Wochenrückblick 19. Februar 2021

  • tschakka! Ich bin grad mehr als zufrieden mit mir! Wie ich das wuppe, mit dem getriggerten Streß klarkomme, mich viel abgrenze, meine Dinge regel, Probleme aktiv angehe, mit sehr vielen Männern (Handwerker, Vermieter, Hausverwaltung) alles mögliche klären/absprechen und ich fühl mich richtig taff. So selbstbewußt. So erwachsen. I love it! Ich gehe wieder aufrechter, hab eine festen und doch gelassenen Ganz, Kopf gerade…was bin ich froh, dass all die Arbeit der letzten Jahre von therapie, über Selbsthilfegruppen und massenhafte Bücher usw nun Früchte tragen. Ich bin nicht mehr hilflos. Ich bin kein Opfer!
  • schau an: ich hatte ja bei der Wein-Nachbarin nicht lange gebettelt, wegen dem Lärmprotokoll. Wenn sie nicht will, ok. Ich mag nicht genauso das manipulieren anfangen, nur damit sich der andere so verhält wie ich es mag/brauche. Also hab ich losgelassen und mir gedacht: dann is halt kein Protokoll dabei. Und siehe da: 2 Tage später kam ne Nachricht von ihr: sie hats nun geschrieben. Ach, geht doch. (dazwischen dachte ich mir schon mal kurz, dass ich ihr ne Nachricht schicke: hab der Polizei gesagt, dass Du das Lärmprotokoll nachreichst. So als kleinen Joke, die wär da nämlich völlig in die Luft gegangen. Auch das ist neu: auch mal einen kleinen Streich machen 🙂 Aber trotzdem konnte sie es nicht einfach in meinen Briefkasten werfen, sondern, da es dort nicht war, wieder bei ihr klingeln. Das ist IMMER so mühsam die mal um einen Gefallen zu bitten. Mach ich echt nicht mehr.
  • Arbeit: ich war mir ja nie so ganz sicher, ob die Auftraggeber mit mir zufrieden sind. Da kam überhaupt kein Feedback. Dann kam aber schon zu Weihnachten ein kleines Geschenk plus Pralinen und eine kleine Karte, ok dachte ich mir, so schlimm scheine ich nicht zu sein und jetzt hat sie mich sogar (nach meinem OK) an eine Bekannte weiterempfohlen. Wow. Das hat mich sehr gefreut und ich bin gleich viel entspannter hingefahren. So die Stelle schaue ich mir am Montag an, das wäre nämlich nur alle 14 Tage, was mir sehr gelegen kommt, weil 2 Tage jede Woche arbeiten ist mir einfach zuviel.
  • Geruch: der fiese Badgeruch im Bad ist nun weniger geworden, viel lüften, Kaffepulver und meine Kosmetikadüfte scheinen den undefinierbaren Männergeruch vertrieben zu haben!
  • geschrieben: Die schrftliche Aussage für die Polizei bzw. fürs Landratsamt, weil die für so Ordnungswidrigkeiten zuständig ist. Und ich Depp hab schon wieder überlegt: ach ne machst das doch nicht und so…und als ich das Lärmprotokoll von der Nachbarn las kam wieder so richtig die Wut hoch: Stimmt damals im ersten Lockdown haben die Sonntag den ganzenNchmittag mit Verstärker Karaoke gesungen und damals am Ostersonntag als der Depp stundenlang seinen Holzboden aufm Balkon abgeschliffen hat…boah ne, die müssen jetzt endlich mal eins so richtig aufsn Deckel kriegen
  • was mir hier in diesem grauen, seelenlosen Ghetto plus Lockdown plus Dauerkälte so richtig bewußt wird: was ich wirklich brauche und mag und das ich da in Zukunft gerne Geld/Zeit und Kraft hernehme: für Ausflüge in die Natur, für Kunst und Kultur, für zusammensein mit lieben Leute. Ich will mein Leben leben und nicht verbittert, träge vorm TV/PC versauern. Ich bin richtig so, wie ich bin. Etwas alternativ, in Zukunft gerne auch etwas spießig, lebensfroh. Ich mag in Zukunft gerne JETZT diese Dinge machen und nicht ewig verschieben. Darauf freue ich mich schon sehr!
