Wochenrückblick 9.April 2021

-neue Sachen: das ist ein Thema über das ich immer wieder stolpere: Nicht nur dass ich es mir wert sein sollte, dass ich eine saubere Wohnung habe, sondern mir auch schöne neue Sachen gönne. Ein Beispiel, seit 15 Jahren benutze ich dieselben Geschirrhandtücher. Das weiß ich deswegen so genau, weil ich damals umzog und die Fetzen von meiner Mutter bekam. Da waren sie schon lange in Gebrauch. Also sind sie inzwischen, dünn, labbrig, etwas verfärbt, verwaschen und einfach: uääh. Aber trocknen noch, also sind sie noch gut. Hier im Hotel hatte ich ein nigelnagelneues, festes, hellweißes, großes Geschirrhandtuch und stelle fest: das macht was mit mir wenn ich das benutze. Ich fühle mich wertvoller. Genauso wie mit kleinen Schälchen. Die standen mal wo zum verschenken rum und weil ich eh welche brauchte, nahm ich die mit. Keine schönen Farben, etwas angesprungen und jede sieht anders aus, aber gehen ja noch. Zum Henker, die paar Euros für schöne neue Schälchen in den Farben die ich mag und ohne Macken kann ich doch echt in mich investieren! Auch hat sich der Blick auf meine Wohnung gewandelt. Einfach weil ich da sonst sooft drin bin gewöhnt man sich an vieles, man sieht manchen Dreck oder kaputtes nicht mehr. Von daher gibts Frühjahrsputz XXL!

