bei mir Thema Arbeit. Es gibt ja noch andere Bereiche im Leben, aber dass ich nicht arbeiten kann, aber einerseits irgendwie doch will, was zur Folge hat, dass ich es immer wieder versuche und dann wieder aufgebe, nagt ebenso am Selbstwert.
Der eh schon kaum vorhanden ist und um das zu vertuschen komme ich arrogant rüber.

Mit eine Rolle spielt sicher auch, dass ich an den hohen Adrenalinspiegel gewöhnt bin. Ich brauche hohe, starke Reize. Zuause gab es wenig Normalität, noch weniger Geborgenheit, Sicherheit und Hilfe. Ich war sehr auf mich alleine gestellt und immer sehr angespannt, alles war brüchig.

Das heißt jetzt nicht, dass ab sofort alles easy ist, ich heiraten, in einen Yogakurs gehen und mehr arbeiten werde. Die Schwierigkeiten sind ja durchaus da, aber ich möchte das nicht mehr noch mehr künstlich aufbauschen.
Nur etwas mehr Normalität wagen…ich wurd ja schon ruhiger, die Kleidung unauffälliger, die Piercings (fast)weg, seit 15 Jahren nicht umgezogen, rauchfrei, schuldenfrei, keine Drama-Beziehung, der Versuch den Marktsonntag zu genießen schlug fehl, ich war extremst gestresst und zum Ende hin kurz vor der Panikattacke. Aber ich muss ja nicht alles mögen.


Es reicht schon mich nicht immer anders zu fühlen, ich habe mit anderen Menschen mehr gemeinsam, als das was uns trennt. Raus aus der emotionalen Isolation. Raus aus dem Extrastatus. Ich habe in der Trauma-klinik mich mal tatsächlich gewehrt, gegen eine „Extrawurst-behandlung“. Ich war schon wieder anders, weil ich damals nicht mit anderen Menschen essen konnte. Vor lauter Panik und Anspannung (da brach nach einer Extrembelastung die PTBS so richtig aus) ging das einfach nicht. Nur wollte ich dieses Mal nicht wieder auffallen, aber die Ärzte sahen meine große Not und über 6 Std. Tagesklinik plus 1Std. Fahrzeit, da muss man was essen. Also nahm ich Brotzeit mit und aß draußen im Park.

Witzigerweise wurde mir nach dem oben genannten Titel ein anderer vorgeschlagen: Mentale Hocheffizienz oder: Das Gefühl nicht in die Welt zu passen. Da hatte er mich wieder, der Kick: Ja mein Geist ist auch so überaktiv, ja ich bin ja auch so hochsensibel, ja ich fühle mich auch immer so anders!
Der Kick dauerte nur kurz, ich kam mir selbst wieder auf die Schliche. Die Falle schlug wieder zu.
Nein ich denke genausoviel wie andere, vielleicht ein wenig anders, mehr um die Ecke, wenn ich mehr spüre oder von meiner Umwelt mitbekomme liegt das höchstens an der Überaufmerksamkkeit durch jahrelange Traumata, die kann ich nicht verleugnen, aber ich kann an der Entspannug arbeiten: Jetzt, hier ist als gut

Angst? Ich doch nicht…

Ich habs nicht bereut erstmal den Hautarzttermin zu verschieben, prompt habe ich danach mal wieder richtig gut geschlafen und bin fast sowas wie erholt aufgewacht. Es erschreckt mich immer wieder wie subtil meine Angst ist und „eigentlich“ hab ich fast nur Körpersymptome und keine Gedanken dazu, also eben z.B. oh hoffentlich geht bei dem Biopsietermin alles gut, hoffentllich tuts danach nicht recht weh, hoffentlich ist das ein netter Arzt und nicht wieder so ein machtgeiler Volldepp, nein nur mein Körper schreit: ALARM! Und ich deute die Zeichen noch nicht mal richtig sondern wundere mich warum ich fast nur starr rumsitze und mich kaum bewegen will, völlig ko aufwache obwohl ich 10 Stunden im Bett war, Alpträume, Streß bei jedem Spaziergänger der mir entgegenkommt….es stimmt: Trauma hängt im Körper und muss auch da er/gelöst werden. Nur schade, dass all die Körpertherapien nicht von der Krankenkasse bezahlt werden.