    Und was mir auch klar wurde: München ist gar nicht (mehr?) so Schickimicki, klar gibt es Nobelviertel, aber ich glaube, dass es langsam mehr solche Viertel wie hier gibt: eher soziale Brennpunkte.
    Auf der anderen Seite ist mein Viertel zuhause auch nicht sooo toll wie ich immer dachte: Im Nebenhaus gibts viele Probleme (auch so Schuhschachtelwohnungen) und die Neubauten sind auch einfach nur normale Wohnungen, fürs normale Volk, nix besonderes. Und ich bin sehr froh, dass unser Haus endlich mal neu gemalert wurde, denn das sah auch schon sehr gammelig aus.
  • frühmorgends aus dem Hotel gegangen, begegnet mir im Lift eine doch sehr aufgestylte Frau. Oha denk ich noch so, wer hier alles wohnt…interessant….10 Schritte später dämmert es mir: äh ne, moment mal, das war doch eine Prostituierte!! Und dann kam nur so ein wuuuaahhhh was ich das nur für eine Gegend 😦
    dabei war ich selber mal in dem Mileu unterwegs :-/
  • weniger Angst: das habe ich jetzt schon öfters gemerkt, wenn ich woanders gewohnt habe: dass ich da meist weniger Mittagsschlaf brauche. Weil ich oft auch weniger Angst und Hektik habe. Bei mir ist ja Nähe schlimm und weniger Menschen an sich (wie das der „normale“ Sozialphobiker vielleicht hat). Und da ich nun schon 14 Jahre in dem inzwischen 16.000-Dörfchen wohne und doch mal dies mal das an Gruppen, Tafel, Hundebetreuung, Haushaltshilfe usw. gemacht habe, kenne ich doch einige Leute: Was die von mir denken! Somit beobachte ich mich ständig von außen wie das wohl nun aussieht und wirkt und gehe auf der Straße/Beim Einkaufen so schnell und handle total hektisch, als ob der Teufel hinter mir ist. Hier nun bin ich mit meinem inneren Blick eins mit meinem äußeren Blick, gerade beim einkaufen. Ja ich bummel regelrecht! Wer legt denn fest, dass man in 10 Minuten wieder aus dem laden sein muss? eeeeben…dann räume ich gemütlich meinen Rucksack ein. Ich beeile mich überall, damit ja keiner wegen mir warten muss! Gehts noch? Naja ich übe also hier nun alles in Ruhe zu tun und: atmend! Und gelassen. Das verbraucht wesentlich weniger Energie und vielleicht…ja vielleicht geling es mir dann zuhause auch mal…
  • Kirche: auf einem Spazierang durch München, kam ich an einer sehr großen mir unbekannten Kirche vorbei. Ach ich wollt eh schon lange mal wieder in eine gehen. Es war wundervoll! Ich war ganz alleine und dann spielte auch noch jemand an der Orgel (ok wir waren zu 2.g). Mir schossen die Tränen in die Augen, ich fühlte mich so gwärmt dadurch, wie ein Zeichen vom Himmel. Dazu schien die Sonne durch die vielen bunten Fenster und dann diese hohe Decke und das große Kirchenschiff, fantastisch. Habe wieder etwas aufgeladen.
  • Irrtum: nur weil ich jetzt direkt in München wohne, dachte ich irgendwie, dass das mit der Fahrerei schneller geht. Naja klar, manche Sachen schon, aber ich fand was bei den Kleinanzeigen und als ich dessen Adresse eingab, sah ich dass ich da auch 1 Stunde unterwegs bin – nur hin!