  • neee oda? Schnee! Am 6.April und davor und danach stürmte und schneite es was das Zeug hielt. Was mein Gefühl „irgendwie aus der Zeit gefallen zu sein“ enorm verstärkte. Aber irgendwie wars mir auch egal, ich hatte andere Dinge im Kopf und im Herzen….
  • apropo Her: Man ich bin soooo neugierig ob und was beim Lngszeit-EKG nun rauskam, erst musste ich 3 Wochen auf das Gerät warten und jetzt nochmal 3 Wochen aufs Ergebnis weil die im Urlaub sind und ich erst am 19. einen Termin bekam. Nunja…
  • genossen: Am Ostermontag ein Frühstück mit M. Obwohl ich total kaputt war und auch noch 12km hinradeln musste (sie hat derzeit kein Auto und wohnt so ländlich, dass da sonntags kein Bus fährt) aber ich hatte mich so drauf gefreut, dass ich halt langsam mit Pausen hinradelte. Und es hatte sich gelohnt. Total lustig, aber klar, wenns um 9h früh schon nen Sekt gibt 🙂
    Das Fahrrad habe ich dann gleich bei mir daheim gelassen. Die Woche wird kalt, nass und windig und da brauch ich kein Rad und je mehr Sachen schon wieder zurück im Wohnort sind, dsto besser fühle ich mich.
  • gelacht: bei der Show LOL auf A*…Prime. Comedys werden in einen Raum gesteckt und keiner darf 6 Stunden lachen oder auch nur schmunzeln. Wird er 2x dabei erwischt fliegt er raus. Ich find das saulustig, wenn man nicht lachen darf und was dann die Leute alles veranstalteten und Grimassen zogen und überhaupt. (mir fiel dazu die Taufe meines Neffen ein, das war auch so ein Ding, mein Schwager und dessen Bruder/Cousins blödelten so etwas versteckt während des Gottesdienstes herum und ich musste mich so zusammenreißen, als dann auch noch das Licht über uns flackerte und ausging, war es um mich geschehen, ich platzte los. Der Pfarrer war zum Glück sehr lässig, meine Schwester nahm mir nix übel, und meinem Schwager konnte ich dann lange nicht mehr ansehen ohne wieder in einen Lachflash zu geraten…
    Schon lange nicht mehr solche Tränen gelacht.
  • nochmal Tante: irgendwie merke ich eine richtige Erleichterung wenn ich denke mich weiter von meiner Tante/Cousine zurück zu ziehen. Das spricht eine deutliche Sprache. Ich hatte überlegt, ob es erst ein normales Nähe/Distanz-Ding ist, weil klar, ist man nicht immer im Kontakt, egal ob mit Freunden oder Familie. Ich merke aber dass es da einen Graben gibt, denn wenn wir mal ein paar Mal hin und her schreiben und grad an einem Thema dran sind (z.B. ihre verstorbenen Eltern oder so) dann ist da auf einmal Funkstille. Es kommt nichts mehr. Und ich häng voll in der Luft. Wenn ich mit anderen schreibe, dann ergibt sich das „Ende“ des Dialogs natürlich auch, aber es fühlt sich stimmiger an: Wir hatten was geklärt (z.B. organisatorisches) oder über was gesprochen, wo es dann ein natürliches Ende gibt und der andere das auch mitteilt mit einem: Schönen Abend noch. Da weiß man bescheid.
    Auch das meine Tante soviel „vergisst“: Sooft lese ich: ach wollte dir schon viel eher schreiben, aber dann kamen soviele Sachen dazwischen. Das ist Standart und ein Zeichen: So wichtig bist du nicht.
    Ich glaube sie macht viel aus Pflichtgefühl für mich. Sie ist meine Patentante, die Schwester meiner Mutter und fühlt sich da wohl zuständig für mich. Was ich natürlich teilweise auch sehr genieße, weil ich Wärme, Geborgenheit, Zugewandtheit nicht wirklich von meiner Familie kenne. Und meine Tante kann mir das geben, wenn auch nur sehr wenig und in Minidosen, aber wenn man hungrig ist, nimmt man jeden Krümel.
    Sie ist keine klassische Narzisstin, sie hat einfach ihre (oft sehr dicken) Mauern sehr oft oben und ist emotional unerreichbar. Total abgeschottet. Wie meine Mutter, da kam kein Glanz in ihren Augen wenn sie mich ansah, kein ehrliches mitfühlen, da war Kälte, ein durch mich schauen und nur den Alkohol und ihre ganzen Männer, oder ihre Arbeit oder ihre Katzen, ALLES war wichtiger als ich.
    Auch meine Cousine ist emotional unnahbar. Sie lässt keine Nähe zu, bei ihr ist alles oberflächlich, alles ist immer super, ihr gehts immer gut. Während ich mich sehr geöffnet habe und sie an meinem Leben teil haben ließ, kam von ihr nichts, auch nicht wie es mit ihrer Tochter so läuft. In den 3 Jahren seit die auf der Welt ist, gab es vielleicht mal 5 Anekdoten und 10 Fotos. Obwohl ich deutlich Interesse zeigte. Ok, dann nicht.
    Ich habe das alles früher schon realisiert, aber dann auch wieder „vergessen“, weil ich es nicht wahrhaben wollte, dass auch dieser Teil der Familie mir nicht gut tut. Somit habe ich de facto keine Familie mehr. Also zumindest keine mit der ich in gutem, schönen Kontakt stehe. Das bis tief ins Herz zu verstehen, tut weh und ich glaube deswegen habe ich noch paar Runden gedreht: Wieder hingegangen, wieder Kälte gespürt, mich wieder geöffnet, wieder eine Abfuhr, besndere, schöne, teure Geschenke gemacht usw. Aber es wird immer klarer: Abstand ist das wichtigste, damit ich nicht weiter destabilisiere, das ist kein Mensch der Welt wert.