Es ist offensichtlich dass ich immer nach starken Angstattacken depressiv werde und wenn ich diese Angst nicht lösen kann, depressiv bleibe. Mir fallen immer wieder solche vergangenen Vorfälle ein, eines wäre: Die Kosmetikausbildung. Daran erkennt man wie wenig ich bei mir war, als ich ernsthaft dachte ich könnte täglich mehrmals ganz nah an und mit einem Menschen so arbeiten. Ich wollte halt ein sichtbares Ergebnis meiner Arbeit haben, was mir vorher als Kinderpflegerin sehr fehlte, ich hatte auch ein gutes Händchen  fürs schminken, aber das war es auch schon. Stattdessen zitterte dieses Händchen immer mehr, als es an die praktischen Übungen in der Schule ging. Wimpern färben steht da an Platz 1, da sollte man wirklich ein ruhiges Händchen haben. Ich fand sogar einen Praktikumsplatz und als ich da bei einer Kundin die sich als Versuchskanichen zur Verfügung stellte das Wimpfern färben üben durfte, landete das Schutzpad auf ihrer Wange und nicht unterm Wimpfernkrank. Wie peinlich. Aber Angst? Ich hatte keine Angst. Ich konnte es nicht benennen. Irgendwann sagte ich meinem Arzt, dass ich in der Ausbildung Probleme hätte, so sehr zittere undso. Und er? Verschrieb mir astrein Betablocker! Ich war 24 Jahre alt, keinen Bluthochdruck oder sonstiges. Und sollte mein Leben lang Betablocker nehmen, wegen zittern? Super. Ich spürte nur immer Druck in mir, und Heimweh also Fluchtgedanken. Mit den restlichen Mitschülern konnte ich nix anfangen und irgendwie wurde alles immer schlimmer. Kurz vor der Halbjahresprüfung schmiß ich hin. Wieder war ich so müde, so schrecklich müde…aber klar 6 Monate täglich extreme Anspannung und Angst das muss ein Körper erstmal verkraften. Ich weiß noch den letzten Tag in der Schule: die Erleichterung, meinen Spind ausräumen und dann die Fahrt mit der Straßenbahn: endlich heim, nie wieder dahin müssen. Es war Ende Februar, einer der Tage wo es zwar kalt ist, aber wenn die Sonne direkt auf einen scheint wirds in den Winterklamotten schnell zu warm. Danach schlief ich viel, lebte zudem in einer sehr ätzenden WG mit noch 2 Männern. Und wieder hieß es einfach: Depression. Dass ich Angst und Panik während der Ausbildung hatte, konnte ich nicht sagen, weil ich es nicht bewußt fühlte. Das find ich so krass. Ich fühlte auch nicht, dass es widerlich war in der abgefuckten, schmierigen Wohnung, dann ging auch noch die Beziehung zuende, die irgendwie auch keine war, wir hatten nicht wirklich was miteinander zu reden und nach Sex stand mir wahrlich nicht der Sinn. Aber er war sehr hübsch und sanftmütig und so fast ohne großem Ego…
Aber es ist krass wie sehr man im Autopilot durchs Leben laufen kann, ohne sich zu spüren.

Genauso beim Job in der Tankstelle einer amerikanischen Firma: Hinter Sicherheitsglas, leicht erhöht sitzend, nur tanken und Waschanlage kassieren, kein Shop. Die Einarbeitung war easy ich war eine der schnellsten Mitarbeiterinnen, ich hatte Lust auf den Job (endlich keine soziale Verantwortung mehr tragen und überhaupt eher oberflächlichen Kontakt zu Menschen) doch am ersten Arbeitstag: Mir zitterten dermaßen die Hände, dass ich sie ganz verwundert dem Arbeitskollegen zeigte, ich wußte nicht was los war! Ich hatte keine Angst, auch bewußt keine große Nervosität weil ich mich sehr sicher und gut vorbereitet fühlte, auch die Kollegen samt Chefin waren allesamt super…warum ich dieses „running system“ verließ ist mir bis heute nicht klar.


Und somit dürfte es mich eigentlich nicht wundern, dass ich derzeit auch wieder so ko bin. Die ersten 4 Monate des Jahres Streß wegen dem Wasserschaden, von denen ich 2 Monate in einem Hotel auf kaum 20qm wohnen musste und als ich mich grad berappelt habe kam der Job in der Ferienwohnung wo ich auch einige Wochen viel Streß hatte, angesichts der sozialen Situation und des hohen Arbeitspensums.
So sieht das halt jetzt aus dass ich spätestens um 20.30 ins Bett fliege…gegen halb 5 aufwache aber noch etwas liegen bleibe und gegen halb 6/6 aufstehe um dann mittags nochmal meist eine Stunde zu liegen mit kurzem Schlaf. Das kann ich jetzt akzeptieren, aber auch nur weil Winter ist. Im Sommer hätte ich wieder diesen massiven Druck was tun zu müssen. Wieviel eigentlich noch???

Selbstschädigung

Einem früheren Freund eine Nachricht zu seinem Geburtstag geschickt. Wir plaudern so ein wenig, haben uns schon monatelang nicht mehr gehört. Seit er ein verheirateter Vater ist, bin ich eher uninteressant, außerdem wohnen wir weit auseinander, naja wie das halt so ist.
Er fragt wie es mir geht und ich sage flappsig unter anderem, dass ich arbeite, zusammen breche, mich erhole und weiter arbeite. Kommt von ihm die Frage, warum ich mich nicht vor dem zusammenbrechen erhole.


Jackpotfrage.

Das sind so Momente wo ich verstumme und gleichzeitig ganz viel erklären will und dabei genau weiß, egal was und wie ich es erkläre, der andere verstehts eh nicht.
Warum isst ein magersüchtiger Mensch nicht einfach?
Warum erbricht die/der Bulimiker all das leckere Essen?
Warum kann ein zwanghafter nicht einfach seine Zwänge sein lassen?
Warum hab ich soviel Angst?
Warum überfordere ich mich immer wieder?

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Auf der Suche nach Ruhe und Sicherheit, aber leider nur stark im Auffinden von Chaos und Gespenstern.

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Hochsensibel und Multipassioniert

Wenn Du ein Schiff bauen willst, dann rufe nicht die Menschen zusammen, um Holz zu sammeln, Aufgaben zu verteilen und die Arbeit einzuteilen, sondern lehre sie die Sehnsucht nach dem großen, weiten Meer. Antoine de Saint-Exupéry

Eine Art Tagebuch

Amat victoria curam