  • Entscheidung: In der letzten Woche, voll im Streß mit Nachbarn und Handwerker und Wohnung, dachte ich ja schon daran, gleich komplett umzuziehen. Vielleicht, so dachte ich, ist das ein Wink. Ich habe gerade Sonderkündigungsrecht wegen dem Wasserschaden und grad eh viel eingepackt ud überhaupt, ich kann das alles nicht mehr sehen. Ich setzte auch gleich eine Suchanzeige auf und es meldeten sich zwei Personen. Aber nach ein paar Tagen und etwas Ruhe hab ich das mal so durchdacht und festgestellt: nein das ist nix. Wieder alles neu aufbauen, an Umfeld, Ärzte, alles neu suchen, schauen dass das Sozialamt mitspielt usw. ich habe dafür keine Kraft und keine Neven mehr. Ich bin schon fast 10x umgezogen, davon 9x alleine als Erwachsene. Ich habe da jetzt Wurzeln geschlagen und ja als Sozialphobikerin macht mir die Nähe und Bekanntheit die man dann in so einem Dorf entwickelt oft genug Streß, aber ansonsten passt ja alles (ok das mit den direkten Nachbarn nebenan wird sich hoffentlich auch mal irgendwie lösen), es ist ene tolle Wohnung über 2 Etagen und großer Dachterrasse, ein toller Vermieter, über mir wohnt keiner (mir sehr wichtig), nah am Bahnhof und Einkaufsmöglchkeiten aber auch gleich in Wald und Feld und ja ich genieße es auch oft genug jemand zu treffen den ich lose oder näher kenne, oder einfach das bekannte Gesicht der Supermarktkassiererin, ein gute, wenn auch sehr kleine Arbeitsstelle undsoweiter. Ich habe das einmal gemacht, dass ich ein Stück weg gezogen bin, ohne da jemand zu kennen und ohne festen Bezugspunkt in der bekannten Umgebung wie z.B. Arbeit. Sagen wir so: es ging nicht gut aus. Das kann ich mir nicht nochmal leisten. Aber ich genieße es hier jetzt auch keine direkten Nachbarn zu haben (Zimmer sind leer) und da nichts zu hören. Ich kann sehr gut bei mir sein und fliege nicht ständig aus meiner Mitte (plus manchmal Alarmmodus) wenn ich was von nebenan höre.
  • selbstgemachter Streß die (wievielte?): am normalen PC hab ich ja Onlinebanking, jetzt hab ich ber nur so ein kleines Tablet. Und musste was überweisen. Aus bisher unbekannten Gründen sollte ich mich erneut für das APP-TAN Verfahren anmelden (und mein gestreßtes Gehirn ist grad 0,0 fähig groß logisch zu denken bzw. Aufforderungen nachzukommen), also alles wieder neu eingerichtet, um dann festzustellen: ich war auf einer falschen Seite, auf der normalen Webseite wäre das von anfang an wie bisher gegangen. Achja, Beschäftigungstherapie..haha
  • Bedürfnislosigkeit: es gibt einen Teil in mir der gerne nur mit so einem mittelgroßen Koffer hierher gezogen wäre und so wenig wie möglich braucht. Und jetzt stelle ich fest, was ich alles brauche. Auch aus der Angst heraus nicht genug zu haben. Und überhaupt um mich wohlzufühlen. Dabei habe ich so lange gebraucht, um endlich mal herauszufinden was ich gerne mache und brauche! Und jetzt will ich es mir sozusagen wieder verbieten. Auch ein altes Muster von mir: Dir darf es nicht gutgehen, du hast nix zu brauchen, du hast nix zu wollen, sei zufrieden mit dem was du hast usw. da die Mitte zu finden…ich schwanke da echt ganz ordentlich.
    Meinem gestressten Hirn würde so eine absolut asketische Wohnung absolut gut tun, das merke ich wenn ich nur dran denke, wie ich sofort tiefer atme und locker lasse. Mich selber ein Stück weit einschränken: nicht mehr als 2 Bücher/Zeitschriften gleichzeitig lesen, mich also weniger verzetteln, aber nicht zu sehr beschränken in Sachen die mir einfach gut tun und die ich brauche.