    Und dann kamen so Gedanken wie: Ja Familie is nicht immer leicht und es gibt viele schwierige Menschen undso. Wieso kommen andere Menschen damit klar und ich nicht? Das mag daran liegen, dass ich schon mit verrückten Menschen aufgewachsen bin und davon zuviele Wunden davon getragen habe, dass da einfach keine Kraft mehr ist. Und leider ist dann auch die Schlußfolgerung: dass auch ich mich schütze, meine Mauern hochziehe und auch emotional unerreichbar werde (wobei mir das bewußt ist und ich daran immer arbeite, weil mich soziale Isolation schützt, aber auch nicht gut tut auf Dauer).
    Also: weiter genau schauen: wem sage ich was, wie bin ich bei wem? Meiner Tante zu ihrem Geburtstag und Weihnachten was schicken werde ich weiterhin, wenn ich Lust auf einen Tagesausflug habe, fahre ich auch mal hin, im Moment ist das eh nur 1x im Jahr. Wenn von ihnen keine Anstalten kommt auch mich mal zu besuchen, dann werde ich auch das sein lassen. Von meiner Seite wie bisher öfters Whatsappnachrichten schreiben oder auch mal nur nen Gruß mit einem netten/lustigen Bild: nein. Weil es immer nur von meiner Seite kommt.
    Ich bin aufgewühlt und es ist schmerzhaft die Illusion aufzugeben, dass ich da vielleicht eine gute FAmilienanbindung haben könnte oder gar eine Ersatzmutter, aber lieber jetzt, bevor noch mehr Schaden entsteht…
  • Hormone: dass (vermutlich) mein Progesteronspiegel höher ist, fühlt sich mega an! Tatkräftig, selbstbewußt bis kampflustig, trotzdem weiblich mit viel Humor und Lebensfreude.
    Ich habe keinerlei Angst vor meinen Nachbarn, denen ich vor 2 Monaten die Polizei schickte. Früher wäre das ein Grund gewesen nur mit Panikattacken meine Wohnung zu verlassen, weil es könnte ja zur Konfrontation mit denen kommen. Jetzt denke ich mir: Die Deppen sollen ruhig was sagen, dann können sie mich aber erleben. Wie geil ist das denn?
    Ich brauche viel weniger Schlaf (ok für meine Verhältnisse fast ZU wenig, aber nunja, es ist selten genau richtig bei mir).
    Ich habe weiterhin meine Tage nicht, aber hin und wieder körperliche PMS-Symptome, wie ziehen, spannen, drücken…. Ich frage mich schon, wie sehr die monatliche Periode Frauen schwächt. Blut ist ja Lebenskraft. Ich friere auch viel weniger…als ich das einem Bekannten erzählte (nur das mit dem frieren, weil er so schlotterte während mir die dünne Regenjacke reichte, schaute er mich groß an und meinte: „oh dann hast du kräftiges Blut!“ Witzig, dass er das so nannte und wie passend!
    Ich hatte das so vor ein paar Jahren schonmal und geau wie damals denke ich mir: Was wenn meine größten Probleme von zuviel/zuwenigen Hormonen kommt? Denn ab der Pubertät ging es mir ja rapide schlecht inkl. Selbstmordversuchen. Blöderweise war zuder Zeit auch ein großer Umbruch (Scheidung der Eltern, Umzug, neue Schule, Stiefvaer usw.) so dass man nicht genau weiß was der Auslöser war, klar wahrscheinlich beides und das eine spielt zum anderen mit rein usw….aber trotzdem.
    Jedenfalls:
    Ich hab das Gefühl diese klitzekleine Hormonumstellung hat mehr bewirkt als jahrelange Therapie….aber abwarten wie sich das so weiter ergibt.
  • Vorfreude: Wochenende zum erholen! Es kommt kein Handwerker mehr, meine Wohnung ist soweit wieder hergestellt und sauber und eingerichtet, dass ich in den nächsten Tagen nur was machen kann, was ich auch möchte, aber nicht muss. Zum Beispiel Balkon sauber machen oder noch die Sachen aus dem Keller holen usw. Ich komme runter. Es ist nämlich so, dass wenn ich mich aufrege und gestresst bin, mein Streßpegel nur sehr langsam sinkt. Und wenn er gerade mal wieder im unteren Bereichwar die letzten Wochen kam ein neuer Aufreger. Ich fand dazu mal den COMT-Mangel. COMT is die Abkürzung für ein Enzym dass Streßhormone abbaut. Hat man da zuwenig bleibt logischerweise diese Hormone hoch. Das könnte auch eine gute Erklärung für Hochsensibilität bzw. Reizüberflutung sein. Da ich das nun weiß, kann ich damit besser umgehen. Was mir dabei hilft: Viel und gutes Magnesium (nicht jeder Mensch verträgt alle Magnesiumverbindungen, da muss man ausprobieren) und was mir auch hilft: nicht von 100 auf 0 runterfahren, sondern langsames werkeln mit vielen Pausen, also keine Vollbremsung. Wenn ich weiter zu aufgedreht bin hilft auch mal Rosenwurz oder Helmkraut oder Baldrian oder wenn es was ganz zuverlässiges braucht auch mal eine Tavor

2 Kommentare zu „Wochenrückblick 9.April 2021“

  1. Bin gespannt wie es weitergeht,
    vermute Wigald Boing wird Sieger.
    Was fandest Du am lustigsten?
    Mich hats bei der Kebekus Furzshow fast zerrissen, ich habe festgestellt: ich bin doch sehr einfach gestrickt *gg*

    Gefällt mir

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