  • Küche/Essen: ich war schon als Baby/Kind jemand der keine Fertigkost mochte. Meine Mutter kochte zwar alles selber, aber manchmal unterwegs war es halt doch praktisch einfach ein Gläschen oder so mitzunehmen. Ich verweigerte. Auch jetzt in der Miniküche wieder ein Versuch (glaub der 300.) ob nicht doch etwas Tiefkühlkost/Essen abholen usw geht. Nur sehr selten. Tiefkühlkost schmeckt nach Pappe, egal ob Kartoffelpuffer oder Gemüse oder…und take-away-Essen, klar manche Restaurants sind sehr gut, aber ich meine auch eher so Imbisse/Fast-Foodläden. Das sind oft schon so kleine schmuddelige Buden. Mit manchmal zwielichtigen Typen, wo man sich fragt ob die das mit der Hygiene so genau nehmen und dann ist es einfach seelenlos. Da ist keine gute Lebenskraft in dem Essen. Alles ist Energie und alles hat Energie und mich nährt es doppelt wenn ich selber frisch koche. Das handwerkliche beruhigt mich und macht Spaß und dann sättigt es nicht nur den Magen sondern auch mein Lebenskraftkonto. Von daher freu ich mich total auf meine große Küche zuhause wo ich auch immer viel Vorrat habe, damit ich kreativ sein kann und einfach die Wahl habe.
  • apropo Vorfreude: ich muss da grad sehr diszipliniert sein, denn sonst denke ich fast schon zwanghaft NUR noch daran, wie das dann endlich ist, wenn ich wieder zuhause bin und erstmal alles sauber mache und einräume und wie wohl die letzte nacht hier im Hotel ist und überhaupt. Nur so zur Info: ich muss hier noch locker 6 Wochen, im schlimmstenfall 12 Wochen aushalten! Also: Stop! Ins JETZT kommen und schauen was ich machen möchte.
  • Schlaf: ich bin so unendlich dankbar, dass meine liebe Freundin M. auf diese tolle Idee kam, mir ihre Gästematratze zu leihen. Ich bin dann erstmal 12 Stunden liegen geblieben, nur 2x kurz aufgestanden. Endlich wieder was beuemes, endlich wieder Schlaf und eine richtige Erholen!
  • Selbstständigkeit: Die „ach so nette Frau“ von der Tafel, ist nicht nett. Das wußte ich natürlich schon vorher, aber ich fand sie deswegen so nett weil sie ähnliche Verhaltensweisen wie meine Familie an den Tag legt. Sehr destruktive übrigends. Und: was ich kenne ist gut, und sei es noch so schädlich…Nun also: Sie brachte mir keinen Gutschein von der Tafel mit, dann schrieb sie ne Nachricht: „du kommst nächste Woche? „(kein Hallo, kein nix) ich schon kurz angebunden: evtl. ja wieso? Sie: „Frau x wollte mir keinen Gutschein mitgeben für dich.“
    Ach, jetzt denkste doch auf einmal dran. Ich aber: „Ich komm nur deswegen, weil es letzte Woche auch schon Gutscheine gab und ich nix von dir hörte und ich das nun anders regel.“ Ich bettel nicht mehr. Und ich mach mich von ihr nicht abhängig, damit sie sich gut fühlt! Und versuch nicht mehr sinngemäß im Autohaus warme Semmeln zu bekommen. Ich frage und wenn der andere nicht will oder kann, ist das ok, kaum Groll, dann suche ich mir eine andere Möglichkeit. Das ist Handlungsmacht! Fühlt sich super an 😉
  • Aussicht: Auf was ich mich freue: dass die Bauarbeiten in der Wohnung weitergehen, dass ich mein Radl holen werde (und dann jeden Tag angst haben werde, dass es mir geklaut wird, trotz abgeschlossenem Fahrradkeller in der Tiefgarage…gnnnaaa), dass hoffentlich endlich paar Sachen wieder aufmachen dürfen!!! Und auf ein hoffentlich erstes warmes Frühlingswochenende, das würde mir ja schon helfen

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